Zum Hauptinhalt springen

Forschende der OTH Regensburg arbeiten mit Nobelpreis-Technologie

Doktorand Valerius Abb und Masterstudentin Verena Lechner justieren den optischen Aufbau zur Messung der MOF-beschichteten Glasfaser. Foto: OTH Regensburg/Fakultät ANK  Quelle: OTH Regensburg/Fakultät ANK
Doktorand Valerius Abb und Masterstudentin Verena Lechner justieren den optischen Aufbau zur Messung der MOF-beschichteten Glasfaser. Foto: OTH Regensburg/Fakultät ANK Quelle: OTH Regensburg/Fakultät ANK
Pin It

Die Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen ist die Basis für das
Forschungsprojekt TrafoMof. Prof. Dr. Martin Kammler und sein Team wollen
damit Ausfälle bei Hochspannungsanlagen verhindern.

Die Nachricht über die Chemie-Nobelpreisträger hat am Mittwoch an der OTH
Regensburg für Aufsehen gesorgt. Die drei Wissenschaftler Susumu Kitagawa
(Japan), Richard Robson (Australien) und Omar Yaghi (USA) wurden für die
Entwicklung metallorganischer Gerüstverbindungen (Metal-organic
Frameworks, MOFs) von der Königlich-Schwedischen Akademie der
Wissenschaften ausgezeichnet. Mit eben dieser Technologie entwickeln
Forschende der OTH Regensburg innovative Sensoren für die Energiewende im
Projekt TrafoMOF (Faseroptischer Gassensor auf Basis von Metal Organic
Frameworks zum Einsatz in Transformatorenöl für predictive Maintenance in
Hochspannungsanlagen).

Unter der Leitung von Prof. Dr. Martin Kammler von der Fakultät Angewandte
Natur- und Kulturwissenschaften entwickeln die Wissenschaftlerinnen und
Wissenschaftler einen faseroptischen Gassensor auf Basis von MOFs.
Zielanwendung ist die Analyse von gelösten Gasen (Dissolved Gas Analysis,
DGA) zur Überwachung der Alterung von Isoliermedien in Transformatoren.
Alterung ist die Hauptursache für Ausfälle solcher Anlagen. Wenn sich das
Isolieröl langsam zersetzt, entstehen verschiedene Gase. Aus der Messung
dieser Gase lassen sich Aussagen über den Fortschritt der Alterung treffen
und so die Betriebsfähigkeit der Hochspannungsanlage beurteilen. Das ist
die Grundlage für eine vorausschauende Wartung dieser Anlagen.

„Mit dem Projekt bringen wir MOF-basierte Sensoren aus der
Grundlagenforschung in die industrielle Anwendung und geben außerdem
unseren Studierenden die Möglichkeit, an hochaktuellen Forschungsthemen zu
arbeiten,“ betont Projektleiter Prof. Dr. Kammler.

Metallorganische Gerüste bilden Mikroporen, in die sich – abhängig von der
genauen Struktur des Gerüsts – verschiedene Moleküle einlagern. Für den
Gassensor werden mit Hilfe solcher MOFs sensorische Dünnschichten erzeugt,
die hochgradig selektiv auf jeweils nur ein bestimmtes Gas ansprechen. Das
ist die Grundlage für einen Sensor, der sehr genau die verschiedenen in
Isoliermedien gelösten Zersetzungsprodukte erfassen kann und somit die
Datenbasis für die Beurteilung der Alterung liefert.

„Die OTH Regensburg ist stolz darauf, mit dem Projekt TrafoMof eine
Technologie weiterzuentwickeln, die nun mit dem Nobelpreis gewürdigt
wurde. Das zeigt eindrucksvoll, wie Grundlagenforschung in praxisnahe
Innovationen überführt werden kann. Das Projekt steht exemplarisch für
unseren Anspruch, Forschung mit gesellschaftlicher Wirkung zu betreiben,“
so Prof. Dr. Oliver Steffens, Vizepräsident für Forschung und
Internationales.

Das Forschungsprojekt TrafoMOF wird zusammen mit den zwei
Industriepartnern Messko GmbH und prometho GmbH umgesetzt. Es wird vom
Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) im Rahmen des 7.
Energieforschungsprogramms mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert und
läuft noch bis Februar 2026.