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Herzschwäche: Das sollten Frauen für ihren Herzschutz beachten

Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Marien-Hospital Wesel  Andreas Malkmus  Deutsche Herzstiftung/
Prof. Dr. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung, Chefärztin der Klinik für Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und Intensivmedizin, Marien-Hospital Wesel Andreas Malkmus Deutsche Herzstiftung/

Frauenherzen schlagen anders: Warnzeichen und Risikofaktoren für
Herzerkrankungen wie Herzschwäche können sich von denen bei Männern
unterscheiden. Die Unterscheide zu wissen, kann die Lebensqualität
verbessern oder gar das Leben retten.

Eine Herzschwäche ist eine ernste nicht heilbare Erkrankung, die für die
Betroffenen mit beschwerlichen Symptomen einhergeht wie Atemnot bei
Belastung, Müdigkeit und Wassereinlagerungen in Lunge, Bauch und Beinen
(Ödeme). Insgesamt leiden Schätzungen zufolge bis zu vier Millionen Frauen
und Männer an Herzschwäche. Bei den Krankenhausaufnahmen wegen
Herzschwäche machen Frauen in Deutschland etwa die Hälfte aus, rund
224.000 Klinikeinweisungen. Mehr Frauen als Männer sterben an Herzschwäche
(im Jahr 2022 rund 23.000 Frauen und rund 15.000 Männer). Um zu vermeiden,
dass eine Herzschwäche fortschreitet, ist es wichtig Ursachen und Symptome
frühzeitig zu erkennen und diese mit den Begleiterkrankungen konsequent zu
behandeln.
„Ein genauer Blick auf die Herzschwäche bei Männern und Frauen zeigt, dass
es Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt, die für die medizinische
Versorgung von Frauen mit Herzerkrankungen relevant sind und für die wir
Frauen sensibilisieren müssen“, betont die Kardiologin Prof. Dr. med.
Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen Herzstiftung
anlässlich der bundesweiten Herzwochen der Herzstiftung unter dem Motto
„Stärke Dein Herz! Herzschwäche erkennen und behandeln“ mit Infos unter
<herzstiftung.de/herzwochen> „Zur Herzschwäche kommt es bei Frauen vor
allem durch die Risikofaktoren Bluthochdruck, Übergewicht und Diabetes.
Wenn diese gleichzeitig vorliegen, erhöht sich das Risiko für eine
Herzschwäche signifikant“, so die Chefärztin der Klinik für Kardiologie,
Angiologie und Pneumologie am Marien-Hospital Wesel. Da Frauen durch
Diabetes und den häufig damit verbundenen Bluthochdruck im Vergleich
stärker gefährdet sind als Männer, sollten sie bei Vorliegen dieser
Kombination ihre Ärztin oder ihren Arzt ansprechen. Unterschiede bei
Frauen und Herzschwäche beziehen sich insbesondere auf

-       die Anatomie des Herzens (Herzgröße/Dehnbarkeit),
-       Symptome,
-       Risikofaktoren und
-       geschlechtsspezifische Ursachen (Hormone).

Frauenherzen sind kleiner und steifer
Anatomisch betrachtet, sind die Herzen der Frauen kleiner und steifer als
die Herzen der Männer und können deshalb schlechter mit Blut gefüllt
werden. Diese Steifigkeit des Herzens nimmt im Alter zu und wird durch
Erkrankungen wie Bluthochdruck, Diabetes und weitere Risikofaktoren
begünstigt.
50 Prozent der Patientinnen und Patienten haben Formen der Herzschwäche,
bei denen das Herz zwar eine intakte Pumpfähigkeit hat, weil es aber seine
Elastizität und damit seine Dehnbarkeit verloren hat, nicht genug Blut
aufnehmen kann. Diese Füllungsstörung nennen Mediziner eine diastolische
Herzschwäche oder Herzschwäche mit erhaltener Pumpfunktion, kurz HFpEF
(englische Abkürzung für Heart Failure with preserved Ejection Fraction).
Häufige Symptome der HFpEF sind Atemnot und eingeschränkte
Leistungsfähigkeit.
Im Gegensatz zur HFpEF liegt bei einer systolischen Herzschwäche eine
Störung der Pumpfunktion der linken Herzkammer vor. Diese pumpt in der
Auswurfphase (Systole) nicht genügend, deshalb gelangt zu wenig Blut mit
Sauerstoff und Nährstoffen in den Körper zu den Organen. Zur systolischen
Herzinsuffizienz kommt es meistens durch einen Herzinfarkt oder eine
Herzmuskelerkrankung. Diese Herzschwäche mit reduzierter Auswurfleistung,
kurz HFrEF (Heart failure with reduced Ejection Fraction) geht mit
Atemnot, Müdigkeit, Wassereinlagerungen im Körper und lebensbedrohlichen
Herzrhythmusstörungen einher. „Frauen leiden vermehrt an einer Störung der
Dehnbarkeit des Herzens, also an diastolischer Herzschwäche“, erklärt
Kardiologin Prof. Tiefenbacher. Erst seit einigen Jahren kann die
Steifigkeit eines Herzens genau gemessen werden. „Wir empfehlen Frauen bei
Symptomen einer Herzschwäche wie Atemnot unter Belastung und schneller
Erschöpfung zum Arzt zu gehen und einen Ultraschall des Herzens
vorzunehmen zu lassen“, betont das Herzstiftungs-Vorstandsmitglied.

Wechseljahre (Menopause): Gefahr durch Hochdruckherz
Mit zunehmendem Alter werden die Herzen von Frauen steifer. Denn nach der
Menopause (Wechseljahre) kommt es durch den Verlust von Östrogenen
(weibliche Geschlechtshormone) zur Blutdrucksteigerung und zu vermehrter
Bildung von Bindegewebe im Herzen. Vor der Menopause schützen die
Östrogene das Herz vor überschießendem Bindegewebe. Die Abnahme des
körpereigenen Östrogenspiegels führt zum Verlust des gefäßschützenden
Effekts dieses Hormons und somit zu einer Blutdruckerhöhung. Die dadurch
gesteigerte Belastung des Herzmuskels führt zu einer Verdickung der
Herzwände. „Eine Hormontherapie kann den Mangel an körpereigenem Östrogen
leider nicht ausgleichen“, so Prof. Tiefenbacher.
Ein Überangebot an Zucker wie bei Diabetes ist für den Energiestoffwechsel
des Herzens zusätzlich ungünstig und führt zu einer vermehrten Freisetzung
von aggressiven Molekülen, sogenannten freien Radikalen, in den
Kraftwerken der Zellen, den Mitochondrien. Mediziner gehen davon aus, dass
mehrere dieser Mechanismen zusammenwirken müssen, damit eine diastolische
Herzschwäche entsteht. Diese wird auch „Hochdruckherz“ genannt.

Regelmäßig zum Vorsorge-Check-up
Die Deutsche Herzstiftung rät Frauen (wie Männern) vor diesem Hintergrund
zur Vorsorgeuntersuchung ab 40 Jahren – bei familiärer Vorbelastung früher
– um regelmäßig Blutdruck, Blutzucker, Blutfette (Cholesterin) und
Körpergewicht zu kontrollieren. Das kann der regelmäßige Gesundheits-
Check-up bei Hausärztin oder Hausarzt sein, der ab 18 Jahren einmalig und
ab 35 Jahren alle drei Jahre erfolgt (zahlt die Krankenkasse). „Dadurch
lassen sich unerkannte Risikokrankheiten für Herzinfarkt, Schlaganfall und
Herzschwäche aufdecken“, erklärt Tiefenbacher. „Diese Vorsorge ist
wichtig. Denn einen hohen Blutdruck oder zu hohes LDL-Cholesterin spürt
man nicht“, warnt Tiefenbacher. Außerdem sollten Frauen (wie Männer) auf
regelmäßige Bewegung (am besten an frischer Luft) und gesunde Ernährung
achten sowie nicht rauchen und auf Alkohol möglichst verzichten.

Ergänzende Ultraschall- und Blutuntersuchung
Darüber hinaus erlauben es etwa Ultraschalluntersuchungen der
Halsschlagadern oder der Becken- und Beingefäße frühzeitig
Gefäßverkalkungen zu erkennen, die für die Betroffenen noch ohne Symptome
sind. Ein EKG in Ruhe und unter Belastung sowie die
Ultraschalluntersuchung des Herzens ergänzen das Untersuchungsspektrum.
Bei der Untersuchung des Blutes sind zwei wichtige Labormarker die
natriuretischen Peptide ANP und BNP, die bei einer Herzschwäche erhöht
sind. In der Regel haben Männer krankheitsbedingt einen stärkeren Anstieg,
deshalb muss bei Frauen auch ein schwächerer Anstieg als Warnzeichen
gesehen werden. Auch ein Eisenmangel kann ein Indiz für eine Herzschwäche
sein. Mehr Infos unter <herzstiftung.de/blutwerte>

Broken-Heart-Syndrom oder Stress-Kardiomyopathie nach der Menopause
Fast nur bei Frauen nach der Menopause tritt die durch massiven Stress
ausgelöste Takotsubo-Kardiomyopathie oder Takotsubo-Syndrom (TTS) auf,
auch bekannt als Broken-Heart-Syndrom. Dieses lebensbedrohliche
Krankheitsbild wird häufig durch eine große emotionale oder körperliche
Belastung ausgelöst. „Die Symptome sind ähnlich einem Herzinfarkt:
Atemnot, Engegefühl in der Brust, starke Brustschmerzen“, erklärt die
Kardiologin. Beim TTS können – wie beim Herzinfarkt – Teile des Herzens
nicht richtig arbeiten, ohne dass allerdings ein Gefäßverschluss
ursächlich ist. Das TTS ist eine Sonderform der akuten Herzschwäche: die
Fähigkeit der linken Herzkammer, sich zusammenzuziehen und
sauerstoffreiches Blut in den Körperkreislauf zu pumpen, ist
eingeschränkt. „Dieser Zustand ist lebensgefährlich. Betroffene sollten
unverzüglich den Notarzt mit dem Notruf 112 alarmieren“, warnt die
Kardiologin und Gefäßspezialistin Prof. Tiefenbacher. Komplikationen des
TTS sind Herzrhythmusstörungen sowie Gerinnselbildungen in der Herzkammer
mit nachfolgenden Thrombosen oder Gefäßembolien. Das TTS und eine sich
daraus entwickelnde Herzschwäche können medikamentös behandelt werden.
Mehr Infos: <herzstiftung.de/frauenherzen-takotsubo>

Gefahr durch Schwangerschafts-Kardiomyopathie und Myokarditis
Bei Frauen gibt es besondere Formen der Herzschwäche. So kann im letzten
Drittel der Schwangerschaft und etwa ein halbes Jahr nach der Geburt die
Peripartale Kardiomyopathie (PPCM) auftreten. Das ist eine akut
lebensbedrohliche Form der Herzschwäche. Folgende Beschwerden sind ein
Alarmzeichen, wenn sie bei einer Frau zwei Monate vor der Geburt oder nach
der Geburt auftreten: plötzlich starke Atemnot, Schwäche oder
Flüssigkeitsansammlungen im Körper. „Bei diesen Beschwerden ist sofort ein
Arzt aufzusuchen“, betont Prof. Tiefenbacher. Diese Form der
Herzerkrankung entwickelt sich häufig sehr schnell, sodass man bereits bei
den ersten Symptomen nicht zögern sollte. Dabei gibt es eine Vielzahl
wirksamer Behandlungsmöglichkeiten mit Medikamenten.
Akute Virusinfekte können bei Frauen und Männern eine Herzmuskelentzündung
(Myokarditis) auslösen, was ebenfalls eine Herzschwäche verursachen kann.
Diese Krankheitsbilder sind aber häufiger und schwerer bei jüngeren
Männern. Eine Rolle spielen dabei vor allem die Virusgrippe (Influenza)
und Coxsackie-Viren.
(wi)

Infos rund um das Thema Frauenherzen:
<herzstiftung.de/frauenherzen>
<herzstiftung.de/frauenherzen-takotsubo>
Podcast: <herzstiftung.de/service-und-aktuelles/podcasts/frauen-
herzerkrankungen>

Service zu den Herzwochen
Die Herzwochen stehen unter dem Motto „Stärke Dein Herz! Herzschwäche
erkennen und behandeln“ und richten sich an Patienten, Angehörige, Ärzte
und alle, die sich für das Thema Herzschwäche interessieren. An der
Aufklärungskampagne beteiligen sich Kliniken, niedergelassene Kardiologen,
Krankenkassen und Betriebe. Infos zu Patienten-Seminaren, Online-
Vorträgen, Telefonaktionen und Ratgeber-Angeboten (Text, Video, Podcast)
sind unter <herzstiftung.de/herzwochen> abrufbar oder per Tel. 069
955128-400 zu erfragen.

Neuer Ratgeber zur Herzinsuffizienz
Für Patienten mit einer Herzschwäche, Angehörige und Interessierte bietet
die Deutsche Herzstiftung den neuen Ratgeber „Stärke Dein Herz!
Herzschwäche erkennen und behandeln“ an. In der Broschüre (152 S.)
informieren renommierte Herzspezialisten leicht verständlich und
ausführlich darüber, wie eine Herzschwäche entsteht und was heute mit
Medikamenten, Interventionen und Sport therapeutisch erreicht werden kann,
um Lebensqualität und Lebenszeit zu verbessern. Die kostenlose Broschüre
kann telefonisch unter 069 955128-400, unter <herzstiftung.de/bestellung>
oder per E-Mail: <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> bei der Herzstiftung
angefordert werden. Weitere Infos: herzstiftung.de/herzwochen und
<herzstiftung.de/herzschwaeche-therapie>

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KlinSA-Handbuch: Wenn das soziale Umfeld krank macht

Prof. Dr. Christine Kröger von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg erklärt, worum es im neuen „Handbuch Klinische Sozialarbeit“ geht.  Natalie Schalk  Hochschule Coburg
Prof. Dr. Christine Kröger von der Fakultät Soziale Arbeit und Gesundheit der Hochschule Coburg erklärt, worum es im neuen „Handbuch Klinische Sozialarbeit“ geht. Natalie Schalk Hochschule Coburg

Während die Medizin in erster Linie körperliche Faktoren untersucht und
die Psychologie sich eher auf das innerpsychische Geschehen konzentriert,
hat Klinische Sozialarbeit den Fokus auf einem weiteren Aspekt, der die
Gesundheit stark beeinflusst: soziale Bedingungen und Erfahrungen. Den
aktuellen Forschungsstand im deutschsprachigen Raum führt das „Handbuch
Klinische Sozialarbeit“ zusammen. Zu den Herausgebenden gehört Prof. Dr.
Christine Kröger von der Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg.
Jetzt spricht die Coburger Wissenschaftlerin über ihr Fachgebiet, über das
neue Buch und über Menschen, die selten gehört werden.

Die Fakultät Soziale Arbeit der Hochschule Coburg spielt eine führende
Rolle bei der Entwicklung und Etablierung der Klinischen Sozialarbeit als
Fachdisziplin im deutschsprachigen Raum. Prof. Dr. Christine Kröger leitet
hier den Weiterbildungsmaster „Soziale Arbeit: Klinische Sozialarbeit“,
den die Hochschule Coburg gemeinsam mit der Alice Salomon Hochschule
Berlin anbietet.

„Klinische Sozialarbeit“ klingt erst mal nach Krankenhaus, eben nach
Klinik: Aber worum geht es genau?
Prof. Dr. Christine Kröger: Klinische Sozialarbeit versteht sich als
gesundheitsbezogene Sozialarbeit, die eigenständig beratende und
behandelnde Aufgaben wahrnimmt. Daher kommt der Begriff. Das findet nicht
nur in Kliniken statt, sondern beispielsweise auch in Beratungsstellen
oder in der aufsuchenden Arbeit. Es geht um die Unterstützung von komplex
belasteten Menschen, oft mit gravierenden Erkrankungen, die gleichzeitig
in prekären Verhältnissen leben. Sie werden kaum oder gar nicht von der
Gesundheitsversorgung und psychosozialen Angeboten erreicht. Sie ringen um
ein würdevolles Leben und gesellschaftliche Teilhabe.

Was sind das für Menschen, die durchs Raster der Gesundheitsversorgung
fallen?
Menschen, die am Rand der Gesellschaft stehen. Kinder und Jugendliche, die
massiv Gewalt erleben müssen, beispielsweise in ihren Herkunftsfamilien.
Wohnungslose Menschen. Menschen mit schweren psychiatrischen oder
körperlichen Erkrankungen. Auch Angehörige, die, gerade wenn sie
unterstützen und helfen, selbst oft enorm belastet sind.

Dann braucht es zusätzlich zu medizinischer und psychologischer Hilfe auch
soziale Unterstützung?
Genau, denn soziale Bedingungen können die Gesundheit gefährden und krank
machen. Gleichzeitig helfen gelingende soziale Beziehungen, Belastungen zu
bewältigen. Während die Medizin in erster Linie auf Körperliches blickt
und die Psychologie eher auf das innerpsychische Geschehen, legt die
Klinische Sozialarbeit ihren Schwerpunkt auf soziale und psychosoziale
Aspekte, das heißt auf soziale Verhältnisse, auf das soziale Umfeld und
auf zwischenmenschliche Beziehungen.

Und wie funktioniert das?
Gemeinsam mit Betroffenen werden wesentliche soziale Faktoren und
Beziehungserfahrungen ermittelt. Welche sozialen Beziehungen wirken
unterstützend oder bereichernd? Wo liegen besondere Belastungen? Oft
vermag das bereits erste Veränderungen anzustoßen. Diagnostik und
Intervention gehen häufig ineinander über. Das kennen wir auch aus der
Medizin und Psychotherapie, wo es entlastend ist, zunächst unklare
Beschwerden zu klären: Was ist überhaupt los? Dann kann man intervenieren.
Ausgangspunkt in der Klinischen Sozialarbeit ist eine feinfühlige
Beziehungsgestaltung und Milieuarbeit. Das breite Spektrum
sozialklinischer Interventionskonzepte und Methoden wird auch im „Handbuch
Klinische Sozialarbeit“ dargestellt.

Da gibt es also verschiedene theoretische, konzeptionelle, ethische und
methodische Ansätze – und dieses Handbuch bringt die Grundlagen der
Klinischen Sozialarbeit im deutschsprachigen Raum nun erstmals zusammen?
Ja, wir sind in der Sektion Klinische Sozialarbeit der Deutschen
Gesellschaft für Sozialarbeit (DGSA) zu dem Schluss gekommen, dass es Zeit
ist für so einen großen, aktuellen Überblick. Kolleginnen und Kollegen in
der Forschung, aber auch in der Praxis können sich damit einen Eindruck
vom State of the Art verschaffen. Studierenden der Sozialen Arbeit bietet
das Buch die Möglichkeit, sich differenziert über Perspektiven Klinischer
Sozialarbeit zu informieren. Typische Arbeitsfelder liegen in der Kinder-
und Jugendhilfe, Gesundheitsversorgung, Rehabilitation und Teilhabe,
Suchthilfe, Familienberatung und justiznahen Sozialarbeit.

Hat sich in den letzten Jahren viel verändert?
Die Corona-Pandemie, Krieg in Europa, massive Flucht- und
Migrationsbewegungen: Durch ganz unterschiedliche Einflüsse haben sich
soziale Bedingungen entwickelt, die Menschen erschüttern und verunsichern
können und die auch dazu führen, dass soziale Ungleichheit in unserer
Gesellschaft zunimmt. Mit niederschwelligen Angeboten versucht Klinische
Sozialarbeit diejenigen zu erreichen, die am Rande der Gesellschaft
stehen, die, die selten gehört werden.

Welche Themen haben Sie für das Buch selbst bearbeitet?
Es sind gut ein halbes Dutzend Beiträge aus einem relativ breiten
Spektrum: angefangen beim Gesundheits- und Krankheitsverständnis, über die
Frage: Was wirkt denn eigentlich bei therapeutischen Interventionen? Zwei
weitere für mich besonders bedeutsame Themen sind dieAngehörigen-Arbeit
und die Unterstützung von Menschen mit psychiatrischen Erkrankungen. In
der Gruppe der Herausgebenden haben wir insgesamt etwa 40 Beiträge von 50
Autorinnen und Autoren koordiniert.

Zum Buch:
Sektion Klinische Sozialarbeit (Hrsg.): Silke Birgitta Gahleitner | Julia
Gebrande | Karsten Giertz | Christine Kröger | Dieter Röh | Eva Wunderer:
Handbuch Klinische Sozialarbeit. 434 Seiten, Weinheim: Juventa, 2024, 30
Euro.

Interview: Natalie Schalk

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Prävention in der Medizin und Gesundheit - DIU FachForum am 26.11.2024

Im Rahmen des ersten DIU FachForum
„Prävention in der Medizin und Gesundheit“ der Dresden International
University (DIU) erwartet die Teilnehmenden interdisziplinäre Perspektiven
zur Prävention, Ernährung, Anti-Aging, Zahnmedizin, Gender- und
Lebensstilmedizin. Unter dem Motto „Prävention im 21. Jahrhundert“ bieten
Experten aus Medizin, Wissenschaft und Praxis wertvolle Einblicke, wie
präventive Ansätze nicht nur die individuelle Gesundheit stärken, sondern
auch volkswirtschaftlich an Bedeutung gewinnen.

Selbst der Wissenschaftsrat betonte im Mai 2024 zur Weiterentwicklung des
Gesundheitswesens die entscheidende Rolle von Prävention. Gesundheit
sollte nicht erst bei Krankheit thematisiert werden, sondern in allen
Lebensphasen aktiv gefördert werden. Dieser Ansatz ist auch Kernelement
unseres DIU FachForums. Die präventive Medizin bietet hier zahlreiche
Möglichkeiten, um Krankheiten vorzubeugen und die Lebensqualität zu
verbessern. In der Praxis ist dies jedoch nur erfolgreich, wenn alle
relevanten Fachdisziplinen eng zusammenarbeiten – von der Gendermedizin
über die Ernährungswissenschaft bis hin zur Prävention in der Arbeitswelt.

In Vorträgen und Diskussionen beleuchten die Referent:innen wichtige
Themen wie Lebensstilmedizin, Anti-Aging, Zahnmedizin,
Ernährungswissenschaft und die zunehmende Relevanz der Prävention in der
Arbeitswelt.

Zu den Expert:innen und Referent:innen gehören, u.a.:

- Dr. med. Kira Kubenz - "Genetik und Epigenetik"
- Dr. med. Helena Orfanos-Boeckel - "Prävention mit Nährstoff- und
Hormontherapie kontrolliert nach Labor"
- Prof. Dr. Johan Wölber (TU Dresden) - "Lebenstilmedizin, Ernährung und
Mundgesundheit"
- Prof. Dr. Stefan Schmidt (Universität Freibug) - "Schlaf, Bewegung,
Sport und Stressmanagement"
- Edgar Dockhorn (CEO ias PREVENT) - "Prävention im Arbeitsspektrum"

Das DIU FachForum trägt der wachsenden Erkenntnis Rechnung, dass
Gesundheit nicht erst im Krankheitsfall, sondern bereits präventiv
gefördert werden sollte. Die Veranstaltung bietet eine einzigartige
Plattform für den Austausch und die Vernetzung zwischen Fachdisziplinen,
um gemeinschaftliche Ansätze zu fördern, die sowohl die individuelle
Gesundheit als auch die Gesellschaft nachhaltig stärken können.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:
https://www.di-uni.de/diu-fachforum-praevention

Originalpublikation:
https://www.di-uni.de/diu-fachforum-praevention

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25. Deutscher Lebertag: „Leber gut – alles gut“ – kostenfreie Telefonaktionen mit Leberspezialisten

Am 20. November 2024 findet der 25. Deutsche
Lebertag unter dem Motto „Leber gut – alles gut“ statt. Organisiert von
der Gastro-Liga e. V., der Deutschen Leberhilfe e. V. und der Deutschen
Leberstiftung, steht der Aktionstag ganz im Zeichen der Lebergesundheit.
Das diesjährige Motto unterstreicht die zentrale Rolle der Leber als
wichtigstes Stoffwechselorgan des menschlichen Körpers. Mit bundesweiter
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit schaffen die Ausrichter ganzjährig mehr
Bewusstsein für die Lebergesundheit.

Über die Website „https://www.lebertag.org“ und eine dort zur Verfügung
gestellte Broschüre mit umfassenden Informationen zu Lebererkrankungen
können sich alle Interessierten ausführlich informieren. Und als
besonderes Informationsangebot bieten die drei Ausrichter an drei Tagen
eine kostenfreie Telefonaktion an, bei der ausgewiesene Leber-Experten
individuelle Fragen zu Leber und Lebererkrankungen beantworten.

Lebererkrankungen stellen weltweit – und auch in Deutschland – ein ernstes
und oft unterschätztes Gesundheitsproblem dar. Einige davon sind stark
durch den Lebensstil geprägt, auch Virusinfektionen und seltene
Erkrankungen spielen eine Rolle. Besonders verbreitet sind Steatotische
Lebererkrankungen (SLD), so lautet der neue Begriff für
Fettlebererkrankungen. Aufgrund der hohen Verbreitung von
Lebererkrankungen und der oft späten Diagnose sind Prävention,
Früherkennung und öffentliche Aufklärung entscheidend, um schwerwiegende
Krankheitsverläufe und Todesfälle zu vermeiden. Aktionstage wie der
Deutsche Lebertag sind ein wichtiger Schritt, um mehr Aufmerksamkeit auf
die Lebergesundheit zu lenken und so frühzeitige Diagnosen und
Behandlungen von Lebererkrankungen zu erreichen.

„Leber gut – alles gut“: Das zentrale Stoffwechselorgan Leber

Die Leber übernimmt zahlreiche lebenswichtige Funktionen. Sie hat eine
elementare Rolle im Energiestoffwechsel und produziert zudem viele
wesentliche Enzyme, um diesen zu regulieren. Zu ihren Aufgaben gehören
auch die Entgiftung des Körpers, die Speicherung von Energiereserven und
Vitaminen sowie die Produktion von Bluteiweißen, Gallenflüssigkeit,
Abwehrstoffen und Ausgangsprodukten für die Hormonproduktion. Eine
funktionsfähige Leber ist essenziell für unsere Gesundheit.

Lebererkrankungen: Früh erkennen, erfolgreicher behandeln

Eine besondere Herausforderung bei Lebererkrankungen ist, dass sie oft
über lange Zeit symptomlos verlaufen, deswegen häufig über einen langen
Zeitraum unentdeckt bleiben und erst im fortgeschrittenen Stadium
diagnostiziert werden. Auch eine bereits stark geschädigte Leber
verursacht meistens keine Schmerzen – Lebererkrankungen zählen zu den
sogenannten "stillen" Erkrankungen. Die Diagnose erfolgt oft erst durch
eine Untersuchung der Leberwerte im Blut (GPT, GOT und gGT), auch
Ultraschalluntersuchungen und weitere moderne Diagnosemethoden spielen
eine wichtige Rolle bei der Früherkennung: Je früher eine Lebererkrankung
erkannt wird, desto besser kann sie behandelt und in vielen Fällen sogar
geheilt werden.

Kostenfreie große Telefonaktionen rund um den Lebertag

Anlässlich des 25. Jubiläums beinhaltet der Deutsche Lebertag in diesem
Jahr ein besonderes Angebot für Interessierte und Betroffene: An drei
Tagen rund um den Aktionstag, vom 18. bis 20. November 2024, werden
kostenfreie Telefonaktionen mit Leberspezialisten angeboten. Dabei können
Menschen ihre Fragen zur Lebergesundheit und zu Lebererkrankungen direkt
an erfahrene Experten richten. Dieses Angebot richtet sich sowohl an
Betroffene und deren Angehörige als auch an Menschen, die sich präventiv
über ihre Lebergesundheit informieren möchten. Hier die Details:

An den drei Telefonaktionstagen im Rahmen des 25. Deutschen Lebertages
stehen die Leber-Spezialisten am Montag, 18., am Dienstag, 19. und am
Mittwoch, 20. November 2024 jeweils von 14:00 Uhr bis 16:00 Uhr zur
Verfügung. Unter der kostenfreien Telefonnummer 0800 666 39 22 beantworten
die Leber-Spezialisten alle Fragen rund um die Themen Leber,
Lebergesundheit und Lebererkrankungen.

Die Telefonaktionen bieten eine einfache und niederschwellige Möglichkeit,
individuelle Fragen zu klären und mehr über Diagnose, Prävention und
Behandlung von Lebererkrankungen zu erfahren. Interessierte können sich
auch auf der Website https://www.lebertag.org über die genauen Zeiten und
Telefonnummern informieren. Die Ausrichter weisen darauf hin, dass die
Beratungsgespräche am Telefon keinen persönlichen Arztbesuch und keine
individuelle Diagnose ersetzen.

Mehr Aufmerksamkeit für die Lebergesundheit

Das Ziel des Deutschen Lebertages ist es, durch bundesweite Presse- und
Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für die Bedeutung der
Lebergesundheit zu stärken. Über die Website und eine dort zur Verfügung
gestellte Broschüre mit umfassenden Informationen zu Lebererkrankungen
können sich alle Interessierten ausführlich informieren. Auch mit den
kostenfreien Telefonaktionen wird die Aufmerksamkeit auf die Früherkennung
von Lebererkrankungen gelenkt, um eine rechtzeitige und erfolgreiche
Behandlung zu ermöglichen. Darüber hinaus zählen die Themen Prävention von
Lebererkrankungen und fundierte Information über das lebenswichtige – doch
häufig unbeachtete – Organ Leber zum Aufklärungsangebot. Mit verschiedenen
themenspezifischen Pressemitteilungen haben die Ausrichter des Deutschen
Lebertages bereits im Vorfeld des Aktionstages wichtige Aufklärungsarbeit
geleistet. Alle Pressemitteilungen sind unter https://www.lebertag.org
abrufbar.

Engagement für die Leber und ihre Gesundheit

Mit ihrem Engagement für den Deutschen Lebertag tragen die drei Ausrichter
maßgeblich dazu bei, dass Lebererkrankungen künftig früher erkannt und
besser behandelt werden können. „Leber gut – alles gut“, dieses Motto soll
Menschen daran erinnern, wie wichtig eine gesunde Leber für das gesamte
Wohlbefinden ist.

Mehr Informationen zum 25. Deutschen Lebertag finden Sie unter:
https://www.lebertag.org.

Ausrichter und Ansprechpartner des 25. Deutschen Lebertages:

Deutsche Leberhilfe e. V., Prof. Dr. Christoph Sarrazin,
Vorstandsvorsitzender
Krieler Straße 100, 50935 Köln ● <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> ●
https://www.leberhilfe.org

Deutsche Leberstiftung, Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender
Carl-Neuberg-Straße 1, 30625 Hannover ● <presse@deutsche-leberstiftung.de>
https://www.deutsche-leberstiftung.de

Deutsche Gesellschaft zur Bekämpfung der Krankheiten von Magen, Darm und
Leber sowie von Störungen des Stoffwechsels und der Ernährung (Gastro-
Liga) e. V., Prof. Dr. Peter R. Galle, Mitglied des Wissenschaftlichen
Beirats
Friedrich-List-Straße 13, 35398 Gießen ● <geschaeftsstelle@gastro-liga.de>
https://www.gastro-liga.de

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