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Digital weiterentwickeln, regional verwurzelt bleiben: Welche Herausforderungen muss Bochum angehen?

Digital weiterentwickeln regional verbunden bleiben Symbolbild unsplassh
Digital weiterentwickeln, regional verbunden bleiben Symbolbild unsplassh
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Bochum ist seit jeher eine Stadt, die den Wandel kennt. Wo früher Zechen und Hochöfen das Stadtbild prägten, bestimmen heute Universitäten, Kultur und moderne Unternehmen das Gesicht. Nun steht eine neue Transformation an – die digitale Weiterentwicklung.

Doch die Frage bleibt, wie dieser Weg beschritten werden kann, ohne dass die Stadt ihre regionale Verwurzelung verliert. Denn digitale Technologien allein genügen nicht, wenn sie nicht von Menschen getragen werden, die sich mit ihrer Stadt identifizieren. 

Außerdem muss bedacht werden, dass nicht alles auf kommunaler Ebene entschieden werden kann. Manchmal ist der Gesetzgeber gefragt, um veraltete Rahmenbedingungen zu modernisieren und Innovationen nicht auszubremsen.

Wenn Digitalisierung auf Tradition trifft

Bochum steht vor der Herausforderung, digitale Projekte mit dem gewachsenen Selbstverständnis einer Ruhrgebietsstadt zu verbinden. Die Identität einer Stadt, die stark vom Gemeinschaftsgefühl ihrer Bewohner lebt, muss in dieser Transformation bewahrt werden.

Digitalisierung kann hier Brücken bauen, wenn sie nicht als kalte Technik, sondern als Werkzeug verstanden wird, das Lebensqualität schafft. Ein gutes Beispiel dafür ist die Glücksspielbranche, die den Weg ins Internet gemeistert hat. Allerdings sind längst noch nicht alle Angebote reguliert. Die neuerdings beliebten Aviator Spiele (https://www.cardplayer.com/de/casinos/aviator-casino) können derzeit noch nicht bei in Deutschland lizenzierten Anbietern gespielt werden. Dennoch gilt das Glücksspiel als Paradebeispiel für eine Branche, die von der Zielgruppe voll und ganz im Internet akzeptiert wird.

Wie lässt sich das auch auf anderen Ebenen erreichen? Indem moderne Lösungen nicht isoliert von der Bevölkerung entwickelt werden, sondern sichtbar in den Alltag hineinwirken. Ein digitaler Mängelmelder oder eine Plattform zur Bürgerbeteiligung sind mehr als nur Software, sie zeigen, dass Verwaltung und Stadtgesellschaft im Austausch stehen. So bleibt die Tradition des Mitmachens, die dem Ruhrgebiet eigen ist, erhalten und wird ins digitale Zeitalter übersetzt.

Vom Glasfaserausbau bis zum LoRaWAN-Netz

Ohne stabile Netze bleibt jede digitale Vision ein Papiertiger. Bochum hat in den vergangenen Jahren kräftig investiert und erreicht mit dem Glasfaserausbau eine Abdeckung von über 90 Prozent. Damit entsteht eine Grundlage, auf der innovative Ideen gedeihen können. Doch neben Breitband gehört mehr dazu. Mit dem Aufbau eines LoRaWAN-Netzes schafft die Stadt ein digitales Nervensystem, das Daten aus unterschiedlichsten Bereichen bündelt.

Ob Sensoren, die den Füllstand von Abfallbehältern melden, oder Klimamessungen, die Hinweise für städtische Grünkonzepte liefern: Solche Anwendungen wirken auf den ersten Blick unspektakulär, haben aber enorme Bedeutung für die Effizienz der Stadtplanung.

Hinzu kommt die Bochum App, die Bürgerdienste, Veranstaltungen und Informationen an einem Ort zusammenführt. Sie ist so etwas wie ein digitales Schaufenster, das Alltag und Verwaltung näher zusammenbringt.

Neue Wertschöpfungsketten und innovative Geschäftsmodelle

Die Digitalisierung verändert auch die Bochumer Wirtschaft in einem Tempo, das manche regionale Traditionsbetriebe vor große Aufgaben stellt. Klassische Wertschöpfungsketten werden aufgebrochen, Vertriebswege verlagern sich zunehmend ins Digitale und Innovationszyklen verkürzen sich drastisch. Unternehmen, die hier Schritt halten wollen, brauchen Mut zur Veränderung.

Mit Initiativen wie „Bochum.Wirtschaft.Digital“ erhalten Firmen Unterstützung bei der Transformation. Workshops, digitale Werkzeuge und Beratungsangebote sollen helfen, neue Geschäftsmodelle zu entwickeln. Gleichzeitig bringt das Inno-Netzwerk Produktion Hochschulen, Forschungseinrichtungen und die Industrie zusammen. Ein Beispiel ist die Industrie 4.0, bei der digitale Produktionsprozesse das Rückgrat moderner Fertigung bilden.

Selbst Institutionen, die man nicht sofort mit Digitalisierung verbindet, gehen voran. Das Deutsche Bergbau-Museum etwa setzt digitale Methoden ein, um sowohl interne Abläufe als auch den Besuchererlebnis zu verbessern. Stadtwerke Bochum wiederum treiben mit Smart-Grid-Technologien und LoRaWAN-Anwendungen die intelligente Infrastruktur voran.

Und auch der Handel wird digitaler: Mit Plattformen wie „Wir sind Bochum“ oder Gutscheinprogrammen entstehen neue Ansätze, um lokale Geschäfte in die digitale Welt einzubinden.

Fachkräfte, Wissenstransfer und Bildung im Fokus

Technologie ist nichts ohne die Menschen, die sie entwickeln und einsetzen. Der Mangel an Fachkräften, besonders im IT- und MINT-Bereich, ist deshalb eine der größten Hürden für Bochums digitale Ambitionen. Hier setzt die Ausbildung an. Mit Initiativen wie der Code Academy Ruhr werden neue Programmierer und Entwickler geschult, die das nötige Know-how in die Region tragen.

Die Hochschule Bochum spielt eine weitere zentrale Rolle. Mit Forschungsfeldern von künstlicher Intelligenz über Smart Factories bis zu nachhaltigen Technologien liefert sie nicht nur Wissen, sondern auch Talente, die in Unternehmen gebraucht werden. Hinzu kommt das Center for Advanced Internet Studies (CAIS), das die sozialen Dimensionen der Digitalisierung erforscht und die Brücke zwischen Wissenschaft und Gesellschaft schlägt.

Doch es reicht nicht, nur Nachwuchs auszubilden. Genauso wichtig ist es, Wissenstransfer zu fördern. Start-ups, etablierte Unternehmen und Hochschulen müssen enger verzahnt arbeiten, damit Innovation nicht in Silos stecken bleibt, sondern zu handfesten Produkten und Dienstleistungen führt.

Smart City Bochum: Projekte, die das Leben spürbar verändern

Bochum setzt auf viele Projekte, die den Alltag erleichtern. Digitale Parkraumverwaltung etwa sorgt dafür, dass Autofahrer schneller freie Stellplätze finden. Mängelmelder geben Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, Probleme direkt an die Verwaltung zu melden, sei es eine defekte Laterne oder ein Schlagloch.

Open-Data-Portale schaffen Transparenz, indem sie Verwaltungsdaten zugänglich machen und so auch Start-ups oder Bürgerinitiativen inspirieren, neue Anwendungen zu entwickeln. Zusätzlich entstehen digitale Angebote für soziale Teilhabe, die sicherstellen, dass nicht nur Technikaffine profitieren. Die Plattform „bochum-mitgestalten.de“ ermöglicht Beteiligung an Zukunftsfragen und sorgt dafür, dass Projekte nicht im Elfenbeinturm entworfen werden, sondern im Dialog mit der Stadtgesellschaft.

Digitale Transformation gelingt jedoch nur, wenn die Menschen mitgenommen werden. Vertrauen spielt dabei eine entscheidende Rolle. In Bochum gibt es Formate wie Stadtlabore, bei denen Bürgerinnen und Bürger ihre Ideen einbringen können. Auch mobile Beteiligungsangebote tragen dazu bei, dass der Dialog nicht an den Sitzungssälen der Verwaltung endet, sondern auf Straßen und Plätzen stattfindet.

Eine weitere Herausforderung liegt in der digitalen Kluft. Nicht jeder ist technisch versiert, nicht alle haben dieselben Zugänge. Deshalb müssen Angebote so gestaltet sein, dass auch ältere Generationen oder weniger technikaffine Menschen eingebunden werden. Hier zeigt sich, dass Digitalisierung nicht nur ein technologisches, sondern auch ein soziales Projekt ist.

Warum Digitalisierung in Bochum niemals abgeschlossen sein wird

Digitalisierung ist kein Projekt, das irgendwann feierlich beendet werden kann. Sie ist ein Prozess, der immer neue Technologien, Erwartungen und Herausforderungen hervorbringt. Für Bochum bedeutet das, dauerhaft in Bewegung zu bleiben. Der Glasfaserausbau von heute ist morgen schon Standard, smarte Lösungen von heute sind in einigen Jahren wieder überholt.

Der Erfolg wird sich daran messen, ob es gelingt, langfristig flexibel und offen zu bleiben. Eine Smart City ist nie fertig, sondern immer im Werden. Gleichzeitig bleibt es entscheidend, die regionale Identität zu pflegen. Nur wenn digitale Projekte in den Alltag eingebettet sind und an bestehende Traditionen anknüpfen, entsteht ein Zusammenspiel aus Fortschritt und Verwurzelung, das Bochum auf Dauer stark macht.