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Anerkanntes Forum für digitales Bauen

Kongress IDPUB 2025 Podiumsdiskussion  Copyright: THM
Kongress IDPUB 2025 Podiumsdiskussion Copyright: THM
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Mit dem Motto „Infrastrukturpaket trifft Realität – wir bauen digital“ war
der zwölfte Kongress „Infrastruktur digital planen und bauen 4.0“ an der
THM erneut ein Leitforum für die digitale Transformation im
Infrastrukturbau. Expertinnen und Experten aus Forschung, Verwaltung und
Praxis trafen sich dazu in der Kongresshalle Gießen.



Insgesamt registrierte Organisatorin Katja Däumer vom Fachbereich Bauwesen
der Technischen Hochschule Mittelhessen (THM) gut 330 Anmeldungen, davon
waren etwa zwei Drittel vor Ort, die übrigen per Livestream dabei. Das
Publikum reichte von Geschäftsführungen und Abteilungsleitungen über
Projekt- und Planungsverantwortliche bis hin zu Fachleuten aus Österreich,
der Schweiz und den Niederlanden – ein klares Signal, dass die Diskussion
um digitales Planen und Bauen weit über regionale Grenzen hinaus
anschlussfähig ist. Besonders positiv: Trotz vieler bekannter Gesichter
wurden erneut zahlreiche neue Teilnehmende begrüßt.

Auf dem Programm standen hochrangige Impulse und Praxisbeispiele zur
Umsetzung des Infrastrukturpakets, zur Interoperabilität von Daten, zu
digitalen Bestandsmodellen und zum Einsatz von Künstlicher Intelligenz
(KI) und Geoinformationssystemen (GIS) – Themen, die zeigen, dass „Bauen
mit Daten“ längst kein Zukunftsversprechen mehr ist, sondern
Arbeitsalltag. Die Veranstaltung eröffnete Dr. Katja Hüske von DB InfraGO
am ersten Kongresstag sowie am Folgetag THM-Vizepräsident Prof. Dirk
Metzger und – per Videobotschaft – Christian Hirte, Parlamentarischer
Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium.

Höhepunkt war neben einer Session zu Georeferenzierung, die viele
technische Fäden zusammenführte, eine Podiumsdiskussion zu Investitionen
durch das Sondervermögen. „Mir ist in den vergangenen 35 Jahren kein
Projekt bekannt, das an mangelnden Kapazitäten gescheitert wäre“, betonte
darin Dr. Matthias Jacob, Vizepräsident Hochbau des Hauptverbandes der
Deutschen Bauindustrie. Die Branche verfüge über rund eine Million
Beschäftigte und habe in den letzten zehn Jahren über 200.000 neue
Arbeitskräfte aufgebaut. „Wir haben derzeit eine Auslastung von etwa 70
Prozent – das heißt: 30 Prozent Reserve. Wenn die angekündigten
Investitionen tatsächlich kommen, können wir das locker stemmen –
vorausgesetzt, die Rahmenbedingungen stimmen.“ Er bezog in dieses
Versprechen ausdrücklich die kleinen und mittleren Bauunternehmen ein:
„Viele Mittelständler sind in ihrem Bereich äußerst innovativ und nutzen
Digitalisierung, wo sie ihnen echten Mehrwert bringt.“ Größere
Vergabepakete seien kein Risiko für den Mittelstand, sondern könnten
Chancen eröffnen: „Wer glaubt, dass Generalunternehmer alles selbst
machen, irrt. Der Mittelstand bleibt zentraler Partner in der
Bauwertschöpfung.“ Unabhängig von der Betriebsgröße seien für
erfolgreiches Wirtschaften schlankere Verfahren und verlässliche
politische Signale entscheidend: „Wir brauchen Verlässlichkeit und keinen
Jojo-Effekt. Wenn Fachkräfte die Branche einmal verlassen, kommen sie
nicht zurück. Nur mit Stabilität entsteht Innovations- und
Investitionsbereitschaft – und die Bauindustrie steht dafür bereit.“

Initiator und Gastgeber des Kongresses ist Dekan Prof. Dr.-Ing. Joaquín
Díaz; das Programm brachte ein „Who is Who“ der digitalen Infrastruktur
zusammen. Die Liste der Vortragenden spiegelte die Bandbreite wider:
Wissenschaft, Behörden und Industrie diskutierten auf Augenhöhe. Premium
Partner der Veranstaltung waren Autodesk, RIB Software und Esri
Deutschland, die mit ihren Perspektiven technische und strategische
Impulse lieferten.
Organisatorisch setzte die THM erneut auf Offenheit: Studierende aller
Hochschulen konnten kostenlose Online-Freitickets buchen, DB Training nahm
den Kongress in sein Buchungstool auf, und das optionale Konferenzdinner
im Restaurant Heyligenstaedt zog 170 Gäste an — Zeichen für Networking,
das nicht in Vortragsfolien stattfindet, sondern am Tisch. Lob kam aus
allen Lagern: Speaker, Teilnehmende und Partner hoben den praxisnahen
Austausch und die hohe Fachlichkeit hervor. Die Ingenieurkammer Hessen
sowie die Architekten- und Stadtplanerkammer Hessen vergaben
Fortbildungspunkte.

Die Bilanz der THM: Der Kongress „Infrastruktur digital planen und bauen
4.0“ ist auch im zwölften Jahr ein wachsendes Event mit Praxisrelevanz und
frischen Impulsen für die Umsetzung des digitalen Infrastrukturumbaus.

Der Kongress wurde bereits zum zwölften Mal von der THM und der TransMIT
GmbH in Kooperation mit der Deutschen Bahn veranstaltet. Mehr
Informationen rund um den Kongress und seine Historie unter: www.bim-
kongress.de