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Gesundheit

Nierenkrankheiten: Häufig, teuer und unterschätzt

Nierenkrankheiten sind häufig und gefährlich, bekommen
gesamtgesellschaftlich aber kaum die Aufmerksamkeit, die es benötigt, um
die Forschung, Versorgung und vor allem die Prävention zu verbessern.
Dabei würden davon alle profitieren: Die Betroffenen, denen viel Leid
erspart bliebe, den Kostenträgern, da eine kostenintensive Therapie
deutlich seltener zum Einsatz kommen müsste, – und die Umwelt, da die
Dialyse viel Energie und Wasser erfordert und viel Abfall verursacht. Die
Deutsche Gesellschaft für Nephrologie (DGfN) plädiert daher für mehr
gesamtgesellschaftlichen Einsatz zur Prävention von Nierenkrankheiten.

Nierenerkrankungen sind sehr häufig, gut 10% der Bevölkerung leidet an
einer chronischen Nierenerkrankung – die meisten Betroffenen, ohne es zu
wissen. Zwar sind „nur“ gut 90.000 Menschen auf eine regelmäßige
Dialysetherapie angewiesen, weil ihre Nieren komplett den Dienst versagt
haben, doch schätzungsweise sind insgesamt über 9 Mio. Menschen in
Deutschland von einer chronischen Nierenkrankheit betroffen. Dabei handelt
es sich um eine langsame, schleichende Erkrankung. Die Organfunktion nimmt
über die Jahre ab, bei einigen schneller, bei einigen langsamer. Meistens
ist es so, dass dieser Prozess von den Betroffenen über eine lange Zeit
gar nicht bemerkt wird. Stellen sich Symptome ein (Unwohlsein/Übelkeit,
körperliche Schwäche, Müdigkeit etc.), ist die Erkrankung oft schon sehr
weit fortgeschritten, so dass die Notwendigkeit einer Nierenersatztherapie
häufig nicht mehr abgewendet werden kann.

Hinzu kommt: Eine chronische Nierenkrankheit (CKD) zieht viele
Folgekomplikationen nach sich. Es kommt zu Bluthochdruck und Urämie (was
bedeutet, dass harnpflichtige Stoffe nicht ausgeschieden werden, sondern
im Blut vorhanden sind). Das schädigt die Gefäße und das Risiko für
Herzinfarkte oder Schlaganfälle steigt. Eine CKD gehört daher zu den
Hauptrisikofaktoren für kardiovaskuläre Erkrankungen. Hinzu kommen viele
andere Begleit- und Folgeerkrankungen (z. B. Anämie, Elektrolytstörungen,
Juckreiz, Krämpfe, auch Depression).

Die anteilsmäßig häufigsten Ursachen für eine chronische Nierenkrankheit
sind der Diabetes mellitus und Bluthochdruck. Zusammen sind diese
Volkskrankheiten für mehr als die Hälfte aller „Dialysefälle“
verantwortlich. Da die Zahlen der Menschen mit Diabetes und Bluthochdruck
steigen, ist auch von einer noch weiter zunehmenden Zahl CKD-Betroffener
auszugehen. Daraus entstehen enorme Belastungen für den einzelnen und
exorbitante sozioökonomische Belastungen für die Gesellschaft. Insgesamt
werden schon heute 24 Mrd. Euro für die Versorgung von CKD-Patientinnen
und -Patienten ausgegeben, das sind knapp 12 Prozent der
Gesundheitsausgaben.

Die Prävention von Nierenkrankheiten hat damit nicht nur eine persönliche
Dimension, die einzelnen Betroffenen viel Leid ersparen kann, sondern auch
eine gesellschaftliche: Neben den ökonomischen Aspekten spielen auch
zunehmend ökologische eine Rolle. Der geschätzte Verbrauch für die
Behandlung von weltweit 2 Millionen Dialysepatientinnen und -patienten pro
Jahr beläuft sich auf 156 Mrd. Liter Wasser, 1,62 Mrd. kWh Stromverbrauch
und führt zu 625.000 Tonnen Plastikmüll.

Was muss aus Sicht der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie geschehen?
„Wir brauchen ein Deutsches Nieren-Gesundheitszentrum (DNGZ), das
Forschung fördert, so dass neue zielgerichtete Therapien entwickelt werden
können, um Nierenkrankheiten zu stoppen“, erklärt Prof. Dr. Hermann
Pavenstädt, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Nephrologie (DGfN).
„Außerdem benötigt unser Fach eine bessere Sichtbarkeit in der Bevölkerung
und Politik, um wichtige Präventionsmaßnahmen bekannter zu machen und
umzusetzen. Wir müssen zudem die optimale Versorgung unserer Patientinnen
und Patienten sicherstellen und mehr in die Entwicklung neuer, ‚grünerer‘
Dialysetechnologien investieren.“ Die Fachgesellschaft wünscht sich dafür
einen engen Schulterschluss mit Politik und Gesellschaft.

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Kongress der Augenheilkunde – Zurück zu alter Größe – persönlicher Austausch wichtiger denn je

Der Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) hat zu
Vor-Pandemie-Größe zurückgefunden: Vom 28. September bis 1. Oktober kamen
2.966 Fachteilnehmende zur DOG 2023, insgesamt strömten 4.628
Besucherinnen und Besucher ins Berliner Estrel. „Die große Resonanz
bestätigt, dass persönlicher Austausch wichtiger ist denn je“, bilanziert
DOG-Präsident Professor Dr. med. Dr. h.c. Nikolaos Bechrakis. Neben den
Keynote Lectures zählte das Format „Highlights in Translational Science“
zu den Höhepunkten der Jahrestagung.

Mit dem Thema „Führung in der Augenheilkunde durch Menschlichkeit und
Kompetenz“ hatte Bechrakis einen speziellen Fokus gesetzt. „Ein Vorbild
überzeugt mehr als tausend Anweisungen“, erläuterte der DOG-Präsident dazu
in seiner Eröffnungsrede. Vorbildsein schließe ein, „daran zu arbeiten,
dass andere weiterkommen als man selbst.“ Um diesem Ziel zu entsprechen,
hat die DOG eine Akademie für Führungskräfte gegründet, auf die sich
Ärztinnen und Ärzte bis 45 Jahre bewerben können. Im Laufe der kommenden
12 Monate werden den 16 Teilnehmenden in 6 Modulen Kompetenzen für das
Leadership von morgen vermittelt.

Mit den Zukunftsperspektiven des Fachs beschäftigte sich auch die
Albrecht-von-Graefe-Lecture von Professor Dr. Norbert Pfeiffer zu dem
Thema „Universitäre Ophthalmologie im 21. Jahrhundert: Quo vadis?“.
Weitere Keynote Lectures hielten Professor Dr. Tero Kivelä und Dr. David
Yorston. Kivelä, Forscher aus Helsinki, sprach über Möglichkeiten, die
Metastasierung beim Aderhautmelanom zu reduzieren; der britische
Wissenschaftler Yornston widmete sich der Frage, wie das Sehvermögen nach
einer Netzhautablösung weiter verbessert werden kann. Alle Sitzungen der
Reihe „Highlights in Translational Science“ erfreuten sich eines starken
Besucherzuspruchs. „Dieser Erfolg zeigt das große Potenzial, das im
Austausch zwischen Klinik und Grundlagenwissenschaften liegt“, so
Bechrakis.

Als feste Größe hat sich das Fortbildungsformat „DOG-Updates – State of
the Art“ bewährt, das ebenso wie die Fallkonferenzen erneut auf starkes
Interesse stieß – allen voran das beliebte Consilium diagnosticum. Aber
auch viele weitere Symposien, Vortragssitzungen und Firmensymposien*
verbuchten erfreuliche Teilnehmendenquoten. Insgesamt konnten die
Augenärztinnen und Augenärzte die Präsidentenrede und drei Keynotes, zehn
DOG Updates, acht International Expert Talks, 61 Symposien, 39 Kurse und
12 Workshops, 22 Freie Vortragssitzungen, 68 Arbeitssitzungen und ein
Patientensymposium besuchen. In der Industrieausstellung* präsentierten 98
Ausstellende innovative Produkte und Services, zudem fanden 24
Firmenveranstaltungen statt.

Das Rahmenprogramm wartete in diesem Jahr ebenfalls mit einem besonderen
Höhepunkt auf: Am Freitag fand das DOG in Concert zum 20. Mal statt. Zu
diesem Jubiläum wurden in der Passionskirche in Berlin-Kreuzberg Werke von
Georg Friedrich Händel, Johann Sebastian Bach, Carl Philipp Emanuel Bach
sowie Ulrich Roever/Michael Korb aufgeführt. Das Benefizkonzert zu Gunsten
der Stiftung Auge fand unter Leitung von Juan Pagès statt.

Neben den musikalischen konnten sich auch die sportlichen Leistungen sehen
lassen. Beim Benefizlauf „Eye Run“ der Stiftung Auge am Freitag, zu dem
sich über 130 Teilnehmer angemeldet hatten, galt es um 7.00 Uhr morgens
eine Fünf-Kilometer-Laufstrecke hinter sich zu lassen. Am Sonntag
schließlich wurde der Wanderpokal des Benefiz-Fahrradrennens „EyeCycle“
dem Team der Universitätsaugenklinik Bonn überreicht, das die meisten
Kilometern geradelt ist.

Darüber hinaus wurden in Berlin turnusmäßig Mitglieder der Präsidien
gewählt. Professor Dr. Gerd Auffarth, Direktor der Universitäts-
Augenklinik Heidelberg, hat das Amt des Präsidenten der DOG übernommen –
im kommenden Jahr findet die DOG unter seiner Präsidentschaft vom 10. bis
13. Oktober 2024 wieder im Berliner Estrel statt. Professor Dr. Nikolaos
Bechrakis, Direktor der Universitäts-Augenklinik Essen, ist nunmehr
Zweiter Vizepräsident. Zum Ersten Vizepräsidenten und somit
Kongresspräsidenten 2025 wurde Professor Dr. Siegfried Priglinger,
Direktor der Augenklinik und Poliklinik der Ludwig-Maximilians-Universität
München, gewählt.

Ins Gesamtpräsidium wieder bzw. neu gewählt wurden: Professorin Dr. Dr.
Katrin Lorenz aus Mainz als Vertreterin habilitierter ophthalmologischer
Hochschullehrer, Professor Dr. Lars-Olof Hattenbach aus Ludwigshafen als
Vertreter ophthalmologischer Chefärzte, Professor Dr. Ludwig Heindl als
Vertreter der Sektion DOG Ophthalmologische Onkologie sowie Professor Dr.
Bernd Bertram aus Aachen als Delegierter des Berufsverbandes der
Augenärzte Deutschlands e.V. (BVA).**

In die Jury des von-Graefe-Preises gewählt wurden Professor Dr. Sandra
Liakopoulos, Frankfurt/Köln, Professor Dr. Verena Prokosch, Köln,
Professor Dr. Martin Spitzer, Hamburg, und Professor Dr. Andreas Stahl,
Greifswald.

* Veranstalter der Industrieausstellung: Interplan Congress, Meeting &
Event Management AG München

** Übersicht über die Zusammensetzung der DOG-Gremien: https://www.dog.org
/die-dog/die-organe-und-gremien-der-dog

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Familien profitieren vom Versorgungsnetz „Sichere Geburt“

Seit 2022 untersucht das Projekt, wie hochschulmedizinische Expertise in
der gesamten Versorgungsregion Ostsachsen verfügbar gemacht werden kann.
Rückläufige Geburtenzahlen machen es schwerer, im ländlichen Bereich eine
flächendeckende, wohnortnahe Betreuung von Schwangeren und Müttern mit
ihren Früh- oder kranken Neugeborenen sicherzustellen. Telemedizin
verbessert die heimatnahe Betreuung der Familien. Erfahrungen des Zentrums
für feto-neonatale Gesundheit können bundesweit nutzbar gemacht werden.
Seit gut einem Jahr wird im Versorgungsnetz untersucht, wie
telemedizinische Unterstützung in einer Region etabliert werden kann und
ob damit die flächendeckende Versorgung verbessert wird.

Das im Rahmen des Innovationsfonds geförderte Projekt des
Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden (UKD) und der AOK PLUS ist
im Oktober 2022 offiziell an den Start gegangen. Seitdem profitierten
immer mehr Schwangere sowie Mütter und ihre Babys aus der Region von der
engen Zusammenarbeit mit dem UKD. Das Projekt leitet Prof. Mario Rüdiger,
Direktor des Zentrums für feto-neonatale Gesundheit, ein Zusammenschluss
von Pränatalmedizinerinnen und -medizinern sowie Kliniken in Ost- und
Westsachsen. Ziel des Versorgungsnetzes ist es, die Betreuung von
Schwangeren sowie Früh- und kranken Neugeborenen auch in ländlichen
Regionen auf höchstem Niveau zu gewährleisten. „Damit beweist die
Hochschulmedizin Dresden erneut, wie Expertise ausstrahlen kann und die
medizinische Versorgung im ländlichen Raum davon profitiert. Es ist uns
ein großes Anliegen, auch mithilfe der Telemedizin eine moderne Therapie
in allen Bereichen in die Regionen zu bringen und die Kolleginnen und
Kollegen dort zum Wohl der kommenden Generation zu unterstützen“, sagt
Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Universitätsklinikum
Dresden.

Sachsen ist das Bundesland mit der niedrigsten Neugeborenensterblichkeit.
Trotzdem steht der Freistaat vor der Herausforderung, die Versorgung von
Schwangeren und deren Neugeborenen in ländlichen Regionen auch künftig zu
sichern. Mit dem Versorgungsnetz Sichere Geburt steht seit vorigem Jahr
eine weitere Versorgungsstruktur für Risikoschwangere sowie kranke
Neugeborene und deren Familien zur Verfügung. Dafür arbeiten beteiligte
ambulante und stationäre Partner im Verbund zusammen und bieten
strukturierte, auf den jeweiligen Betreuungsbedarf bezogene und durch
Videokommunikation unterstützte Interventionsbündel an. Im Januar 2023
begann die Kontrollphase, seit Mai wird das Unterstützungsangebot
quartalsweise in einer neuen pränatalmedizinischen Praxis oder beteiligten
Klinik eingeführt.

„Geburt und Schwangerschaft sind prägende und wunderbare Zeiten im Leben
der Menschen. Dabei erwarten sie zurecht von uns, dass wir eine für ihre
Bedarfe passende medizinische Versorgung sicherstellen“, sagt Rainer
Striebel, Vorstandsvorsitzender der AOK PLUS. „Dafür müssen in Zeiten von
sinkenden Fallzahlen und schwierigen Personalsituationen neue Wege
ausprobiert werden, auch in der Geburtshilfe. Mit Projekten wie dem
Versorgungsnetz Sichere Geburt gehen wir zusammen mit unseren Partnern
diesen Schritt und testen, wie wir die Versorgung zukunftsfest gestalten
können, sodass die Menschen und jungen Familien unabhängig davon, wo sie
wohnen, mit einer hohen Qualität betreut werden können.“

Familie Hockauf ist eine der ersten Familien, die von der engen
Zusammenarbeit der Kliniken und niedergelassenen Ärzte im Umland mit dem
Uniklinikum Dresden direkt profitieren. Ihr Sohn Fin kam vier Wochen vor
dem errechneten Termin in den Oberlausitz-Kliniken in Bautzen per
Notkaiserschnitt zur Welt. „Er hatte einen Infekt und die Lunge war noch
nicht fertig ausgebildet“, erzählt Mutter Sarah Hockauf. Da sich der
Zustand von Fin im weiteren Verlauf verschlechterte, nahmen die Ärzte in
Bautzen Kontakt mit dem Uniklinikum auf. Einen Tag nach seiner Geburt
wurde Fin per Krankentransport nach Dresden ins Uniklinikum gebracht.
Durch die Behandlung auf der Neugeborenen-Intensivstation verbesserte sich
der Zustand von Fin schnell. In gemeinsamen telemedizinischen Konsilen
wurde der Zustand von Fin besprochen und eine schnelle Rückverlegung nach
Bautzen ermöglicht. Da das behandelnde Team auch nach Fins Rückkehr
jederzeit telemedizinische Rücksprachen mit dem Team am Uniklinikum nehmen
kann, ist diese heimatnahe Rückverlegung deutlich schneller als sonst
möglich. Familie Hockauf freut sich, dass der Aufenthalt in Dresden nur
sehr kurz dauerte und sie ihren Sohn bis zur Entlassung jeden Tag besuchen
konnten, ohne den langen Weg nach Dresden machen zu müssen.

Dr. Ulf Winkler, Chefarzt der Oberlausitz-Kliniken gGmbH im Krankenhaus
Bautzen, betont, wie wichtig das Versorgungsnetz für die Familien in
Ostsachsen ist. „Als geburtenstärkste sächsische Klinik östlich von
Dresden sind wir sehr froh, mit unserem Frauen- und Kinderzentrum als eine
der ersten Kliniken am Versorgungsnetz Sichere Geburt teilnehmen zu
können. Die Möglichkeit einer sofortigen telemedizinischen Unterstützung
rund um die Uhr sichert uns eine spezialisierte Fachexpertise bei
Notfällen im Kreißsaal genauso wie bei Problemen oder Fragen im Rahmen der
weiteren medizinischen Behandlung von kranken Früh- und Neugeborenen. Dies
gibt unserem Team Sicherheit, genauso wie den Eltern der kleinen
Patientinnen und Patienten, und garantiert jederzeit eine Behandlung auf
höchstem medizinischem Niveau.“

Das Uniklinikum Dresden ist ein Perinatalzentrum der höchsten
Versorgungsstufe und versorgt damit alle Risiko- und
Mehrlingsschwangerschaften sowie alle Früh- und kritisch kranken
Neugeborenen. Es übernimmt im Rahmen des Versorgungsnetzes Sichere Geburt
koordinierende, schulende und beratende Aufgaben und tauscht sich über die
Telemedizin mit Kolleginnen und Kollegen im ländlichen Raum aus. Ist das
Angebot in allen Einrichtungen etabliert und dessen Wirksamkeit
nachgewiesen, so profitieren ambulante Pränatalmedizinerinnen und
-mediziner sowie Geburts- und Kinderkliniken in der Region, da sie auf die
große Erfahrung des Perinatalzentrums zugreifen können und Unterstützung
bekommen. „Das Versorgungsnetz gewährleistet trans- und intrasektorale
Versorgungssicherheit und damit die konkrete Umsetzung des Nationalen
Gesundheitsziels, Gesundheit rund um die Geburt‘“, sagt Prof. Mario
Rüdiger, Leiter des Projektes Sichere Geburt und Direktor des Zentrums für
feto-neonatale Gesundheit am Universitätsklinikum. „Damit ist dieses
deutschlandweit erste Zentrum ein gutes Beispiel, wie den mit
Geburtenrückgang und Fachkräftemangel einhergehenden Herausforderungen
entgegengetreten und die Versorgung von Schwangeren und deren Kindern in
einer Region auch künftig gesichert werden kann.“

Partnerkliniken Versorgungsnetz Sichere Geburt:

- Oberlausitz-Kliniken gGmbH, Krankenhaus Bautzen, Dr. med. Ulf Winkler
- Kreiskrankenhaus Freiberg gGmbH, Dr. med. Ulrich Zügge
- Städtisches Klinikum Görlitz gGmbH, Dr. med. Katalin Müller
- Helios Weißeritztal-Kliniken, Klinikum Freital, Dr. med. Daniel
Stadthaus
- Lausitzer Seenland Klinikum GmbH, Klinikum Hoyerswerda, Dr. Ulrike
Wetzel
- Elblandkliniken, Dr. Kai-Nils Pargac
- Heinrich-Braun-Klinikum Zwickau, Dr. med. Conny Huster

Pränatalmedizinische Partnerinnen und Partner:

- Dr. med. Martina Sperling, Freiberg
- Dr. med. Torsten Nadler, Görlitz gGmbH
- Dr. med. Pavel Rubeš, Bautzen
- Dr. med. Thomas Rudolf, Dresden
- Dr. med. Ines Strohbach-Weißenstein, Görlitz

Das Projekt wird durch den G-BA mit 3,3 Millionen Euro unterstützt und
adressiert drei sehr aktuelle Themen: die Möglichkeit der Steuerung einer
regionalen Versorgung, die Gewährleistung einer sicheren Versorgung von
Schwangeren und Neugeborenen in einer Region mit rückläufigen
Geburtenzahlen sowie den Einsatz von telemedizinischen Angeboten.

Bei Fragen zum Versorgungsnetz Sichere Geb

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Implantate: die ideale Lösung als Zahnersatz?

Implantate Symbolbild pixabay
Implantate Symbolbild pixabay

Die Zahn-Implantologie ist ein Verfahren, bei dem Zahnwurzeln durch schraubenähnliche Metallpfosten und beschädigte oder fehlende Zähne durch künstliche Zähne ersetzt werden. Diese funktionieren und sehen ähnlich aus, wie echte Zähne – und bieten eine ganze Reihe an Vorteilen gegenüber anderen Zahnersatz-Methoden.

 

Zahnimplantate stellen eine sinnvolle Alternative zu Prothesen oder Brücken dar und können auch dann eine Option sein, wenn das Fehlen natürlicher Zahnwurzeln keinen Zahnersatz durch Prothesen oder Brücken zulässt.

 

Die richtige Wahl des Arztes für eine Zahnimplantation

Wie eine Zahnimplantat-Operation durchgeführt wird, hängt von der Art des Implantats und dem Zustand des Kieferknochens ab. Die Zahnimplantations-Chirurgie kann mehrere Verfahren umfassen – ein erfahrener Zahnarzt klärt über die jeweiligen Möglichkeiten und Risiken auf. Mit einem minimalinvasiven Prozess, der gegenüber herkömmlichen Methoden einige Vorteile bietet, kann man sich beispielsweise Implantate in Bochum einsetzen lassen.

 

Wann Zahnimplantate eine gute Lösung sind

Der Hauptvorteil von Implantaten besteht darin, dass sie einen festen Halt für die neuen Zähne bieten – ein Prozess, bei dem der Knochen um das Implantat herum fest einheilen muss. Da diese Knochenheilung eine gewisse Zeit braucht, kann dieser Vorgang viele Monate dauern.

 

Zahnimplantate werden chirurgisch in den Kieferknochen eingesetzt, wo sie als Wurzeln für fehlende Zähne dienen. Da das Titan der Implantate mit dem Kieferknochen verschmilzt, können die Implantate nicht verrutschen, Geräusche verursachen oder den Knochen schädigen, wie es bei festsitzenden Brücken oder Prothesen der Fall sein kann. Außerdem können die Materialien nicht verrotten wie die eigenen Zähne, die eine normale Brücke tragen.

 

Im Allgemeinen kommen Zahnimplantate besonders dann in Frage, wenn:

  • ein oder mehrere Zähne fehlen
  • der Kieferknochen voll ausgewachsen ist
  • der Patient über ausreichend Knochen verfügt, um die Implantate zu befestigen, oder in der Lage ist, ein Knochentransplantat zu verwenden
  • man über gesundes Mundgewebe verfügt
  • keine gesundheitlichen Probleme vorliegen, die die Knochenheilung beeinträchtigen
  • man keinen anderen Zahnersatz tragen kann oder will
  • man das Sprechen verbessern möchte
  • man bereit ist, sich mehrere Monate Zeit für den Heilungsprozess zu nehmen
  • man keinen Tabak raucht oder bereit ist, das Rauchen aufzugeben

 

Risiken

Wie jeder chirurgische Eingriff birgt auch die Zahnimplantation einige Gesundheitsrisiken. Probleme sind jedoch selten, und wenn sie doch auftreten, sind sie in der Regel geringfügig und leicht zu behandeln.

 

Zu den Risiken gehören:

  • Infektion an der Implantat-Stelle
  • Verletzung oder Beschädigung umliegender Strukturen, z. B. anderer Zähne oder Blutgefäße
  • Nervenschäden, die Schmerzen, Taubheit oder Kribbeln in den natürlichen Zähnen, dem Zahnfleisch, den Lippen oder dem Kinn verursachen können
  • Sinusprobleme, wenn im Oberkiefer eingesetzte Zahnimplantate in eine der Nasennebenhöhlen hineinragen

 

Wie man sich vorbereitet

Am Planungsprozess des Einsatzes von Zahnimplantaten können verschiedene Fachärzte beteiligt sein. Ein Arzt, der sich auf Erkrankungen des Mundes, des Kiefers und des Gesichts spezialisiert hat (Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurg), ein Parodontologe, ein Zahnarzt, der künstliche Zähne entwirft und einsetzt (Prothetiker) sowie gelegentlich auch ein Hals-Nasen-Ohren-Arzt (HNO-Arzt).

 

Da für Zahnimplantate ein oder mehrere chirurgische Eingriffe erforderlich sind, muss man sich zur Vorbereitung auf den Eingriff gründlich untersuchen lassen. Dazu gehört:

 

  • Eine umfassende zahnärztliche Untersuchung: Möglicherweise werden Röntgenaufnahmen und 3D-Bilder gemacht und Modelle der Zähne und des Kiefers angefertigt.
  • Eine Überprüfung der medizinischen Vorgeschichte: Bei bestimmten Herzerkrankungen oder orthopädischen Implantaten kann der Arzt vor der Operation Antibiotika verschreiben, um Infektionen zu vermeiden.
  • Ein Behandlungsplan: Dieser Plan ist auf die individuelle Situation zugeschnitten und berücksichtigt Faktoren wie die Anzahl der zu ersetzenden Zähne, den Zustand des Kieferknochens und der verbleibenden Zähne.
  • Um die Schmerzen zu kontrollieren, gibt es während des Eingriffs Anästhesie-Optionen wie lokale Betäubung, Sedierung oder Vollnarkose: Je nach Art der Anästhesie wird das zahnärztliche Behandlungsteam vor dem Eingriff Anweisungen zum Essen und Trinken geben. Wer sich einer Sedierung oder Vollnarkose unterzieht, sollte sich nach dem Eingriff von jemandem nach Hause bringen lassen und sich für den Rest des Tages ausruhen.
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