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»ThWIC« zieht positive Zwischenbilanz

Kläranlage in Jena-Zwätzen. Hier wird Abwasser aufbereitet. Das »ThWIC«-Konsortium setzt sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser ein.  Quelle: Foto: Jens Meyer/Uni Jena
Kläranlage in Jena-Zwätzen. Hier wird Abwasser aufbereitet. Das »ThWIC«-Konsortium setzt sich für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser ein. Quelle: Foto: Jens Meyer/Uni Jena
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Der »Thüringer Wasser-Innovationscluster« präsentiert Ergebnisse der
ersten Projektphase und stellt Weichen für die kommende Förderperiode
Der Thüringer Wasser-Innovationscluster »ThWIC« zieht gut zweieinhalb
Jahre nach seiner Gründung Bilanz: Am 17. September kommen in der Ernst-
Abbe-Hochschule Jena Akteurinnen und Akteure des Clusters mit
Vertreterinnen und Vertretern aus Politik und Wirtschaft zusammen, um die
Ergebnisse der ersten Projektphase vorzustellen und zu diskutieren.



Medienvertreterinnen und -vertreter sowie weitere Interessierte aus
Politik und Wirtschaft sind zur Veranstaltung herzlich willkommen. Das
Programm und ein Link zur Anmeldung sind hier zu finden <https://www.thwic
.uni-jena.de/2618/thwic-retreat-2025>.

Leistungsfähiges Bündnis für Transformationsthemen

Der von der Universität Jena, dem Fraunhofer-Institut für Keramische
Technologien und Systeme IKTS und der Ernst-Abbe-Hochschule Jena 2023
initiierte Innovationscluster »ThWIC« ist ein interdisziplinärer Verbund
aus 28 universitären und außeruniversitären Forschungseinrichtungen,
Unternehmen und Verbänden. Das Ziel des Konsortiums ist es, neue Lösungen
für einen nachhaltigen Umgang mit der Ressource Wasser zu entwickeln und
die Gesellschaft für die weitreichende Bedeutung des Themas zu
sensibilisieren. Der Verbund ist einer der bundesweit 14 Zukunftscluster
im »Clusters4Future«-Programm. Er wird vom Bundesministerium für
Forschung, Technologie und Raumfahrt mit bis zu 15 Millionen Euro pro
Förderperiode unterstützt.

Mit »ThWIC«, so Clustersprecher Prof. Dr. Michael Stelter von der
Universität Jena, stelle die Region unter Beweis, dass sie die ganz großen
Transformationsthemen erfolgreich angehen könne. »Wir haben ein sehr
leistungsfähiges Bündnis geschaffen, um Spitzentechnologie aus der
Universität und den Instituten in die regionale Wirtschaft zu überführen
und die Gesellschaft für Wasserfragen zu sensibilisieren«, so der
Professor für Technische Umweltchemie weiter. »Dabei demonstrieren wir
auch, wie wichtig neben der naturwissenschaftlichen Exzellenz die Geistes-
und Sozialwissenschaften sind. Wir lernen nicht nur, wie man Wasser
analysiert und reinigt, sondern auch, wie man es wertschätzt und wie man
diese Wertschätzung in gute Entscheidungen und wirtschaftliche
Aufbruchstimmung umsetzt.«

Zentrale Ergebnisse der ersten Projektphase von »ThWIC«

Zu den vielversprechenden chemisch-technischen Ergebnissen der ersten
Projektphase zählt ein digitaler, elektrochemischer Sensor für die
organische Belastung von Abwässern. Für das an der Universität Jena
entstandene Patent ist bereits eine Auslizensierung an den Projektpartner
iks ComputerSysteme erfolgt, der das System zukünftig am Markt anbieten
wird.
Darüber hinaus sind mehrere Patente für eine automatisierte, modulare und
skalierbare Aufbereitungsplattform für unterschiedliche Wasserproben
angemeldet worden.
In Zusammenarbeit mit dem »ThWIC« hat sich mit in|stead GmbH ein
Unternehmen aus der Universität Jena ausgegründet, das
Oberflächenbeschichtungen für Textilien und technische Materialien
anbietet. Die Schichten sind biologisch abbaubar und nicht toxisch. Mit
ihnen können die Materialien Wasser abweisen oder Schadstoffe binden.
Neben zahlreichen Vorträgen auf Fachkonferenzen sowie der Organisation
wissenschaftlicher Veranstaltungen, die national und international für
wachsende Sichtbarkeit des Themas Wasser gesorgt haben, ist in der ersten
Projektphase ein Zertifikatsprogramm und eine Ringvorlesung für
Nachhaltigkeit an der Universität etabliert worden.


Mehr als eine Million weiterer Fördermittel eingeworben

Darüber hinaus hat »ThWIC« insgesamt über eine Million Euro an weiteren
Fördermitteln für Projekte und für das Symposium »Wasser als öffentliche
Angelegenheit – Water Literacy« eingeworben. Damit, so »ThWIC«-Sprecher
Stelter, lassen sich Kompetenzen und Strukturen aufbauen, um
Innovationsprozesse besser als bisher in die Gesellschaft zu tragen. In
der sich nun anschließenden neuen Förderperiode, die 2026 startet und bis
2029 läuft, soll »ThWIC« noch praxisnäher werden. Außerdem wird das
Clustergebiet über Thüringen hinaus auf die Metropolregion
Mitteldeutschland ausgedehnt.