Erste Uniklinik in Bayern: UKW veröffentlicht freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht
Strombezug bereits seit 2009 aus erneuerbaren Energien / Informationen
u.a. zur Treibhausgasbilanz und Nachhaltigkeitsstrategie
Als erste Uniklinik in Bayern hat das Universitätsklinikum
Würzburg (UKW) einen freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht veröffentlicht.
Der Bericht gibt u.a. einen Überblick über die Treibhausgasbilanz des UKW
im Jahr 2024 und enthält Informationen zum Stromverbrauch, zum
Abfallaufkommen, zur Wasserentnahme oder zur Arbeitssicherheit. Ebenso
werden die Nachhaltigkeitsstrategie des UKW dargestellt und die Arbeit des
berufsgruppenübergreifenden „Green Teams“ am UKW.
„Kliniken sind komplexe Organisationen mit einem hohen Energie- und
Ressourcenverbrauch. Das gilt auch für das UKW mit seiner historisch
gewachsenen Campus-Struktur. Auf Grundlage des Berichtes können wir die
Emissionen systematisch erfassen und dort, wo es umsetzbar ist, wirksam
reduzieren. Dafür ist dieser erste Nachhaltigkeitsbericht ein wichtiger
Meilensein“, betont Philip Rieger, Kaufmännischer Direktor des UKW.
Beispiel Strombedarf: Den deckt das UKW bereits seit 2009 komplett aus
Strom aus Erneuerbaren Energien, auch die klinikeigenen
Photovoltaikanlagen wurden in den letzten Jahren ausgebaut. Der jährliche
Strombedarf des UKW entspricht dem von 15.000 Einfamilienhäusern.
Drei Kategorien zur Treibhausgasbilanz
Die Treibhausgasbilanz ist im Bericht nach anerkannten Standards
dargestellt. Dazu werden die Emissionen verschiedenen Kategorien, den
sogenannten „Scopes“, zugeordnet. „Scope 1 umfasst alle direkten
Emissionen, die unmittelbar auf Aktivitäten des UKW zurückzuführen sind.
Dazu zählt etwa unser klinikeigenes Blockheizkraftwerk, das mit Gas
betrieben wird“, erklärt Julia Weimert aus der Stabsstelle Nachhaltigkeit.
Auch die dieselbetriebenen Notstromaggregate, die das UKW vorhält., fallen
in diese Kategorie. Der Scope 2 stellt die indirekte Emissionen aus dem
Bezug von Energie, wie z.B. Strom, dar.
„Die dritte Kategorie (Scope 3) umfasst schließlich alle anderen
indirekten Emissionen, die außerhalb der unmittelbaren Kontrolle des UKW
entstehen. Beispiele sind hier etwa die medizinischen Verbrauchsgüter mit
Emissionen aus Herstellung und den Transport von Gütern wie z.B. OP-
Handschuhen, Spritzen und Infusionsbeuteln“, erklärt Antonia Mach,
Stabsstelle Nachhaltigkeit. Auch Projekte wie Neubauten oder Sanierungen
der Gebäudestruktur erzeugen Emissionen durch die Herstellung von Beton,
Stahl und anderen Baumaterialien. Ebenso zählt die Anreise der
Mitarbeitenden und Patienten, und die dadurch verursachten Emissionen zu
dieser dritten Kategorie.
Inhaltlich setzt der Bericht die sogenannten VSME-Standards um. Dieser
Standard setzt einen einheitlichen Rahmen für die Erfassung und
Berichterstattung von Nachhaltigkeitsinformationen. Die Emissionen wurden
gemäß dem „Greenhouse Gas Protocol“ unter Zuhilfenahme des sogenannten
„KliMeG-Rechners“, einem Berechnungstool, das speziell für Krankenhäuser
entwickelt wurde, ermittelt. Insgesamt beliefen sich auf dieser Grundlage
die gesamten Treibhausgasemissionen des UKW 2024 auf 184.151 Tonnen CO2.
Eine Pflicht zur Nachhaltigkeitsberichterstattu
UKW geben auf Basis der „CSRD Richtlinie“ der Europäischen Union. CSRD
steht für „Corporate Sustainability Reporting Directive“. Mit dem
freiwilligen Nachhaltigkeitsbericht für das Jahr 2024 bereitet sich das
UKW bereits umfassend darauf vor.
Nachhaltigkeitsstrategie mit konkreten Maßnahmen / „Green Team“ etabliert
Zusätzlich erläutert der Bericht die Nachhaltigkeitsstrategie des UKW und
die darin konkret benannten Projekte. Dazu zählen z.B. energetische
Gebäudesanierungen und Energiesparmaßnahmen am Arbeitsplatz. So verzichtet
das UKW bereits jetzt auf den Einsatz von Desfluran als Narkosegas. Seit
2024 gibt es auch einen Veggie-Day am UKW.
Ein wichtiger Baustein der Nachhaltigkeitsstruktur ist das Green Team, ein
interdisziplinäres Netzwerk von interessierten Mitarbeitenden und
Fachexperten aus verschiedenen Bereichen des Klinikums. Ziel des Green
Teams ist es, Nachhaltigkeit praktisch erlebbar zu machen und konkrete
Ideen sowie Maßnahmen direkt am Arbeitsplatz umzusetzen. Das Team bringt
Impulse aus dem Arbeitsalltag in die Nachhaltigkeitsstrategie ein. Es
identifiziert Verbesserungspotenziale, entwickelt Initiativen – etwa zur
Abfalltrennung oder nachhaltigen Beschaffung – und fördert den Austausch
zwischen Kolleginnen und Kollegen.
Auszeichnung mit dem Klimaretter-Award 2025 für das UKW
Im Sommer 2025 wurde das UKW mit dem ersten Platz beim Klimaretter-Award
der Stiftung viamedica ausgezeichnet. Diese Auszeichnung wird vergeben für
das Engagement von Unternehmen, Einrichtungen und Einzelpersonen für ihr
Engagement im Projekt „Klimaretter – Lebensretter“, und richtet sich
speziell an die Beschäftigten des Gesundheitssektors. Das UKW wurde in der
Kategorie „Große Unternehmen“ mit über 4.000 Mitarbeiterinnen und
Mitarbeitern ausgezeichnet.
