Forschung zum Mitmachen: Das Zukunftspotenzial von Mikroalgen
Am 30. Oktober wird an der Universität Hamburg das „Labor für morgen –
Labor für Co-Creative Forschung eröffnet. Hier können Bürgerinnen und
Bürger selbst zu Forschenden werden. In der ersten Ausgabe des Labors
dreht sich in Workshops, Fachvorträgen und Experimenten für Zuhause alles
um winzig kleine Hoffnungsträger: die Mikroalgen.
Wie können Mikroalgen zu einer nachhaltigeren Zukunft beitragen? Diese
Frage steht im Mittelpunkt der ersten Ausgabe eines neuen Transferprojekts
an der Universität Hamburg. Im „Labor für morgen“, das im
Universitätsmuseum seine Türen öffnet, rücken die winzigen, aber äußerst
vielseitigen Organismen ins Rampenlicht – und unter die Lupe. „Unser Ziel
ist es, einen Ort für alle zu schaffen, an dem gemeinsam zu Zukunftsthemen
geforscht, nachgedacht und diskutiert werden kann“, sagt Dr. Antje Nagel,
Leiterin des Universitätsmuseums und Initiatorin des Projekts.
Mikroalgen – kleine Organismen mit großem Potenzial
Mikroalgen binden Kohlendioxid, produzieren Sauerstoff, reinigen Wasser
und können als Grundlage für Biomaterialien dienen. „Mikroalgen sind
solarbetriebene winzige Fabriken. In nur einem Milliliter Kulturen
arbeiten Millionen von Zellen synchron, um Licht, Wasser und Kohlendioxid
in wertvolle Verbindungen umzuwandeln, die auch fossile Ressourcen
ersetzen können“, erklärt Dr. Abdelfatah Abomohra, der das Projekt
gemeinsam mit Prof. Dr. Dieter Hanelt wissenschaftlich begleitet. Beide
forschen am Fachbereich Biologie der Universität Hamburg daran, wie Algen
für eine nachhaltige Energiegewinnung, Ressourcennutzung und
Umweltreinigung eingesetzt werden können. Grundlage für ihre Forschung ist
die Mikroalgensammlung der Universität Hamburg.
Das Labor: Grundlagenforschung erleben und mitgestalten
„Besucherinnen und Besucher erwartet im ‚Algenlab‘ des Unimuseums nun ein
begehbares Forschungslabor mit Ausstellungscharakter, in dem die
Potenziale der ‚grünen Alleskönner‘ erklärt und sichtbar gemacht werden“,
so die Bildungswissenschaftlerin Lara Hemken, die das Labor konzipiert
hat. Interessierte sind dazu eingeladen, sich aktiv durch Diskussionen,
Experimente oder die Ausarbeitung eigener Forschungsfragen einzubringen.
Workshops für verschiedene Zielgruppen ergänzen das Programm ebenso wie
eine Vortragsreihe mit Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Klima-
und Wasserwirtschaft, die im laufenden Projekt entwickelt wird.
Ein besonderes Highlight ist das „Heimforscher:innen“-Programm:
Teilnehmende bauen eigene, kleine Bioreaktoren zur Mikroalgenzucht, nehmen
sie mit nach Hause, dokumentieren ihre Beobachtungen und tauschen sich mit
Forschenden aus. Eine Anmeldung ist über die Webseite des
Universitätsmuseums möglich.
Zudem kooperiert das Projekt mit einer Hamburger Stadtteilschule, sodass
auch Schülerinnen und Schüler „Einblick in den Wissenschaftsalltag
erhalten können“, so Antje Nagel. „Durch die Beteiligung der Bürgerinnen
und Bürger im ‚Labor für morgen‘ wollen wir Wissenschaft und Gesellschaft
verbinden. Wir möchten, dass alle nicht nur Wissenschaft lernen, sondern
Wissenschaft erleben“, betont auch Abomohra.
Zukunftsort für Co-Creation
Das Projekt ist Teil der Fördermaßnahme „Calls for Transfer“ der Behörde
für Wissenschaft, Forschung und Gleichstellung der Stadt Hamburg. Das
„Labor für morgen“ wird als offener Ort innerhalb der Universität
eingerichtet, an dem Bürgerinnen und Bürger Forschung aktiv miterleben und
mitgestalten können. Nach dem ersten Projekt soll das Labor bestehen
bleiben und Raum für weitere interaktive Forschungsprojekte der
Universität Hamburg bieten. Die Projektlaufzeit des „Algenlabs“ ist bis
zum 30. April 2026 geplant.
