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Lifestyle

Seebühne Bregenz, Rigoletto-Richtfest, 3. April 2019, besucht von Gabriela Bucher Liechti

Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor der Bregenzer Festspiele), Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele), Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto
Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor der Bregenzer Festspiele), Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele), Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto

Auf der Bregenzer Seepromenade ist nicht viel los an diesem Mittwoch, 3. April. Ein paar Mütter stossen Kinderwagen, ein paar Hunde ziehen an Leinen. Ein Lastwagen bringt zwei riesige Palmen aus ihrem Winterquartier zurück an ihren Sommer-Standort, ein paar Arbeiter in orangen Westen bereiten die Bootsanlegestelle vor, zwei Jugendliche kaufen Eis und Energy Drinks an einem der wenigen offenen Kioske. Von der Seebühne her hört man ein Klopfen und Hämmern, aber allmählich wird es ruhig auf der Baustelle dort. Die knapp 7000 Sitze der Tribüne sind leer bis auf zwei. Interessiert verfolgen dort zwei Besucher, wie drüben zwei schwarzgekleidete Männer eine rot-weiss bemalte runde Scheibe über die leicht abgeschrägte Bühne rollen, einmal rundherum bis sie wieder am selben Ort steht. «Was war das denn?», sagt der eine zum anderen. «Arbeitsbeschaffung wohl» meint der andere.

Buntes Gemenge

Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto) und Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele)
Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto) und Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele)

Die Ruhe, die nun über der Seebühne liegt, hat etwas Erwartungsvolles. Stative mit Lautsprechern werden aufgestellt, von links ertönt ein leises metallenes Geräusch: Der Kranführer ist unterwegs in seine Kabine. Wenig später schwebt ein rechteckiger schmaler Käfig über die Bühne, zwei Fotografen stehen drin, schwenken ihre riesigen Objektive in alle Richtungen und geben mit Handzeichen an, wo sie hingeführt werden wollen. Der riesige Clownkopf unter ihnen lächelt unbeirrt vor sich hin, die geschlossenen Augenlider wie gewölbte Sonnen-Markisen. Eine Besucher-Gruppe inspiziert die Technik an der «Hand Bregenz», welche aus dem Wasser ragt. Zwei Haubentaucher verfolgen sich lautstark zwischen den Pfählen der Bühne. Möven umkreisen den riesigen Kopf und setzen sich respektlos auf Augen und Ohren. Immer mehr Leute strömen nun über den Steg Richtung Seehinterbühne. Ein Reporter des RTV Vorarlberg und sein Kameramann proben noch kurz eine Ansage bei der Tribüne, ehe sie sich dem Besucherstrom anschliessen. Fotografen mit riesigen Kameras, Rohren, geschulterten Stativen und umgeschnallten Taschen und Beuteln, lässig gekleidete Männer mit Schals und extravaganten Lederschuhen, Arbeiter in bauchigen Hosen und schweren Arbeitsstiefeln, junge Frauen mit trendigen Sonnenbrillen, gestandene Männer in Anzügen; eine bunte Mischung geladener Gäste hat sich eingefunden auf der Seebühne zum Richtfest von «Rigoletto».

Wenn ein Projekt zum Leben erweckt wird

Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele) und Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor der Bregenzer Festspiele)
Elisabeth Sobotka (Intendantin der Bregenzer Festspiele) und Wolfgang Urstadt (Technischer Direktor der Bregenzer Festspiele)

Man kennt sich mehrheitlich und begrüsst sich herzlich. Man bestaunt die unglaubliche Hydraulik-Installation, schaut dem Clown direkt in den Kopf und in die Augenkugeln. Stative werden aufgestellt, Kameras gezückt, eine Drohne hat sich zu zwei Krähen gesellt, als wollte sie nicht auffallen. Die Kommunikationsverantwortliche Barbara Hingsamer schlängelt sich durch die Gäste, prüft die Schlange am Empfangstisch, schaut auf die Uhr. Dann endlich ist es soweit, DIE Rigoletto-Arie «La Donna è mobile» erschallt, dann wird es ruhig. Pressesprecher Axel Renner begrüsst seine Gäste: Regisseur und Bühnenbildner Philipp Stölzl, Intendantin Elisabeth Sobotka, Technikdirektor Wolfgang Urstadt, Bühnenmeister Manfred Achberger, Arbeitstaucherin Jessica Vogel und den Vertreter der Firma Steurer, Thomas Kaufmann. In kurzen, knappen Statements erzählen diese vom Abenteuer «Rigoletto».

Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto)
Philipp Stölzl (Bühne und Inszenierung Rigoletto)

Stölzl schwärmt von der unglaublich tollen Zusammenarbeit des ganzen Teams und vergleicht den Arbeitseifer und den Willen, etwas wirklich Ausserordentliches zu schaffen mit dem Credo der Oberammergauer Passionsspiele. Die Idee, welche er vor 3 Jahren gehabt habe, nun langsam Wirklichkeit werden zu sehen, das habe etwas unglaublich Aufregendes und Berührendes. Die Intendantin Elisabeth Sobotka bestätigt, wie begeistert sie sei, den Rigoletto, dieses knackige, knappe Stück, wie sie es nennt, zum allerersten Mal auf die Bregenzer Seebühne bringen zu dürfen. Auf die Frage, ob es auch statische Herausforderungen gegeben habe, antwortet Technikdirektor Urstadt mit einem kräftigen «Ja» und fügt an, dass diese sehr gross seien und sie weiterhin beschäftigten und Bühnenmeister Achberger meint, Rechtwinkliges bauen könne jeder, sie könnten aber eben auch mehr als das. Nur Arbeitstaucherin Jessica hält sich eher etwas bedeckt, wäre wohl lieber gleich wieder abgetaucht dorthin, wo’s ihr einfach grossen Spass mache zu arbeiten!

Wurst, Kraut und Bretzel

Impression des Rigoletto Richtfestes von Gabriela Bucher . Liechti
Impression des Rigoletto Richtfestes von Gabriela Bucher -. Liechti

Die Präsentation wird kurz und knapp gehalten, man bekommt aber eine gute Idee davon, was hier geleistet wurde und noch wird. Es dürfen noch Fragen gestellt und Interviews gemacht werden, kurze Baustellenführungen werden angeboten, Fotografen schweben nach wie vor über der Bühne, aber jetzt ist die Baustellen-Jause angesagt.  Bretzel, Würstchen, Sauerkraut, alles in rauen Mengen vorhanden, Gläser mit Sekt, Weisswein, Bier und Mineral werden immer wieder nachgeschoben. Man sitzt an Festtischen, verteilt sich auf die Stehtische, Palettentürme werden umfunktioniert zu Ablageflächen, es herrscht ein emsiges Treiben zwischen Werkzeugen, Kabeln, Gestängen, Holzbeigen und einem einsamen Kräutergärtchen, dort, wo sich in dreieinhalb Monaten die Operncrew tummeln wird. Die farbige, gutgelaunte Besucherschar geniesst das gelungene Richtfest in vollen Zügen unter der wohlwollend milden Abendsonne.

Trailer Bregenz Seebühne Aufbau im Zeitraffer

www.youtube.com/watch?time_continue=4&v=c_KUaN_eWw8

Kleine Fotodiashow des Richtfestes von Karl Forster und Gabriela Bucher – Liechti:

http://fotogalerien.wordpress.com/2019/04/07/seebuehne-bregenz-rigoletto-richtfest-3-april-2019-besucht-von-gabriela-bucher-liechti-2/

Text: www.gabrielabucher.ch  Fotos: bregenzerfestspiele.com/de

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Andreas Ottensamer, Klarinette Schumann Quartett, Theater Casino Zug, 6. April 2019,besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas
Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas

Besetzung und Programm:

Andreas Ottensamer Klarinette

Schumann Quartett:
Erik Schumann Violine
Ken Schumann Violine
Liisa Randalu Viola
Mark Schumann Violoncello

Felix Mendelssohn Bartholdy
Streichquartett Es-Dur op. 12

Leoš Janáček
Streichquartett Nr. 2 «Intime Briefe»

Carl Maria von Weber
Klarinettenquintett B-Dur op. 34

 

Rezension:

Theater Casino Zug
Theater Casino Zug

Das Schumann Quartett, das sind die drei Brüder Erik Schumann, erste Violine, Ken Schumann, zweite Violine, Mark Schumann, Cello und Liisa Randalu, Bratsche. Sie spielten vergangenen Samstag im Casino Zug, und wie sie spielten! Vom ersten bis zum letzten Ton des Streichquartetts Nr. 1 in Es-Dur von Felix Mendelssohn Bartholdy war man gefangen und hörte und schaute gebannt hin, fasziniert vom unglaublich präzisen Zusammenspiel der vier Ausnahmemusiker, von den Phrasierungen, der Lust am Spielen. Wie aus einem Guss musizieren und verschmelzen sie zu einem einzigen homogenen Klangkörper, nur ab und zu schält sich eines der Instrumente virtuos aus dem Klangteppich. Der erste Satz innig, mit Zurückhaltung dort, wo sie gefragt ist, das Allegro leicht und luftig und mit jugendlicher Frische, hingehauchte Passagen im Andante espressivo, mit schmerzvollem, glühendem Verlangen im Molto Allegro.

Liebe und Leidenschaft

Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas
Schumann Quartett Foto Kaupo Kikkas

Gebannt, begeistert und fasziniert erwartete man die «Intimen Briefe» von Leoš Janáček. Janáček schrieb das Werk im Alter von 74 Jahren und widmete es Kamila Stöslová, seiner 38 Jahre jüngeren Geliebten. Dazu schrieb er ihr: «Jetzt habe ich begonnen, etwas Schönes zu schreiben. Unser Leben soll darin enthalten sein. Es soll «Liebesbriefe» heissen. Ich glaube, es wird reizend klingen. (…) Es ist meine erste Komposition, deren Töne von all dem Liebeswürdigen durchglüht sind, das wir miteinander erlebt haben.» Wie die jungen Musiker die Gefühle dieses um zig Jahre älteren Mannes übersetzten war schlicht grandios. Das «Thema der Frau», hingehaucht von Bratsche und Cello, in absoluten Pianissimi, die innigen Betrachtungen, der Sturm der Gefühle. Zwischen zärtlichen Schwärmereien und leidenschaftlichen Beteuerungen, alles war spür- und hörbar. Auch die Verzweiflung im Vivace im zweiten Satz und immer wieder unterschwellig das Sehnsuchtsthema. Dabei aber auch Leichtfüssigkeit, dann der bebende Ausbruch im dritten Satz und zuletzt, im Allegro, das schmerzvolle, glühende Verlangen, die drängende Sehnsucht. Das alles bringen die vier Musiker mit einer solchen Überzeugung, einer solchen Ernsthaftigkeit und ohne Manierismus, ohne grosse Gesten herüber, das Publikum war verzaubert.

Unglaubliche Läufe

Andreas_Ottensamer Solist Klarinette
Andreas_Ottensamer Solist Klarinette

Nach der Pause folgte das Klarinettenquintett B-Dur Op. 34 von Carl Maria von Weber mit Andreas Ottensamer, dem ersten Soloklarinettisten der Berliner Philharmoniker. Schwindelerregende Läufe legte Ottensamer hin, mit einer unglaublichen Leichtigkeit, Pianissimi, welche man so bei einer Klarinette noch nicht gehört hat, nicht für möglich halten würde. Kein noch so schneller Lauf konnte ihm etwas anhaben, im Gegenteil, es schien ihm richtig Spass zu machen. Locker sass er da und lächelte immer wieder komplizenhaft zu seinen Musikerkollegen rüber.

Die Unkompliziertheit der Musiker war unglaublich wohltuend und übertrug sich auch aufs Publikum. Obwohl eher im oberen Alterssegment, liess es sich dazu hinreissen, mit Stampfen die fünf immer wieder aufs Podium zu holen. Ottensamer versprach etwas ganze Neues als Zugabe, hantierte nicht sofort ganz erfolgreich mit seinem IPad und erklärte, sie hätten da auf dem Weg nach Zug was ausprobiert: Das Venezianische Gondellied für Klavier von Mendelssohn ihn einer mehrfach bearbeiteten Version nun für Streichquartett und Klarinette. Wenn er bei Weber mit Virtuosität brilliert hatte, spielte er jetzt noch seine ganze Musikalität aus und liess seine Klarinette singen, samtweich und verführerisch

Ein Ausnahmetalent und eine Entdeckung

Andreas Ottensamer, ein Ausnahmetalent, das Schumann-Quartett eine Entdeckung und eine wahre Freude zu sehen, wie unkompliziert und locker es auf der Bühne zugehen kann. Wenn das die neue Generation der klassischen Musiker ist, dann besteht Hoffnung, dass auch Junge sich nach und nach dafür begeistern lassen und die manchmal etwas angestaubte Atmosphäre in den Konzertsälen langsam aufgebrochen wird.

Text: www.gabrielabucher.ch Fotos: http://www.theatercasino.ch/

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Shawn Mendes mit Special Guest as Support Act Alessia Cara, Hallenstadion Zürich, 31. März 2019, besucht von Léonard Wüst

Shawn Mendes am Klavier Foto abc productions
Shawn Mendes am Klavier Foto abc productions

Besetzung: Shawn Mendes und Band und Special Guest Alessia Cara

Rezension:

Aufgewachsen ist Shawn Mendes (*8.8.1998) in Pickering, einem Vorort von Toronto. Er ist portugiesischer und englischer Abstammung.

Stationen einer Weltkarriere via Social Media

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Auf sich aufmerksam machte er im Internet, insbesondere bei Twitter, YouTube und Vine, wo er 2012 eine Coverversion von Hometown Glory von Adele veröffentlichte. Im Alter von 15 Jahren wurde er von Island Records unter Vertrag genommen. Weitgehend ohne Unterstützung von Radio und Fernsehen sicherte er sich eine große Anhängerschaft im Internet und erreichte bei Vine 3,8 Millionen Fans. Seine erste Veröffentlichung im Sommer 2014, der Song Life of the Party, wurde der am häufigsten geteilte Song der Woche bei Twitter und schaffte es auch in die kanadischen und amerikanischen Charts.

In den Billboard Hot 100 erreichte er Platz 24 und war damit der jüngste Interpret, der mit seiner Debütsingle eine so hohe Platzierung erreichte. Auch in anderen Ländern wie Neuseeland und Schweden war das Lied erfolgreich. Spricht man über Shawn Mendes, kann man Zahlen nicht aussen vorlassen. Mit 19 hat er bereits drei volle Alben veröffentlicht. Seine ersten beiden Platten schafften es auf Platz eins der amerikanischen Charts – und das vom ersten Tag an. Damit ist Mendes einer von nur fünf Künstlern, die selbiges vor Erreichen der Volljährigkeit vollbracht haben.

Nicht nur ein hübscher Teenie Schwarm zum kuscheln

Shawn Mendes im  Hallenstadion Foto Dominik Meier
Shawn Mendes im Hallenstadion Foto Dominik Meier

Mendes ist aber nicht einfach nur ein gutaussehender Junge mit schöner Stimme, wie man sie einst in Boygroups fand. Er kann mehr. Aufmerksam wurde die Musikindustrie auf ihn, als er auf Youtube Coversongs postete, die grosse Beachtung fanden. Mendes trumpfte darin nicht nur als Sänger auf, sondern auch als subtiler Gitarrist. Diese Fähigkeit half ihm denn auch, seine eigenen Songs zu schreiben – oder mitzukomponieren. So auch auf seinem dritten Album, das er am 25. Mai 2018 veröffentlichte.

Einige Songs davon sind bereits bekannt, etwa der im März lancierte «In My Blood», in dem er über seine Angstzustände singt und der in der Schweiz auf Platz 5 der Hitparade stieg. Der Song zeigt, wie nahbar dieser Star ist. Und weshalb man ihn in einem Atemzug mit Namen wie Ed Sheeran oder John Mayer nennt.
All diese Komponenten sind denn auch der Grund, dass das Hallenstadion für dieses Konzert ausverkauft war, was sich auch in den propenvollen Trams manifestierte, die das Hallenstation bedienten. Inmitten tausender kreischender, vorwiegend  weiblicher Zahnspangen Teenies fand ich meinen Platz im Pressesektor und arrangierte die benötigten Utensilien, wie Fotoapparat, Notizbock, Schreibzeug usw. und harrte der Dinge, die da kommen sollten. Für einmal hatte der „Support Act“, (Alessia Cara), eine Landsfrau von Mendes, richtig für Stimmung gesorgt, sodass das Auditorium optimal auf den „Main Act“ eingestimmt war. Durchaus denkbar, dass die 22jährige Sängerin in absehbarer Zeit selbst als Haupt Act auf der Bühne steht, das nötige Rüstzeug dazu hat sie allemal.

Der portugiesisch stämmige Kanadier ist auch handwerklich top.

Shawn Mendes im  Hallenstadion Foto Dominik
Shawn Mendes im Hallenstadion Foto Dominik Meier

9‘000 Zuschauer verfolgten im komplett bestuhlten Stadion die perfekt inszenierte Pop-Rock-Show. Betonung auf Rock nebst Pop – dies deshalb, weil der Kanadier mit einer klassischen Rockband bestehend aus E-Gitarre, Bass, Drums und Tastenmann auf die Bühne tritt. Wohltuend: Anders als die meisten, derzeitigen Teenie Stars verzichtet Mendes auf DJ-Samples und andere Effekthascherei. Auch selber spielt der Mann ausgezeichnet Gitarre – akustisch wie elektrisch, was dann und wann auch mal in einem kleineren Gitarrenduell mit seinem Stammgitarristen endete und die Handarbeit seiner Musik unterstrich.

Einfluss hat Shawn Mendes auch an diesem Konzert-Abend. Immer wieder fordert er seine Fans auf, mitzusingen. Worauf die sehr textsichere Mädchenschar sich die Seele aus dem Leib kreischt. Jedermann/frau in der Halle steht, obwohl alle 9000 eine Sitzgelegenheit hatten. Es ist eine nüchterne Teenie-Party.Die eine Hälfte des Konzerts singt Mendes auf der Bühne, er setzt sich auch mal ans Klavier. Die zweite Hälfte steht er  auf einem Plateau mitten in der Halle – auf dem eine überdimensionale leuchtende Rose steht, die fast bis zur Decke reicht.

Nebst Gesang, beherrscht Mendes auch Gitarre und Klavier virtuos

Shawn Mendes  im Hallenstadion mit Gekreisch gefeiert
Shawn Mendes im Hallenstadion mit Gekreisch gefeiert

Der Kanadier griff, nebst der E Gitarre, zwischendurch auch zur akustischen, setzte sich auch mal an den Flügel um ein paar Harmonien oder Läufe zu setzen. Große Überraschungen bleiben aus. Die brauchen seine Fans auch überhaupt nicht. Das, im Volksmund „Wädlitempel“ genannte, Hallenstadion wird für einen Abend zu einer Oase, in der es keine Probleme zu geben scheint, etwas wie Friede, Freude Eierkuchen. eine Art heile Welt in einer Musikblase!

Dislokation auf eine kleine Rundbühne im Zentrum des Stadions

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Dann „verschwand“ die Hauptbühne im Dunklen und die Rundbühne im Zentrum  des Stadions wurde in blaues Licht getaucht. Durch den Bühnenboden kam langsam ein Flügel zum Vorschein, jedoch ohne Mendes. Der Kultstar kam über die Treppe auf die Bühne gelaufen, setzte sich gelassen an den Flügel und coverte «Castle on a Hill» von Ed Sheeran. Die Menge war aus dem Häuschen und es schien niemanden zu interessieren, dass das gesamte Hallenstadion eigentlich bestuhlt war. Auf einem Stuhl standen manchmal drei Personen auf einmal und hauptsächlich Mädchen kletterten über die Stuhlreihen und versuchten so, noch irgendwie in die Nähe des Kanadiers zu gelangen.

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich Foto Dominik Meier
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich Foto Dominik Meier

Danach schlug Mendes andere Tasten an und sang mit viel Gefühl eines seiner ältesten Lieder «Life of the Party». Er unterbrach den Gesang und liess für einige Sekunden die Menge alleine singen, bevor er einige Zeilen später wieder einsetzte. Das Lied handelt vom Anders-sein, vom nicht Hinhören, was andere meinen und das zu tun, worauf man Lust hat – anders eben, als der Durchschnitt. Mit ebenso viel Verve intonierte er den letzten Titel auf der kleinen runden Bühne: «Roses». Im ganzen Publikum verteilt tauchten wie aus dem Nichts rot leuchtende Herzluftballons auf – eine Überraschung der Fans für den 18-Jährigen Star. Das Ambiente hätte nicht passender sein können. Wieder liess Mendes seine Schweizer Fans einige Zeilen alleine singen und begleitete nur abschnittsweise auf dem Klavier.

Nach 1 1/2 Showtime nahte langsam das grosse Finale

Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich
Shawn Mendes im Hallenstadion in Zürich

Zurück auf der grossen Bühne und nach dem Song «Mercy» bat er das Publikum, die Handylichter einzuschalten. «Wow, einfach wundervoll. Danke, dass ihr heute hier seid», sagte er, während hinter ihm bereits auf dem Klavier geklimpert wurde. «Never Be Alone» war der zweitletzte Song des Abends, gefolgt von der Zugabe «Treat You Better». Die Besucherinnen und Besuchern gaben nochmals alles und sangen mit dem Kanadier lautstark mit. Ein tosender Applaus, noch lauteres Gekreische, Herzluftballons, Liebeserklärungen auf Plakaten, Standing Ovation – so verabschiedete das Publikum Shawn Mendes. Mit «In My Blood» verwandelte sich das Hallenstadion nach rund eineinhalb Stunden ein letztes Mal in einen 9’000 Stimmen starken Chor. Und dann regnete es Konfetti. Und CO2-Säulen schossen in die Höhe, es herrschte eitel Freude und man umarmte sich glücklich.

Text und Fotos: Léonard Wüst www.leonardwuest.ch

Fotos:

http://www.abc-production.ch/index,  Léonard Wüst, Dominik Meier

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Seebühne Bregenz, Rigoletto-Richtfest live im Internet

Seebühne Bregenz Rigoletto Bühnenbild
Seebühne Bregenz Rigoletto Bühnenbild

YouTube-Stream verfügbar Das Seebühnen-Richtfest Rigoletto am kommenden Mittwoch um 16.00 Uhr wird auch live auf dem YouTube-Kanal der Bregenzer Festspiele übertragen.


Hier geht’s zum Link.
 
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