Recreate the factory: Online-Spiel lädt zum Zocken und Nachdenken über nachhaltige Mikroelektronik ein
Unsere digitale Welt hinterlässt tonnenweise Spuren in Form von CO₂-
Emissionen, Elektroschrott und Ressourcenknappheit. Doch kaum jemand weiß,
wie viele Rohstoffe und wie viel Produktionsenergie tatsächlich in
Computern und anderen elektrischen Geräten stecken. Um vor allem den
wissenschaftlichen Nachwuchs an das Thema heranzuführen, wurde im Rahmen
des Kompetenzzentrums »Green ICT @ FMD« das neue browserbasierte Spiel
»ICT.factory« entwickelt. Offizieller Spiele-Launch war am 23. Oktober
2025 im Computerspielemuseum Berlin.
Wer kauft heute noch Radiowecker? Genau diese Frage stellt sich auch im
neuen Serious Game »ICT.factory«. Die Spieler:innen übernehmen hier eine
in die Jahre gekommene Elektronikfabrik und haben die Aufgabe, das
veraltete Unternehmen nachhaltig zu modernisieren und fit für die Zukunft
zu machen. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom nachhaltigen
Einkauf der Rohstoffe über die effiziente und ressourcenschonende
Fertigung der Produkte, die Modernisierung der Produktionsanlagen bis hin
zur Implementierung unterschiedlicher Nachhaltigkeitskonzepte und dem
Recycling – gilt es, strategisch kluge Entscheidungen zu treffen. Das
Spiel greift dabei reale Herausforderungen auf, etwa den Umgang mit
Ressourcenknappheit.
Entwickelt wurde die »ICT.factory« von Expert:innen der Forschungsfabrik
Mikroelektronik Deutschland (FMD), maßgeblich vom Fraunhofer-Institut für
Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM, gemeinsam mit Game-
Designer:innen, Lehrkräften und Schüler:innen in einem iterativen Prozess,
der sicherstellen soll, dass der Lerninhalt nicht nur vermittelt, sondern
spielerisch erlebt wird. In Playtests mit Schulklassen wurde besonders auf
Motivation, Verständlichkeit und Spielspaß geachtet. Das browserbasierte
Spiel läuft ohne Installation auf allen gängigen Geräten und richtet sich
an Jugendliche ab 13 Jahren – aber auch ältere Spielende können in der
charmant gestalteten Spielwelt Produkte und Technologien erforschen sowie
die Herausforderungen nachhaltiger Mikroelektronik entdecken.
Launch-Event im Computerspielemuseum Berlin
Am 23. Oktober 2025 stellte die FMD das Spiel im Computerspielemuseum
Berlin offiziell vor. Im Rahmen des interaktiven Events konnten
Schüler:innen ab 13 Jahren das Spiel erstmals ausprobieren und dabei
spielerisch lernen, wie nachhaltige Elektronikproduktion funktioniert. Das
Event bot allerdings nicht nur spannende Einblicke in das Spiel selbst,
sondern auch die Möglichkeit, mit den Entwickler:innen ins Gespräch zu
kommen und natürlich die Gelegenheit, das Museum zu erkunden. Die
Schüler:innen zeigten sich begeistert.
»Nachhaltigkeit und Mikroelektronik wirken auf den ersten Blick wie
trockene Themen, aber die vielen positiven Reaktionen der Jugendlichen
beim Spiele-Launch zeigen: Wenn man Inhalte spielerisch und lebensnah
vermittelt, kann echtes Interesse entstehen«, erklärt Theresa Aigner vom
Fraunhofer IZM, die als Expertin für Nachhaltigkeit unmittelbar in die
Entwicklung des Spiels involviert war. Sie ergänzt: »Es war unglaublich
schön zu sehen, mit wie viel Neugier und Enthusiasmus die Jugendlichen an
das Spiel herangegangen sind.«
Das Launch-Event bot demnach die ideale Verbindung von Spiel, Bildung und
Kultur und machte deutlich, wie wichtig es ist, junge Menschen spielerisch
für nachhaltige Technik und digitale Zusammenhänge zu begeistern.
ICT.factory als Baustein zur Nachwuchsförderung
Die ICT.factory entstand im Rahmen des vom Bundesministerium für
Forschung, Technik und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Kompetenzzentrums
»Green ICT @ FMD«, in besonderer Zusammenarbeit mit dem in der FMD
kooperierenden Institut Fraunhofer IZM. Ziel des Kompetenzzentrums ist es,
den CO₂-Fußabdruck digitaler Technologien durch gezielte Forschung und
innovative Ansätze nachhaltig zu reduzieren. Denn Informations- und
Kommunikationstechnologien (IKT) sind nicht nur fester Bestandteil unseres
Alltags, sondern funktionieren oft nur mit kritischen Rohstoffen und sind
verbunden mit erheblichen Mengen an Elektroschrott. Damit sich an diesem
Zustand langfristig etwas ändert, braucht es junge Menschen, die die
digitalen Technologien von morgen nicht nur verstehen, sondern von Beginn
an nachhaltig denken. Daher setzt sich das Kompetenzzentrum mit
verschiedenen Formaten verstärkt für die Nachwuchsförderung ein.
Mit der »ICT.factory« wird ein niedrigschwelliger Zugang geschaffen, um
junge Menschen frühzeitig für die Herausforderungen im Bereich Green ICT
zu sensibilisieren. Das Spiel wurde speziell für den Einsatz im
Bildungsbereich konzipiert. Perspektivisch soll es auch in schulische
Lehrpläne, MINT-Projekte und außerschulische Bildungsangebote eingebunden
werden.
Redaktion: Carolin Steinert
Über die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland
Die Forschungsfabrik Mikroelektronik Deutschland (FMD) als Kooperation von
13 Fraunhofer-Instituten mit den Leibniz-Instituten FBH und IHP ist der
direkte Ansprechpartner für alle Fragestellungen rund um die mikro- und
nanoelektronische Forschung und Entwicklung in Deutschland und Europa. Als
One-Stop-Shop verbindet die FMD wissenschaftlich exzellente Technologien
und Systemlösungen ihrer kooperierenden Forschungsinstitute zu einem
kundenspezifischen Gesamtangebot.
Unter dem virtuellen Dach der FMD entstand somit 2017 einer der größten
Zusammenschlüsse dieser Art mit inzwischen mehr als 5400 Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern und einer einzigartigen Kompetenz- und
Infrastrukturvielfalt.
Das 2022 gestartete Projekt »Green ICT @ FMD« ist eine Erweiterung der FMD
um das Thema Ressourcenschonung und Reduktion des CO2-Footprints in der
Entwicklung, der Produktion und dem Betrieb von ICT-Anwendungen und
-Infrastrukturen durch die Zusammenführung der Fachkompetenzen der
kooperierenden Fraunhofer- und Leibniz-Institute. Mehr Informationen
finden Sie unter www.forschungsfabrik-mikroelek
ebenfalls unseren virtuellen 3D-Showroom unter https://fmd-insight.de/srn.
Über das Fraunhofer IZM
Hoch integrierte Mikroelektronik ist allgegenwärtig und bleibt doch fürs
bloße Auge meist unsichtbar. Seit über 30 Jahren unterstützt das
Fraunhofer-Institut für Zuverlässigkeit und Mikrointegration IZM an den
Standorten Berlin, Dresden und Cottbus Startups sowie mittelständische und
internationale Großunternehmen mit Technologietransfer für intelligente
Elektroniksysteme der Zukunft. Das Fraunhofer IZM deckt mit vier zentralen
Technologie-Clustern eine große Bandbreite aus den Bereichen
Quantentechnologie, Medizin-, Kommunikations- und Hochfrequenztechnik ab.
Mit der weltweit führenden Expertise bietet das Institut seinen Kund*innen
kostengünstige Entwicklung und Zuverlässigkeitsbewertung von Electronic
Packaging Technologien sowie maßgeschneiderte Systemintegration auf
Wafer-, Chip- und Boardebene.
