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Wechseljahre: Diese Risiken fürs Herz sollten Frauen kennen

Hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren verlangen für Frauenherzen
besondere Aufmerksamkeit. Welche Risikofaktoren für Herz und Kreislauf
rücken besonders in den Fokus der Herzmedizin? Und wie schützen sich
Frauen bereits vor der Menopause? Herzstiftung klärt auf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen werden bei Frauen immer noch unterschätzt,
dabei sind diese Erkrankungen mit rund 190.700 Sterbefällen im Jahr 2022
die häufigste Todesursache bei Frauen. Am häufigsten sterben Frauen an der
chronischen koronaren Herzkrankheit (KHK) mit rund 34.900 Gestorbenen
(2022).  An Herzinsuffizienz starben 22.900 Frauen, an Hypertensiver
Herzkrankheit („Hochdruckherz“) rund 17.200 und an Herzinfarkt, der längst
keine „Männerkrankheit“ darstellt, rund 18.900 Frauen (1). „Auch für
Frauen sind Herzerkrankungen wie Koronare Herzkrankheit, Herzschwäche oder
Rhythmusstörungen wie Vorhofflimmern und Vorhofflattern der häufigste
Grund für Krankenhauseinweisungen und vorzeitigen Tod. Nur dass diese
Erkrankungen bei ihnen aufgrund des hormonellen Schutzes meist etwa zehn
Jahre später als bei Männern auftreten“, warnt die Kardiologin Prof. Dr.
med. Christiane Tiefenbacher, Vorstandsmitglied der Deutschen
Herzstiftung. Für Frauen gelten dieselben Risikofaktoren für Herz- und
Gefäßerkrankungen wie für Männer:  Bluthochdruck, Diabetes,
Fettstoffwechselstörungen, Übergewicht sowie Lebensstilfaktoren wie
Rauchen, Bewegungsmangel, ungesunde Ernährung, Stress sowie ungenügend
oder unregelmäßiger Schlaf. „Kommen Frauen in die Wechseljahre können die
hormonellen Veränderungen die Risikokonstellation für Herz und Gefäße
zusätzlich verschärfen“, betont die Chefärztin der Klinik für Kardiologie,
Angiologie und Pneumologie am Marienhospital Wesel. Auch können
Herzerkrankungen und ihre Komplikationen wie der Herzinfarkt in der
Symptomatik und in ihrer Entstehung je nach Geschlecht verschieden sein.
„Auf Besonderheiten wie diese müssen wir Frauen verstärkt aufmerksam
machen und für gezielte Vorsorge-Maßnahmen sensibilisieren“, so die
Kardiologin anlässlich der Initiative Go Red for Women® der US-
amerikanischen Herzgesellschaft (American Heart Association, AHA) mit
Aktionen am 2. Februar rund um die Herzgesundheit bei Frauen. Die
Herzstiftung nimmt die Initiative der AHA zum Anlass, um auch hierzulande
Frauen für ihr Herz zu sensibilisieren, mit Infos unter
https://herzstiftung.de/frauenherzen

Die Gendermedizin beschäftigt sich gezielt mit der Erforschung von
geschlechterbezogenen kardiologischen Unterschieden: zum Beispiel bei
Krankheitssymptomen, beim Stoffwechsel, dem Hormon-, Immun- oder dem
Gefäßsystem sowie den Unterschieden hinsichtlich des Alters und der
Genetik. Medikamente können je nach Geschlecht anders wirken und bestimmte
Eingriffe im Ergebnis verschieden ausfallen. Über solche Unterschiede und
ihre Wechselwirkungen auf das Herz-Kreislauf-System sowie weitere wichtige
Themen rund um die Herzgesundheit bei Frauen informiert die Herzstiftung
auch in Form von Ratgebern und Podcasts die kostenfrei unter Tel. 069
955128-400 angefordert bzw. unter https://herzstiftung.de/podcasts
abgerufen werden können.

Risiko durch Bluthochdruck besonders nach der Menopause
Die Wechseljahre (Menopause) wirken sich unterschiedlich auf die
kardiovaskuläre Gesundheit bei Frauen aus. Beispiel Bluthochdruck: In
Deutschland haben nach Angaben der AOK (WIdO) rund 10,5 Millionen Frauen
Bluthochdruck (2). Kommen Frauen in die Wechseljahre, verdoppelt sich ihr
Risiko, einen Bluthochdruck zu entwickeln, weil der Östrogenspiegel im
Blut in der Menopause sinkt. Das weibliche Geschlechtshormon sorgt dafür,
dass die Gefäße elastisch bleiben, wirkt blutdrucksenkend und schützt vor
Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Gleichzeitig steigt der Spiegel des Hormons
Testosteron. Das führt unter anderem dazu, dass Frauen verstärkt in der
Bauchregion Fett einlagern. Die Gefahr dabei: Bauchfett produziert selbst
Hormone, die den Appetit anregen und damit dafür sorgen, dass Frauen
zunehmen. Auch lassen diese Hormone den Blutdruck steigen. Bei vielen
Frauen in und nach den Wechseljahren kommen neben dem Übergewicht Ängste
und Schlafstörungen als weitere Risiken dafür hinzu, Bluthochdruck zu
entwickeln. „Frauen sollten deshalb wachsam für ihren Blutdruck sein und
ihn regelmäßig beim Arzt messen lassen oder ihn selbst messen“, rät die
Kardiologin Prof. Tiefenbacher. Denn ein nicht ausreichend behandelter
Bluthochdruck ist eines der gefährlichsten Risiken für Schlaganfall,
Herzinfarkt und andere schwere Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Über die
Hormonersatztherapie und Bluthochdruck informiert die Herzstiftung unter
https://herzstiftung.de/frauen-bluthochdruck

Bluthochdruck bei jungen Frauen wegen „der Pille“
Auch junge Frauen sind nicht vor einem Bluthochdruck gefeit. Fünf bis zehn
Prozent der Schwangeren entwickeln im Laufe der Schwangerschaft einen
Bluthochdruck. Auch Frauen, die zur Verhütung „die Pille“ einnehmen, die
eine Kombination von Östrogen und Progesteron, enthält, können einen
Bluthochdruck entwickeln. Progesteron ist das in den Eierstöcken gebildete
Gelbkörperhormon, das vor allem den Menstruationszyklus, die
Schwangerschaft sowie die Entwicklung des Embryos regelt. Expertenangaben
zufolge reagieren ungefähr fünf Prozent der Frauen, die ein solches
Kombinationspräparat einnehmen, mit einem bedeutsamen Blutdruckanstieg.
Frauen, die die Pille einnehmen und außerdem übergewichtig sind, tragen
ein zwei- bis dreifach hohes Risiko für Bluthochdruck. „Liegen
gleichzeitig mehrere Risikofaktoren wie Bluthochdruck und Rauchen oder
Übergewicht vor, sollten Frauen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt über
andere Verhütungsmethoden sprechen und keine oralen Kontrazeptiva
einnehmen“, rät Prof. Tiefenbacher.

Vorsicht bei Schlafstörungen während und nach der Menopause
Ein gesunder Schlaf wirkt wie ein Medikament: Während der Nachtruhe erholt
sich der Körper, Stoffwechselprozesse wie der Fett- und Zuckerstoffwechsel
werden reguliert, das Immunsystem gestärkt und auch der Blutdruck wird in
dieser Ruhephase langfristig konstant gehalten. Bei Frauen kann es während
und nach den Wechseljahren verstärkt zu Schlafstörungen kommen, die das
Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen erhöhen. Die AHA weist mit Blick
auf die Studienlage darauf hin (3), dass etwa die Hälfte der Frauen in den
Wechseljahren von Schlafproblemen berichten. Eine aktuelle
Registerauswertung mit rund 290 Frauen (Alter 45 bis 55 Jahre) kommt zu
ähnlichen Ergebnissen. Laut AHA berichteten knapp 80 Prozent der Befragten
von einer schlechten Schlafqualität, die Hälfte von Schlafstörungen. Die
(vorläufige) Auswertung zeigte, dass häufiger diejenigen Frauen unter
einer schlechten Schlafqualität litten, die gerade in die Wechseljahre
gekommen waren oder sie gerade hinter sich hatten, im Vergleich zu jenen,
die noch nicht in den Wechseljahren waren. Die Untersuchung (4) ergab auch
einen Zusammenhang zwischen schlechter Schlafqualität und schlechter
Herzgesundheit, dem Vorhandensein einer obstruktiven Schlafapnoe (OSA),
bei der es während des Schlafs immer wieder zu Atemaussetzern kommt, sowie
einer ungesunden Ernährung. So hatten Frauen mit Zeichen von
Schaflosigkeit einen schlechteren Body Mass Index (BMI). Bei
Teilnehmerinnen mit einem Risiko für OSA waren neben einem schlechteren
BMI zudem Blutdruck- und Blutzucker-Werte schlechter als bei anderen
Frauen.
„Schlafstörungen über einen längeren Zeitraum verursachen Stress, der
wiederum wichtige Stoffwechselprozesse stört. Das wirkt sich negativ auf
die kardiovaskuläre Gesundheit und andere Lebensstilfaktoren aus. Frauen
mit Schlafproblemen sollten diese nicht auf ihren dicht gedrängten Alltag
mit Beruf und Familie schieben, sondern bei ihrer Ärztin oder ihrem Arzt
direkt ansprechen“, rät die Herzspezialistin aus dem Vorstand der
Herzstiftung. Umgekehrt lassen sich mit Hilfe von Lebensstilmaßnahmen wie
regelmäßige Bewegung und ausgewogene Ernährung solche Risikofaktoren wie
Übergewicht und Bluthochdruck günstig beeinflussen, die eine OSA
verursachen und so die Gefahr für Herzinfarkt und Schlaganfall erhöhen.
Die Herzstiftung empfiehlt Frauen daher generell und besonders noch bevor
es mit den Wechseljahren losgeht, die acht Schritte für ein gesundes Herz
in Angriff zu nehmen: https://herzstiftung.de/acht-tipps

Herzinfarkt-Warnsignale: Symptome werden verschieden wahrgenommen
Wegen der weiblichen Hormone sind Frauen bis zu den Wechseljahren weniger
durch den Herzinfarkt gefährdet, der Herzinfarkt tritt bei ihnen fünf bis
zehn Jahre später auf als bei Männern. „Bei Frauen über 65 Jahren steigt
das Herzinfarktrisiko. Doch auch jüngere Frauen zwischen 40 und 50 sind
der Gefahr ausgesetzt – vor allem dann, wenn in der Familie häufig Herz-
Kreislauf-Erkrankungen aufgetreten sind oder wenn ein ungesunder
Lebensstil durch Bewegungsmangel, Rauchen, Übergewicht, Dauerstress oder
von außen zugeführte Hormone wie die ,Pille‘ das Infarktrisiko erhöhen“,
betont Prof. Tiefenbacher. Es gibt Besonderheiten beim Herzinfarkt, auf
die Frauen unbedingt achten sollten. Der Herzinfarkt bei Frauen ist anhand
der Symptome oftmals nicht so klar zu erkennen wie bei Männern. „Häufiger
als bei Männern können bei Frauen weniger eindeutige Symptome auftreten,
etwa Atemnot, ein Ziehen in den Armen, unerklärliche Müdigkeit,
Angstzustände, Schweißausbruch, Übelkeit oder Erbrechen, Schmerzen im
Oberbauch oder im Rücken“, erklärt Prof. Tiefenbacher. Bei Frauen kommt es
häufig vor, dass der typische Brustschmerz als Hauptsymptom des
Herzinfarkts nicht im Vordergrund steht wie bei den Männern, sondern
andere Symptome. Infos: https://herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-
symptome

Herzstiftung rät zum Vorsorge-Checkup ab 40 Jahren
Frauen sollten, ebenso wie Männer, ihr Risiko für Herz-Kreislauf-
Erkrankungen bei Vorsorgeuntersuchungen ab 40 Jahren – bei familiärer
Vorbelastung früher - checken lassen, rät die Deutsche Herzstiftung. Das
könne der regelmäßige Gesundheits-Check-up bei Hausärztin oder Hausarzt
sein, der ab 18 Jahren einmalig und ab 35 Jahren alle drei Jahre erfolgt
(wird von der Krankenkasse bezahlt) und der neben der Blutdruckmessung
auch Blutzucker- und Blutfettwerte wie LDL-Cholesterin erfasst. Darüber
hinaus erlauben es etwa Ultraschalluntersuchungen der Halsschlagadern oder
der Becken- und Beingefäße, frühzeitig Gefäßverkalkungen zu erkennen, die
für die Betroffenen noch ohne Symptome sind. Das EKG in Ruhe und unter
Belastung sowie die Ultraschalluntersuchung des Herzens ergänzen das
Untersuchungsspektrum.

Quellen:

(1) Destatis – Statistisches Bundesamt:  Todesursachen Anzahl der
Gestorbenen nach Kapiteln der ICD-10 und nach Geschlecht für 2022:
https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-
Umwelt/Gesundheit/Todesursachen/Tabellen/gestorbene_anzahl.html?nn=210776
(2) Gesundheitsatlas Deutschland des Wissenschaftlichen Instituts der AOK
(WIdO) Bluthochdruck in Deutschland 2023.
(3) American Heart Association, Sleep problems linked to heart health
risks during and after menopause (PM der AHA vom 4. Dez. 2023):
https://www.heart.org/en/news/2023/12/04/sleep-problems-linked-to-heart-
health-risks-during-and-after-menopause

(4) American Heart Association, Scientific Session 2023- Associations
Between Multiple Dimensions of Poor Sleep and Life’s Essential 8
Cardiovascular Health Score During the Menopausal Transition: Findings
From the AHA Research Goes Red Weight Study (12. Nov. 2023):
https://www.abstractsonline.com/pp8/?_ga=2.252499981.569559676.1693429947-1069604919.1693247687#!/10871/presentation/9760

Service
Herzstiftungs-Podcast imPULS – Wissen für Ihre Gesundheit: „Warum
Frauenherzen anders sind – und anders behandelt werden müssen“- Ein
Gespräch mit Prof. Sandra Eifert: https://herzstiftung.de/service-und-
aktuelles/podcasts/frauen-herzerkrankungen


Infos zu Frauenherzen und Herzinfarkt-Alarmzeichen:
Rund um die Herzgesundheit von Frauen informiert die Herzstiftung mit
zahlreichen Infos unter www.herzstiftung.de/frauenherzen und über die
Herzinfarkt-Warnsignale unter https://herzstiftung.de/herzinfarkt-frauen-
symptome

Ratgeber: Der Ratgeber „Koronare Herzkrankheit und Herzschwäche – was ist
bei Frauen anders?“ (20 Seiten) kann kostenfrei bei der Herzstiftung unter
Telefon (0 69) 955128-400 und unter www.herzstiftung.de/bestellung
angefordert werden.
Bildmaterial zu Herzinfarkt-Warnzeichen und Ratgeber kann angefordert
werden unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

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Lebertumoren – Prävention und Früherkennung: Deutsche Leberstiftung sensibilisiert zum Weltkrebstag 2024

Am 4. Februar 2024 richtet die Internationale Vereinigung gegen Krebs
(UICC) den Weltkrebstag aus. Der Aktionstag wurde auf dem Weltgipfel gegen
Krebs im Jahr 2000 in Paris ins Leben gerufen. Das dreijährige
Kampagnenthema (2022 bis 2024) lautet „Versorgungslücken schließen“ und
fokussiert in diesem Jahr verstärkt die Einbeziehung von Führungskräften.
Die Deutsche Leberstiftung, zu deren Aktionsfeldern die
Versorgungsverbesserung von Patienten mit Lebertumoren sowie die
Aufklärung über Prävention, Diagnostik und Therapien zählen, unterstützt
den Weltkrebstag. Anlässlich steigender Fallzahlen und hoher
Mortalitätsraten bei Lebertumoren informiert die Stiftung im Rahmen des
Aktionstages.

Der Weltkrebstag am 4. Februar möchte in diesem Jahr die Aufmerksamkeit
für Tumorerkrankungen auf eine höhere Ebene lenken. Deswegen fokussiert
das dreijährige Kampagnenthema „Versorgungslücken schließen“ die
Einbeziehung von Führungskräften: „Close the care gap: Together, we
challenge those in power“.

Wie wichtig es ist, sich im Kampf gegen Tumorerkrankungen auch an
politische Entscheider zu wenden, um Verbesserungen zu erzielen, erklärt
Prof. Dr. Michael P. Manns, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Leberstiftung: „Eines der Ziele, die die Deutsche Leberstiftung verfolgt,
ist die Verbesserung der Früherkennung von Lebererkrankungen, um
Komplikationen wie Lebertumoren zu verhindern oder frühzeitig behandeln zu
können. In vielen Fällen können Leberschädigungen oder Lebererkrankungen
bereits in einem frühen Stadium nachgewiesen und erfolgreich behandelt
werden – vorausgesetzt, Arzt und Patient sind für das lebenswichtige Organ
und seinen Gesundheitsstatus sensibilisiert. Über viele Jahre hat die
Deutsche Leberstiftung die wichtige Forderung an die Politik adressiert,
Screening-Programme zu etablieren, die auf die Früherkennung von
Lebererkrankungen abzielen – mit einem ersten Erfolg: Seit dem 1. Oktober
2021 wird als zusätzliche Vorsorgeleistung auch das einmalige Screening
auf Hepatitis B und C angeboten. Damit sollen bislang unentdeckte
Infektionen mit den Hepatitis-Viren B (HBV) und C (HCV) erkannt und durch
eine Therapie Leberzirrhosen und Lebertumoren verhindert werden. Mit
dieser Erweiterung der Gesundheitsuntersuchung, die von gesetzlich
Versicherten ab dem vollendeten 35. Lebensjahr alle drei Jahre in Anspruch
genommen werden kann, ist die Hepatologie endlich im gesundheitlichen
Vorsorgebewusstsein angekommen.“

Beim Leberkrebs wird zwischen primärem Leberzellkrebs (Hepatozelluläres
Karzinom, HCC) und sekundärem Leberkrebs (zum Beispiel Metastasen)
unterschieden. Primärer Leberzellkrebs entsteht, wenn der bösartige Tumor
sich direkt aus den lebereigenen Zellen entwickelt. Es gibt weitere
primäre Krebserkrankungen der Leber wie beispielsweise das
Cholangiokarzinom (Cholangiozelluläres Adenokarzinom CCA), das entstehen
kann, wenn die Gallenwege immer wieder oder sehr lange entzündet sind. Ein
CCA kann die Gallenwege innerhalb der Leber (intrahepatisch) und außerhalb
der Leber (extrahepatisch) oder die Gallenblase (Gallenblasenkarzinom)
betreffen. Dieser Tumor ist relativ selten, die Häufigkeit nimmt in
letzter Zeit – wie beim HCC – auch bei dieser Tumorvariante zu.

Neben den von Prof. Manns beschriebenen Virushepatitiden gibt es weitere
Lebertumor-Risiken: Gesundheitsprobleme, die seit Jahren immer größer
werden und zu Lebererkrankungen – immer häufiger auch zu Lebertumoren –
führen können, sind Übergewicht und Fettleibigkeit (Adipositas). Eine
aktuelle Datenauswertung der Kaufmännischen Krankenkasse (KKH) belegt,
dass sich der Anteil der Betroffenen zwischen 2012 und 2022 um circa 30
Prozent erhöhte: Jeder Neunte in Deutschland ist fettleibig (adipös). Auch
bei Kindern und Jugendlichen ist der Anstieg alarmierend. Je höher das
Körpergewicht, desto höher ist das Risiko für ernsthafte Folgeerkrankungen
wie einer steatotischen Lebererkrankung (SLD, auch als Fettlebererkrankung
bezeichnet), von der bereits jeder Vierte hierzulande betroffen ist. Vier
Prozent haben sogar eine aufgrund einer Stoffwechselstörung entzündete
Leber, also eine Metabolische dysfunktions-assoziierte Steatohepatitis
(Metabolic dysfunction-associated steatohepatitis – MASH). Bei den meisten
chronischen Lebererkrankungen ist das Risiko einer Tumorbildung im Stadium
einer Leberzirrhose erhöht: Es kann sich ein Leberzellkrebs entwickeln
(Hepatozelluläres Karzinom, HCC). Bei der MASH kann HCC jedoch schon
auftreten, bevor eine Zirrhose vorliegt.

„Wie viele andere Krebserkrankungen können auch Lebertumoren oftmals
vermieden werden. Beispielsweise ist Adipositas eine Erkrankung, die viele
Ursachen haben kann. Deshalb sollten Betroffene gemeinsam mit ihrem
Hausarzt abklären, ob aufgrund des Gewichts gesundheitliche Risiken
bestehen und beispielsweise eine mögliche Lebererkrankung thematisieren
und abklären“, erklärt Prof. Manns und nennt einige weitere Faktoren, mit
denen das Risiko für Leberzelltumoren gesenkt werden kann: „Einen
Schutzfaktor bietet die Hepatitis B-Impfung. Der Alkoholkonsum sollte
eingeschränkt, Übergewicht reduziert und mehr Bewegung in den Alltag
integriert werden. Ein bestehender Diabetes mellitus sollte sorgfältig
eingestellt werden und auch weitere leberschädigende Grunderkrankungen
sollten frühzeitig und regelmäßig behandelt werden. Hepatitis-
Virusinfektionen sollten gemäß den aktuellen Leitlinien therapiert werden.
Und der Verzehr von täglich mindestens vier Tassen Kaffee senkt das Risiko
für das Metabolische Syndrom und die Entstehung einer dadurch bedingten
steatotischen Lebererkrankung, die Entwicklung einer Leberzirrhose sowie
die Entstehung von Leberzellkrebs bei allen Lebererkrankungen.“

In den letzten Jahren haben sich die Behandlungsmöglichkeiten beim
fortgeschrittenen Leberkarzinom mit der Verfügbarkeit von
immunmodulatorischen Therapien bereits verbessert und mittlerweile stehen
systemische Therapien zur Verfügung, die in die Signalwege für das
Tumorwachstum eingreifen. Zudem ermöglichen die sogenannten Immun-
Checkpoint-Inhibitoren das gezielte Aktivieren des Immunsystems zur
Erkennung und Beseitigung der Krebszellen. Der zeitlich versetzte Einsatz
verschiedener Therapieformen verbessert die Prognose von betroffenen
Patienten.

Der wichtigste Aspekt für den Erfolg einer Therapie von Lebertumoren ist
nach wie vor die Früherkennung; dann sind sie in der Regel besser
therapierbar und manchmal sogar heilbar.

Weitere Informationen

Die Deutsche Leberstiftung bietet Kurzbroschüren zu den Themen „Leber und
Krebs“ sowie „Krebs der Gallenwege und der Gallenblase (CCA)“ an, die
kostenfrei bestellt oder unter https://www.deutsche-leberstiftung.de
heruntergeladen werden können.

Deutsche Leberstiftung

Die Deutsche Leberstiftung befasst sich mit der Leber, Lebererkrankungen
und ihren Behandlungen. Sie hat das Ziel, die Patientenversorgung durch
Forschungsförderung, Forschungsvernetzung und wissenschaftliche Projekte
zu verbessern. Mit intensiver Öffentlichkeitsarbeit steigert die Stiftung
die öffentliche Wahrnehmung für Lebererkrankungen, damit diese früher
erkannt und geheilt werden können. Die Deutsche Leberstiftung bietet
außerdem Information und Beratung in medizinischen Fragen. Auf der Website
finden Sie umfangreiche Informationen sowie Bildmaterial für Betroffene,
Interessierte, Angehörige der Fachkreise und Medienvertreter: https://www
.deutsche-leberstiftung.de.

UNSERE BUCHEMPFEHLUNGEN

„Das große Kochbuch für die Leber“ – 122 Rezepte mit allen wichtigen
Nährwertangaben; Küchentipps und Regeln für eine lebergesunde Ernährung,
September 2022. Das Buch ist im Buchhandel erhältlich: ISBN
978-3-8426-3100-7 € 28,00 [D].

„Das Leber-Buch“ informiert allgemeinverständlich und umfassend über die
Leber, Lebererkrankungen, ihre Diagnosen und Therapien, 4. erweiterte und
aktualisierte Auflage September 2021 und ist im Buchhandel erhältlich:
ISBN 978-3-8426-3043-7, € 19,99 [D].

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Hell und modern: Kinderwunschzentrum am UKW mit neuem Standort

Neueste Technik und sichere Verfahren für optimale Behandlung / Alle
Bereiche an einem Standort vereint

Würzburg. Das Kinderwunschzentrum am Universitätsklinikum Würzburg (UKW)
hat neue, modern ausgestattete Räume im prägnanten Turm der UKW-
Frauenklinik bezogen. Auf drei Etagen stehen nun Untersuchungs- und
Behandlungsräume, mordernste Laboreinrichtung sowie die nötigen
gesicherten Flächen für die Kryotanks zum Lagern von eingefrorenen
Spermien oder Eizellen zur Verfügung. Jährlich werden am UKW-
Kinderwunschzentrum etwa 750 Patientinnen und Patienten behandelt. Das
Kinderwunschzentrum der Uniklinik zählt zu den größten Einrichtungen
dieser Art in Unterfranken.

„Für unsere Patientinnen und Patienten mit Kinderwunsch stehen damit helle
und moderne Räume am UKW zur Verfügung. Und das Team des
Kinderwunschzentrums profitiert von den optimalen Rahmenbedingungen für
diese wichtige Aufgabe“, betont PD Dr. Tim J. von Oertzen, Ärztlicher
Direktor und Vorstandsvorsitzender der unterfränkischen Uniklinik. Zuvor
waren die Räume des Kinderwunschzentrums im Untergeschoss der UKW-
Frauenklinik an der Josef-Schneider-Straße untergebracht.
„Durch den Umzug auf die drei Etagen des Turms bleibt die enge Anbindung
an die Frauenklinik und unsere verschiedenen Fachdisziplinen erhalten.
Gleichzeitig konnte durch den Umbau und den Umzug jetzt ein passendes
Ambiente geschaffen werden, das zur medizinischen Leistung auf
universitärem Niveau passt“, freut sich Prof. Dr. Achim Wöckel, Direktor
der Frauenklinik am UKW. Das Würzburger Universitätsklinikum investierte
aus Eigenmitteln für den Umbau der Flächen im Gebäude aus den 1930er
Jahren ca. 2,9 Millionen Euro. Die Flächen mussten zuvor entkernt und mit
der nötigen technischen Infrastruktur ausgestattet werden. Die Bauarbeiten
dauerten 18 Monate und wurden vom UKW (Geschäftsbereich Technik und Bau)
geplant und ausgeführt.

Räumlich ist das Kinderwunschzentrum damit ein eigener Bereich für sich.
In der ersten Etage befinden sich u.a. der Behandlungsraum und Büros,
darüber direkt der Anmeldebereich mit zwei Untersuchungsräumen. In der
dritten Etage befindet sich das Labor sowie ein extra ausgestatteter Raum
für insgesamt 16 gesicherte Kryotanks und ein Raum zur Spermaabgabe. Für
die entnommenen Eizellen gibt es einen eigenen kleinen „Proben-Aufzug“
zwischen den Etagen.

Schonende Kontrolle in speziellem Inkubator per Video

Direkt nach der Befruchtung der Eizelle im Kinderwunschzentrum werden
diese in einem speziellen Inkubator gelagert, um dort den Erfolg einer
Befruchtung zu kontrollieren. Als eine von nur wenigen Kliniken in Bayern
setzt das UKW-Kinderwunschzentrum dafür einen speziellen „Time Lapse
Inkubator“ ein. Dieser ermöglicht eine besonders schonende Überwachung der
befruchteten Eizellen bzw. der sich dann entwickelnden Embryonen. Dr.
Claudia Staib, Leiterin des Labors im Kinderwunschzentrum, erklärt:
„Dadurch können wir eine Überwachung per Video vornehmen. Dies ist
besonders schonend, denn so ist keine Entnahme aus dem Inkubator zur
Kontrolle erforderlich. Das ist ein enormer Vorteil für den Erfolg einer
künstlichen Befruchtung.“ Die Biologin betont zudem: „Der Begriff
´künstliche Befruchtung´ ist etwas irreführend: Natürlich findet die
Befruchtung in einem Labor statt, aber der Vorgang ist zellbiologisch der
gleiche wie im Körper. Nur die Umgebung ist eine andere.“ Ist eine
Befruchtung erfolgreich, wird der Embryo nach fünf Tagen der Patientin
eingesetzt.

Kinderwunsch erhalten bei Krebstherapie

Oberarzt Dr. Michael Schwab, Ärztlicher Leiter des UKW-
Kinderwunschzentrums, erklärt: „Unerfüllter Kinderwunsch ist nicht
ungewöhnlich. Bei etwa 15 Prozent der Paare im gebärfähigen Alter bleibt
der Wunsch nach einem Kind unerfüllt. Daher werden bei uns zunächst beide
Partner untersucht. Für die erfolgreiche Befruchtung stehen uns dann
verschiedene Verfahren zur Verfügung.“ Eine wichtige Aufgabe des UKW-
Kinderwunschzentrums sei es auch, Patientinnen und Patienten im Rahmen von
„FertiPRotekt“ bei einer Krebserkrankung zu betreuen, die eine Chemo- oder
Strahlentherapie vor sich haben. Dadurch kann bei erfolgreicher Behandlung
ein späterer Kinderwunsch erfüllt werden. Dabei werden dann z.B. die
Eizellen eingefroren, um sie bei einem späteren Zeitpunkt zu befruchten
und einzusetzen.

Zur Hälfte liegen die Gründe beim Mann

Die Gründe für einen unerfüllten Kinderwunsch sind vielfältig, erklärt
Reproduktionsmediziner Dr. Schwab. Allerdings gebe es eine merkliche
Verschiebung: Lag früher der Grund zu etwa 30 Prozent beim Mann, sei
dieser Anteil auf inzwischen rund 50 Prozent angestiegen. Schwab: „Auch
bei Männern sinkt die Fruchtbarkeit bei steigendem Alter, das kann
eventuell zu dieser Entwicklung beitragen. Wichtig ist daher eine exakte
Diagnose.“ Dabei arbeiten die Würzburger Reproduktionsmediziner jeweils
eng mit den übrigen Fachabteilungen des UKW zusammen, z.B. der
Endokrinologie, wenn ein Verdacht auf Hormonstörungen besteht.

Das UKW-Kinderwunschzentrum ist als Mitglied des deutschen IVF-Registers
auch mit dem entsprechenden Gütesiegel ausgezeichnet. Zudem können neue
Entwicklungen aus der medizinischen Forschung der Universitätsmedizin
schnell in die Behandlung integriert werden.

Eine anteilige Kostenübernahme durch die gesetzliche Krankenversicherung
ist durch die Patientinnen und Patienten im Vorfeld abzustimmen.

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Kardio-CT als Kassenleistung: Herzstiftung begrüßt G-BA-Beschluss, Anbindung an Kardiologie-Expertise erforderlich

Aufnahme nicht-invasiver Koronarer Computertomographie-Angiographie in den
Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen: „Wichtiger Schritt“ zu
besserer Versorgung von Menschen mit koronarer Herzkrankheit und einem
Risiko für Herzinfarkt und Herztod

Die Deutsche Herzstiftung begrüßt den Beschluss des Gemeinsamen
Bundesausschusses (G-BA) vom 18. Januar, das schonende (nicht-invasive)
bildgebende Diagnoseverfahren der Koronaren Computertomographie-
Angiographie (CCTA) in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen
aufzunehmen. Die Entscheidung des G-BA sei ein wichtiger Schritt, um
Menschen mit Erkrankungen der Herzkranzgefäße, der koronaren Herzkrankheit
(KHK), besser zu versorgen. Die CCTA ist in der bildgebenden Diagnostik
bei Patientinnen und Patienten mit Verdacht auf KHK ein in der Klinik
bewährtes und dort bevorzugt angewandtes Verfahren. Am häufigsten kommt es
in früheren Krankheitsstadien zum Einsatz, wenn etwa Angina-pectoris-
verdächtige Beschwerden bestehen. Inzwischen empfehlen die Leitlinien der
Europäischen Gesellschaft für Kardiologie (ESC) die CCTA zur
Erstdiagnostik bei Patienten mit einer geringen bis mittleren
Krankheitswahrscheinlichkeit (1). „Dieses für den Ein- oder Ausschluss
einer koronaren Herzkrankheit unverzichtbare Verfahren als Kassenleistung
im ambulanten Bereich aufzunehmen, ist ein Gewinn für die Versorgung von
Herzpatientinnen und Herzpatienten“, betont Prof. Dr. med. Thomas
Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen Herzstiftung. „Allerdings
muss durch die vom G-BA beschlossenen Neuregelungen gewährleistet sein,
dass beim Einsatz der CCTA die primäre Indikation durch Fachärztinnen und
Fachärzte der Kardiologie gestellt wird“, fordert der Kardiologe.
In Deutschland leiden schätzungsweise fünf Millionen Betroffene an einer
KHK, jährlich sterben über 121.000 Menschen daran, davon über 45.000 am
akuten Herzinfarkt (Deutscher Herzbericht 2022). In 80 Prozent der Fälle
eines plötzlichen Herztods ist die KHK die Hauptursache. Jährlich sterben
in Deutschland 65.000 Menschen am plötzlichen Herztod.

Indikationsstellung für CCTA-Untersuchung nur durch Kardiologin/Kardiologe
Zwar kann nach den Neuregelungen zur KHK-Diagnostik im G-BA-Beschluss die
auf Röntgenstrahlen basierende CCTA sowohl von Radiologen/-innen als auch
von Kardiologen/-innen angewendet werden. Besonders kritisch sieht jedoch
die Deutsche Herzstiftung, dass der G-BA-Beschluss nicht konkret festlegt,
dass im Rahmen der Koronardiagnostik durch eine CCTA kardiologische
Fachexpertise in jedem Fall beteiligt sein muss, sondern dies nur
„insbesondere bei unklaren oder komplexen Befunden“ der Fall ist (2). Die
Indikationsstellung bei klaren nicht-komplexen Befunden einer KHK läge
demzufolge nicht in der Hand einer Kardiologin oder eines Kardiologen,
sondern könne ebenso beim Radiologen oder der Radiologin alleine liegen.
„Besonders kritisch sehen wir dieses Vorgehen, weil die
Indikationsstellung nur durch eine Fachärztin oder einen Facharzt für
Kardiologie erfolgen sollte. Denn diesen Fachärzten stehen sämtliche
alternativen diagnostischen Verfahren zur Verfügung. Eine CCTA-
Untersuchung kann nur im Kontext dieser Verfahren sinnvoll eingesetzt
werden“, betont der Kardiologe Prof. Voigtländer. Anders als etwa in der
Tumordiagnostik können die Befunde in der Koronardiagnostik zudem sehr
zeitkritisch sein. Der plötzliche Herztod ist zu 80 Prozent durch eine
koronare Herzerkrankung bedingt. „Zeitverluste bei der Herz-Diagnostik,
etwa wegen falscher Befundinterpretationen und überflüssiger
Folgediagnostik, gefährden die Patientinnen und Patienten zusätzlich“,
stellt Voigtländer klar. Es müsse daher einen verantwortlichen Arzt
(Kardiologe/Kardiologin) geben, der für die Einschätzung und Beurteilung
des CCTA-Befundes sowie für die weitere Therapie und Diagnostik
federführend verantwortlich ist. „Es ist erforderlich, dass sich der
verantwortliche Kardiologe oder die Kardiologin darum kümmert, dass nach
Beurteilung des CCTA-Befundes die richtigen diagnostischen und
therapeutischen Maßnahmen eingeleitet werden“, so die Forderung des
Herzstiftungs-Vorsitzenden. Hier müsse der G-BA im Beschlusstext
unmissverständlicher festhalten, dass die Indikationsstellung und
weitergehende Maßnahmen primär an die kardiologische Fachexpertise zu
binden sind.

Gefahr der Kostenexplosion durch sinnlose Ausweitung der Anwendung der
CCTA
Herzstiftung und Vertreter ärztlicher Fachgesellschaften wie der Deutschen
Gesellschaft für Kardiologie (DGK) befürchten, dass eine
Indikationsstellung durch eine Ärztin oder Arzt ohne kardiologische
Expertise zudem zu einer unbegründeten Ausweitung der Anwendung der CCTA-
Untersuchung und damit zu einer Kostenexplosion führen könnte. Außerdem
wichtig: „Wer die Indikation stellt, sollte das Ergebnis der Untersuchung
dann auch der Patientin oder dem Patienten erklären, ebenso wie die daraus
folgenden Konsequenzen für die Therapie. Hiermit ist jedoch ein
Nichtfachmann mit Sicherheit überfordert“, gibt Prof. Voigtländer zu
bedenken.

G-BA-Beschluss zur CCTA „nur folgerichtiger Schritt“
Die Gefahr der KHK besteht insbesondere darin, dass die Phase eines
stabilen Zustands (chronisches Koronarsyndrom: CCS) mit der klassischen
Brustschmerz-Symptomatik unter Anstrengung, unterbrochen werden kann von
instabilen Phasen eines Akuten Koronarsyndroms (ACS), das dem Herzinfarkt
oft unmittelbar vorausgeht. Um diese gefährliche Situation zu verhindern,
ist eine frühzeitige Diagnostik mittels CCTA wichtig. Die CCTA kann alle
Herzkranzgefäße und deren krankhaften Veränderungen in Form von
Verengungen (Stenosen) und Plaques in ausreichend guter Qualität abbilden.
„Dadurch trägt die CCTA effektiv dazu bei, die Zahl an
Krankenhausaufnahmen zu verringern und die Überlebensrate von KHK-
Patienten zu erhöhen, indem Komplikationen wie Herzinfarkte vermieden
werden. Der G-BA-Beschluss ist daher ein folgerichtiger Schritt zu einer
besseren Versorgung von Menschen mit Verdacht auf eine KHK“, betont der
Herzstiftungs-Vorsitzende.

Quellen:

(1) Deutscher Herzbericht 2022, Frankfurt a. M. 2023: Kap. 8.2.1
Nichtinvasive Bildgebung bei Koronarer Herzkrankheit, Seite 137
(2) Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung
der Richtlinie Methoden vertragsärztliche Versorgung
(MVV-RL): Computertomographie-Koronarangiographie bei
Verdacht auf eine chronische koronare Herzkrankheit vom 18.01.2024:
https://www.g-ba.de/downloads/39-261-6418/2024-01-18_MVV-RL_CCTA-KHK.pdf

Fotomaterial erhalten Sie gerne auf Anfrage unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.
oder per Tel. unter 069 955128-114

Service: Informationen zur Herz-Diagnostik
Mit dem Titel „Herzensansichten – kardiale Bildgebung“ stellt die
Herzstiftungs-Zeitschrift HERZ heute (Ausgabe 4/2022) alle Verfahren der
kardialen Bildgebung im Detail vor, erklärt ihre Funktionsweise und
Anwendungsbereiche und bietet Herzpatient*innen zahlreiche Informationen
zur Geschichte der nicht-invasiven Untersuchungsverfahren. Ein
kostenfreies Probeexemplar ist unter Tel. 069 955128-400 oder unter
https://herzstiftung.de/bestellung erhältlich.

Infos zur Diagnose der KHK:
https://herzstiftung.de/infos-zu-herzerkrankungen/koronare-
herzkrankheit/diagnose

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