Zum Hauptinhalt springen

OrthoKids: Digitale Studienplattform für orthopädische Prävention

Orthopädische Fehlstellungen wie O-Beine oder Skoliose können die
Gesundheit langfristig beeinträchtigen, wenn sie nicht rechtzeitig erkannt
werden. Mithilfe einer von Fraunhofer FOKUS entwickelten IT-Plattform
wurde im Projekt »OrthoKids« unter Leitung der Kassenärztlichen
Vereinigung Baden-Württemberg (KVBW) erstmals systematisch untersucht, wie
die orthopädische Vorsorge im Alter zwischen 10 und 14 Jahren sinnvoll
erweitert werden kann. Nach erfolgreichem Abschluss der Praxisphase wurden
gestern die Ergebnisse des vom Innovationsfonds beim Gemeinsamen
Bundesausschuss geförderten Projektes in Berlin vorgestellt.

In einer klinischen Studie mit über 11.500 Kindern und Jugendlichen in
Baden-Württemberg zeigte sich besonders auffällig die hohe Rate an
Wirbelsäulendeformitäten: Etwa sechs Prozent der untersuchten Kinder
wiesen eine Skoliose auf – fast sechsmal so viele wie in der historischen
Kontrollgruppe aus den Kassendaten (1,1 %). Viele Kinder und Jugendliche
zeigten ausgeprägte Haltungsschäden und muskuläre Dysbalancen-Befunde, die
sonst eher von Erwachsenen bekannt sind. Diese Beobachtungen
unterstreichen den präventiven Wert der Untersuchung.

Das Fraunhofer-Institut FOKUS entwickelte hierfür die digitale
Studienplattform, über die die Kommunikation und Datenerhebung aller
Beteiligten erfolgte. Sie diente als zentrales Kommunikations-,
Informations- und Interventionsmedium für alle an der OrthoKids-Studie
beteiligten Akteure (u.a. Eltern, Kinder, Ärztinnen und Ärzte,
Studienkoordinatoren und Studienkoordinatorinnen).

Die OrthoKids-App führte Jugendliche spielerisch an das Thema Bewegung
heran und begleitete den gesamten Vorsorgeprozess. Sie bot u. a.
altersgerechte Übungen, Vorab-Fragebögen sowie Tipps zu Ernährung und
Alltagsbewegung. Ergänzt wurde sie durch zwei Web-Anwendungen für
Fachärzte und Studienkoordinatoren, die Untersuchungsabläufe und
Datenverwaltung vereinfachten.

Die OrthoKids-Plattform bot dafür die folgenden zentralen Dienste:
• Studienmanagement (u.a. Registrierung und Einwilligung aller Akteure,
Erinnerungen, Alarme, Visualisierung von studienrelevanten Aktivitäten)
• Teilnehmermanagement (u.a. initiale Assessments, begleitende Übungen,
Datenerfassung über Fragebögen, Tipps für Alltag und Ernährung, Arztsuche,
Gamification-Elemente)
• Datenmanagement (u.a. Filter- und Statistikfunktionen,
Plausibilitätschecks, Qualitätssicherung, Datenexporte)
• Sicherheit und Datenschutz (u.a. Pseudonymisierung und Anonymisierung,
Verschlüsselungstechnologien, Betroffenenrechte)

»Wir wollten mit dem Projekt OrthoKids eine neue technologische Basis auch
für zukünftige Studienprojekte entwickeln. Dies ist uns gelungen, indem
wir frühzeitig auf den FHIR-Standard gesetzt haben. Unsere
standardbasierte Studienplattform wollen wir nun zu einer offenen
Telehealth-Plattform für alle ausbauen«, erklärt Dr. Michael John von
Fraunhofer FOKUS. Auf Grundlage der positiven Erfahrungen sollen die
entwickelten Anwendungen in künftigen Projekten weiter ausgebaut und auch
für andere medizinische Fragestellungen nutzbar gemacht werden.
Zu den Partnern zählten das Olgahospital am Klinikum Stuttgart und das
IGKE am Universitätsklinikum zu Köln.


Den technischen Abschlussbericht finden Sie unter folgendem Link:
https://www.fokus.fraunhofer.de/content/dam/fokus/dokumente/espri/studien-
whitepaper/Bericht_OrthoKids_2025_final.pdf


Weitere Informationen zum Projekt »OrthoKids – orthopädische
Vorsorgeuntersuchung für Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 14
Jahren«:
https://www.ortho-kids.de/
https://www.kvbawue.de/praxis/vertraege-recht/vertraege-von-a-z/orthokids


Über Fraunhofer FOKUS
Das Fraunhofer-Institut für Offene Kommunikationssysteme (FOKUS) ist Teil
der Fraunhofer-Gesellschaft, Europas führender Organisation für angewandte
Forschung mit über 70 weltweit vernetzten Instituten. Seit über 20 Jahren
begleitet Fraunhofer FOKUS Politik und öffentliche Verwaltung bei der
Digitalisierung von Prozessen, Dienstleistungen und Infrastrukturen. Das
Berliner Institut ist mit seinem Geschäftsbereich Digital Public Services
die größte deutsche Forschungs- und Entwicklungseinrichtung für die
digitale Transformation von Staat, Verwaltung und öffentlichem Raum.

  • Aufrufe: 36

Heidelberger Antikengespräch: Eine literarische Auseinandersetzung mit Penelope

Der Gräzist Jonas Grethlein spricht mit der Autorin Ulrike Draesner über
Frauen- und Männerbilder des antiken Griechenlands

Eine außergewöhnliche literarische Auseinandersetzung mit einer zentralen
Gestalt der griechischen Mythologie – der Penelope – steht im Mittelpunkt
des 2. Heidelberger Antikengesprächs, zu dem das Seminar für Klassische
Philologie der Universität Heidelberg am 6. November 2025 einlädt.

Weiterlesen

  • Aufrufe: 28

COP30 muss Signal gegen Trump und für Klimaschutz setzen

Wuppertal Institut formuliert Erwartungen an diesjährige UN-Klimakonferenz
in Bélem. Vom 10. bis 21. November 2025 findet die 30. Konferenz der
Vertragsparteien des UN-Rahmenübereinkommens über Klimaveränderungen
(Conference of the Parties, COP30) im brasilianischen Belém statt.
Angesichts geopolitischer Spannungen und wachsender internationaler
Verwerfungen – darunter die erneut ablehnende Haltung der US-Regierung
gegenüber internationalen Klimaabkommen – steht die COP30 unter besonderem
Druck. Die Konferenz muss beweisen, dass ambitionierter Klimaschutz auch
ohne die USA möglich bleibt.

Weiterlesen

  • Aufrufe: 41