Dekarbonisierung des Bauwesens - EU-Projekte SIRCULAR und INBUILT informierten in Barcelona
Die Horizon-Europe-Projekte SIRCULAR und INBUILT veranstalteten einen
gemeinsamen Workshop zur Dekarbonisierung des Bausektors am Institut für
Bautechnik von Katalonien (ITeC) in Barcelona. Der Workshop umfasste
interaktive und konstruktive Sitzungen, die dazu beitrugen, eine
gemeinsame Vision für nachhaltige und zirkuläre Verfahren im Bausektor zu
entwickeln.
Bei dem Workshop zu konkreten Lösungen für die Herausforderungen der
Dekarbonisierung im Bausektor kamen Institutionen, Experten und
Unternehmen zusammen, um praktische Strategien für eine nachhaltigere
Branche zu erörtern.
Die von der katalanischen Wohnungsagentur (AHC), dem Technologiezentrum
Leitat und dem ITeC im Rahmen der Projekte SIRCULAR und INBUILT
organisierte Veranstaltung hob die Notwendigkeit hervor, eine
Wohnungspolitik voranzutreiben, die Nachhaltigkeit, energetische Sanierung
und Ökoeffizienz bei der Nutzung und Verwaltung von Ressourcen integriert,
um die Ziele der Dekarbonisierung von Gebäuden bis 2050 zu erreichen.
Während der Veranstaltung analysierten die Teilnehmenden die europäischen
und katalanischen Rechtsrahmen, die die unmittelbare Zukunft des Bauwesens
prägen werden. Gegenstand der Analyse waren die Richtlinie über die
Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden, die jüngsten Aktualisierungen der
spanischen Bauordnung, die Bauprodukteverordnung sowie die Politik der
Kreislaufwirtschaft und Abfallbewirtschaftung im Bauwesen.
Im Mittelpunkt der Diskussionen standen vorrangige Strategien zur
Reduzierung des Betriebs- und des grauen Kohlenstoffs in Gebäuden. Dabei
wurde die Notwendigkeit einer stärkeren Zusammenarbeit zwischen den
Interessengruppen, des Kapazitätsaufbaus in diesem Sektor, der
Überarbeitung bestehender Vorschriften sowie der Entwicklung von
Erfahrungsdatenbanken und Ressourcen zur Erleichterung der Umsetzung
hervorgehoben. Zu den konkreten Lösungen, die im Rahmen dieser Strategien
vorgestellt wurden, gehörten:
• Digitale Plattformen zur Bewertung und Verbesserung der
Nachhaltigkeit (Sircular Platform), zur Erleichterung der Umsetzung
innovativer Produkte (MEDZEroE), zur Prüfung und Zertifizierung von
Rückbauprodukten (PEMD Platform) oder zur Erfassung und Lokalisierung von
Lieferanten von wiederverwertbaren Materialien (Opalis.eu)
• Innovative Baulösungen wie vorgefertigte Betonplatten mit
kohlenstoffarmer Dämmung für die Fassadensanierung (Circular Solution),
zirkuläre Holzlösungen (Woodcircles), Fassadenlösungen aus recyceltem Glas
oder Baulösungen auf Basis von 3D-Druck (AdditiveSPACES).
Die Teilnehmenden betonten, dass der Workshop dazu beigetragen habe, neue
Allianzen zwischen Institutionen, Unternehmen und Forschungszentren zu
etablieren, um die Dekarbonisierung voranzutreiben.
Über das SIRCULAR-Projekt
SIRCULAR ist ein Horizon Europe Projekt, das von der Europäischen
Kommission im Rahmen der Finanzhilfevereinbarung Nr. 101147412 gefördert
wird. Das Projekt wird von RINA-C koordiniert und vereint das Fachwissen
von 22 Partnern aus sechs europäischen Ländern, darunter Universitäten,
KMU, Nichtregierungsorganisationen und Industrieunternehmen. Innerhalb von
dreieinhalb Jahren soll SIRCULAR den Bausektor in eine
kreislauforientierte und nachhaltige Industrie umwandeln, die sich an den
Prinzipien der Built4People-Partnerschaft orientiert. SIRCULAR testet und
demonstriert innovative Technologien und Dienstleistungen in vier
regionalen Clustern: zunächst in Estland und Spanien, dann in Deutschland
und Griechenland. An diesen Clustern sind Bauunternehmen,
Wohnungsbaugesellschaften, Universitäten und lokale Verwaltungsstellen
beteiligt. Der Schwerpunkt des Projekts liegt dabei auf Gebäuden, die von
vulnerablen Bevölkerungsgruppen genutzt oder bewohnt werden – ganz im
Sinne des SIRCULAR-Ansatzes einer sozial gerechten Transformation.
Das Steinbeis Europa Zentrum ist als Partner des SIRCULAR-Projekts für die
Leitung der Kommunikations- und Verwertungsaktivitäten verantwortlich.
Dazu gehört die Entwicklung von Strategien und Instrumenten, um die
Sichtbarkeit des Projekts zu erhöhen, seine Ziele und Ergebnisse zu
kommunizieren sowie seine Innovationen nachhaltig umzusetzen. Darüber
hinaus unterstützt das Steinbeis Europa Zentrum den Wissenstransfer und
die Verwaltung der Schutzrechte des geistigen Eigentums.
