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DIVI stellt Manual für die psychologische Versorgung von Intensivpatienten vor

Für Patienten wie auch deren Angehörige können die Einweisung und die
Behandlung auf einer Intensivstation zum traumatischen Erlebnis werden.
Entsprechend sind die psychologische Begleitung und Unterstützung durch
qualifiziertes Personal unverzichtbar. Die Sektion Psychologische
Versorgungsstrukturen in der Intensivmedizin der Deutschen
Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) hat
hierzu jetzt ein Manual mit erprobten Techniken und Methoden wie auch
Hilfsmitteln für die Kollegen veröffentlicht.

„Es ist unser Ziel, hiermit klare Strukturen in der bestehenden
psychologischen Unterstützung zu schaffen“, erklärt Sektionssprecherin Dr.
Anke Hierundar, Psychologische Psychotherapeutin in der Klinik für
Anästhesiologie und Intensivtherapie im Universitätsklinikum Rostock.
„Unser Manual soll ab sofort Standards für Kolleginnen und Kollegen
etablieren, die bereits als Psychologen auf Intensivstationen arbeiten
bzw. dort neu beginnen und entsprechend die Qualität unserer Arbeit
absichern.“ Das 63 Seiten starke PDF wurde unter dem Titel Manualisierte
Interventionen für die Psychologische Versorgung intensivmedizinisch
behandelter PatientInnen und ihrer Angehörigen zur freien Verfügbarkeit
und Weitergabe auf der Website der Fachgesellschaft veröffentlicht.

Kollegen mit jahrelanger Erfahrung in der Psychotherapie, Hypnotherapie
oder auch der Traumatherapie, die schwerpunktmäßig als Psychologen auf der
Intensivstation arbeiten, haben an der Erstellung des DIVI-Manuals
mitgewirkt, um durch das Paper Erfahrungen zu bündeln und diese an jüngere
Kolleginnen oder neue Kollegen auf den Intensivstationen weiterzugeben.
„Alle Autoren eint ein notfallpsychologisches Handlungsverständnis“,
betont Anke Hierundar. „Schließlich ist Angst die führende Emotion im
Krankenhaus. Und diese wollen wir möglichst reduzieren!“

Das Ziel: traumatisierende Belastungen der Patienten zu vermeiden

So könne das Ereignis, das zur Einweisung auf die Intensivstation führe,
wie beispielsweise ein Autounfall, Schlaganfall, Herzinfarkt oder eine
schwere Operation, selbst potenziell traumatisierend sein. Für viele
Patienten könne die Behandlung auf der Intensivstation selbst als sehr
belastend und sehr bedrohlich wahrgenommen werden. „Hier gilt es, früh zu
intervenieren, um spätere psychische Folgestörungen unserer Patienten zu
vermeiden“, erklärt die Sektionssprecherin. Diese gingen sonst körperlich
gesünder, aber seelisch belasteter nach Hause.

„Die meisten Kliniken realisieren, wie wichtig auch eine psychologische
Begleitung im Rahmen der patientenorientierten Akutmedizin ist, auch wenn
unsere Arbeit derzeit immer noch nicht abrechenbar ist“, so Hierundar.
Auch zur langfristigen Etablierung in die Regelversorgung soll das Manual
damit langfristig den Weg bereiten.

Der Weg: Erfahrungen und adaptierte Techniken im Manual gebündelt

Das DIVI-Manual ist unterteilt in Kapitel zu verschiedenen Themen:
hypnotherapeutischen Intervention, Interventionen zur kognitiven
Umstrukturierung, Emotionsregulation, Körperwahrnehmung,
Entspannungstechniken, Interventionen zur Realitätsorientierung und
Akzeptanz- und Commitmenttherapie (ACT). Einige Techniken wurden speziell
für die Intensivmedizin adaptiert, da einige Patienten nur gering –
teilweise lediglich fünf bis 15 Minuten – belastbar und andere
eingeschränkt in ihrer Kommunikationsfähigkeit sind.

Für Angehörige werden Hilfsmittel wie das Intensivtagebuch erläutert. Aber
auch die Angehörigenbegleitung nach einem Suizidversuch und die
Trauertherapie finden ihren Platz im DIVI-Manual.

Sektion veröffentlicht parallel Dokumentationsbogen und bietet Webinar im
Juni an

Die Sektion Psychologische Versorgungsstrukturen in der Intensivmedizin
geht aber noch einen Schritt weiter: In Kürze soll parallel zum Manual das
„Berufsbild für PsychologInnen in der Intensivmedizin und Klinischen
Notfallmedizin“ veröffentlicht werden. „Wir sind fast fertig“, verrät
Sektionssprecherin Dr. Anke Hierundar. Zudem ergänzt ein speziell auf die
psychologische Tätigkeit in diesem Setting ausgerichteter
Dokumentationsbogen das Manual. Der Dokumentationsbogen wurde durch die
Sektion erstellt und steht ebenfalls finalisiert auf der DIVI-Webseite zur
Verfügung.

Auch möchte die Sektion noch vor dem DIVI-Jahreskongress im Dezember mit
interessierten Kollegen in den Austausch gehen und Möglichkeiten für
Fragen rund um das Manual geben. So ist für Anfang Juni ein DIVI-Webinar
geplant. Der genaue Termin ist dem Veranstaltungskalender in Kürze zu
entnehmen oder dem DIVI-Newsletter.

Das Manual als PDF zum Download: https://www.divi.de/joomlatools-files
/docman-files/publikationen/psychologische-versorgungsstrukturen-in-der-
intensivmedizin/20240423_Manual_Psychologische%20Interventionen%20ITS_FINAL.pdf


Der Dokumentationsbogen zum Download: https://www.divi.de/joomlatools-
files/docman-files/publikationen/psychologische-versorgungsstrukturen-in-
der-intensivmedizin/EP_ITS22032024.docx

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DGAI unterstützt Lauterbachs Initiative zur Herzvorsorge: Prävention als Schlüssel gegen den plötzlichen Herztod

Die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und
Intensivmedizin e.V. (DGAI) begrüßt die Initiative von
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach, die regelmäßige Herzvorsorge
als Kassenleistung anzuerkennen. Dieser Schritt sei eine wichtige Maßnahme
zur Verringerung der Todesfälle durch plötzlichen Herztod. Gemeinsam mit
Experten aus verschiedenen Fachbereichen setzen sich Fachärztinnen und
Fachärzte für Anästhesiologie intensiv für verbesserte Überlebenschancen
nach einem plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand ein.

Als Trägerin des Deutschen Reanimationsregisters organisiert die DGAI in
Zusammenarbeit mit dem Berufsverband Deutscher Anästhesistinnen und
Anästhesisten e.V. (BDA) regelmäßig die Bad Boller Reanimations- und
Notfallgespräche. Dort wurde erst kürzlich ein Update der „10 Thesen für
10.000 Leben“ veröffentlicht, bei dem die klassische Rettungskette zur
„Überlebenskette“ erweitert wurde. Diese beginnt nicht erst mit der
Notfallsituation, sondern nimmt die Prävention eines außerklinischen Herz-
Kreislauf-Stillstandes mit auf – ein Anliegen, das nun auch durch die
Initiative des Bundesgesundheitsministers aufgegriffen wird.

„Der plötzliche Herztod ist meist nicht plötzlich, sondern kündigt sich
durch frühe Warnzeichen an und ist vermeidbar, insbesondere bei jungen,
scheinbar gesunden Personen“, betont Prof. Dr. Jan-Thorsten Gräsner,
Sprecher der Sektion Notfallmedizin der DGAI.

Symptome wie unklare Synkopen (kurzzeitige Bewusstlosigkeit),
Krampfanfälle, kardiale Palpitationen (Herzrasen oder Herzstolpern),
Dyspnoe (Atemnot) oder Brustschmerzen, vergleichbar mit einem Herzinfarkt,
können auf eine zugrundeliegende Erkrankung hinweisen. „Bei Auftreten
solcher Symptome ist eine umgehende medizinische Untersuchung und
Behandlung notwendig, um lebensbedrohliche Situationen zu verhindern“,
ergänzt PD Dr. Jan Wnent, Sprecher des Arbeitskreises Notfallmedizin
innerhalb der DGAI.

Das vorgeschlagene Gesetz zur Herzvorsorgeuntersuchung biete die
Möglichkeit, frühzeitig erkennbare und behandelbare Erkrankungen zu
identifizieren. Die DGAI betont die Notwendigkeit, dabei auch die
genetische Komponente in den Fokus zu nehmen. Genetische Aufklärung kann
dazu beitragen, Familienmitglieder mit einem erhöhten Risiko frühzeitig zu
identifizieren und entsprechende präventive Maßnahmen zu treffen. Dies
beinhaltet auch die Ursachenklärung nach einem überlebten plötzlichen
Herz-Kreislauf-Stillstand sowie standardisierte Obduktionen bei
Verstorbenen nach solch einem Ereignis.

In Deutschland erleiden jährlich etwa 113.000 Menschen einen Herz-
Kreislauf-Stillstand, ein Drittel davon im erwerbstätigen Alter. In rund
60.000 Fällen wird mit Wiederbelebungsmaßnahmen begonnen. Von diesen
Patienten erreichen 33 Prozent lebend das Krankenhaus, elf Prozent können
es letztlich lebend verlassen – nur 5.000 davon ohne neurologische Folgen.

Vor diesem Hintergrund ruft die DGAI zu einer verstärkten Sensibilisierung
der Bevölkerung für die Symptome des plötzlichen Herztodes auf und
unterstreicht die Bedeutung von Prävention und Früherkennung für eine
verbesserte Herzgesundheit in Deutschland. „Jede verhinderte Reanimation
ist die beste Situation für die Patienten“, so Prof. Dr. Jan-Thorsten
Gräsner.

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Neue Sporttherapie für krebskranke Kinder am Uniklinikum

In der Kinderonkologie bringt eine Sporttherapeutin die kleinen
Patientinnen und Patienten in Bewegung. // Mit der Benefizregatta „Rudern
gegen Krebs“ soll dieses Angebot dauerhaft etabliert werden. // Noch gibt
es freie Plätze in den Wettkampfbooten, die am 8. Juni 2024 auf der Elbe
an den Start gehen.

Krebserkrankungen bei Kindern und Jugendlichen sind für alle Beteiligten
eine große Herausforderung – vor allem für die kleinen Patientinnen und
Patienten selbst. Um ihnen die Zeit während der Therapie zu erleichtern
und sie von Schmerzen und Langeweile abzulenken, gibt es für sie in der
Kinderonkologie des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden ein
neues Therapieangebot. Kinder und Jugendliche bekommen regelmäßig Besuch
von einer Sporttherapeutin. Sie ergänzt das Angebot an Kunst- und
Musiktherapien, die vom Sonnenstrahl e.V. unterstützt werden. Mithilfe von
Spenden soll nun auch die Sport- und Bewegungstherapie dauerhaft etabliert
werden. Dafür findet am 8. Juni 2024 am Blasewitzer Elbufer in Dresden
eine Ruder-Regatta für den guten Zweck statt. Ein Teil des Erlöses fließt
in die neue Sporttherapie.

Krebs im Kindes- und Jugendalter wird vergleichsweise selten
diagnostiziert. In Deutschland entsprechen die jährlich rund 2.250
Neuerkrankungen bei Kindern und Jugendlichen weniger als einem halben
Prozent der Gesamtzahl der Krebsfälle. Dennoch trifft es die Familien
hart, wenn diese Diagnose für ihr Kind im Raum steht. Plötzlich
beherrschen Sorgen den Alltag, Eltern und Kind sind mit vielen
Untersuchungen und mitunter langwierigen Behandlungen konfrontiert, nicht
selten verbringen die Kleinen lange Zeit im Krankenhaus. Am
Universitätsklinikum Dresden sind die kleinen Patientinnen und Patienten
in den besten Händen: Dank modernster Therapien, wie beispielsweise die
Bestrahlung des Tumors mit Protonen, hochqualifizierten Kinderonkologinnen
und -onkologen und einer engen interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen
verschiedenen Fachbereichen werden immer mehr Kinder mit Krebs erfolgreich
behandelt. In der Kinderonkologie im Haus 65 können zwölf Kinder und
Jugendliche stationär versorgt werden. Eine Übernachtungsmöglichkeit für
Mama oder Papa ermöglicht das Zusammenbleiben der Familien. Weitere fünf
bis sechs Plätze bietet die Tagesklinik, in der die Jungen und Mädchen
Chemotherapien verabreicht bekommen oder anderweitig behandelt werden.

Regelmäßig sind auch Lotta und Emily in der Tagesklinik der
Kinderonkologie am Uniklinikum. Die beiden, mittlerweile befreundeten
Mädchen strahlen, als die Tür ihres Zimmers aufgeht und Sabine Barde
erscheint. Sie ist die neue Sporttherapeutin in der Kinderonkologie und
seit September 2023 in der Tagesklinik und auf Station im Einsatz, um den
kranken Kindern Bewegung, Abwechslung und vor allem Ablenkung in den
Krankenhaus-Alltag zu bringen. Finanziert wird die Drittmittelstelle vom
Sonnenstrahl e.V., der diese Kosten wiederum über Spenden abdeckt. Es ist
nur eines von zahlreichen Projekten, die der Dresdner Verein für
krebskranke Kinder und Jugendliche auf die Beine stellt. „Wir sind sehr
froh, dass wir Sabine Barde für diese so wichtige Arbeit gewinnen
konnten“, sagt Falk Noack vom Sonnenstrahl e.V., der sich maßgeblich um
die Sporttherapie bemüht. „Der Bedarf ist groß und wir möchten dieses
Angebot gern mit weiteren Mitarbeitenden ausbauen.“ Ziel sei es, dass die
Krankenkassen einen Teil der Kosten für die Sporttherapie übernehmen, sagt
Falk Noack. Schon länger bietet der Verein auch die Möglichkeit für Kunst-
und Musiktherapien – die Sporttherapie ist inzwischen sehr beliebt.

Das kann auch Sabine Barde bestätigen, die mit der zehnjährigen Lotta und
der zwölfjährigen Emily die Tischtenniskellen schwingt. Anstatt eines
Balles schwebt ein Luftballon durch die Luft, denn die beiden Mädchen
können während ihrer Chemotherapie die Betten nicht verlassen. „Ich mache
viel mit den Kindern in ihrem Zimmer“, sagt Sabine Barde. Die studierte
Sportwissenschaftlerin ist auch auf engstem Raum sehr kreativ, lässt sich
Wortspiele mit Bewegungseinheiten einfallen oder spielt Fußball auf dem
Flur, wenn es der Zustand des Kindes erlaubt. Zweimal wöchentlich möchte
sie sich gern mit jedem ihrer Patientinnen und Patienten beschäftigen.
„Täglich wäre es natürlich noch besser.“ Neben der Ablenkung, die Sabine
Barde den Kindern mit ihren Spielen bringt, hat die Bewegung natürlich
auch einen gesundheitlichen Effekt, der mittels Studien längst
nachgewiesen ist. Körperliche Aktivitäten mindern Nebenwirkungen, regen
die Verdauung an, halten die Kinder für die alltäglichen Verrichtungen
fit. „Ein ganz wichtiger Aspekt dabei: Die Kinder dürfen mitbestimmen, was
wir machen. In einer Zeit der Hilflosigkeit, die sie in ihren Familien oft
erleben, ist das eine Erfahrung, die Kraft und Selbstvertrauen gibt und
das Selbstwertgefühl stärkt.“ Ob Bälle, Balancierstrecken,
Federballschläger oder Schaumstoffschwerter zum Wut herauslassen – all
diese Utensilien, die Sabine Barde einsetzt, werden ebenfalls mittels
Spenden finanziert.

Ein wichtiges und inzwischen zur Tradition gewordenes Event zum Sammeln
von Spenden für derartige Patientenprojekte steht im Juni an: Die
Benefizregatta „Rudern gegen Krebs“. Nachdem die Veranstaltung am
Blasewitzer Elbufer zunächst coronabedingt pausieren musste und 2022 die
zehnjährige Jubiläumsregatta stattfand, stehen in diesem Jahr die Teams
der Mannschaftsboote erneut in den Startlöchern und trainieren fleißig für
den großen Tag am 8. Juni 2024.

Erlös der Regatta kommt onkologischen Patientinnen und Patienten zugute

Gemeinsam mit dem Sächsischen Elbe-Regattaverein (SERV) stellt das
Uniklinikum die Ruder-Regatta für den guten Zweck als Partner der Stiftung
Leben mit Krebs zum elften Mal auf die Beine. In bester Tradition starten
Patientinnen und Patienten, Ärzteschaft, Pflegepersonal und Mitarbeitende
des Uniklinikums Dresden, aber auch Rudersportlerinnen und -sportler sowie
Ruderneulinge regional ansässiger Unternehmen bei dem Wettbewerb. Sie alle
stellen – als Einsteigerinnen und Einsteiger oder aber bereits mit
Expertise ausgestattet – ihr großartiges Engagement unter Beweis und
setzen so durch ihren Einsatz ein starkes Zeichen gegen Krebs.

„Mit den Spenden aus der Regatta ‚Rudern gegen Krebs‘ konnten wir in den
vergangenen Jahren wegweisende Projekte initiieren, um frühzeitig und
gezielt die Lebensqualität der Betroffenen zu verbessern. Da dieser Aspekt
nur in geringem Umfang als Krankenhausleistung finanzierbar ist, spielen
die Spenden aus der Benefiz-Regatta eine entscheidende Rolle. Deshalb ist
das Engagement der Spenderinnen und Spendern sowie von allen, die dieses
außergewöhnliche Ereignis organisatorisch unterstützen, so wichtig“, sagt
Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstand am Uniklinikum Dresden.
Noch sind Plätze in den Ruderbooten frei: Wer an der Regatta am 8. Juni
2024 teilnehmen möchte, kann sich jetzt für das Mannschaftserlebnis auf
dem Wasser anmelden. Die Dresdner Rudervereine bereiten jeden
Teilnehmenden – auch ohne Ruderkenntnisse – qualifiziert auf diesen
Wettkampf vor. Am Veranstaltungstag erwarten die Sportlerinnen und
Sportler sowie die Besuchenden spannende Wettkämpfe auf dem Wasser und ein
unterhaltsames sowie informatives Rahmenprogramm an Land.

Online-Anmeldung: www.rudern-gegen-krebs.de/regatta/2024/dresden-2024/

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Mit Cholesterin-Screening dem Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugen: Novartis und die Charité erarbeiten neues Versorgungskonzept

  • Neues Präventionsmodell soll in Kooperation mit dem Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center an der Charité in Berlin umgesetzt werden
  • Standardisiertes Screening und Behandlungspfade zur wirksamen und langanhaltenden Reduzierung des LDL-Cholesterinwertes, um Herz-Kreislauf-Ereignisse zu vermeiden
  • Ziel ist die Entwicklung eines bundesweit skalierbaren Modells, um die Lebenserwartung in Deutschland zu steigern
  • Impulspapier des Bundesministeriums für Gesundheit unterstützt Maßnahmen der Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen

Nürnberg und Berlin, 19. April 2024 – Novartis und die Charité – Universitätsmedizin Berlin („Charité“) entwickeln gemeinsam ein populationsbezogenes Versorgungskonzept zur Prävention kardiovaskulärer Erkrankungen. Die Umsetzung des Konzepts ist in Zusammenarbeit mit dem Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center („FS-CPC“) im Rahmen einer Pilotphase am Standort Benjamin Franklin geplant. Mit dem Projekt sollen Personen mit unkontrolliert hohen LDL-Cholesterin-Werten identifiziert und durch geeignete Maßnahmen auf den Zielwert gebracht werden. Durch ein standardisiertes Screening könnte dieser Hauptrisikofaktor frühzeitig erkannt werden, um entsprechende Behandlungs- und Aufklärungsmaßnahmen einzuleiten. Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, das Modell anschließend bundesweit zu skalieren, um die Lebenserwartung in Deutschland zu steigern.

 

Präventionskonzept soll unnötige Todesfälle vermeiden

„Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind noch immer die führende Todesursache in Deutschland. Dabei wären mehr als 50 Prozent der Herzinfarkte, die ich behandle, durch eine frühzeitige Prävention vermeidbar gewesen,“ erklärte Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin | CBF und Direktor des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center (FS-CPC). „Es steckt also ein enormes Potenzial darin, die Herzgesundheit mit innovativen Präventionsmodellen massiv zu verbessern. Für unser aktuelles Konzept holen wir Experten aus Klinik, Versorgung und Industrie an einen Tisch, um die Behandlungsergebnisse für unsere Patient*innen zu optimieren.“

 

„Die Ursachen und Risiken von Herz-Kreislauf-Erkrankungen kennen wir zum allergrößten Teil: Das sind etwa hohe Cholesterin- und Lipoproteinwerte, wie zum Beispiel Lp(a), hoher Blutdruck und ein ungesunder Lebenswandel“, fügte Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin Charité – Universitätsmedizin Berlin und Stv. Direktorin des FS-CPC hinzu. „Wir widmen uns in unserer Arbeit besonders den genetisch determinierten Risikofaktoren wie beispielsweise einem hohen Cholesterinwert. In unserem Pilotprojekt wollen wir zeigen, dass Patient*innen ihre LDL-C-Werte langanhaltend reduzieren können, wenn wir diesen hereditären Anteil der Risikofaktoren in einem möglichst frühen Stadium entdecken und so rechtzeitig intervenieren können, um Herzinfarkten vorzubeugen.“

 

‚Test, Treat, Track‘, damit Patient*innen schneller die für sie passende Therapie erhalten

Zentrales Element des Konzepts ist ein standardisiertes Testen von Patient*innen auf kardiovaskuläre Risikofaktoren. Dieses Screening („Test“) soll auf der bereits bestehenden Infrastruktur des Klinikums aufbauen, indem ohnehin genommene Blutproben zusätzlich auf den LDL-Cholesterin-Wert überprüft werden sollen. Bei einem entsprechenden Befund erhalten identifizierte Patient*innen unmittelbar eine Therapie. Wenn sie ein hohes kardiovaskuläres Risiko nach ESC/EAS-Leitlinie (2019) aufweisen, ist geplant, dass sie umgehend an die Lipidambulanz überwiesen werden („Treat“). Dort könnte zusätzlich auch eine Aufklärung mit digitalen Mitteln erfolgen. In einer regelmäßigen Nachbeobachtung soll überprüft werden, ob die Patient*innen ihre LDL-C-Zielwerte erreichen („Track“). Bei Bedarf wäre so eine Anpassung der Behandlung möglich.

Novartis und die Charité erarbeiten neues Versorgungskonzept. Von links nach rechts: Heinrich Moisa, Vorsitzender der Geschäftsführung von Novartis Deutschland; Prof. Dr. med. Elisabeth Steinhagen-Thiessen, Seniorprofessorin Charité – Universitätsmedizin Berlin und Stv. Direktorin des Friede Springer – Cardiovascular Prevention Center (FS-CPC); Prof. Dr. Ulf Landmesser, Direktor der Klinik für Kardiologie, Angiologie und Intensivmedizin | CBF und Direktor des FS-CPC

 

Gesundheitspolitische Initiative für verbesserte Präventionsstrategien

Die nach wie vor große Zahl der Betroffenen von Herz-Kreislauf-Erkrankungen in Deutschland unterstreicht den hohen Bedarf an verbesserten Präventionsstrategien. Auch die Politik hat das erkannt und will sich Ansätzen widmen, wie vermeidbare Todesfälle reduziert und die Lebensqualität der Betroffenen verbessert werden können.

 

„In seinem Impulspapier zur Früherkennung und Versorgung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen adressiert das Bundesministerium für Gesundheit die richtigen Handlungsfelder“, kommentierte Heinrich Moisa, Vorsitzender der Geschäftsführung von Novartis Deutschland. „Entscheidend ist, dass wir unsere Blickrichtung ändern und unsere Gesundheitssysteme viel stärker auf Vorsorge und frühzeitige Intervention ausrichten. Jedes Jahr sterben in Deutschland zu viele Menschen an vermeidbaren kardiovaskulären Ereignissen – das wollen wir ändern und vorangehen. Deshalb freuen wir uns, dass die Charité als wissenschaftlicher Pionier für die Prävention in der Herzgesundheit unsere Vision teilt: In starken Partnerschaften auf Augenhöhe können wir mehr bewirken, damit Menschen in Zukunft nicht nur länger, sondern auch gesünder und aktiver leben.“

 

„Auch aus klinischer Sicht begrüßen wir die aktuelle gesundheitspolitische Initiative zur Verbesserung der Herzgesundheit. Denn es ist nicht hinnehmbar, dass Männer und Frauen in Deutschland, verglichen mit anderen westlichen Nationen, eine geringere Lebenserwartung haben. Und mit 360.000 Todesfällen pro Jahr tragen kardiovaskuläre Erkrankungen wesentlich dazu bei“, fügte Prof. Dr. Heyo K. Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité – Universitätsmedizin Berlin hinzu. „Da es sich um ein bundesweites Problem handelt, wird ein systematischer und skalierbarer Ansatz benötigt. Nach einer erfolgreichen Pilotierung soll unser gemeinsames Versorgungskonzept daher schrittweise zunächst auf weitere Abteilungen und Standorte der Charité in Berlin ausgeweitet werden. Langfristig hoffen wir, dass auch andere Krankenhäuser den Ansatz übernehmen“.

 

Über Novartis

Novartis ist ein Unternehmen, das sich auf innovative Arzneimittel konzentriert. Jeden Tag arbeiten wir daran, Medizin neu zu denken, um das Leben der Menschen zu verbessern und zu verlängern, damit Patient*innen, medizinisches Fachpersonal und die Gesellschaft in der Lage sind, schwere Krankheiten zu bewältigen. Unsere Medikamente erreichen mehr als 250 Millionen Menschen weltweit. In Deutschland beschäftigt Novartis rund 2.600 Mitarbeitende an sechs Standorten

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