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Bochum, Neue Ausstellung auf Haus Kemnade thematisiert Verbindung von Kunst und Industrie

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Das Kulturhistorische Museum Haus Kemnade zeigt ab Samstag, 11. Oktober, 15 Uhr, bis zum
4. Januar die Ausstellung „IndustrieART-EN“. Der Wittener Fotokünstler Philip Ian Pearce hat
zusammen mit dem Bildhauer Vasilij Plotnikov und dem Medienkünstler Dr. Achim Brodde
einen Blick auf industrielle Fertigungsprozesse gewagt. Die Künstler loten mit ihrem Projekt
die Möglichkeiten der Verbindungen von Kunst und industrieller Gegenwart aus: Wie kann
Kunst industrielle Prozesse für Mitarbeitende aber auch für Menschen der Region emotional
sichtbar machen und Identifikation stiften?

Sie haben dazu verschiedene Unternehmen der
Region beteiligt, die ihnen mehrmals Zugang zu den Produktionsstätten gewährt hatten.
Daraus entwickelte sich eine ungewöhnliche Interpretation von Industrie, Tradition, Innovation
und Handwerkskunst.

Die Künstler haben sich für ihr Projekt sowohl mit großen, mittelständischen als auch kleinen
Betrieben beschäftigt. Traditionsunternehmen, die für den Bergbau gearbeitet haben und den
Transformationsprozess in Gegenwart und Zukunft gemeistert haben, sind ebenso vertreten
wie Betriebe, die nach dem Strukturwandel des Ruhrgebiets entstanden sind. Alle beteiligten
Unternehmen eint die Ausrichtung in Richtung Zukunft. Sie gewährten den Künstlern einen
Blick hinter die Tore ihrer Produktionsstätten, einen Blick auf Fertigungsprozesse,
Arbeitsweisen und Produkte. Zahlreiche Gespräche mit den Mitarbeitenden der Betriebe sowie
den Firmenleitungen haben Eingang in die künstlerische Beschäftigung mit den
Fertigungsprozessen gefunden.

„Über das vermeintlich Offensichtliche hinauszublicken, das Motiv genau zu beobachten,
mich darauf einzulassen, mich mit ihm auseinanderzusetzen und dieses so zu interpretieren,
wie ich es sehe, das ist mein Anliegen als Fotokünstler. Ich möchte mit meiner eigenen

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Interpretation von Industrie, Technik und Arbeit die Menschen emotional berühren und sie an
meiner Sichtweise teilhaben lassen“, so Pearce über die Ausstellung.

Die mit den Bildern korrespondierenden Skulpturen und Installationen nutzen als Material
zum Teil Produktionsreste, sie machen den eigentlich unbeachteten Teil eines Produktes
erfahrbar. Die Bilder, deren Basis fotografische Momentaufnahmen sind, heben Aspekte des
Moments der Produktion hervor, der Künstler perspektiviert das Bild im Nachgang farblich
pointiert neu.

Über die Künstler:

Der in England geborene Fotograf Philip Ian Pearce beschäftigt sich seit den 80er Jahren mit
der Fotografie. Der Wirtschaftsingenieur war im Laufe seiner beruflichen Tätigkeit
jahrzehntelang im Industrieanlagenbau in verschiedenen Führungspositionen tätig, was seine
fotografische Arbeit sehr geprägt hat. Seine künstlerischen Arbeiten skizzieren seine
Auseinandersetzung mit gesellschaftlichem Strukturwandel durch seinen einzigartigen Stil
des analytischen Expressionismus.

Der gebürtig aus Sotschi stammende Bildhauer Vasilij Plotnikov hat seit Anfang der 90er Jahre
seinen Lebens– und Schaffensmittelpunkt in der Oberpfalz. Seine künstlerische Ausbildung
zum Bildhauer absolvierte Vasilij Plotnikov an der Fachschule für Technik und Gestaltung in
Flensburg (vorm. Werkkunstschule Flensburg) und ist seit 2004 als freischaffender Bildhauer
regional und überregional erfolgreich tätig. Vasilij Plotnikov arbeitet insbesondere mit
naturnahen Werkstoffen wie Holz, Bronze und Stahl aber auch aus keramischen Werkstoffen
gestaltet er Skulpturen und Installationen.

Dr. Achim Brodde studierte zunächst Experimentalphysik und war danach in der Industrie in
verschiedenen Managementfunktionen in den Bereichen Telekommunikation, Automotive
und Maschinenbau tätig. Die Fotografie war seit seiner Jugend eine ständige Begleiterin in
seinem Leben. Seit einigen Jahren nehmen die Digitalisierung und das Webdesign einen
immer breiteren Raum in seinem künstlerischen Schaffen ein. Achim Brodde nutzt die leichte
Zugänglichkeit des Internets, um Kunst im virtuellen Raum erlebbar zu machen.