Weniger Papier, mehr Zeit: Neue App soll Pflegekräfte bei Wundversorgung entlasten
An der Westsächsischen Hochschule Zwickau (WHZ) wird eine neue Pflege-App
entwickelt, die Pflegefachkräfte bei der Dokumentation und der Versorgung
chronischer Wunden unterstützen soll. An der Entwicklung arbeitet die
Hochschule gemeinsam mit der murimed GmbH & Co. KG und efleetcon GmbH.
Chronische Wunden stellen Pflegekräfte in der ambulanten Versorgung
regelmäßig vor große Herausforderungen: Eine fachgerechte Einschätzung,
Behandlung und Dokumentation sind essenziell für den Heilungsprozess und
erfordern zugleich Fachwissen, Zeit und eine lückenlose
Nachverfolgbarkeit. Hier setzt das Projekt InnoWAL an – mit einer App, die
Pflegefachpersonen mithilfe künstlicher Intelligenz gezielt unterstützt.
Das Projekt wird durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung
(BMBF) im Rahmen der Fördermaßnahme „KMU-innovativ: Interaktive
Technologien für Gesundheit und Lebensqualität“ gefördert. Es läuft über
drei Jahre. Der offizielle Projektauftakt erfolgte Mitte Juni mit einem
Kick-off-Meeting aller Projektpartner.
Hilfe bei der Wundversorgung – per App
Das neuartige Wundassistenzsystem soll die Pflegepraxis digital erweitern.
Per mobiler App können chronische Wunden erfasst, analysiert und
dokumentiert werden. KI-gestützte Algorithmen ermöglichen die automatische
Identifikation von Wundtypen und liefern personalisierte
Behandlungsempfehlungen. Für eine präzise Erfassung der Wundmerkmale kommt
eine breitbandige Beleuchtung zum Einsatz. Begleitende Schulungsinhalte
sowie eine strukturierte, rechtssichere Dokumentation sollen zudem eine
einfache und sichere Anwendung im Pflegealltag ermöglichen.
Innovatives System mit breitem Einsatzpotenzial
Das entwickelte Wundassistenzsystem soll nicht nur die ambulante Pflege
unterstützen, sondern perspektivisch auch in weiteren Bereichen des
Gesundheitswesens Anwendung finden. Zudem schaffen die im Projekt
gewonnenen Erkenntnisse und Technologien eine wichtige Grundlage für
zukünftige Innovationen in der digitalen Wundversorgung.
Forschung, die in den Alltag passt
Das Projekt vereint praktische Pflegeexpertise mit technologischer
Entwicklung und wissenschaftlicher Forschung. Die murimed GmbH & Co. KG
koordiniert das Vorhaben, entwickelt Therapieempfehlungen,
Schulungsinhalte sowie ethische und rechtliche Begleitkonzepte. Die
efleetcon GmbH verantwortet die technische Umsetzung – von der App-
Entwicklung über die KI-Integration bis hin zum Datenschutz. Die WHZ
entwickelt eine multispektrale Beleuchtungslösung und abgestimmte
Bildverarbeitungsroutinen zur präzisen Wundanalyse auf mobilen Geräten.
Gemeinsam mit efleetcon entwickelt sie zudem KI-Algorithmen zur
automatisierten Klassifikation chronischer Wunden.
„Unser Ziel ist es, moderne Technologien so einzusetzen, dass sie im
Pflegealltag wirklich helfen – einfach, zuverlässig und nah am Menschen.
Künstliche Intelligenz soll nicht ersetzen, sondern entlasten“, sagt
Alexander Kabardiadi-Virkovski, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der
Westsächsischen Hochschule Zwickau.
Über die Arbeitsgruppe „Optische Technologien“ der WHZ
Die Arbeitsgruppe „Optische Technologien“ am Leupold-Institut für
angewandte Naturwissenschaften der WHZ widmet sich der Forschung und
Entwicklung modernster Lösungen für messtechnische Herausforderungen in
verschiedenen Bereichen wie der Automobiltechnik, Halbleiterproduktion,
Medizintechnik und Photonik. Studierenden bietet die Arbeitsgruppe
spannende Aufgaben in den Bereichen Wissenschaft und Technik,
beispielsweise im Rahmen von Praktika, studentischen Hilfskrafttätigkeiten
oder Abschlussarbeiten, die mit Verantwortung und Gestaltungsspielraum
einhergehen.
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