Lebensadern im Kriegszustand: Wie Flüsse zur Waffe werden – aber auch Gemeinschaft schaffen können
Noch Jahrzehnte nach dem Ende eines Krieges zeigen Flüsse ihre Narben – in
Form von Altlasten oder zerstörten Ökosystemen. Zwei Künstler*innen und
zwei Forschende vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und
Binnenfischerei (IGB) sprechen im Interview darüber, warum ein Krieg nie
wirklich endet, wie Flüsse zu „Zeugen“ und „Opfern“ werden und welche
universellen Aspekte die „Schicksale“ einzelner Flüsse haben.
Die
Perspektiven von Claudia van Hasselt, Oleksandra Shumilova, Nicolas Wiese
und Christian Wolter fließen ein in das Art-&-Science-Projekt "PEACES so
far". "PEACES so far" präsentiert sich auf der diesjährigen Berlin Science
Week.
Wenn Sie Meldungen hören wie jüngst über Evakuierungen in Berlin nach
einem Bombenfund in der Spree – welche Gedanken gehen Ihnen als Erstes
durch den Kopf?
Nicolas Wiese: Wir hatten an dem Tag ganz in der Nähe der Bomben-
Fundstelle eine Veranstaltung und fragten uns, ob sie deswegen ausfallen
muss. Generell wecken solche Ereignisse bei mir das Erstaunen darüber, wie
gefährlich Bomben auch viele Jahrzehnte nach ihrem Abwurf noch sein
können.
Claudia van Hasselt: Mich schockiert immer wieder, wie lange wir zu tun
haben mit den Folgen von Kriegen, die auch heute noch unseren Alltag
beeinflussen. Bomben sind Waffen, die neben der mechanischen Dimension vor
allem in chemischer Hinsicht Probleme bereiten, etwa Phosphor, der in der
Ostsee aus Munitionsresten austritt.
Christian Wolter: Munitionsreste zu finden, ist auch an der Oder Alltag
geworden. Sie war über einen so langen Zeitraum Frontlinie, dass noch
immer Kampfmittel geräumt werden müssen, wenn Häuser in Ufernähe oder
Buhnen im Flusslauf gebaut werden. Das Hauptproblem sind im Wasser
verrottenden Behälter von Kampfmitteln, aus denen gefährliche Stoffe
austreten.
Oleksandra Shumilova: Mir fällt dabei wieder auf, dass in Flüssen die
Kriegsvergangenheit besonders gegenwärtig bleibt. Gesunkene, nicht
explodierte Minen können wandern und sich an Orten ablagern, die zuvor
sicher waren. So gibt es beispielsweise Fälle im Westbalkan, wo Menschen
sich an Minen verletzen, die nach dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien vor
30 Jahren zurückgelassen wurden.
Herr Wolter, stoßen Sie bei Ihrer Arbeit an Oder und Spree ebenfalls auf
Spuren vergangener Kriege?
Christian Wolter: Nicht einfach so, danach muss man schon suchen. Beim
Oder-Hochwasser im Jahr 1997 wurden an Stellen, wo der Sommerdeich
gebrochen war, Waffen und Munition ausgespült. Dieser Bereich im
Nationalpark liegt heute in der Kernzone und ist für Besucher gesperrt,
weil eine Räumung zu aufwändig wäre. Als wir zwischen 2017 und 2019 den
Bau des Parallelwerks bei Reitwein fischökologisch begleiteten, waren die
Kampfmittelräumer unterwegs, über 1.500 Verdachtspunkte wurden
identifiziert. Da waren ein paar Bomben und Granaten dabei, die Masse
waren aber Steine aus der Steinschüttung, die aus Bergwerken bei Aue
stammten und bei denen die Metalldetektoren anschlugen.
Frau Shumilova, warum ist es dennoch schwierig, die Folgen von Kriegen in
Flüssen nachzuweisen?
Oleksandra Shumilova: Meine Forschung konzentriert sich auf die
Auswirkungen des anhaltenden Konflikts in der Ukraine auf Flüsse und die
Wasserinfrastruktur. Aufgrund der Gefahr von Drohnenangriffen oder der
Explosion von Bodenminen ist es für uns dort oft zu riskant, Proben zu
entnehmen. Deshalb greifen wir häufig auf Fernerkundung und mathematische
Modellierung zurück.
Welche Parallelen erkennen Sie, wenn Sie vergangene mit heutigen Kriegen
vergleichen?
Oleksandra Shumilova: Die heutige Kriegsführung unterscheidet sich stark
von der vor 80 Jahren – für Angriffe werden hauptsächlich Drohnen und
Raketen eingesetzt, während Bodenoperationen relativ begrenzt sind.
Ähnlich ist jedoch, dass Flüsse als Frontlinien dienen und Dämme großer
Stauseen als Kriegswaffen eingesetzt werden. Durch beschädigte Dämme wird
beispielsweise verhindert, dass Truppen die Flüsse überqueren. Dies
geschah bereits im Zweiten Weltkrieg am Dnipro, als der Damm des Dnipro-
Wasserkraftwerks mehrmals angegriffen wurde. Und es wiederholte sich 2023,
als der Damm des Kakhovka-Stausees brach und viele weitere Dämme an
anderen Flüssen ebenfalls beschädigt wurden.
Inzwischen hat sich der Kakhovka-Stausee wegen des zerstörten Damms
entleert. In den Medien wird berichtet, dass auf dem Gebiet des ehemaligen
Stausees Bäume wachsen. Ist das ein Zeichen dafür, das dort die Natur
zurückkehrt?
Oleksandra Shumilova: Das Ökosystem erholt sich rasch, was ein
Hauptargument von Umweltaktivisten gegen einen Wiederaufbau des Stausees
ist. Wie unsere 2025 in der Fachzeitschrift Science veröffentlichte Studie
jedoch zeigt, enthalten die Sedimente des ehemaligen Stauseebetts Tausende
Tonnen Schwermetalle, die sich während des Betriebs am Boden des Stausees
angesammelt haben. Diese Sedimente bildeten einen riesigen „Giftschwamm“,
der nun freigelegt wurde. Derzeit wissen wir nicht, welche Mengen dieser
Schwermetalle von der Vegetation aufgenommen werden. Wir schlagen daher
vor, einige temporäre Barrieren zu errichten, um die erneute Mobilisierung
und den Transport von Schadstoffen aus Gebieten zu verhindern, die
aufgrund saisonaler Überschwemmungen und Regenfälle besonders häufig
überflutet werden.
Mit welchen anderen langfristigen Folgen ist nach Kriegsende zu rechnen?
Oleksandra Shumilova: Die schwersten Auswirkungen von Kriegen auf Flüsse
hängen mit den bereits angesprochenen Folgen der toxischen Verschmutzung
durch versunkene Militärmunition zusammen. Diese enthält Schwermetalle,
Sprengstoffe, Treibstoff und andere giftige Bestandteile. Im Laufe der
Zeit können diese Substanzen bei der Korrosion der Munition in die
aquatische Umwelt gelangen und Organismen schädigen sowie in die
Nahrungsketten übergehen. Darüber hinaus gibt es zahlreiche indirekte
Auswirkungen auf Süßwasserökosysteme. Ich möchte hier den Konflikt in der
Ostukraine – im Donbass – herausgreifen, der seit 2014 andauert. Die
Region war für ihren Bergbau bekannt. Nach der Stilllegung vieler Minen
muss das steigende Grubenwasser abgepumpt werden, um eine Überflutung zu
verhindern. Angriffe auf die Energieinfrastruktur haben diesen Prozess
unterbrochen, viele Minen wurden überflutet. Das führte zu einer
Verschmutzung des Oberflächen- und Grundwassers. Es könnte weitere Folgen
geben, von denen wir noch gar nichts wissen, da sich die Minen unter der
Erde befinden.
Christian Wolter: Vor allem die Akkumulation bestimmter Schadstoffe wie
Schwermetalle oder PCB in der Nahrungskette kann in Kriegsgebieten
großflächig zum Problem werden. Zerstörung bietet aber auch eine Chance:
Wo ökologisch schädliche Infrastruktur zerstört wurde, etwa in Auen, kann
man sie woanders wiederaufbauen, wo sie weniger Schaden anrichtet.
Claudia van Hasselt: Ich finde diesen Aspekt besonders spannend, dass sich
Chancen eröffnen, dass sich die Natur „verlorene“ Gebiete zurückholt. Etwa
an der Oder, die als Grenzfluss ohnehin nicht so recht als Wirtschaftsweg
getaugt hat.
Christian Wolter: Diesen Punkt der veränderten beziehungsweise geringeren
ökonomischen Nutzung von Flussökosystemen finde ich wichtig. Was zur
Degradation von Gewässern führt, haben wir in vielen Arbeiten gezeigt.
Flüsse haben aber die Fähigkeit zur Regeneration. Ich fände es spannend,
zum Beispiel die Buhnen aus Oder rauszunehmen und zu beobachten, wie sich
der Fluss sein neues Bett schafft.
Was erwarten Sie?
Christian Wolter: Der Fluss würde seitlich erodieren. Das Material, das
von jedem Fluss bewegt wird, ist im Falle der Oder vor allem Sand. Die
Oder würde abflachen, mehr Sandbänke bilden, ein breiteres Bett mit einer
Vielzahl von Rinnen bekommen, und es würden Bereiche mit unterschiedlichen
Fließgeschwindigkeiten entstehen.
Das heißt, scheinbar ökonomisch notwendige Maßnahmen wie das Begradigen
und Vertiefen für die Binnenschifffahrt sind für den Fluss und die
Menschen, die an ihm leben, eigentlich schädlich?
Christian Wolter: Ja. In begradigten Flüssen wird das Wasser beschleunigt.
Sie tiefen sich dadurch künstlich ein, was bei Niedrigwasser dazu führt,
dass mehr Grundwasser in den Fluss strömt und die umliegenden Landschaften
trockener werden.
Oleksandra Shumilova: Flüsse und Flusslandschaften sind dynamisch und
verändern sich ständig – durch den menschlichen Einfluss und durch
Extremereignisse wie militärische Konflikte, aber auch Überschwemmungen
und Dürren. Diese Veränderungen beeinflussen, ob Menschen in einer Region
bleiben oder sich anderswo niederlassen. Das spielt nicht nur lokal,
sondern auch global eine Rolle. Wir arbeiten an neuen Ansätzen, um die
Erholungsfähigkeit von Ökosystemen nach solchen Ereignissen besser
vorhersagen zu können. Zudem untersuchen wir, wie sich Erkenntnisse aus
der Untersuchung von Auenökosystemen in Europa nutzen lassen, um die
Erholung der Natur in der Ukraine nach militärischen Eingriffen zu
verstehen.
Frau van Hasselt, Herr Wiese, in Ihrer Arbeit übersetzen Sie teils
unsichtbare Phänomene in Bild, Ton und Vibration. Wie greifen Sie das Bild
des „versehrten Flusses“ künstlerisch auf?
Claudia van Hasselt: Ein gutes Beispiel ist der Gleiwitzer Kanal – ein
Nebengewässer der Oder, in dem es immer wieder zu Fischsterben kommt. Dort
haben wir Ton- und Unterwasser-Videoaufnahmen gemacht. Es roch deutlich
nach Chemikalien, man hat gleich gemerkt, wie belastet das Wasser ist. Bei
den Tonaufnahmen konnten wir die Aktivitäten von Insekten unter Wasser und
im Sediment deutlich hören. Die spätere Untersuchung zeigte, dass die
Frequenzen genau jenen entsprechen, die durch Salzgehalt verstärkt werden,
das sind vor allem die hohen. Diese Aufnahmen verwenden wir in unserer
Arbeit.
Nicolas Wiese: Auch visuell war die Versehrtheit des Wassers im Vergleich
zu „gesundem“ Wasser erkennbar. Die Sichttiefe war sehr gering, und das
Wasser hatte eine bräunlich-grüne Farbe. Das haben wir bei OderHive,
ebenfalls ein Gemeinschaftsprojekt mit dem IGB, künstlerisch aufgenommen
und abgebildet: Wir verwendeten die Videoaufnahmen, um Unterschiede
zwischen gesunden und nicht gesunden Flüssen aufzuzeigen. Dabei haben wir
einen Raum aufgemacht zwischen den Welten, die Zuschauer saßen klanglich,
haptisch, visuell unter Wasser.
Kriege hinterlassen auch Spuren bei den Menschen, die an Kriegshandlungen
beteiligt sind. Frau van Hasselt, Sie haben Schriftstücke von damals und
heute verglichen. Auf was sind Sie gestoßen?
Claudia van Hasselt: Was sich darin immer ausdrückt, ist eine
existenzielle Angst. Wir fanden zum Beispiel im Shukow-Bunker Zitate
russischer Offiziere an den Wänden, die gegen Ende des Zweiten Weltkriegs
voller Angst darin lagen. Verständlich, denn am Ende kriegerischer
Konflikte geht es immer nur um blanke, möglichst weitgehende Zerstörung.
Mindestens ebenso interessant finde ich, dass auch die
Kriegsberichterstattung universell ist: Wir haben Berichte über
Kriegshandlungen aus verschiedenen Jahrhunderten verglichen, von Caesars
Bellum Gallicum bis heute. Dabei stellten wir fest, dass die Wortwahl,
wenn man also schriftliche Zeugnisse von zeitgenössischen Daten wie Orten
und Zahlen befreit, stets gleich ist. Wir entwickeln uns nicht, lernen
nicht dazu…
Nicolas Wiese: … auch weil Sprache kollektives Denken formt, darauf aktiv
Einfluss nimmt. Kriegerische Sprache schafft das Bewusstsein, im
Kriegszustand zu sein – nicht nur das, sie mobilisiert. Sie schafft einen
kriegerischen State of Mind.
In Ihrem Projekt "PEACES so far" befassen Sie sich gezielt mit der Frage,
wie Flüsse als Opfer sichtbar gemacht, aber auch als Orte von Regeneration
und Verständigung dienen können. Auf der Berlin Science Week ist ein
erster Ausschnitt Ihrer Arbeit zu sehen. Was erwartet die Besucherinnen
und Besucher?
Claudia van Hasselt: Es wird beispielsweise Aufnahmen geben aus Auen, wo
wir Sounds unter der Erde aufgenommen haben. Wir arbeiten außerdem mit
Vibration, wollen eher assoziativ in das Thema eintauchen und zeigen: Wie
klingt es beispielsweise, wenn eine Bombe ins Wasser fällt und im
Augenblick danach? Der Einschlag erzeugt eine Zone, in der kein Schall
übertragen werden kann – ähnlich wie unter schäumenden Wellen im Meer. Das
schafft für einen kurzen Moment völlige Stille. Was bedeutet das für die
Lebensformen im Wasser, besonders dort, wo Flüsse immer wieder zur
Gefechtszone werden?
Christian Wolter: Die Effekte solcher starken Druckwellen können bei
Fischen ein Barotrauma erzeugen, das heißt, die Schwimmblase kann reißen,
Augen oder Organe können geschädigt werden. Die Effekte sind von der Größe
der Sprengladung abhängig und reichen beispielsweise bei 55 kg TNT bis 390
Meter weit.
Claudia van Hasselt: Ein weiterer Aspekt unseres Projekts ist die Frage,
wie sich Gemeinschaften an Flüssen organisieren, die oft
grenzüberschreitend sind. In den meisten Grenzgebieten gibt es
transnationale Gemeinschaften des Alltags, an der Oder allerdings weniger.
Wie kommt das? Inwiefern ist das mit den Wunden des Zweiten Weltkriegs zu
begründen? Über lange Strecken existieren überhaupt keine Brücken, etwa
auf dem Abschnitt zwischen Hohenwutzen und Schwedt. Ist das ein Ausdruck
des geringen Austauschs, auch zu Ostzeiten? Wie kann man hier trotzdem
Gemeinschaft etablieren? Und auch der Umgang mit dem Fluss, insbesondere
nach dem Fischsterben 2022, ist interessant: In Polen gibt es viel mehr
NGOs entlang der Flüsse, auf deutscher Seite dafür mehr politischen Druck.
Wir bauen ein transnationales Netzwerk auf mit der Idee, eine Oder-
Community zu bilden. Es gibt viele Einzelinitiativen, die sind aber nur
teilweise vernetzt.
Nicolas Wiese: Bei unseren Veranstaltungen suchen wir deshalb auch immer
das Gespräch mit den Besucher*innen. Damit haben wir bei OderHive schon
gute Erfahrungen gemacht. Den Menschen am Fluss zu signalisieren, dass sie
ernst genommen werden, ist wichtig, denn über „ihren“ Fluss wissen die
meisten mehr als wir.
Was wollen Sie konkret bei der Science Week vermitteln?
Claudia van Hasselt: Für mich und Nicolas als FrauVonDa// ist Kunst eine
Mittlerin zwischen Wissenschaft und Gesellschaft. Sie kann Dinge
übersetzen in eine Sprache, die leichter zugänglich ist, aber natürlich
auch vereinfacht. Zum Beispiel die schon angesprochene Universalität von
Flüssen als Waffe. Menschen berichten, dass sie durch unsere Arbeit ein
Gefühl für die Oder, einen Bezug zum Ökosystem bekommen haben, obwohl sie
noch nie am Fluss waren. Darum geht es uns auch, die Inhalte auf die
Umwelten möglichst vieler Menschen übertragbar zu machen. Uns treibt die
Idee, Emotion und Kognition zu verbinden, Wissenschaft sinnlich erlebbar
zu gestalten, und sie so für möglichst viele Menschen zugänglich zu
machen.
Was ist das Wichtigste, das wir aus den Geschichten der Flüsse lernen
sollten?
Nicolas Wiese: Dass wir nicht so weitermachen können mit der
Ökonomisierung. Flüsse als Grenze oder Verteidigungslinie zu nutzen hat
außerdem etwas grundsätzlich Missbräuchliches.
Christian Wolter: Geologisch kennt man die Geschichte von Flüssen ...
Claudia van Hasselt: … und deswegen muss die Frage eigentlich andersherum
gestellt werden: Die menschliche Geschichte hat sich an Flüssen abgespielt
…
Christian Wolter: … und wir sind noch immer zutiefst abhängig von ihnen,
auch wenn das den meisten Menschen nicht bewusst ist. Wir müssen die
Flüsse ins Zentrum unserer Schutzbemühungen stellen, denn ohne sie
erreichen wir kein einziges Klima- oder Biodiversitätsziel: Wenn also
Fließgewässer immer weiter in Mitleidenschaft gezogen werden – ob durch
Kriege, Verbau oder Nährstoffeinträge – und deren Ökosysteme
zusammenbrechen. Süßwasserressourcen sind auf unserem Planeten knapp, und
die kommen nun mal in Flüssen zusammen. Sie bieten alles, was zum Leben
notwendig ist.
~
Das Gespräch führte Wiebke Peters.
Das Projekt zeigt sich vom 7.-9. November 2025 im Rahmen des Art & Science
Forums der Berlin Science Week als Pop-Up Stand auf dem Holzmarkt. Kommen
Sie gern vorbei!
Personen:
Dr. Oleksandra Shumilova ist Ökologin und arbeitet als Postdoktorandin am
IGB in Berlin. In ihrer Forschung befasst sie sich mit der Dynamik,
Funktionsweise und den Leistungen von Flusssystemen. Zu ihren
Schwerpunkten gehören Geomorphologie, Hydraulik und Biodiversität von
Flüssen und ihren Auen, Ökosystemökologie von intermittierenden Flüssen
sowie Fragen der Wasserinfrastruktur während und nach bewaffneten
Konflikten. Seit dem Ausbruch des Krieges in der Ukraine beschäftigt sie
sich intensiv mit den Auswirkungen auf die Wasserressourcen – ein Thema,
das ihr sowohl beruflich als auch privat am Herzen liegt, denn Oleksandra
Shumilova stammt aus Mykolajiw, einer Stadt im Süden der Ukraine. Seit dem
Ausbruch des Krieges im Jahr 2022 kämpft die Stadt mit Problemen mit der
Wasserversorgung.
Dr. Christian Wolter studierte und promovierte an der HU Berlin. Er ist
Fischökologe und erforscht vor allem die Fischgemeinschaften in Flüssen.
Er untersucht, wie menschliche Einflüsse wie Wasserkraft und Schifffahrt
den Fischen schaden und wie Renaturierungsmaßnahmen dazu beitragen können,
die Flussfische zu schützen. Am IGB leitet er die Forschungsgruppe
Fließgewässerrevitalisierung. Bereits seit 1998 befischt er zu
Forschungszwecken mit seinem Team mindestens dreimal im Jahr die Oder in
der Strommitte und am Ufer.
Claudia van Hasselt und Nicolas Wiese leiten FrauVonDa//, ein
intermediales Ensemble für Neue Musik. Seit 2013 schafft die Gruppe
transdisziplinäre Werke an der Schnittstelle von Kunst, Wissenschaft und
Gesellschaft. Ihre Projekte erforschen das Ungehörte und Ungesehene – oft
ohne Worte, aber in vielen Sprachen – und schaffen multisensorische
Erfahrungen, die sowohl emotional als auch intellektuell ansprechen.
