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Nachhaltigkeits-Bildung: Hochschulen kooperieren über Ländergrenzen

Hochschulmitarbeitende treffen sich zur Projektwerkstatt, darunter Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt (v. 3. v. li.), Katharina Falkenstein (h., 7. v. l), Niklas Dekkers (h., 6. v. li.), Prof. Dr. Harald Bolsinger (v., li.), Prof. Dr. Subramanian  Quelle: Patrick Daharta  Copyright: THWS
Hochschulmitarbeitende treffen sich zur Projektwerkstatt, darunter Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt (v. 3. v. li.), Katharina Falkenstein (h., 7. v. l), Niklas Dekkers (h., 6. v. li.), Prof. Dr. Harald Bolsinger (v., li.), Prof. Dr. Subramanian Quelle: Patrick Daharta Copyright: THWS
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Innovationsworkshop an der THWS: Hochschulmitarbeitende aus ganz
Deutschland treffen sich zur Projektwerkstatt „Bildung für Nachhaltige
Entwicklung“ Wie lässt sich Nachhaltigkeitsbildung im Hochschulsystem stärken? Um an
dieser Frage zu arbeiten, haben sich Hochschulmitarbeitende aus ganz
Deutschland an der Technischen Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS)
getroffen.

Auf Einladung der Deutschen Gesellschaft für Nachhaltigkeit an
Hochschulen (DG HochN) vereinte die erste BNE-Projektwerkstatt
länderübergreifende Perspektiven aus Deutschland und Indien. „BNE“ steht
für „Bildung für Nachhaltige Entwicklung“ – ein Rahmenkonzept der UNESCO,
das laut politischen Vorgaben auch an Hochschulen mit Leben gefüllt werden
soll.
Gemeinsam mit der THWS war die Hochschule für Angewandte Wissenschaften
Hamburg (HAW Hamburg) und die Technische Hochschule Ostwestfalen-Lippe (TH
OWL) Verbundpartner. „Ich freue mich, dass im Januar 2025 ein Symposium
von Prof. Dr. Walter Leal bei uns im Norden den Anstoß für die sehr
inspirierende Veranstaltung gegeben hat“, berichtete Johanne Imiela,
Referentin für Nachhaltigkeit der HAW Hamburg. Christian Einsiedel,
Nachhaltigkeitsmanager der TH OWL, hatte gemeinsam mit seinem Kollegen Dr.
Christoph Harrach das Konzept entwickelt und die Veranstaltung an der THWS
moderiert: „Es ging uns darum, Perspektiven zusammenzubringen und
gemeinsam Lösungen zu entwickeln. Deshalb war der Workshop so gestaltet,
dass alle Teilnehmenden wertvolle Beiträge leisten und konkrete Ideen
mitnehmen konnten“, so Christian Einsiedel. „Dabei haben sich nun drei
hochschulübergreifende Teams gebildet, die die erarbeitenden Entwürfe im
Anschluss weiterentwickeln und so Impulse ins gesamte Hochschulsystem
geben können.“
Design-Thinking und der Weg zur nachhaltigen Hochschule
Die rund 25 Hochschulmitarbeitenden stellten sich folgende Fragen:
-       Wie kann es gemäß diesem Auftrag gelingen, dass
Nachhaltigkeitsbildung systematisch in allen Fachbereichen verankert wird,
ohne in die Freiheit von Lehre und Forschung einzugreifen?

-       Wie kann man Lehrende dafür interessieren und befähigen?

-       Wie kann dieses Wissen auch Studierenden im globalen Süden
sinnvoll zur Verfügung gestellt werden?

Antwortideen erarbeiteten die Teilnehmenden mithilfe von „Design
Thinking“. Diese Innovationsmethode zielt darauf ab, Lösungen zu finden,
die sowohl funktional als auch auf die Bedürfnisse der Nutzenden
zugeschnitten sind. Unter der Leitung von Prof. Dr. Harald Bolsinger (THWS
Business School) Prof. Dr. Miriam Barnat (FH Aachen) sowie Dr. Christoph
Harrach (TH OWL) durchliefen drei Teilgruppen jeweils drei Phasen des
Design Thinking: Problem verstehen, Problem lösen und Lösung testen. Im
strukturierten Vorgehen mit Dokumentvorlagen, visuellen Hilfsmitteln und
Metaplantechnik entwickelten die Gruppen gemeinsam Ideen, konkretisierten
diese und überprüften sie auf Praxistauglichkeit.
Neben diesen Aufgaben berichtete Prof. Dr. Ulrich Müller-Steinfahrt,
Nachhaltigkeitsbeauftragter an der THWS, über den Weg der THWS zur
nachhaltigen Hochschule. „Für eine klimaneutrale Hochschule bis 2028
verfolgen wir eine umfassende Nachhaltigkeitsstrategie, die unter anderem
die Bereiche wie Lehre, Forschung und Hochschulbetrieb umfasst“, erklärt
er. „Die THWS ist dabei in einer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung –
nicht nur, um Wissen zu vermitteln, sondern um die Studierenden auf die
zukünftigen Herausforderungen vorzubereiten. Jeder einzelne der THWS-
Familie und alle Hochschulangehörigen stehen dabei im Mittelpunkt.“ Dabei
seien Aktivitäten im Beriech Gesundheit und familienfreundliche Hochschule
Beispiele, Nachhaltigkeit ganzheitlich zu verstehen.
Positive Bilanz der Veranstaltung
Prof. Dr. Bolsinger zeigte sich am Schluss sehr zufrieden: „Die
Veranstaltung war ein voller Erfolg und eine großartige Gelegenheit,
innovative Ansätze für BNE voranzutreiben. Besonders hat mich gefreut,
dass wir globale Bildungsgerechtigkeit thematisieren und mit Prof. Dr.
Subramanian von der Christ University in Bangalore einen hochkarätigen
internationalen Gast direkt mit einbinden konnten.“ Ebenso hob er den
reibungslosen Ablauf hervor, den Niklas Dekkers als wissenschaftlicher
Mitarbeiter vom IAL-Institut für angewandte Logistik der THWS
sichergestellt habe.
Auch DG HochN-Vertreterin Carla Wemken resümierte optimistisch: „Dieses
Event war für uns ein Test, denn es war die erste
Kooperationsveranstaltung, die wir nicht selbst organisiert hatten. Dabei
hat sich das Format sehr gut bewährt und uns darin bestärkt, in Zukunft
weitere solche Angebote für unsere Mitgliedshochschulen zu entwickeln.
Ebenso freuen wir uns darauf, die drei nun entstandenen Projekte weiter
unterstützend zu begleiten und die Vernetzung unter den Hochschulen gerade
auch länderübergreifend zu stärken.“ Wenn das gelinge, sollen Ergebnisse
im kommenden Jahr auf einer Folgeveranstaltung an der TH OWL in Lemgo
präsentiert werden.

Über die THWS
Die Technische Hochschule Würzburg-Schweinfurt (THWS) zählt zu den größten
Hochschulen für angewandte Wissenschaften in Bayern und steht seit ihrer
Gründung im Jahr 1971 für hervorragende Lehre und angewandte Forschung.
Mit rund 9.100 Studierenden, einem breit gefächerten Angebot von mehr als
60 Studiengängen sowie zwei Promotionszentren deckt die THWS ein weites
Spektrum ab, das von Technik über Wirtschafts- und Sozialwissenschaften
sowie Sprache bis hin zu Gestaltung reicht. Die THWS ist nicht nur
regional in Franken und Bayern verwurzelt, sondern auch stark
international ausgerichtet, was sich in zahlreichen Kooperationen und
Austauschprogrammen weltweit und nicht zuletzt in einem vielseitigen
englischsprachigen Studienangebot widerspiegelt.