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Ausstellung im Düsseldorfer Landtag zeigt, wie KI das Handwerk verändert

v.l.n.r. Prof. Dr. Klaus Schafmeister, KIDiHa; Mickel Biere, Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe; Prof. Dr. Anne Dreier, Fachhochschule des Mittelstands (FHM); Friedel Heuwinkel, Fachhochschule des Mittelstands (FHM); André Kuper, Präsident  Quelle: Bernd Schälte, Landtag NRW
v.l.n.r. Prof. Dr. Klaus Schafmeister, KIDiHa; Mickel Biere, Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe; Prof. Dr. Anne Dreier, Fachhochschule des Mittelstands (FHM); Friedel Heuwinkel, Fachhochschule des Mittelstands (FHM); André Kuper, Präsident Quelle: Bernd Schälte, Landtag NRW
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Künstliche Intelligenz und Handwerk – das passt! Wie vielfältig
Handwerksbetriebe von der Technologie profitieren, zeigt die Ausstellung
„Zukunft.Handwerk.NRW“, aktuell im Düsseldorfer Landtag, an Beispielen:
von der intelligenten Bäckertheke bis zur sprachbasierten
Angebotserstellung beim Tischler. Landtagspräsident André Kuper eröffnete
die Ausstellung feierlich am 7. Oktober 2025. Sie ist innerhalb des vom
Land NRW geförderten Projekts „Künstliche Intelligenz und Digital-
Offensive für das HANDwerk.NRW“ (KIDiHa) entstanden und bis zum 23.10.2025
zu sehen. Anschließend tourt sie durch NRW.

„Künstliche Intelligenz unterstützt das Handwerk. Sie erleichtert
Arbeitsprozesse und hilft, Ressourcen zu schonen und mehr Zeit für das zu
schaffen, was das Handwerk ausmacht: hochwertige Arbeit und Nähe zu den
Menschen. Die Beispiele aus dem Projekt zeigen, wie Innovation und
Tradition im nordrhein-westfälischen Handwerk Hand in Hand gehen,“ sagte
der Präsident des Landtags, André Kuper, zur Eröffnung der Ausstellung.

Über die Ausstellung
An verschiedenen Stationen geben Betriebe aus NRW auf großen LED-Wänden
Einblicke in ihre Werkstätten und zeigen, welche Mehrwerte Digitalisierung
und KI ihnen bietet – von Effizienzsteigerungen, Energie- und
Kosteneinsparungen, weniger Papierkram bis hin zu einer erhöhten
Servicequalität für Kunden. In der Ausstellung zu sehen ist u. a. die
intelligente Ladentheke eines Bäckers, mit der Brötchenpreise automatisch
erfasst werden und damit mehr Zeit für das Kundengespräch bleibt oder eine
Software, die aus gesprochenen Notizen Angebotsbausteine für einen
Tischler ausspuckt – die Anwendungen sind vielfältig und teils
überraschend. Sie zeigen, dass das Handwerk ein moderner Wirtschaftszweig
ist.

Die dargestellten Beispiele stammen aus dem Projekt KIDiHa. Dabei
entwickeln Handwerksbetriebe zusammen mit der Fachhochschule des
Mittelstands, der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe und dem
Fraunhofer-Institut in Lemgo speziell zugeschnittene digitale und KI-
getriebene Lösungen für den jeweiligen Bedarf des Betriebs. „Auch im
Steinmetzhandwerk lässt sich Künstliche Intelligenz sinnvoll einsetzen –
etwa wenn Hammer und Mikrofon helfen, Risse im Material frühzeitig zu
erkennen“, erläutert Nissrin Heymann vom Lemgoer Fraunhofer-Institut. „Uns
ist wichtig, die Möglichkeiten und Chancen von Digitalisierung und KI
aufzuzeigen – immer mit dem Fokus, Handwerkerinnen und Handwerker zu
unterstützen, nicht zu ersetzen. Genau hier setzt das Projekt KIDiHa an.“

Die Ausstellung ist modular konzipiert: von kompakten Einzelstationen bis
zu einem vollständigen Rundgang mit LED-Wänden, Praxisbeispielen und einem
interaktiven Bereich. So lässt sich das Format an verfügbare Flächen,
Zielgruppen und Veranstaltungen anpassen. Sie kann als Wanderausstellung
zur Verfügung gestellt werden.

Hintergrund
KI ist zwar allgegenwärtig, doch erscheinen der konkrete Nutzen und die
Einführung auf den ersten Blick schwierig. Oft fehlt es im Handwerk an
Zeit und Ressourcen, das Thema anzugehen. „Gleichzeitig wissen wir von
unseren Innungsbetrieben, dass das Interesse am Einsatz von KI trotz
mancher Skepsis groß ist. Mit diesem Projekt machen wir das Thema greifbar
und konkret. So schaffen wir Orientierung und konkrete Ansatzmöglichkeiten
für die praktische Anwendung im Handwerksbetrieb vor Ort. KIDiHa bietet
hierfür einen optimalen Rahmen“, weiß Markus Rempe, Geschäftsführer der
Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe.

Laut des KI-Index Handwerk.NRW, einer repräsentativen KIDiHa-Befragung,
nutzt erst ein Drittel der NRW-Handwerksbetriebe Künstliche Intelligenz im
Job. Die Ausstellung will KI verständlich und greifbar machen. „Die
Potenziale von Künstlicher Intelligenz sind auch für kleinere
Handwerksbetriebe enorm. Das Handwerk kann KI als Werkzeug nutzen, um
Antworten auf aktuelle Herausforderungen wie hohe Energiekosten,
aufwendige Dokumentation oder den Fachkräftemangel zu finden“, resümiert
KIDiHa-Projektleiter Prof. Dr. Klaus Schafmeister.

Über das Projekt KIDiHa
Die Ausstellung „Zukunft.Handwerk.NRW“ ist im Rahmen des Projekts
„Künstliche Intelligenz und Digital-Offensive für das HANDwerk in NRW“,
kurz KIDiHa, entstanden. Darin arbeitet ein Projektkonsortium aus der
Fachhochschule des Mittelstands (FHM), dem Fraunhofer-Institut in Lemgo
und der Kreishandwerkerschaft Paderborn-Lippe zusammen. Das Projekt KIDiHa
wird ausschließlich vom Ministerium für Wirtschaft, Energie, Klimaschutz
und Energie des Landes Nordrhein-Westfalen gefördert und bildet eines der
Flagships der Kompetenzplattform KI.NRW. Sämtliche Erkenntnisse des
Projektes werden in verschiedenen Formaten allen interessierten
Handwerksbetrieben in NRW zur Verfügung gestellt. Dies geschieht z.B. in
Form von Veranstaltungen, Ausstellungen und Veröffentlichungen.