Zum Hauptinhalt springen

Gesundheit

BfS: Mammographie-Screening-Programm auch für jüngere Frauen von Vorteil

Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt neue Altersgrenze

Die Teilnahme am Mammographie-Screening-Programm ist auch für Frauen ab 45
Jahren mit mehr Nutzen als Risiken verbunden. Zu diesem Ergebnis kommt das
Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) in seinem wissenschaftlichen Bericht
zur „Brustkrebsfrüherkennung mittels Röntgenmammographie bei Frauen unter
50 Jahren“. Das BfS empfiehlt, die untere Altersgrenze für die Teilnahme
am Programm von 50 auf 45 Jahre herabzusetzen. Bisher dürfen Frauen
zwischen 50 und 69 Jahren an der regelmäßigen Röntgenuntersuchung zur
Brustkrebsfrüherkennung teilnehmen. Die neue Publikation wurde im
Bundesanzeiger und auf der Website des BfS veröffentlicht.

„Der Bericht zeigt, dass das Mammographie-Screening die Sterblichkeit an
Brustkrebs auch bei jüngeren Frauen senken kann. Er belegt außerdem, dass
das damit verbundene Strahlenrisiko relativ gering ist. Das rechtfertigt
die aktuelle Empfehlung des BfS, Frauen bereits ab 45 Jahren die Teilnahme
zu ermöglichen“, sagt BfS-Präsidentin Inge Paulini.

Erweiterung der Altersgrenzen für Frauen in Deutschland und Europa
Der Bericht des BfS ist die wissenschaftliche Grundlage für eine Zulassung
der Brustkrebsfrüherkennung mittels Röntgenmammographie ab Mitte 40 durch
das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, nukleare Sicherheit und
Verbraucherschutz (BMUV) in Form einer Rechtsverordnung. Ob die Teilnahme
dieser Altersgruppe am Mammographie-Screening-Programm von den
gesetzlichen Krankenkassen finanziert wird, entscheidet der Gemeinsame
Bundesausschuss (G-BA).

Das BfS hatte 2022 bereits eine Ausweitung der Altersgrenzen bis 75 Jahre
geprüft und befürwortet. Frauen aus dieser Altersgruppe werden
voraussichtlich ab Mitte 2024 am Screening teilnehmen können. Die
Erweiterung der Altersgrenzen wird auch in der Neufassung der Europäischen
Brustkrebsleitlinie empfohlen.

Nutzen und Risiken der Früherkennung mit Röntgenstrahlung
Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen. In der
Altersgruppe zwischen 45 und 50 Jahren erkranken in Deutschland jedes Jahr
etwa 5 000 Frauen an Brustkrebs. Für den Bericht zu dieser Altersgruppe
wertete das BfS Publikationen zu acht Studien, die hohen
wissenschaftlichen Anforderungen genügen, aus vier Ländern aus. In die
Analyse flossen Daten von rund 370 000 Frauen im Alter von 39 bis 49
Jahren ein, die zwischen 1963 und 1994 für Studien zum Mammographie-
Screening rekrutiert worden waren. Die Metaanalyse kommt zu dem Ergebnis,
dass das Screening die Brustkrebssterblichkeit in der jüngeren Gruppe in
einem ähnlichen Maß wie in der Gruppe der 50- bis 69-Jährigen reduzieren
kann, also um rund 20 %.

Die Nutzen-Risiko-Abwägung ist bei der Bewertung eines Screenings
besonders wichtig. Denn einen Nutzen von der Teilnahme haben nur erkrankte
Personen. Das Risiko, etwa durch die Röntgenstrahlung, tragen jedoch alle
Teilnehmer*innen an einem Screening gleichermaßen.

Eine Teilnahme am Screening ab 45 Jahren ginge zwar mit einem höheren
strahlenbedingten Risiko einher als eine Teilnahme ab 50 Jahren. Jedoch
wird im Bericht das Strahlenrisiko im Vergleich zum Nutzen als insgesamt
gering eingeschätzt. Aus Sicht des Strahlenschutzes wäre somit eine
Teilnahme am qualitätsgesicherten Mammographie-Screening- Programm bereits
ab 45 Jahren gerechtfertigt. Das Intervall für die Teilnahme von zwei
Jahren sollte auch in dieser Altersgruppe beibehalten werden. Der Bericht
hebt hervor, dass eine umfassende Aufklärung der Frauen für eine
informierte Entscheidungsfindung unerlässlich ist.

Bundesamt für Strahlenschutz
Das Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) arbeitet für den Schutz des
Menschen und der Umwelt vor Schäden durch Strahlung. Das BfS informiert
die Bevölkerung und berät die Bundesregierung in allen Fragen des
Strahlenschutzes. Die über 550 Beschäftigten bewerten Strahlenrisiken,
überwachen die Umweltradioaktivität, unterstützen aktiv im radiologischen
Notfallschutz und nehmen hoheitliche Aufgaben wahr, darunter im
medizinischen und beruflichen Strahlenschutz. Ultraviolette Strahlung und
strahlenrelevante Aspekte der Digitalisierung und Energiewende sind
weitere Arbeitsfelder. Als wissenschaftlich-technische Bundesoberbehörde
betreibt das BfS Forschung und ist mit nationalen und internationalen
Fachleuten vernetzt. Weitere Informationen unter www.bfs.de

  • Aufrufe: 101

Vier Tage für die Lungenmedizin: Pneumologie-Kongress mit 3.000 registrierten Teilnehmenden in Mannheim gestartet

Pneumologie – sektorenübergreifend, modern und lebendig. Zum persönlichen
und wissenschaftlichen Austausch sind bereits heute rund 3.000
registrierte Teilnehmende – Mediziner, Pflegekräfte und Therapeuten – zum
Jahreskongresses der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und
Beatmungsmedizin (DGP) im Congress Center Rosengarten in Mannheim
zusammengekommen. In rund 100 wissenschaftlichen Vorträgen,
Podiumsdiskussionen, Posterpräsentationen, einem Science Slam, spannenden
Fallkonferenzen wie auch zahlreichen Preisverleihungen werden bis zum
Samstag der aktuelle Stand der Forschung wie auch die neuesten
Entwicklungen in der Lungenmedizin manifestiert, präsentiert und
diskutiert.

Zukunft zu gestalten, bedeutet, Sektorengrenzen nicht als Barrieren,
sondern als Chance zur Kooperation wahrzunehmen. Getreu dieses
Kongressmottos haben in diesem Jahr als Besonderheit zwei
Kongresspräsidenten das Programm gestaltet: Der eine aus der Klinik, der
andere aus der Praxis. Der eine aus Mainz, der andere aus Heidelberg.
Beide treffen sich im wahrsten Sinne des Wortes in der Mitte. „Wir möchten
den Reiz des Gemeinsamen aufzeigen, damit wir neue Wege für eine optimale
Diagnostik und Therapie unserer Patientinnen und Patienten finden“, sind
sich Dr. Hubert Schädler, niedergelassener Pneumologe aus Heidelberg, und
Prof. Dr. Michael Kreuter, Leiter des Lungenzentrums der
Universitätsmedizin und des Marienhausklinikums Mainz, einig.

Gemeinsamen für die Zukunft der Pneumologie

Das Programm des DGP-Kongresses ist vielfältig und umfangreich. Und
jährlich wächst die Zahl der Teilnehmenden, ist es doch der wichtigste
Termin für sämtliche Berufsgruppen aus dem Bereich der Lungenheilkunde.
„Wir freuen uns sehr, in den nächsten Tagen mit unseren so zahlreich
erschienenen Kolleginnen und Kollegen ins Gespräch kommen zu können“,
bekräftigen die Kongresspräsidenten Schädler und Kreuter.

Zeit für persönliche Gespräche sei enorm wichtig und durch nichts zu
ersetzen. Zwar werden auch per Livestream ausgewählte Symposien auch für
Kolleginnen und Kollegen ausgestrahlt, die nicht vor Ort sein können.
„Aber unser Wunsch ist es ja, die Sektoren in unserem Fach zu verbinden,
den Anklang neuer Formate zu testen und so schlussendlich im Sinne unserer
Patientinnen und Patienten gemeinsam eine lebendige Zukunft unseres Faches
zu gestalten“, sagen die Kongresspräsidenten. Und das gehe in der Regel
nur in dem persönlichen Setting vor Ort und dem Miteinander auf Augenhöhe.

Forschungsförderung: Verleihung von mehr als sechs Pneumologie-Preisen

Vergeben werden im Rahmen des DGP-Kongresses auch die wichtigsten Preise
aus dem Bereich der Pneumologie. So werden am Donnerstagabend die beiden
DGP-Forschungspreise über jeweils 10.000 Euro verliehen, die in diesem
Jahr zwei herausragende Arbeiten in der Grundlagenforschung honorieren.
Und zum ersten Mal wird der Preis für digitale Medizin in der Pneumologie
vergeben, der mit 5.000 Euro dotiert ist. Wieder getreu dem Motto
sektorenübergreifend, modern und lebendig.

Weitere Informationen unter www.pneumologie-kongress.de

Hinweis für Journalistinnen und Journalisten

Sie können in den kommenden Tagen auch online an ausgewählten Livestream-
Veranstaltungen teilnehmen. Akkreditierung dafür unter:
www.pneumologie-kongress.de/presse

Arten der Pressemitteilung:
Buntes aus der Wissenschaft
Wissenschaftliche Tagungen

Sachgebiete:
Ernährung / Gesundheit / Pflege
Gesellschaft
Medizin

Weitere Informationen finden Sie unter
https://pneumologie.de/aktuelles-service/presse/pressemitteilungen/vier-tage-fuer-die-lungenmedizin-pneumologie-kongress-mit-3000-registrierten-teilnehmenden-mannheim-gestartet

  • Aufrufe: 107

Der richtige Wirkstoff gegen Ihren Bluthochdruck

Es gibt viele Arzneistoffe, mit denen ein zu hoher Blutdruck gesenkt
werden kann. Doch nicht jeder Wirkstoff ist für jeden geeignet. Diese
Vielfalt macht die Blutdruckeinstellung zur Kunst – und zur Chance für die
Betroffenen.

Vier Wirkstoffklassen mit jeweils mehreren Medikamenten sind heute die
erste Wahl zur Therapie bei Bluthochdruck. Hinzu kommen vier weitere
Wirkstoffklassen für Spezialfälle, abgesehen von selten eingesetzten
Medikamenten mit blutdrucksenkendem Effekt. Daraus ergibt sich einerseits
eine erfreuliche Vielfalt an Optionen für behandelnde Ärztinnen und Ärzte,
andererseits die Notwendigkeit, den/die individuell richtige(n)
Arzneistoff(e) zu wählen.
„Nicht jede Substanz ist für jeden Patienten gleich gut geeignet“,
erläutern Prof. Dr. Thomas Eschenhagen, Leiter des Instituts für
Experimentelle Pharmakologie und Toxikologie der Universitätsklinik
Hamburg-Eppendorf, und Kollegen in einem aktuellen Beitrag für die
Herzstiftungs-Zeitschrift „HERZ heute“ über Blutdrucksenker [1]. Es gebe
nicht den einen Arzneistoff oder die eine einzelne Wirkstoffklasse, die
anderen überlegen sei, so Eschenhagen, Mitglied des Wissenschaftlichen
Beirats der Deutschen Herzstiftung. Anders ausgedrückt: Es sind in den
vergangenen Jahrzehnten Wirkstoffe entwickelt worden, die besonders gut
für bestimmte Hochdruck-Patienten passen. Sie haben verschiedene
Wirkmechanismen. Deshalb verspricht die intelligente Kombination von
Substanzen viel Effekt bei wenig unerwünschten Wirkungen. „Bei den meisten
Patienten lässt sich der hohe Blutdruck mit der Kombination zweier
Wirkstoffe der ersten Wahl einfach und nebenwirkungsarm in einen gesunden
Bereich senken“, sind Professor Eschenhagen und Koautoren überzeugt.
Als Mittel der ersten Wahl gelten
- ACE (Angiotensin Converting Enzyme)-Hemmer,
- Angiotensin (AT)-Rezeptor-Blocker,
- Kalziumkanal-Blocker,
- Diuretika („Wassertabletten“).

ACE-Hemmer (z.B. Ramipril) und AT-Blocker (z.B. Candesartan) unterbinden
die blutgefäßverengende und damit blutdrucksteigernde Wirkung des
körpereigenen Hormons Angiotensin II. Kalziumkanal-Blocker (z.B.
Amlodipin) entspannen die dünne Gefäßmuskelschicht. Diuretika (z.B. HCT –
Hydrochlorothiazid) entziehen dem Körper Wasser und Salz, von dem in
westlichen Industrienationen bekanntlich zu viel gegessen wird. Sehr
wahrscheinlich werde der Gesamtbestand an Salz (NaCL) im Körper reduziert
„und das dürfte wesentlich zur langanhaltenden Blutdrucksenkung
beitragen“, erklärt hierzu der Hamburger Pharmakologe Professor
Eschenhagen. Weitere wichtige Wirkstoffklassen sind Betablocker,
Alpha-2-Agonisten, Alpha-Blocker und Aldosteron-Rezeptor-Blocker. Sie
werden gezielt eingesetzt, um die Wirkung blutdrucksteigernder Botenstoffe
zu bremsen.

So wählen Ärzte den Blutdrucksenker aus
Wie entscheiden sich Ärzte für oder gegen ein spezifisches
Hochdruckmedikament oder für eine Wirkstoffkombination? Wichtig ist
zunächst, ob „nur“ ein Bluthochdruck vorliegt (isolierte Hypertonie) oder
ob weitere Erkrankungen bestehen. In ersterem Fall wird heute häufig eine
Kombination aus einem Kalziumkanal-Blocker und einem ACE-Hemmer oder AT-
Blocker eingesetzt. Bestehen weitere Erkrankungen, richtet sich die
Auswahl danach, ob es sich dabei um ein Herz- oder Nierenleiden handelt,
ob Störungen des Elektrolythaushaltes im Blut befürchtet werden müssen, ob
stark verengte Nierenarterien bestehen oder ob es sich um eine schwangere
Frau handelt. Hat dieser Mensch gerade einen Herzinfarkt überstanden?
Bestehen Herzrhythmusstörungen, ein Diabetes mellitus oder eine
Gefäßkrankheit? Müssen pharmakologische Wechselwirkungen mit anderen
Medikamenten beachtet werden? All diese Überlegungen beeinflussen die Wahl
sowie die Dosierung der infrage kommenden Wirkstoffe.
So sind zum Beispiel Betablocker bei isolierter Hypertonie zwar nicht mehr
Mittel der ersten Wahl, erläutern Professor Eschenhagen und Kollegen. „Bei
Patienten mit Herzschwäche oder nach einem Herzinfarkt jedoch sind sie
weiterhin ein wichtiger Bestandteil der Standardtherapie.“ Manche
Medikamente haben außerdem Zusatzeffekte, die im Einzelfall nützen. So
können Männer mit vergrößerter Prostata doppelt von einem Alpha-Blocker
profitieren: der Blutdruck wird gesenkt und der Entleerung der Harnblase
wird erleichtert. Wenn Wirkstoffe kombiniert werden, dann solche mit
unterschiedlichen Wirkmechanismen. Auf diese Weise können Dosen der
Einzelwirkstoffe niedrig gehalten werden. Im Optimalfall resultiert ein
verstärkt blutdrucksenkender Effekt bei zugleich reduzierter
Nebenwirkungswahrscheinlichkeit.

Wie sich unerwünschten Wirkungen vorbeugen lässt
Unerwünschte Wirkungen sind ebenfalls ein wichtiges Entscheidungskriterium
für den verordnenden Arzt. Die typischen Nebenwirkungsprofile der
einzelnen Wirkstoffe sind aus klinischen Studien und Behandlungspraxis
bekannt. Deshalb lässt sich entsprechenden Ereignissen vorbeugen, etwa mit
regelmäßigen Kontrollen des Elektrolythaushalts. Manche anfangs
vorkommenden Nebenwirkungen lassen mit der Zeit nach, teilweise sind sie
Anlass, die Dosis zu reduzieren oder den Wirkstoff zu wechseln.
„Nebenwirkungen lassen sich weitgehend vermeiden, wenn Ärzte eine
einschleichende Dosierung wählen, also mit sehr niedrigen Dosen beginnen
und langsam auf die Zieldosen erhöhen“, betont der Mediziner. „Damit hat
der Körper Zeit, sich auf das Medikament einzustellen.“
Nach den jüngsten Empfehlungen der Europäischen Hochdruckgesellschaft soll
jeder Mensch mit Bluthochdruck auf einen Wert von unter 140/90 mmHg
eingestellt werden. Bei bestimmten Vorerkrankungen wie Diabetes sind noch
niedrigere Werte empfehlenswert. Wichtig: Die Bluthochdrucktherapie ist
eine lebenslange Therapie. Und weil mit dem Alter weitere Erkrankungen
hinzukommen können, muss auch die Blutdruckeinstellung im Verlauf immer
mal wieder angepasst werden.

Spritze gegen Bluthochdruck?
Was ist dran an einer langwirksamen Spritze gegen Bluthochdruck als
Alternative zum täglichen Tablettenschlucken? Darauf hat Prof. Dr.
Heribert Schunkert, Kardiologe am Deutschen Herzzentrum München und
stellvertretender Vorsitzender der Deutschen Herzstiftung geantwortet:
„Der Forschungsansatz ist durchaus interessant und die ersten Ergebnisse
sind vielversprechend.“ Geprüft wird derzeit ein RNA
(Ribonukleinsäure)-Wirkstoff, der gezielt die Bildung des körpereigenen
Hormons Angiotensin II ausschaltet, das an der Blutdruckregulation
beteiligt ist. Erste klinische Tests bei Patienten mit mild bis moderat
ausgeprägtem Bluthochdruck sind erfolgreich verlaufen. „Doch erst wenn
sich diese Wirksamkeit in einer sogenannten Phase-3-Studie an einer
ausreichend großen Zahl von Blutdruckpatienten bestätigt, kann eine
Substanz zur Zulassung angemeldet werden“, erläutert Professor Schunkert.
Dies dürfte noch einige Jahre in Anspruch nehmen. Lesen Sie die
vollständige Sprechstunde unter https://herzstiftung.de/herz-sprechstunde
/alle-fragen/spritze-bluthochdruck


tme

Literatur:
1. Hirt MN, Stenzig J, Eschenhagen Th.: Die richtige Wahl treffen. HERZ
heute 2024; 1:35-39

Service
Mehr Informationen rund um das Thema Bluthochdruck (Diagnose, Therapie,
Vorbeugung) bietet die Herzstiftung unter
https://herzstiftung.de/bluthochdruck und in deraktuellen Ausgabe 1/2024
der Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute mit dem Titel „Herz in Not – Wenn
die Herzkranzgefäße Herzgesund schlafen“. Ein Probe-Exemplar dieser
Ausgabe kann kostenfrei unter Tel. 069 955128-400 oder unter
https://herzstiftung.de/bestellung angefordert werden.
Einen kostenfreien Blutdruck-Pass zum Protokollieren der Blutdruckwerte
bietet die Herzstiftung unter https://herzstiftung.de/blutdruckpass

Zusatzmaterial zum Thema

So nehmen Sie Ihren Blutdrucksenker richtig ein
Nach den jüngsten Empfehlungen der Europäischen Hochdruckgesellschaft soll
jeder Bluthochdruckpatient auf einen Wert unter 140/90 mmHg eingestellt
werden. Die folgenden acht Punkte helfen Ihnen hierbei.

1. Nehmen Sie die Medikamente jeden Tag so ein, wie Ihr Arzt es verordnet
hat.
2. Lassen Sie keine Medikamente weg, reduzieren Sie nicht die Dosis.
3. Verbinden Sie die Einnahme mit Alltagsritualen: beispielsweise die
Medikamentenschachtel immer auf den Frühstückstisch legen.
4. Nehmen Sie die Medikamente möglichst immer zur gleichen Tageszeit ein.
5. Wenn Sie einmal vergessen haben, Ihre Tabletten einzunehmen, können Sie
das auch später am Tag noch tun: Die Dosis am nächsten Tag einfach
verdoppeln dürfen Sie nicht!
6. Eine Medikamentenbox hilft, den Überblick zu behalten.
7. Messen Sie Ihren Blutdruck regelmäßig, notieren Sie die Werte, am
besten in einen Blutdruckpass, erhältlich unter
www.herzstiftung.de/blutdruckpass
8. Auch wenn der Blutdruck gut eingestellt ist und Sie sich wohlfühlen:
Gehen Sie regelmäßig zum Arzt, zum Beispiel alle sechs Monate.

  • Aufrufe: 99

Weltnierentag 14. März: „Nierengesundheit für alle“ – und was es dazu braucht

Die Nieren sind für unsere Gesundheit wichtig: Sie filtern das Blut und
entfernen giftige Substanzen aus dem Körper. Zudem steuern sie den Salz-
und Wasserhaushalt des Körpers sowie den Blutdruck und bilden Hormone. Zum
Weltnierentag am 14. März 2024 machen die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Gesellschaft für
Nephrologie (DGfN) und der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e. V. auf
die besondere Rolle der Nieren für die Gesundheit aufmerksam. Das
diesjährige Motto „Nierengesundheit für alle“ spannt einen weiten Bogen
von der Prävention von Nierenerkrankungen bis hin zur Notwendigkeit einer
Nierentransplantation.

Die Nieren sind für unsere Gesundheit wichtig: Sie filtern das Blut und
entfernen giftige Substanzen aus dem Körper. Zudem steuern sie den Salz-
und Wasserhaushalt des Körpers sowie den Blutdruck und bilden Hormone. Zum
Weltnierentag am 14. März 2024 machen die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA), die Deutsche Gesellschaft für
Nephrologie (DGfN) und der Verband Deutsche Nierenzentren (DN) e. V. auf
die besondere Rolle der Nieren für die Gesundheit aufmerksam. Das
diesjährige Motto „Nierengesundheit für alle“ spannt einen weiten Bogen
von der Prävention von Nierenerkrankungen bis hin zur Notwendigkeit einer
Nierentransplantation. Denn wenn die Nieren endgültig versagen, muss ihre
Funktion entweder durch ein maschinelles Nierenersatzverfahren wie
Blutwäsche oder Bauchfelldialyse oder durch Transplantation einer
Spenderniere ersetzt werden. Die durchschnittliche Wartezeit für eine
Spenderniere in Deutschland liegt derzeit bei acht bis zehn Jahren.

Dr. Johannes Nießen, Errichtungsbeauftragter des Bundesinstituts für
Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) und Kommissarischer
Leiter der BZgA: „Derzeit stehen rund 8.500 Menschen auf der Warteliste
für ein neues Organ. Davon warten etwa 6.700 auf eine Niere. Weil nicht
rechtzeitig ein geeignetes Spenderorgan zur Verfügung steht, müssen zu
viele Menschen auf eine Organspende warten – oft leider vergeblich.
Deshalb ist es mir ein Anliegen, dass wir alle uns mit dem Thema
auseinandersetzen und unsere persönliche Entscheidung zur Organspende
treffen. Wichtig ist es, diese festzuhalten, im Organspendeausweis oder in
einer Patientenverfügung. Zudem kann das Organspende-Register ab dem 18.
März 2024 dafür genutzt werden, online die persönliche
Organspendebereitschaft zu dokumentieren. So können wir im Fall der Fälle
anderen Menschen helfen, mit einem Spenderorgan wieder ein gesundes und
normales Leben zu führen.“

Prof. Dr. Julia Weinmann-Menke, Pressesprecherin der Deutschen
Gesellschaft für Nephrologie (DGfN): „Damit der Anstieg der Zahl von
dialysepflichtigen Patientinnen und Patienten, die ein
Nierenersatzverfahren benötigen, aufgehalten werden kann, ist eine
rechtzeitige Früherkennung wichtig. Ein einfacher Blut- und Urintest beim
Hausarzt hat hohe Aussagekraft über das Vorliegen einer Nierenkrankheit.
Eine mögliche Erkrankung kann so rechtzeitig erkannt und der
Nierenfunktionsverlust durch eine entsprechende Behandlung aufgehalten
oder zumindest verlangsamt werden. Dies gilt insbesondere für Patientinnen
und Patienten, die bereits Vorerkrankungen wie Bluthochdruck oder Diabetes
haben. Denn die positive Botschaft zum Weltnierentag lautet:
Nierenkrankheiten sind gut behandelbar, wenn sie rechtzeitig erkannt
werden.“

Dipl.-Med. Heike Martin, Nierenfachärztin aus Zwickau und stellvertretende
Vorstandsvorsitzende des Verbands Deutsche Nierenzentren (DN) e. V.,
erläutert: „Nephrologie ist mehr als Dialyse. In unseren 411 ambulanten
Mitgliedszentren werden deutschlandweit Patienten mit
Nierenfunktionsstörungen behandelt, so dass eine Dialyse im besten Fall
gar nicht erst notwendig wird. Auch die Vor- und Nachsorge der
Nierentransplantation wird von den niedergelassenen Nephrologinnen und
Nephrologen in den Praxen durchgeführt.“

Was es bedeutet, lange Jahre auf eine neue Niere warten zu müssen,
berichtet Manja Elle, die aufgrund eines angeborenen Gendefekts auf eine
Nierenspende angewiesen war. Ihre Geschichte wird auf den Seiten der BZgA
zur Organ- und Gewebespende erzählt unter: https://www.organspende-info.de
/erfahrungen-und-meinungen/erfahrungsberichte/manja-elle/

Die BZgA informiert zur Organ- und Gewebespende unter:
https://www.organspende-info.de

Das Organspende-Register startet am 18.03.2024. Weiterführende
Informationen der BZgA unter:
https://www.organspende-info.de/organspende-register

  • Aufrufe: 95