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Pneumologie-Kongress mit 4.400 Teilnehmenden ein voller Erfolg! Preise über 53.000 Euro verliehen

Wir sind überwältigt von der enormen Resonanz auf unserem diesjährigen
Pneumologie-Kongress. 4.400 Teilnehmerinnen und Teilnehmer in Mannheim
bestätigen das: die Präsenz-Veranstaltung ist ein voller Erfolg“,
bilanzieren Professor Michael Kreuter und Dr. Hubert Schädler in ihrer
Funktion als Kongresspräsidenten. „Wir haben einen spannenden,
mitreißenden, teils auch emotionalen und inhaltlich aufschlussreichen
Kongress erlebt, der unsere Erwartungen voll erfüllt hat. Sehr viele
Kolleginnen und Kollegen sind nach Mannheim gereist, um von führenden
Expertinnen sowie Experten unseres Faches die neuesten Erkenntnisse
präsentiert zu bekommen“.

Darüber hinaus wurden bei diesem Jahreskongress der Deutschen Gesellschaft
für Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) die wichtigsten Arbeiten der
Lungenmedizin hervorgehoben und ausgezeichnet.

Die beim Pneumologie-Kongress verliehenen Preis sind insgesamt mit 53.000
Euro dotiert und honorieren Arbeiten, die von besonderer Relevanz für die
Forschung sowie den klinischen Alltag sind und damit auch für Patientinnen
und Patienten sowie deren Angehörige. „Insbesondere
Nachwuchswissenschaftlern geben wir hier die Möglichkeit, sich mit ihren
eigenen Arbeiten zu präsentieren und so ein breiteres Publikum auf ihre
Forschungsaktivitäten aufmerksam zu machen“, erklärt Michael Kreuter,
Leiter des Lungenzentrums der Universitätsmedizin und des
Marienhausklinikums Mainz. „Uns lag in diesem Jahr besonders am Herzen,
die Menschen unseres Berufsfeldes – egal welcher Generation – mit modernen
und lebendigen Kongressformaten zusammenzubringen und ins Gespräch
miteinander zu bringen. Das ist unser Beitrag, die sektorenübergreifenden
Tätigkeiten in der Pneumologie zu fördern und fit zu machen für die
Zukunft“, ergänzt Hubert Schädler, niedergelassener Pneumologe aus
Heidelberg.

Relevante Themen diskutiert: Hybrid-DRGs, Lungenkarzinom-Behandlung,
Aromen-Verbot bei E-Zigaretten und neue Empfehlungen zur Krankenhaus-
Pneumonie

Heiß diskutiert wurden in Mannheim auch zahlreiche
öffentlichkeitsrelevante Themen: Pünktlich zum Kongress wurde ein neues
Positionspapier zur Ambulantisierung in der Pneumologie fertiggestellt.
Auf dieser Basis hat die DGP noch vom Kongress aus die Spitzenverbände
DKG, KBV und GKZ zur Zusammenarbeit bei Hybrid-DRGs aufgefordert. Außerdem
wurde die neue Living Guideline zur Behandlung des Lungenkarzinoms
vorgestellt. Darüber hinaus haben die Medizinerinnen und Mediziner auf der
Basis neuester Studiendaten ein Verbot von Aromen in E-Zigaretten
gefordert und dazu ein Positionspapier vorgestellt. Noch während des
Kongresses hat der Gemeinsame Bundesausschusses (G-BA) getagt und der
Veröffentlichung des vom eigenen Innovationsauschuss geförderten
Leitlinien-Updates zur nosokomialen Pneumonie zugestimmt. Diese
aktualisierten Empfehlungen zur Krankenhaus-Pneumonie verbessern die
Diagnose und Therapie – die neuen Erkenntnisse wurden noch beim Kongress
diskutiert.

Hunderte Interessenten beim Patientenforum – Expertinnen und Experten
geben hilfreiche Tipps

Bereits einen Tag vor Kongressbeginn hat ein erfolgreiches Online-
Patientenforum stattgefunden. Unter dem Motto „Patienten fragen – Experten
antworten“ haben Hunderte Interessenten an dieser virtuellen Veranstaltung
teilgenommen. „Dieses Forum ist uns ein absolutes Herzensanliegen. Hier
haben sich namhafte Expertinnen und Experten aus allen Lungen-
Fachbereichen zusammengefunden, um den zahlreich virtuell erschienenen
Betroffenen neue Erkenntnisse der Lungenmedizin zu erläutern und ihre
vielfältigen Fragen rund um die verschiedenen Erkrankungen der Lunge zu
beantworten. Auch der direkte Austausch hat hier wunderbar funktioniert,“
erklären die beiden Kongresspräsidenten. Veranstaltet wird das
Patientenforum zum DGP-Kongress vom Lungeninformationsdienst des Helmholtz
Zentrums München und dem Deutschen Lungentag in Kooperation mit dem
Deutschen Zentrum für Lungenforschung (DZL).

Terminhinweis:

Jetzt schon vormerken: Der nächste Kongress der Deutschen Gesellschaft für
Pneumologie und Beatmungsmedizin (DGP) findet vom 9. bis 12. April 2025 im
Congress Center Leipzig statt.

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Süße Herzen sterben langsam

Forschungsergebnisse zur Herzinsuffizienz bei Diabetes zeigen: Endgültiger
Zelltod durch anhaltende Glukoseakkumulation nicht zu verhindern

Hohe Zuckerwerte schädigen Herz und Gefäße, das ist wissenschaftlich
belegt. Doch warum Diabetes die Entstehung der Herzinsuffizienz triggert
und welche Mechanismen genau dahinterstecken, daran wird intensiv
geforscht. Etwas Licht ins Dunkel könnte eine aktuell in Diabetes, Obesity
and Metabolism publizierte Untersuchung mit Beteiligung der Stiftung DHD
(Der herzkranke Diabetiker) bringen. In ihr wurde untersucht, was auf
zellulärer Ebene passiert und zur Pathogenese der diabetischen
Kardiomyopathie beiträgt. „Glukoseüberladung bremst den Stoffwechsel aus
und führt zum Energiedefizit. Glukose wird nicht verstoffwechselt, sondern
akkumuliert“, erklärt Studien-Erstautor PD Dr. rer. nat. Bernd Stratmann
aus Bad Oeynhausen. Der Tricarbonsäurezyklus ist Drehscheibe biochemischer
Reaktionen im Stoffwechsel. Beim Abbau von Proteinen, Fetten und
Kohlenhydraten entsteht Acetyl-Coenzym A als nutzbare Energiequelle für
Organismen. Komme es wie bei Diabetes durch reaktive Glukosemetabolite
(z.B. Methylglyoxal) und Glykierungsprodukte (z.B. AGEs: advanced
glycation endproducts) zum vermehrten Einstrom von Glukose in die Zelle,
sei der Metabolismus dauerhaft gestört, so Stratmann. Eine normale
Herzfunktion setzt einen intakten kardialen Stoffwechsel voraus. Sind die
energieliefernden Prozesse verlangsamt, fehlt dem Myokard essentieller
Brennstoff zur Muskelarbeit. „Schon zu Beginn der diabetischen
Kardiomyopathie gibt es aufgrund der Hyperglykämie komplexe Veränderungen
in den Spiegeln struktureller zellbezogener Proteine, auch in Zellen, die
noch insulinsensitiv sind“, sagt Stratmann. Ob es therapeutische
Möglichkeiten gebe, den massiven chronischen Einstrom von Glukose auf
zellulärer und struktureller Ebene zu überwinden, sei noch nicht geklärt.
In jedem Fall ist die Progression der Herzinsuffizienz bei Diabetes ein
schleichender Prozess. „Das süße Herz stirbt langsam, Symptome treten
meist erst im fortgeschrittenen Stadium auf“, betont Prof. Dr. med. Dr.
h.c. Diethelm Tschöpe von der Stiftung DHD, Düsseldorf. Das sei einer der
Gründe, warum Herzinsuffizienz bei Diabetes oft übersehen und nicht
rechtzeitig behandelt werde. „Ungünstig für die Prognose von Betroffenen“,
so der Stiftungsvorsitzende. Bei Diabetes sei die
Überlebenswahrscheinlichkeit per se geringer. „Die Ergebnisse der
aktuellen Forschungsarbeit weisen darauf hin, dass der endgültige Zelltod
aufgrund der Zellstörung durch anhaltende Glukoseakkumulation nicht
verhindert wird.“ Kompensatorische Reparaturreaktionen würden zwar
angeschaltet, aber nicht durchgreifen, ergänzt Tschöpe.

Über die Stiftung DHD (Der herzkranke Diabetiker)
1999 als eigenständige Themenstiftung unter dem Dach der Deutschen
Diabetes Stiftung gegründet, ist es Auftrag der Stiftung DHD, zum
Krankheitsverständnis beizutragen, die Bevölkerung über das Risiko für
Herz- und Gefäßkomplikationen aufzuklären und den Dialog zwischen
behandelnden Ärzten über Fachgrenzen hinaus zu fördern. Die Stiftung DHD
dient dem gemeinnützigen Zweck und ist ehrenamtlich tätig. Ziel ist es
auch, die Versorgung von Menschen mit Diabetes, die am Herzen und an den
Gefäßen erkrankt sind, zu verbessern. Im November 2023 wurde die DHD-
Geschäftsstelle von Bad Oeynhausen nach Düsseldorf verlegt. Aktueller
Standort ist das Deutsche Diabetes-Zentrum (DDZ), das sich bundesweit als
Referenzzentrum zum Krankheitsbild Diabetes mellitus versteht. Das DDZ
leitet federführend die multizentrisch aufgebaute Deutsche Diabetes-
Studie, gehört der „Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz“
(WGL) an und ist Partner im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung (DZD
e. V.).

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Angeborene Herzfehler: Berliner Forscherin knöpft sich schwere Begleiterkrankung bei Ein-Kammer-Herz vor

Krankhafte Gefäßneubildungen in den Lungengefäßen (pAVM) gefährden ohnehin
stark geschwächte Kinder mit Ein-Kammer-Herz: Forscherin am Deutschen
Herzzentrum der Charité (DHZC) und Team arbeiten mit Gerd Killian-
Projektförderung der Deutschen Herzstiftung an medikamentöser Therapie.

Jedes 100. Kind kommt mit einem angeborenen Herzfehler zur Welt. Etwa ein
Prozent dieser Kinder werden mit nur einer funktionsfähigen Herzkammer
(univentrikuläres Herz) geboren, einem der schwerwiegendsten Herzfehler.
Für Kinder mit einem Ein-Kammer-Herz ist eine vollständige Heilung nicht
möglich. Doch dank einer speziellen mehrstufigen Operationstechnik in den
ersten Lebensjahren, der Fontan-Operation, wird das Überleben und Wachstum
des Kindes mit nur einer Herzkammer ermöglicht. Bei der Fontan-Zirkulation
pumpt die vorhandene Herzkammer das sauerstoffreiche arterielle Blut aktiv
durch den Körperkreislauf (Infos: https://herzstiftung.de/leben-mit-
angeborenem-herzfehler
).
Krankhafte Gefäßneubildungen in den Lungengefäßen, sogenannte pulmonale
arteriovenöse Malformationen (pAVM), sind schwerwiegende
Begleiterkrankungen von Patient:innen mit einem Ein-Kammer-Herz. Sie sind
mit einer verringerten Lebensqualität sowie einer erhöhten
Erkrankungshäufigkeit und Sterblichkeit verbunden. Folgen der pAVM können
insbesondere Atemnot und eingeschränkte Herz-Lungen-Belastbarkeit,
chronische Zyanose (Blauverfärbung der Haut) aufgrund des
Sauerstoffmangels im Blut und Lungenblutungen sein. Aufgrund der
begrenzten Therapiemöglichkeiten von pAVM untersucht PD Dr. med. Marie
Schafstedde, Assistenzärztin der Klinik für Angeborene Herzfehler und
Kinderkardiologie des Deutschen Herzzentrums der Charité (DHZC) Berlin und
dort am Institut für Kardiovaskuläre Computer-assistierte Medizin tätig,
einen in der Leber gebildeten Stoff, den sogenannten „hepatischen Faktor“.
Wissenschaftler:innen vermuten die Ursache der pAVM im Fehlen eben dieses
„hepatischen Faktors“. „Somit ließe sich durch den Einsatz eines solchen
Faktors die Entwicklung von pAVM verhindern. Der ,hepatische Faktor‘ wird
normalerweise in der Leber produziert und erreicht über das Lebervenenblut
die Lunge“, erklärt Dr. Schafstedde vom DHZC.
Ein mit der renommierten Gerd Killian-Projektförderung der Deutschen
Herzstiftung ausgezeichnetes Forschungsvorhaben von Dr. Schafstedde auf
dem Gebiet der Kinderkardiologie soll nun im Rahmen einer Studie am DHZC
mit 50 Patient:innen langfristig zur Entwicklung einer medikamentösen
Therapieform für pAVM beitragen. Der Titel der mit 60.000 Euro geförderten
Studie lautet „Auf der Suche nach dem ‚hepatischen Faktor‘: Proteom-,
Metabolom- und Zellkulturanalysen bei Patient:innen mit univentrikulärer
Physiologie“. Die Projektförderung wurde von der Herzstiftung auf der 56.
Jahrestagung der Deutschen Gesellschaft für Pädiatrische Kardiologie und
Angeborene Herzfehler (DGPK) in Hamburg vergeben.

Therapieoptionen bei pAVM nur „sehr begrenzt“ vorhanden
Für die ohnehin chronisch schwer kranken Patient:innen mit Ein-Kammer-Herz
sind die Therapieoptionen bei dem Vorliegen von pAVM sehr begrenzt. „Umso
dringlicher ist für Kinder mit univentrikulärem Herz die Forschungsarbeit
von Frau Dr. Schafstedde und ihrem Team, die den Krankheitsmechanismus der
pAVM untersuchen und nach einem neuen Therapieansatz forschen“, betont
Prof. Dr. Thomas Voigtländer, Vorstandsvorsitzender der Deutschen
Herzstiftung. Eine medikamentöse Therapie zur Behandlung von pAVM gibt es
bislang nicht und eine Rückbildung von pAVM konnte lediglich (invasiv)
nach chirurgischer oder interventioneller Umleitung von Lebervenenblut in
das Lungengefäßbett erreicht werden. Die mit der Killian-Projektförderung
unterstützte prospektive Studie mit einer zweijährigen Laufzeit könnte
laut DHZC-Ärztin Dr. Schafstedde entsprechend zur Entwicklung einer nicht-
invasiven medikamentösen Therapie führen, „die den ,hepatischen Faktor‘
ersetzt und so die Bildung oder das Fortschreiten von pAVM verhindert“.

In Blutanalysen dem „hepatischem Faktor“ auf der Spur
In vergleichenden Proteom-, Metabolom- und Zellkulturanalysen suchen Dr.
Schafstedde (DZHC) und Kooperationspartner am Max-Delbrück-Centrum für
Molekulare Medizin (MDC) nach einem potenziellen Kandidaten für den in der
Leber erzeugten „hepatischen Faktor“. Der nämlich hemmt das ungerichtete
Wachstum der Blutgefäße (Angiogenese) und verhindert normalerweise die
Ausbildung von pAVM, im Falle seines Fehlens hingegen begünstigt er die
Bildung von pAVM. „Mit der Identifikation eines ,hepatischen Faktors‘
könnten wir einerseits den potenziellen Wirkmechanismus der pAVM ergründen
und andererseits, falls möglich, im weiteren Verlauf medikamentöse
Therapieoptionen gegen pAVM entwickeln, indem wir den fehlenden
,hepatischen Faktor‘ durch einen geeigneten Kandidaten ersetzen“, so Dr.
Schafstedde.
Den „hepatischen Faktor“ erhoffen sich Dr. Schafstedde und ihr Team im
Zuge von gezielten vergleichenden Blutuntersuchungen von Lebervenenblut
und von Blut aus der oberen Hohlvene von 40 Patient:innen mit einem Ein-
Kammer-Herz in unterschiedlichen Stadien der
chirurgischen/interventionellen Behandlung zu bestimmen. Als
Kontrollgruppe dienen 10 Patien:innen mit einem anatomisch korrekten Zwei-
Kammer-Herz, die einer Herzkatheteruntersuchung unterzogen wurden. Alle
Blutproben werden im Rahmen einer routinemäßigen Herzkatheteruntersuchung
entnommen und auf deren Protein- und Metabolitzusammensetzung in erste
Zellkulturversuchen (in vitro) vom Berliner Institut für
Gesundheitsforschung (BIH) und dem MDC untersucht. Eine Metabolom-Analyse
sei notwendig, „weil es bislang keine Gewissheit darüber gibt, ob es sich
bei dem ,hepatischen Faktor‘ überhaupt oder zumindest ausschließlich um
ein Protein handelt. Auch Veränderungen des Lipid- oder
Aminosäurestoffwechsels in der Lunge könnten zur Ausbildung von pAVM
führen“, erklärt die Ärztin.

Übertragbarkeit der Untersuchungsergebnisse neben Herz auch auf andere
Organe?
Bisher gebe es noch keine vergleichbare Studie, in der Blutproben sowohl
direkt aus der Lebervene und der oberen Hohlvene bei unterschiedlichen
Patient:innen mit Ein-Kammer- und Zwei-Kammer-Herz per Proteom-,
Metabolom- und Zellkulturanalysen untersucht wurden. Eine Übertragbarkeit
der Ergebnisse auf weitere Erkrankungen im Kindes- und Erwachsenenalter,
bei denen es zu Leberversagen und/oder einer angeborenen Entwicklung von
arteriovenösen Malformationen in der Lunge, aber auch in anderen Organen
kommt (zum Beispiel Morbus Osler), wäre denkbar. „Auch könnten zukünftige
interventionelle oder chirurgische Therapieoptionen durch die gewonnenen
Erkenntnisse modifiziert werden“, so die Ärztin und Forscherin.
(wi)

Patient:innennahe Forschung
Dank der finanziellen Unterstützung durch Stifter:innen, Spender:innen und
Erblasser:innen kann die Deutsche Herzstiftung gemeinsam mit der von ihr
1988 gegründeten Deutschen Stiftung für Herzforschung (DSHF)
Forschungsprojekte in einer für die Herz-Kreislauf-Forschung
unverzichtbaren Größenordnung finanzieren. Infos zur Forschung unter
https://www.herzstiftung.de/herzstiftung-und-forschung

Foto- und Bildmaterial erhalten Sie auf Anfrage unter
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. oder per Tel. unter 069 955128-114

Service-Tipp
Info-Service für Fontan-Patient:innen
Die umfangreiche Broschüre der Kinderherzstiftung „Ich habe ein Fontan-
Herz – Fontan-Infoheft“ für Patient:innen mit einem Fontan-Herzen kann
kostenfrei bei der Deutschen Herzstiftung per Tel. unter 069 955128-400
oder per Mail unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein. angefordert werden.

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Keine Resilienz ohne Allgemeinmedizin!

Mit Befremden nimmt die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin und
Familienmedizin (DEGAM) zur Kenntnis, dass die evidenzbasierte
Allgemeinmedizin im neu berufenen Expertenrat „Gesundheit und Resilienz“,
der am Kanzleramt angesiedelt ist, nicht vertreten ist. Damit haben die
Hausärztinnen und Hausärzte als größte medizinische Berufsgruppe, die sich
Tag für Tag für die Gesundheit der breiten Bevölkerung einsetzt, in einem
nationalen Beratergremium erneut keine Stimme.

Das Kanzleramt hat mit dem Expertenrat „Gesundheit und Resilienz“ ein
neues Expertengremium berufen. Das Gremium soll die Politik zu wichtigen
Gesundheitsfragen und zum Umgang mit Gesundheitskrisen – auch ad hoc –
beraten. Kürzlich sind die 23 Mitglieder (und einige ständige Gäste) zur
konstituierenden Sitzung in Berlin zusammengekommen. Die Runde folgt auf
den bisherigen Corona-Expertenrat. Auffällig ist, dass die
Allgemeinmedizin erneut nicht vertreten ist.

„Niemand befasst sich so umfassend mit der Gesundheit der breiten
Bevölkerung wie Hausärztinnen und Hausärzte. Deshalb ist es für uns
unverständlich, dass gerade diese ärztliche Fachgruppe in einem
Expertenrat, der die Politik in allgemeinen Gesundheitsfragen und
insbesondere zur Förderung von Resilienz beraten soll, nicht vertreten
ist. Damit fehlen nicht nur die Erfahrungen aus der hausärztlichen
Praxisrealität, sondern auch Input und Einordnung wissenschaftlicher
Ergebnisse aus der Allgemeinmedizin“, kritisiert Prof. Martin Scherer,
Präsident der DEGAM.

Schon im sogenannten Corona-Expertenrat (2021 bis 2023) war die
Allgemeinmedizin nicht vertreten. Nun wird diese Fehlentwicklung
fortgeschrieben: „Ohne die Stimme der hausärztlichen Medizin wird eine
echte Chance vertan, wenn es darum geht, gesundheitspolitische
Entscheidungen auf eine breite praktisch-wissenschaftliche Basis zu
stellen“, so Martin Scherer weiter.

Der Expertenrat soll die Politik in erster Linie beraten, wie das
Gesundheitswesen resilienter gemacht werden kann. Dazu hat die DEGAM
bereits im letzten Sommer zehn Erkenntnisse unter dem Titel „Lessons
learned aus der Pandemie“ vorgestellt. „Die Pandemie hat unserer
Gesellschaft alles abverlangt. Um für künftige Krisen besser gerüstet zu
sein, müssen Gesundheitswesen und Gesellschaft resilienter werden. Deshalb
haben wir die wichtigsten Lessons learned aus Sicht der hausärztlichen
Medizin erarbeitet. Diese Expertise hätten wir sinnvoll in die Arbeit des
neuen Expertenrates einfließen lassen können“, betont der DEGAM-Präsident.

Die DEGAM steht für einen Dialog zur Ausgestaltung konkreter
gesundheitspolitischer Pläne zur Förderung der Resilienz in der
Bevölkerung weiterhin gerne zur Verfügung.

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