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Herbst ist Grippezeit: So schützen Sie sich

Herbst ist Grippezeit Symbolbild
Herbst ist Grippezeit Symbolbild

Sobald die Temperaturen fallen, beginnt auch wieder die Grippesaison. In den kalten Herbst- und Wintermonaten leiden viele Personen an Husten, Schnupfen und weiteren bekannten Symptomen. Um sich vor lästigen Halsschmerzen und einer laufenden Nase schützen zu können, gibt es grundsätzlich kein Allzweckmittel. Schon mit kleinen Veränderungen des Lebensstils lässt sich das Immunsystem aber effektiv stärken. Der jährlichen Erkältungsphase wird somit der Kampf angesagt.

Erkältung und Grippe: Alles das Gleiche, oder?

Die beiden Begriffe Erkältung und Grippe werden oft synonym verwendet. Das Krankheitsbild ist bei leichten Formen sehr ähnlich. Auch die Beschwerden lassen sich auf den ersten Blick nicht deutlich unterscheiden. Doch obwohl sowohl eine Erkältung als auch Grippe von Viren verursacht werden, gibt es einige Unterschiede. Dies beginnt bereits beim Krankheitsverlauf. Eine Erkältung beginnt in der Regel harmlos, mit Symptomen wie Hals- und Kopfschmerzen. Auch eine laufende oder verstopfte Nase sowie Husten bleiben oft nicht fern. Die Grippe hingegen beginnt abrupt mit hohem Fieber, Kopfschmerzen, Müdigkeit und Muskel- und Gelenkschmerzen. Hier kann es durchaus auch zu Übelkeit und Erbrechen kommen. Bei schweren Formen sind im Zuge einer Grippe auch eine Lungenentzündung oder weitere schwerwiegende Krankheitsbilder möglich. Ein weiterer großer Unterschied liegt in der Dauer. Die Erkältung klingt in der Regel binnen weniger Tage ab. Nach etwa einer Woche ist der Patient wieder fit und kann seinem normalen Alltag nachgehen. Die Grippe ist hier etwas hartnäckiger. Nicht selten haben sich Betroffene auch nach mehreren Wochen nicht gänzlich davon erholt. Wenn keine Besserung in Sicht ist oder die Beschwerden sich sogar noch verschlimmern, sollte hier auf jeden Fall die Allgemeinmedizin in Hamburg aufgesucht werden. Dies gilt natürlich auch, wenn es plötzlich zu hohem Fieber kommt oder sich die Erkältungssymptome hartnäckig halten.

Vorsorge ist besser als Nachsorge: Das Immunsystem effektiv stärken

Ein starkes Immunsystem erschwert es Viren, sich einzunisten. Doch wie lässt sich das Immunsystem effektiv aufbauen? Der Schlüssel darin liegt in einem gesunden Lebensstil. Vor allem die Ernährung spielt hier eine wichtige Rolle. Eine gesunde und ausgewogene Ernährung versorgt den Körper mit allen notwendigen Vitaminen, Mineralien und Antioxidantien. Diese wiederum unterstützen und stärken das Immunsystem. Zusätzlich dazu sollte gerade in der kalten Jahreszeit vermehrt zu Nahrungsergänzungsmitteln gegriffen werden. Dies ist vor allem dann sinnvoll, wenn wenig frisches Obst und Gemüse konsumiert wird. Ein weiterer wichtiger Punkt ist regelmäßige Bewegung. Sport ist nicht nur gut für die körperliche Fitness, sondern auch für das Immunsystem. Dies zeigen auch Studien: Schon bei regelmäßiger, moderater Bewegung wird das Risiko von Infektionen reduziert. Schon ein kleiner Spaziergang am Abend kann hier einen großen Unterschied machen. Teil eines gesunden Lebensstils sind natürlich auch ausreichend Schlaf und Stressreduktion. Beide Komponenten sollten Hand in Hand gehen, um das Immunsystem bestmöglich zu unterstützen.

Die Grippesaison ist da: Altbewährte Hausmittel gegen Husten, Schnupfen und Co.

Wenn es dann doch zu einer Erkältung oder Grippe kommt, müssen nicht direkt verschreibungspflichtige Medikamente her. Auch die richtigen Hausmittel sorgen für eine schnelle Abhilfe. Zu den altbewährten Tipps zählen zum Beispiel:

  • Inhalieren mit Kamille: Durch regelmäßiges Inhalieren kann Hustenreiz und Schnupfen sanft gelindert werden. Dafür geben Sie einfach ein paar Kamillenteebeutel in eine Schüssel mit heißem Wasser und atmen den Dampf 10 bis 15 Minuten lang ein. Kamille hat eine entzündungshemmende Wirkung, wodurch die Schleimhäute beruhigt werden.
  • Ingwer-Tee: Ingwer hat eine antimikrobielle Wirkung und kann bei Erkältungen, Husten und Schnupfen schnelle Linderung bringen. Dafür kochen Sie einfach ein bis zwei Ingwerscheiben in Wasser auf und lassen diese für etwa zehn Minuten ziehen.
  • Vitamin C: Vitamin C ist ein wichtiger Nährstoff zur Stärkung des Immunsystems. Zitrusfrüchte wie Orangen oder Mandarinen sollten daher auf Ihrem täglichen Speiseplan stehen.
  • Gurgeln mit Salzwasser: Um Halsschmerzen zu lindern, braucht es nicht viel. Lösen Sie einfach einen halben Teelöffel Salz in warmen Wasser auf. Damit wird mehrmals täglich gründlich gegurgelt. Durch das Gurgeln werden Bakterien und Viren aus dem Rachen gespült.

Zusätzlich zu den Hausmitteln sollten Sie Ihrem Körper viel Ruhe gönnen. Sportliche Aktivitäten und Co. sind bereits bei leichten Erkältungssymptomen tabu. Ein kleiner Spaziergang an der frischen Luft hingegen hat noch niemandem geschadet.

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Welt-COPD-Tag 15.11.: Wichtigste Vorbeugungsmaßnahme ist der Rauchstopp

Zum Welt-COPD-Tag am 15. November 2023 weisen der Beauftragte der
Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf das Rauchen als Hauptrisikofaktor
für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD (engl. Chronic
Obstructive Pulmonary Disease) hin. Zwischen 80 und 90 Prozent der COPD-
Erkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. Die Lungenkrankheit ist
weit verbreitet. Doch ist die Erkrankung vielen nicht bekannt – auch
Menschen, die von der Krankheit betroffen sind, das aber noch nicht
wissen. Viele von ihnen rauchen oder haben über eine lange Zeit geraucht.

Zum Welt-COPD-Tag am 15. November 2023 weisen der Beauftragte der
Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen und die Bundeszentrale für
gesundheitliche Aufklärung (BZgA) auf das Rauchen als Hauptrisikofaktor
für die chronisch obstruktive Lungenerkrankung COPD (engl. Chronic
Obstructive Pulmonary Disease) hin. Zwischen 80 und 90 Prozent der COPD-
Erkrankungen sind auf Tabakkonsum zurückzuführen. Die Lungenkrankheit ist
weit verbreitet. Doch ist die Erkrankung vielen nicht bekannt – auch
Menschen, die von der Krankheit betroffen sind, das aber noch nicht
wissen. Viele von ihnen rauchen oder haben über eine lange Zeit geraucht.

Burkhard Blienert, Beauftragter der Bundesregierung für Sucht- und
Drogenfragen: „Jetzt ist die beste Zeit zum Rauchausstieg! Wir müssen
unsere Anstrengungen für die Tabakentwöhnung und den Rauchstopp
intensivieren und über die gesundheitlichen Risiken aufklären. Ebenso
wichtig ist, dass wir die vielen Millionen Raucherinnen und Raucher
unterstützen, die seit Jahren erfolglos versuchen, von Zigaretten und Co.
loszukommen. Ein adäquates Mittel zur Bekämpfung des Rauchens ist auch,
noch immer bestehende Lücken bei der Werberegulierung durch Verbote zu
schließen. Das betrifft etwa das Marketing an Tankstellen und Kiosken, die
kostenlose Abgabe von Tabakerhitzern und E-Zigaretten sowie die
Kinowerbung und das Sponsoring von Festivals durch die Tabakwirtschaft.
Die Ampelregierung hat sich dazu auch in ihrem Koalitionsvertrag
verständigt. Jetzt muss die Umsetzung folgen.“

Dr. Johannes Nießen, Errichtungsbeauftragter des Bundesinstituts für
Prävention und Aufklärung in der Medizin (BIPAM) und Kommissarischer
Leiter der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA): „Folgen
der COPD sind Atemnot und erhebliche Leistungsminderung. Symptome wie
anhaltender Husten und Atemnot sollten unbedingt ärztlich abgeklärt
werden. Ein Rauchstopp ist die wichtigste Maßnahme zur Vorbeugung von COPD
und senkt das Erkrankungsrisiko deutlich. Die BZgA unterstützt mit
zahlreichen qualitätsgeprüften Angeboten beim Rauchausstieg.“

COPD kann einen lebensbedrohlichen Verlauf nehmen
Eine COPD beginnt schleichend und macht sich in einem frühen Stadium über
chronischen Husten und vermehrten Auswurf bemerkbar. Diese Symptome werden
von den Betroffenen oftmals übersehen oder als „Raucherhusten“ abgetan.

Neue BZgA-Mitmachaktion „Rauchfrei im Mai“ startet 2024
Motivation für den Rauchstopp bestärken und ein nikotinfreies Leben
fördern, das ist Zielsetzung einer neuen BZgA-Aktion im kommenden Jahr:
Der Mai 2024 wird unter dem Motto „Rauchfrei im Mai“ zum bundesweiten
Mitmachmonat. Umgesetzt wird die Mitmachaktion durch die BZgA gemeinsam
mit dem Institut für Therapie- und Gesundheitsforschung Nord und den
zentralen Akteuren der nationalen Gesundheitsversorgung sowie weiteren
Kooperationspartnerinnen und -partnern. Sie ist Teil der Bundesinitiative
„Rauchfrei leben!“ des Bundesbeauftragten der Bundesregierung für Sucht-
und Drogenfragen und des Bundesministeriums für Gesundheit.

Interessierte Institutionen sind aufgerufen, sich an dieser Mitmachaktion
zu beteiligen und können Kontakt über die Website https://www.rauchfrei-
im-mai.de oder die E-Mail-Adresse Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. aufnehmen.

Weil Tabakkonsum psychisch und körperlich abhängig macht, fällt der
Rauchstopp schwer. Die BZgA unterstützt Aufhörwillige mit
qualitätsgesicherten Angeboten, sich aus der Abhängigkeit vom Rauchen zu
befreien:

• Online-Ausstiegsprogramm: Infos und Tipps rund um die Themen Rauchen und
Nichtrauchen mit Forum, Chat, unterstützender täglicher E-Mail und
persönlichen rauchfrei-Lotsinnen und Lotsen unter: https://www.rauchfrei-
info.de

• Telefonische Beratung zur Rauchentwöhnung: Kostenlose Rufnummer 0 800 8
31 31 31 – erreichbar montags bis donnerstags von 10 bis 22 Uhr und
freitags bis sonntags von 10 bis 18 Uhr

• Kostenfrei bestellbare Informationsbroschüren: „Ja, ich werde rauchfrei“
oder „Rauchfrei in der Schwangerschaft und nach der Geburt“. Die
Broschüren können bestellt oder direkt heruntergeladen werden im BZgA-Shop
unter: https://shop.bzga.de

• rauchfrei-Instagram-Kanal: BZgA-Infos und alltagsnahe, praktische Tipps,
damit aus guten Vorsätzen ein dauerhafter Rauchstopp wird
https://www.instagram.com/rauchfrei_info

Bestellung der kostenlosen BZgA-Materialien unter:
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, 50819 Köln
Online-Bestellsystem: https://shop.bzga.de
Fax: 0221/8992257
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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„Die Hälfte der Medizin-Studierenden kann sich eine Tätigkeit als Landarzt vorstellen“

Am 8. November 2023 wurde offiziell das Institut für Allgemeinmedizin der
Universität Leipzig gegründet, das auf einer bereits bestehenden Abteilung
basiert. Die Einrichtung stellt sich den großen Herausforderungen durch
den demografischen Wandel mit maßgeschneiderten Lehrangeboten. Diese
sollen bei den Medizin-Studierenden das Interesse für das Berufsbild eines
Haus- und/oder Landarztes wecken. Eine Befragung der Absolvent:innen des
Jahrgangs 2022 an der Medizinischen Fakultät ergab, dass sich 50,5 Prozent
vorstellen können, nach dem Studium eine Tätigkeit als Landarzt oder
Landärztin aufzunehmen.

Viele niedergelassene Ärztinnen und Ärzte aus ganz Sachsen nahmen am
Mittwochnachmittag (8. November 2023) an der Festveranstaltung zur
Gründung des Instituts für Allgemeinmedizin teil. Viele von ihnen sind
Lehrärzte an der Medizinischen Fakultät und unterstützen durch Praktika
und Famulaturen die medizinische Ausbildung. Ziel des neuen Instituts ist
es, den Freistaat Sachsen bei der Sicherung der medizinischen
Grundversorgung zu unterstützen und das Fachgebiet in enger Zusammenarbeit
mit den Hausarztpraxen weiterzuentwickeln. Der demographische Wandel
stellt die ambulante Versorgung vor große Herausforderungen: Der Bedarf
wird aufgrund der alternden Bevölkerung weiter ansteigen, gleichzeitig
wird das medizinische Fachpersonal älter. „Wir sind uns der Verantwortung
bewusst und werden die Politik mit allen Kräften bei dieser wichtigen
Aufgabe unterstützen“, betont Prof. Dr. Ingo Bechmann, Dekan der
Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig. Die Medizinische Fakultät
in Leipzig ist die größte Ausbildungsstätte in Sachsen für Studierende der
Human- und Zahnmedizin, Hebammenkunde und die einzige für Pharmazie. Im
Wintersemester 2023/24 startete der zweite Jahrgang der Studierenden der
Vorabquote nach sächsischem Landarztgesetz mit 22 Studierenden am Standort
Leipzig. Insgesamt haben 343 Erstsemester mit dem Studium der Humanmedizin
begonnen (Stand 1.11.2023).

„Frei werdende Weiterbildungsstellen für Allgemeinmedizin am
Universitätsklinikum und seinem Medizinischen Versorgungszentrum können
hervorragend zu einer bestmöglichen Facharztweiterbildung der Mitarbeiter
des neuen Institutes beitragen“, so Dekan Bechmann. Darüber hinaus soll
eine Professur auf den Weg gebracht werden, welche den Studierenden
wichtige Kenntnisse und Knowhow für eine künftige eigene Praxis lehrt.
„Die jungen Menschen entscheiden sich bei der Wahl ihres Studiums nicht
dafür, später eine eigene Praxis zu eröffnen und eine Geschäftsperson zu
werden. Sie entscheiden sich für das Fach Medizin und wir zeigen ihnen die
künftigen Berufsfelder auf“, fasst Dekan Bechmann zusammen. Eine Befragung
unter Studierenden der Humanmedizin der Universität Leipzig ergab, dass
sich 77,9 Prozent der Studienanfänger in 2016 eine berufliche Tätigkeit
als Arzt/Ärztin vorstellen konnten. Sechs Jahre später, nach Ende des
Studiums in 2022, waren es 96,3 Prozent aus der gleichen Kohorte. Von den
Absolvent:innen gaben 14,6 Prozent mit steigender Tendenz an, sich für die
Facharztausbildung Allgemeinmedizin zu interessieren. Sie lagen damit an
dritter Stelle hinter der Fachrichtung Innere Medizin (20,4 Prozent) und
Anästhesiologie (17,6 Prozent) und vor dem Fach Chirurgie (7,8 Prozent).

„Die Allgemeinmediziner werden als Generalisten in einer älter werdenden
Bevölkerung noch wichtiger für die medizinische Grundversorgung sein“,
resümiert Prof. Dr. Markus Bleckwenn, Direktor des neuen Instituts für
Allgemeinmedizin. Das Institut setzt sich mit verschiedenen Lehrmodulen
und Projekten für die Förderung des Nachwuchses ein, um die
Medizinstudierenden auf die zukünftigen Herausforderungen in der
hausärztlichen wie landärztlichen Tätigkeit vorzubereiten.

Das Lehrprojekt MiLaMed der Universitäten Leipzig und Halle steht für
„Mitteldeutsches Konzept zur longitudinalen Integration landärztlicher
Ausbildungsinhalte und Erfahrungen in das Medizinstudium“ und zielt darauf
ab, mit neuen Lehrinhalten an der Uni sowie Praktika in ländlichen
Regionen für die Arbeit außerhalb der Großstadt zu begeistern. Die
Medizinische Fakultät fördert das Projekt nach der Pilotphase für weitere
fünf Jahre aus eigenen Haushaltsmitteln. Bei der Befragung der Leipziger
Absolvent:innen des Jahrgangs 2022 gaben 50,5 Prozent an, sich eine
Tätigkeit als Landarzt vorstellen zu können. Im Jahr 2010 waren es 33,3
Prozent. Weiterführende Studien-Angebote für den haus- und landärztlichen
Nachwuchs sind breit gefächert, beispielsweise mit dem Leipziger
Kompetenzpfad Allgemeinmedizin (LeiKA) und dem Leipziger Standort des
Kompetenzzentrums Weiterbildung Allgemeinmedizin Sachsen (KWASa).

Bei der Gründungsfeier des Instituts skizzierte Prof. Dr. Markus Bleckwenn
in seinem Vortrag „Zukunftsmodelle hausärztlicher Arbeit zur Sicherung
einer wohnortnahen und qualitativ hochwertigen medizinischen
Grundversorgung", innovative Ansätze wie zum Beispiel, die Arbeitsplätze
in den Hausarztpraxen an die Bedarfe der Behandler:innen anzupassen.
„Unser Institut möchte der Forschungsfrage nachgehen, wie Zukunftsmodelle
hausärztlicher Arbeit aussehen können, um eine wohnortnahe und qualitativ
hochwertige medizinische Grundversorgung gewährleisten zu können. Für
diesen Transformationsprozess braucht es aus unserer Sicht eine
Netzwerkstruktur, in der die Praxen mit den Herausforderungen nicht allein
zurechtkommen müssen, sondern sich gegenseitig unterstützen können“, so
der Direktor des neuen Instituts. Der Grundstock ist gelegt: Mittlerweile
umfasst das Lehrpraxen-Netzwerk der Medizinischen Fakultät circa 150
Hausarztpraxen und circa 80 Praxen konnten in jüngster Zeit für das
Forschungspraxen-Netzwerk „RaPHaeL“ gewonnen werden.

„Durch die Institutsgründung wird sich die Sichtbarkeit der
Allgemeinmedizin erhöhen und die Wettbewerbsfähigkeit bei der Einwerbung
von Drittmitteln deutlich verbessern“, betont Prof. Bleckwenn. Das
Institut besteht aktuell aus 23 Mitarbeiter:innen und acht studentischen
beziehungsweise wissenschaftlichen Hilfskräften und basiert auf der
bisherigen Selbstständigen Abteilung für Allgemeinmedizin.

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Keine Scheu vor der Wiederbelebung: Herzdruckmassage rettet Leben

Herzstiftung zeigt, was man als Ersthelfer beim plötzlichen Herzstillstand
tun muss: Die vier Schritte der Wiederbelebung

Der plötzliche Herztod ist die Folge eines akuten Herz-Kreislaufversagens.
Jedes Jahr fallen dem plötzlichen Herztod in Deutschland ca. 65.000
Menschen zum Opfer. Er ist die Folge einer bösartigen Herzrhythmusstörung
(zumeist Kammerflimmern), die innerhalb weniger Sekunden zum
Herzstillstand führt. Nur durch eine erfolgreiche Reanimation kann ein
solcher Herzstillstand überlebt werden. „Die Überlebenswahrscheinlichkeit
einer Person mit Herzstillstand hängt wesentlich davon ab, wie frühzeitig
die Zeugen eines Herz-Kreislauf-Stillstands die Wiederbelebung
durchführen“, betont der Herzspezialist Professor Dr. med. Heribert
Schunkert, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung anlässlich der bundesweiten Herzwochen, die unter dem Motto
„Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“ (Infos unter
<www.herzstiftung.de/herzwochen>) stehen.

Jede Minute zählt! – Sofortige Herzdruckmassage für das Überleben
essenziell
Mit jeder Minute, die bis zur Wiederbelebung verstreicht, verringert sich
die Überlebenswahrscheinlichkeit um etwa 10 Prozent. Ein Herzstillstand
führt innerhalb weniger Minuten zum plötzlichen Herztod, wenn nicht sofort
ein Notarzt (112) gerufen und mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen wird.
„Je schneller mit der Wiederbelebung durch Herzdruckmassage begonnen wird,
desto größer ist die Chance, dass der Patient überlebt“, hebt Prof.
Schunkert hervor. Ein Rettungswagen braucht bis zum Notfallort im
Durchschnitt neun Minuten. Bis dahin dient die Druckmassage zum
Überbrücken der Blutzirkulation, um Gehirn und andere Organe mit
Sauerstoff zu versorgen. „Wenn mit Wiederbelebungsmaßnahmen gewartet wird,
bis der Rettungsdienst mit dem Notarzt da ist, dann bedeutet das für
Betroffene nach wenigen Minuten den Tod oder ein Leben mit meist
schwersten bleibenden Hirnschädigungen“, warnt Prof. Schunkert, Ärztlicher
Direktor der Klinik für Herz- und Kreislauferkrankungen am Deutschen
Herzzentrum München. Helfer vor Ort – häufig sind es Angehörige, Freunde
oder Personen aus dem näheren Umfeld der Betroffenen - müssen daher
unmittelbar nach Absetzen des Notrufs (112) mit Wiederbelebungsmaßnahmen
beginnen:  Das heißt nach Prüfen und Rufen (112) sind die Schritte Drücken
und Schocken (AED) durchzuführen. Die vier Schritte der Reanimation im
Video „Prüfen, Rufen, Drücken, Schocken – und ein Leben retten!“:
<www.herzstiftung.de/herzwochen-videos> oder auf
<www.herzstiftung.de/wiederbelebung>.

Laienreanimation bei plötzlichem Herzstillstand

Prüfen, Rufen, Drücken, Schocken – unbedingt in dieser Reihenfolge.
Das ist die überlebensentscheidende Basis einer erfolgreichen
Laienreanimation

Bei einem Herzstillstand hört das Herz auf zu schlagen oder es „zuckt“ nur
noch, das sogenannte Herzkammerflimmern (über 300 Herzschläge pro Minute).
Der Kreislauf bricht in Sekundenschnelle zusammen. Der Blutdruck sinkt
komplett „auf null“ ab. Herzmuskel, Gehirn und andere Organe werden nicht
mehr versorgt, geschädigt und im Zeitverlauf zunehmend zerstört.

Prüfen
Durch Hören, Sehen und Fühlen checken, ob der auf dem Boden liegende
Betroffene noch atmet (nicht länger als 10 Sekunden). Ist ein Lufthauch
aus dem Mund zu fühlen oder senkt und hebt sich dessen Brustkorb?

Rufen
112 ist überall in Europa ohne Vorwahl die medizinische Notfallnummer.
Name, genaue Adresse und Beschwerden nennen. Sind zwei Ersthelfer vor Ort,
ruft der an, der gerade nicht damit beschäftigt ist, Bewusstsein und
Atmung zu prüfen.

Drücken
Bei fehlender Atmung umgehend mit der Herzdruckmassage beginnen. Hierfür
den Handballen auf die Mitte des Brustkorbs legen, beide Hände
aufeinander. Dabei kontinuierlich 100-120mal/Minute mit gestreckten Armen
das Brustbein etwa 5-6 Zentimeter tief in Richtung Wirbelsäule
herunterdrücken. Um im Takt zu bleiben, können Lieder wie der Bee Gees-Hit
„Stayin‘ alive“ oder andere Songs mit einem Tempo von 100-120 bpm eine
gedankliche Stütze sein. „Es gibt kein Richtig oder Falsch bei der
Herzdruckmassage, Hauptsache man macht was“, erklärt Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung.

Schocken
Sind zwei Helfer vor Ort, setzt einer die Herzdruckmassage ohne
Unterbrechung fort, während der andere einen Automatischen Externen
Defibrillator (AED) holt, sofern er weiß, wo sich einer in der Nähe
befindet. Das Gerät ist selbsterklärend und leitet Retter mit einem
integrierten Sprachmodul exakt an. Per AED kann das Herz im Idealfall
wieder in seinen natürlichen Rhythmus gebracht werden und die Pumpfunktion
wieder eigenständig übernehmen.

Professionelle Hilfe
Unbedingt so lange drücken und - sofern erforderlich - schocken (AED), bis
der Rettungsdienst die weitere notfallmedizinische Versorgung des
Patienten übernimmt oder der Betroffene Lebenszeichen zeigt. Das
Eintreffen des Rettungsdienstes dauert in Deutschland, je nach Bundesland,
in der Regel zwischen 8-10 Minuten. Der Rettungsdienst leitet weitere
Maßnahmen ein, die Klinik führt die Versorgung nach Einlieferung fort.

Zumeist zu Hause
64 % der Herz-Kreislauf-Stillstände treten in der eigenen Wohnung auf. Bis
zu 45 %
aller Ereignisse werden von Familienangehörigen, Freunden oder anderen
Personen beobachtet.

Fehlende Kenntnisse
Weltweit erleiden alljährlich 67 bis 170 von 100 000 Menschen einen Herz-
Kreislauf-Stillstand außerhalb eines Krankenhauses. Der plötzliche Herztod
gehört damit weltweit zu den häufigsten Todesursachen. Nur 2 bis 20
Prozent der Patienten überleben. Das liegt unter anderem daran, dass die
Scheu die notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, groß ist. Oft fehlen die
notwendigen Kenntnisse.

Der Ratgeber „Herzkrank? Schütze Dich vor dem Herzstillstand!“ (158 S.)
kann kostenfrei per Tel. unter 069 955128-400 (E-Mail:
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.) angefordert werden. Leicht verständlich
informieren Herzexperten über die wichtigsten Ursachen des Herzstillstands
und wie Vorbeugung, Diagnose und konsequente Behandlung von
Herzerkrankungen helfen, das Risiko eines plötzlichen Herztods auf ein
Minimum zu reduzieren. Überlebende eines plötzlichen Herztods berichten
eindrücklich in Patientenportraits. Weitere Infos unter
<www.herzstiftung.de/herzwochen>

Notfall-Set
Das Herznotfall-Set der Deutschen Herzstiftung kann kostenfrei unter
www.herzstiftung.de/herznotfall-set bestellt werden. Gerne können
Interessierte oder auch medizinisches Fachpersonal das
Informationsmaterial auch telefonisch unter 069 955128-400 oder per E-Mail
unter <Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.> anfordern.

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