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Lifestyle

Grand Théâtre de Genève Les Pêcheurs de perles Opéra de Georges Bizet, besucht von Gabriela Bucher – Liechti

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

DISTRIBUTION
Direction musicale David Reiland
Mise en scène Lotte de Beer
Décors Marousha Levy
Costumes Jorine van Beek
Lumières Alex Brok
Vidéos Finn Ross
Direction des chœurs Alan Woodbridge

Leïla Kristina Mkhitaryan
Nadir Frédéric Antoun
Zurga Audun Iversen
Nourabad Michael Mofidian

Chœur du Grand Théâtre de Genève
Orchestre de la Suisse Romande

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

«Les pêcheurs de perles», die Perlenfischer von Georges Bizet, die wenigsten kennen diese Oper. Sie wird nicht oft aufgeführt, in Genf zum Beispiel zum letzten Mal 1950! Obs an der Geschichte liegt, die praktisch nur auf Zufällen basiert und sehr konstruiert daherkommt? Die beiden Librettisten Eugène Cormon und Michel Carré sollen damals gesagt haben, wenn sie gewusst hätten, wie viel Talent Bizet habe, hätten sie ihm diese abstruse Geschichte nicht vorgelegt.

Freundschaft auf harter Probe

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Eine sehr kurze Zusammenfassung: An einem Strand in Ceylon treffen der Perlenfischer Zurga und der Jäger Nadir nach langen Jahren wieder aufeinander. Sie waren enge Freunde und einst in dieselbe Frau verliebt, in die Priesterin Leïla. Sie schworen sich aber, dieser Liebe zu entsagen, um ihre Freundschaft nicht zu gefährden. Eben diese Leïla erscheint nun, verschleiert, auf einem Boot. Sie soll mit ihrem Beten und ihrem Gesang die See beruhigen, damit die Perlenfischer gefahrlos hinausfahren können. Sie muss schwören, über die Zeit des Gebets verschleiert zu bleiben. Nadir erkennt Leïla an ihrer Stimme, als sie betet, sie treffen sich nachts im Tempel, der Gemeindeälteste Nourabad entdeckt sie bei ihrem Liebesspiel. Die beiden Treulosen sollen hingerichtet werden. Vor der Hinrichtung überreicht Leïla Nourabad eine Kette, um sie vor den Flammen zu retten. Die Halskette ist das Geschenk eines jungen Flüchtlings, dem sie vor vielen Jahren das Leben gerettet hatte. Zurga erkennt seine Kette und bereut seinen Hass. Er legt im Dorf Feuer und während die Perlenfischer den Brand löschen, löst er die Fesseln der Verurteilten und lässt sie fliehen. Er bezahlt anschliessend mit seinem Leben dafür.

Vote and stay connected

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Um die Unwahrscheinlichkeit der Geschichte zu legitimieren, erklärt die junge holländische Regisseurin Lotte de Beer sie zur Reality-Show à la «Dschungel Camp» oder «Paradise Island». Und da läuft nun so einiges ab auf der Bühne, bereits bevor die Oper richtig beginnt. Heile Welt an Ceylons Sandstrand mit Eingeborenen rund um einen Topf auf einem Gasbrenner – mit Benzinfass daneben, erster Hinweis auf die folgende Katastrophe? Erscheint eine TV Crew, die sich diesen Ort für ihr Sendung ausgesucht hat. Sie kauft den Eingeborenen den Strand ab, reisst die Hütte ab, platziert ein paar Palmen, die Show kann beginnen. Es wird herumkommandiert, aufgestellt, kommentiert, fotografiert und alles gefilmt, während Zurga, Nadir, Nourabad und Leïla ihre Arien singen. Mikrofone werden ihnen vors Gesicht gehalten, Kameras zielen direkt auf sie. Im Hintergrund eine riesige Blase, darin die Fernsehzimmer der Menschen (der Chor), die sich das Ganze zu Gemüte führen. Und obwohl alles, was spontan zu passieren scheint, bereits vorgegeben ist, hindert das die TV- Zuschauer*innen nicht, für oder gegen Zurga, für oder gegen die Todesstrafe ihre «Votes» abzugeben. Diese erscheinen dann auf einer riesigen Leinwand, genauso wie der Hinweise «stay connected» vor der Pause oder das «connection lost» am Ende der Aufführung. In der Pause nach dem zweiten Akt bekommt man per Video eine Umfrage auf Genfs Strassen zu sehen mit Fragen wie «schauen Sie die Show? Wie finden sie sie» und «Sollen die beiden sterben?». Die Antworten sind teilweise haarsträubend.

Wunderbare Stimmen

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Das ist sehr realitätsnah, amüsant, manchmal verwirrend, manchmal irritierend, aber auch faszinierend, unterhaltsam, skurril. E lenkt aber auch ab von der Musik. Im zweiten Teil gibt es dann Momente, wo die herumwuselnde TV Crew entweder zu schlafen scheint oder weggeschickt worden ist und Nadir und Leïla ihr Liebesduett allein singen oder Leïla Zurga um Gnade bittet für Nadir. Da kann man zurücklehnen und geniessen, da ist man einziger Zuschauer vom Saal her, keine Einmischung mehr, Oper halt. Und da kommen die Stimmen wirklich auch zur Geltung; der unglaublich sonore, kräftige und sichere Bariton von Audun Iversen als Zurga, der anfänglich noch etwas schwache, aber immer sicherer werdende Tenor von Frédéric Antoun als Nadir, der schöne Bass von Michael Mofidian als Nourabad – herrlich, wie er den nervigen, überdrehten und kameraverliebten TV-Moderator gibt. Und wunderbar die Sopranistin Kristina Mkhitaryan als Leïla. Auch stimmlich mutiert sie von der jungen Frau mit Yogamatte auf Selbstfindungstrip zur verzweifelten Geliebten, die um Gnade für ihren Liebhaber bittet.

Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados
Les pecheurs de perles Szenenfoto von Magali Dougados

Das Orchester de la Suisse Romande begleitet schmelzend, sanft, beschwingt, nie überbordend. Wunderschöne Bläsersolis (ein Oboensolo mit Gänsehaut-Qualität), weiche Harfenklänge, schwelgende Streicher, eine solide, überzeugende Interpretation dieser wundervollen Melodien! Wie Dirigent David Reiland sagt: Zu dieser Musik könnte man ein Küchenrezept singen, es wäre extravagant. Der Chor, der nur aus dem Off, also aus den TV-Zimmern singen kann, hat keine leichte Aufgabe, meistert diese aber bewundernswert.

Die Perlenfischer, TV Show, Oper, Theater, Musical, Operette? Eine Mischung aus allem, musikalisch hochstehend mit emotionsgeladenen Arien, dem Genfer Premierenpublikum hats gefallen, es spendete viel warmen Applaus.

Um sich eine Meinung dazu zu bilden, am besten hingehen, sich darauf einlassen aber vor allem, die herrliche Musik geniessen

Text: www.gabrielabucher.ch

Fotos: Szenenfotos von Magali Dougados        www.gtg.ch

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FESTIVAL STRINGS LUCERNE – CD-Release-Konzert mit Arabella Steinbacher Konzert Reihe Luzern #KKL Luzern – Konzertsaal – Mo. 20. DEZ 2021 – 19:30 Uhr

Festival Strings Lucerne
Festival Strings Lucerne

Arabella Steinbacher und die Festival Strings Lucerne vervollständigen den Zyklus der Mozart-Violinkonzerte für das Label Pentatone mit den frühen Violinkonzerten und stellen die Zusammenarbeit im KKL Luzern vor.

 

Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia
Arabella Steinbacher Foto Fabrice Umiglia
Arabella Steinbacher – Violine

Daniel Dodds – Violine & Leitung
Festival Strings Lucerne

 

Konzertprogramm:

«Klassik & Inspiration»
O. Respighi: Antiche Danze ed arie per liuto. Suite Nr. 3 für Streichorchester
W. A. Mozart: Violinkonzert Nr. 2 D-Dur KV 211
W. A. Mozart: Adagio für Violine und Orchester E-Dur KV 261
W. A. Mozart: Rondo für Violine und Orchester C-Dur KV 373
S. Prokofjew: Symphonie classique D-Dur op. 25

 

Im Februar 2021, inmitten der Pandemie, kamen die Festival Strings Lucerne mit Arabella Steinbacher in Basel für eine CD-Produktion zusammen, um die 2013 begonnene – und auch damals auf CD gebannte – intensive Beschäftigung mit Mozarts Violinkonzerten fortzusetzen. Das erste, 2014 erschienene gemeinsame Album zählt das britische Fachmagazin Gramophone zu den Top-50 der besten Mozart-Alben der vergangenen Jahrzehnte. Höchste Zeit also, den Zyklus fortzusetzen.

 

«Nachdem ich vor einigen Jahren zusammen mit meinen wunderbaren Kollegen der Festival Strings Lucerne die Konzerte Nr. 3, 4 und 5 aufgenommen hatte, war es mein grosser Wunsch, den Zyklus der Konzerte zu vollenden und die schönen Einzelsätze hinzuzunehmen, die man nicht oft hört. Die Kadenzen, die ich spiele, wurden von dem grossen Geiger Wolfgang Schneiderhan komponiert, der 1956 die Festival Strings Lucerne mitbegründete.»

Arabella Steinbacher

 

Arabella Steinbacher schafft es traumwandlerisch, mit einer Mischung aus Spielfreude, Delikatesse und Innigkeit eine Klangwelt zu erschaffen, die Mozarts Musik geradezu schweben lässt und die direkt ins Herz geht. Das neue Album mit den Violinkonzerten Nr. 1 & Nr. 2 sowie drei, die Violinkonzerte ergänzenden Einzelsätzen ist am 1. Oktober 2021 erschienen: «Was einem sofort ins Ohr springt, ist die äusserts gelungene Melange aus schwingend singenden Linien und einer sich in feinen Nuancen ausprägenden Artikulation, die gleichzeitig ungemein natürlich und entspannt klingt», befand Uwe Krusch in der Online-Musikzeitschrift Pizzicato.

 

Neben dem Violinkonzert Nr. 2 KV 211 und Einzelsätzen Mozarts spielen die Festival Strings Lucerne, geleitet von Daniel Dodds am Pult des Konzertmeisters, die Symphonie classique Sergei Prokofjews. Auch das ist eine Premiere für das Kammerorchester und eine neue Herausforderung, symphonisches Repertoire kollektiv und gleichberechtigt zu erarbeiten und ohne Dirigenten aufzuführen.

 

Das Konzert findet unter Einhaltung der Bestimmungen zur Durchführung von «Grossveranstaltungen mit Covid-Zertifikat» statt: 3G (getestet, geimpft oder genesen). Zum Einlass benötigt man ein Covid-Zertifikat mit QR-Code und einen amtlichen Ausweis. Personen unter 16 Jahren benötigen kein Zertifikat. Es gilt eine Maskenpflicht.

 

Weitere Informationen zur Saison finden Sie in der Saisonbroschüre 2021/2022.

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Stil Fragen…für die Festtage besonders aktuell weiss Herbert Huber

o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch
o viel Besteck möchte man nicht im Abwasch

An der Hotelfachschule beinhaltete der Servicekurs auch Getränkegläserkunde. Einerseits war das zum Verzweifeln, andererseits schien es irgendwie logisch, dass man den Wein, die Liköre und die Spirituosen im richtigen Glas serviert. Das passende Glas für den edlen Burgunder wie für den weltberühmten Bordeaux. Dann das Gobelet für den Chasselas aus dem Lavaux und das Elsässerweinglas für den Gewürztraminer. Die Champagnerflûte oder der Schaumweinkelch, das Südweinglas für Porto, Malaga und Marsala. Dann die unzähligen Gläser für die Spirituosen. Vom bauchigen Cognacschwenker bis hin zum gestylten Grappa Glas. Nicht zu vergessen den berühmten Whisky Tumbler oder die diversen Cocktailgläser. So könnte ich Ihnen noch weitere Spezialgläser aufzählen.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Allerdings kann man mit derlei Anschaffungen  das Haushaltsbudget arg strapazieren. Auch bei uns gehörte es damals bei den sehr häufigen Einladungen zum guten Ton, die Getränke im dazu passenden Outfit zu servieren. Da brachten wir es doch häufig bei insgesamt acht Gläsern pro Gast bis auf 60 Gläser total. Bei jedem Markenwechsel beim Wein wurde wieder das Glas angepasst, ja, und diese mussten dann auch alle wieder gewaschen werden. Und Kristallgläser gehören definitiv nicht in die Maschine.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Selbst in den Restaurants (ausgenommen in den gehobenen Gourmettempeln) sind heute jedoch, vor allem für die Weine, exklusive Universalgläser im Einsatz. So auch bei uns zu Hause. Champagnerglas, Weissweinglas, Rotwein-Universalglas, Wasserglas. Punkt.

Tipp: Universale Gläser

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Man kann sich also für die Weine auf vier bis fünf Gläser beschränken und muss nicht zehn verschiedene Gläser kaufen, um einen optimalen Weingenuss erleben zu können. Für den Rotwein das grössere (etwas bauchige) Glas und für den Weisswein das kleinere.

Edel Besteck Koffer
Edel Besteck Koffer

Auch bei den Likör- und Spirituosengläsern gibt es «Universale». Für alle gilt: Die optimale Qualität gehört ins Glas. Noch ein letzter Tipp für zu Hause, um den Aufwand zu minimieren. Sie planen eine kulinarische Italien-, Spanien- oder Frankreich-Reise. Möchten dabei vier Weine vorstellen. Die erste Flasche ist ausgetrunken. Nun dürfen Sie die neuen Weine in den vorherigen Gläsern servieren. Denn diese sind ja «angeweint» (aviné).

Edelbesteck Set
Edelbesteck Set

Diese Idee gilt selbstverständlich nur für zu Hause und unter Freunden. In der Beiz hat man ja (noch) für den Mehraufwand beim Auswechseln der Gläser die Mitarbeiter. Letztendlich zählt die Gastfreundschaft und nicht die Anzahl der Gläser. So gebe ich Ihnen Recht, dass das Haushaltsbudget nicht mit unnötigen Luxusanschaffungen überstrapaziert werden sollte. Auch nicht mit Besteck. Weniger ist mehr, und auch der aufwendige Abwasch wird wesentlich erleichtert.

 

 

 

 

 

 

 

Und wie steht es mit den Wunschkonzerten bei Einladungen?

Edles Gold Besteck
Edles Gold Besteck

Ein brandaktuelles Thema welches die Einladenden sehr nerven kann. Was nicht unbedingt zur Vorfreude eines gemeinsamen Essens beiträgt. Also packen wir das Thema an.  Als meine Frau und ich nach 30 Jahren den Beruf als Gastgeber und unsere Karriere als Wirtepaar endgültig aufgaben, war unser Freundeskreis logischerweise riesengross. Und wir hatten die Zeit, ab und zu private Einladungen zu gestalten. Die Erwartungen waren dementsprechend hoch und der damit verbundene Aufwand war es ebenso. Zum Teil kannten wir die kulinarischen Vorlieben der Gäste und kochten mit viel Liebe unsere Vier- bis Fünf-Gänge-Menüs.

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Es gab, was es gab. Allerdings liessen wir uns kaum auf kulinarische Eskapaden ein und servierten Innereien oder Meeresfrüchte nur für die Gäste, die diese Spezialitäten über alles liebten. Einmal, ich erinnere mich noch gut, gab es als Vorspeise ein Carpaccio vom Kalbszünglein, nach dem Rezept von Elfie Casty, beliebte Kochbuchautorin in den 1980ern und 90ern. Bei einem Gast kam das Gericht aber gar nicht gut an – Zunge, um Himmels willen! Und einmal wiederum servierten wir ein Stroganoff mit Lammfleisch – der Gast, der sonst kein «Schöfig’s» ass, war in diesem Fall begeistert.Vegetarische oder vegane Vorlieben waren noch kaum ein Thema. Allergien ebenso wenig. Und heute? Ist es salonfähig geworden, nicht mehr alles essen zu wollen oder zu können. Doch wie gehen Gast und Gastgeber am besten damit um?

Das Menü besprechen

Trinkgläser Soriment
Trinkgläser Soriment

Wir waren kürzlich bei einer begnadeten Kochfrau eingeladen. Gleich beim Apéroschwärmte sie vom vorbereiteten Menü. Hausgemachte Pfifferling-Terrine, klare Kraftbrühe mit Steinpilzen, Hirsch-Carpaccio mit Feldnüsslisalat und dann Rehrücken mit Beilagen vom Wild. Meine Frau tat kund, kein rohes Fleisch zu essen, mit der Bitte, auch den Rehrücken nicht zu saignant serviert zu bekommen. Kein Problem: Es gab nur Nüsslisalat und wunderbar à point gebratenes Fleisch.

So mein Rat:

Sie dürfen sich vorher erkundigen, was es zu essen gibt. Sie dürfen sagen, was Sie gar nicht mögen. Bei besonders empfindlichen Gästen kann das Menü diesen auch beizeiten (wegen des Einkaufens) zur «Vernehmlassung» geschickt werden. Dann ist es den Gästen möglich, höflich zu intervenieren, sollte etwas gar nicht gefallen. Etwas komplizierter wird es, wenn Allergien im Spiel sind. Hier das Menü vorher ganz genau absprechen.

 

 

 

 

Mein Fazit lautet:

Besteck Garnitur
Besteck Garnitur

Letztendlich geht es bei Privateinladungen um ein gemütliches Zusammensein. Da ist weniger oft mehr. Gschwellti und eine Käseplatte munden vielen Menschen wie auch Raclette oder Fondue. Oder eine feine Suppe. Oder einen Gemüsekuchen. Großmutters Küche kommt in der Regel auch gut an. Seien wir ehrlich. Mehrheitlich kennt man seine Gäste. Unter kulinarisch Gleichgesinnten beispielsweise kann man auch getrost Vegetarisches oder Veganes für alle auftischen. Bon Appetit und viel Spass beim Gläser spülen.

Kleine Fotodiashow zur Kolumne:

fotodiashows.wordpress.com/2021/12/04/stil-fragenfur-die-festtage-besonders-aktuell-weiss-herbert-huber/

Text www.herberthuber.ch

Fotos: www.pixelio.de

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Lichthalle MAAG, Viva Frida Kahlo Ausstellung – Immersive Experience besucht von Léonard Wüst

Viva Frida Kahlo – Immersive Experience Foto Andi Juchli
Viva Frida Kahlo – Immersive Experience Foto Andi Juchli

Ausstellung: Die Bilder und das Leben von Frida Kahlo in einer immersiven Inszenierung.Die neue Lichthalle MAAG eröffnet mit einer Weltpremiere: «Viva Frida Kahlo – Immersive Experience». Die Bilder und das Leben der expressiven Malerin sind Vorlage für die immersive Inszenierung, die mittels Hochleistungsvideoprojektionen, Licht- und akustischer Effekte präsentiert wird. Dank der 360-Grad-Rundumprojektion haben die Besucherinnen und Besucher das Gefühl, sich mitten in den Gemälden und dem Leben der Künstlerin zu befinden.Die neue Lichthalle MAAG ist das erste permanente Museum der Schweiz, das nur immersive Ausstellungen zeigt. Werke grosser Künstlerinnen und Künstler werden illuminiert, animiert, vertont und auf Wände, Decken und Böden projiziert.

Grundsätzliches über diese aussergewöhnliche Persönlichkeit

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Am Anfang von Frida Kahlos Kunst steht eine Tragödie: Am 17. September 1925 kollidiert in der Hauptstadt Mexikos eine Strassenbahn mit einem Omnibus. Die damals 18-jährige Tochter eines aus Süddeutschland eingewanderten Fotografen und einer Mexikanerin aus dem Gliedstaat Oaxaca sitzt auf dem Heimweg von der Schule in jenem Bus.

Die junge Frau wird durch die Wucht des Zusammenpralls quer durch das Fahrzeug geschleudert. Ein stählerner Handlauf bohrt sich von hinten durch ihr Becken und spiesst sie regelrecht auf. Neben der Unterleibsverletzung erleidet sie elf Knochenbrüche am rechten Bein sowie drei weitere Frakturen an der Wirbelsäule und einen Schlüsselbeinbruch.

Ganze Biografie auf der Seite des Veranstalters über diesen Link einsehbar https://vivafridakahlo.ch/de/frida-kahlo/

Sinnvolle Weiternutzung des für eine Zwischennutzung erstellten Tonhalle Provisoriums

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Eigens erstellt für die Abhaltung von Konzerten ab September 2017 während der Renovation der altehrwürdigen, 1895 erbauten und von Johannes Brahms eingeweihten Tonhalle an der Claridenstrasse. Nun, da seit September 2021, also nach vier Jahren und einer etwa halbjährigen  Verspätung die Konzerte wieder im, für ca. 175 Millionen Franken renaturierten Stammhaus stattfinden, stellte sich die Frage: Tonhalle MAAG quo vadis?

 

 

 

Allgemeine Befürchtung von Kulturschaffenden

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Das 10 Millionen CHF teure Substitut wird wohl aufgrund des Immobiliendrucks früher oder später abgerissen. Eigentümerin des Maag-Areals ist momentan die Swiss Prime AG, welche wohl eher nicht am Erhalt der Spielstätte interessiert ist. Die einzige Möglichkeit, das als Provisorium erstellte Projekt zu behalten, wäre, wenn die Stadt Zürich die Immobilie erwerben könnte. Noch ist ungewiss, was mit dem Bau passieren wird. Vielleicht wird der Licht/Tonhalle Maag ein ähnliches Schicksal zuteil wie dem Freitag Tower: Dieser wurde 2006 ebenfalls als Provisorium für ein paar Jahre gedacht, und steht heute immer noch standhaft an der Hardbrücke und ist wohl nicht mehr wegzudenken.

Aber manchmal kommt es anders:

Dann kam die MAAG Music & Arts AG vertreten durch Darko Soolfrank als Initiantin des Projektes und Betreiberin der Lichthalle MAAG und Roman Beraneck, der als Creativ Director von Projektil, für den kreativen Inhalt verantwortlich zeichnet.

Dazu verweisen wir über folgende Links auf dementsprechende Informationen:

https://lichthallemaag.ch/about/

https://www.retten-wir-die-maaghallen.ch/

Aus der Tonhalle MAAG wird die Lichthalle MAAG
Aus der Tonhalle MAAG wird die Lichthalle MAAG

Aus der Tonhalle MAAG wird die Lichthalle MAAG, das erste permanent betriebene Museum der Schweiz für immersive Kunst. Die Lichthalle MAAG in Zürich eröffnet gleich mit einer Weltpremiere: «Viva Frida Kahlo – Immersive Experience» ist die erste immersive Schau in der Lichthalle MAAG. Sie setzt Leben und Werk der legendären mexikanischen Künstlerin höchst eindrücklich in Szene. Die Premiere von «Viva Frida Kahlo – Immersive Experience» ist Welturaufführung zugleich. Mit 39 Hochleistungsprojektoren werden Kahlos Bilder zum Leben erweckt und auf bis zu 34 Meter lange und 10 Meter hohe Wände, auf die Decke und auf den Boden der Halle projiziert.

Ideale Hallengrösse für Projekte dieser Art

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Mit einer BGF von  5 500 m² ist die Halle bestens geeignet für  Projekte wie dieses «Frida Kahlo» Spektakel, bietet genügend Platz für die zahlreichen Besucher, sich zwanglos in der Ausstellung zu bewegen, die grossflächige Show in der Haupthalle, dem vormaligen Konzertsaal zu geniessen. Anschaulich ausführlich, mittels Projektionen, mündlichen Erläuterungen und Musik taucht man ein in das Leben und Werk dieser, in jeder Hinsicht, aussergewöhnlichen, starken Persönlichkeit, die die der Tragik ihres Lebens in einen, nicht nur optischen,  Triumph umwandelte.

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Zitat der Veranstalter: Die immersive Inszenierung ist dramaturgisch aufgebaut und erzählt die Geschichte sowohl der Malerin als auch der Person Frida Kahlo. Eine Sprecherin in der Rolle der Künstlerin führt mit Originalzitaten durch das Geschehen. Ein eigens komponierter Soundtrack untermalt die immersive Inszenierung akustisch. In langwierigen Verhandlungen gelang es dem für das neue Zürcher Museum verantwortlichen Joint Venture, die Rechte an Frida Kahlos Bildern für immersive Zwecke zu erwerben. Es ist das erste Mal, dass ihre Werke ausserhalb von Mexiko auf diese faszinierende Weise inszeniert werden. Bereits ist «Viva Frida Kahlo – Immersive Experience» für die Ausstellung in weiteren Städten Europas gebucht worden. Zitatende.

Genug Zeit für den Rundgang einplanen

Beim Rundgang, für den man sich mindestens lohnende 60 Minuten Zeit nehmen sollte, taucht man ein in eine fantastische, farbenprächtige Welt, die sich Frida, trotz ihrer tragischen Lebensgeschichte erschaffen hat. Die frühen Werke haben viel von naiver Malerei, Portraitmalereien wie sie in Meso Amerika relativ oft, allerdings nicht so farbenfroh, zu finden sind.

Geeignet für Familienausflug mit Kind und Kegel

Die animierte 360-Grad-Multimediaschau ist massentauglich, begeistert Rentner ebenso wie Kinder und «normale» Erwachsene sowieso, ist also ebenso gut  geeignet für einen Familienausflug wie ein Zoobesuch.

Pixel können das Original nicht wirklich ersetzen

Frida Kahlo Foto Andi Juchli
Frida Kahlo Foto Andi Juchli

Im Grunde machen diese Ausstellungen, untergebracht zumeist in praktischen Industriehallen, das genaue Gegenteil von einem Kunsthaus, das seine Werke hinter goldenen Türen verschliesst. Der skeptische Blick von Kunstkennern ist vorbestimmt. Pixel, das ist aber auch den Betreibern klar, können das Original nicht ersetzen. In den Projektionen verlieren sich plastische Pinselstriche, die Struktur, nicht einmal Grösse und Format lassen sich ablesen. Trotz allen Vorbehalten lohnt sich ein Besuch, können sich doch auch nicht grad Museen affine Personen auf irgendwie spielerische Art Kunst annähern und dadurch auch animiert werden, mal eine Ausstellung in einem  «richtigen» Museum zu besuchen.

Fotos: https://vivafridakahlo.ch/de/  Andi Juchli

Text: www.leonardwuest.ch

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