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Gesundheit

Neuartiges Polymer für Wundauflagen, die sich dadurch schmerzfrei und ohne Rückstände ablösen lassen

Ein neuartiger Ansatz ermöglicht Verbände, die bei Körpertemperatur fest
auf der Haut haften, sich aber in Kombination mit einer Kältepackung
leicht und schmerzfrei entfernen lassen.
Der Verband haftet fest auf der Haut oder der Wundstelle ohne die
Bewegungsfreiheit des Patienten einzuschränken. Durch Kühlung z.B. mit
einer Kältepackung lässt er sich leicht und ohne Schmerzen wieder
abnehmen. Zudem bleiben keine Kleberückstände am heilenden Gewebe haften.
TLB ist mit der Verwertung dieser zukunftsweisenden Technologie beauftragt
und bietet Herstellern von Wundmaterialien Möglichkeiten der Lizenzierung,
Kauf des Patents oder Kooperationen in der Weiterentwicklung.

Ein Pflaster oder eine Wundauflage soll eine Wunde steril abdecken,
schützen und dabei zuverlässig kleben, aber trotzdem möglichst schmerzfrei
wieder abgezogen werden können. Auch sollte die Hauterneuerung nicht
wieder beschädigt werden. Ein neu entwickelter Ansatz in der
Wundversorgung ermöglicht Verbände, die bei Körpertemperatur fest auf der
Haut haften, sich aber in Kombination mit einer Kältepackung leicht und
schmerzfrei entfernen lassen.

Noch heute basiert der Großteil der selbstklebenden Wundauflagen auf einem
vor mehr als 100 Jahren entwickelten System auf Basis von Zinkoxid-
Kautschukkleber. Da das Entfernen von Pflastern und anderen
selbstklebenden Wundauflagen sehr schmerzhaft sein kann und dabei das
regenerierte Gewebe wieder verletzt wird, wird seit mehr als 30 Jahren an
alternativen Klebematerialien auf Basis des „bond / debond-on-
demand“-Prinzips geforscht. Denn für Allergiker, für Verbrennungswunden
oder chronischen Wunden bei Diabetikern zum Beispiel gibt es derzeit noch
keine geeignete Lösung.

Forschende der Universität Freiburg haben nun in einem von der Baden-
Württemberg Stiftung geförderten Projekt ein innovatives Polymer für
Wundauflagen entwickelt, welches temperaturgesteuert sicher klebt, sich
aber leicht wieder ablösen lässt. Der innovative Ansatz ermöglicht
Verbände, die bei Körpertemperatur fest auf der Haut oder der Wundstelle
haften ohne die Bewegungsfreiheit des Patienten einzuschränken. Wird der
Verband aber gekühlt, z.B. durch eine Kältepackung, lässt er sich ganz
leicht und ohne Schmerzen wieder abnehmen. Zudem bleiben keine
Kleberückstände am heilenden Gewebe haften. Die Eigenschaft des
Klebematerials, also eine „schaltbare Klebrigkeit“ wird durch einen
Kristallisationsprozess erreicht.

Das Forscherteam am Institut für Makromolekulare Chemie der Universität
Freiburg hat unter der Leitung von Prof. Dr. Rolf Mülhaupt (PhD) und Prof.
Dr. Thorsten Steinberg (PhD), der von der Medizin her am
Universitätsklinikum Freiburg das Projekt betreute und die Materialien
klinisch/biologisch evaluierte, einen Klebstoff entwickelt, der aus
Copolymeren und PVA-Fettsäureestern mit kristallisierbaren Seitenketten
und unterschiedlicher Zusammensetzung besteht. Die Strategie beruht auf
thermoresponsiven Polymeren, welche bei Raumtemperatur fest und bei
Körpertemperatur geschmolzen vorliegen und nur im geschmolzenen Zustand
Haftung aufweisen.
Durch Kühlen kristallisieren diese Seitenketten, was zum Verlust der
Haftung auf der Haut führt. Die Kristallisation bewirkt dabei eine
physikalische Vernetzung des Materials, wodurch die Haftung auf der Haut
stark gehemmt wird und gleichzeitig die Kohäsion des Materials zunimmt.
Dadurch lässt sich die entsprechende Wundauflage an einem Stück ohne
Kleberückstände und ohne Schmerzen zu verursachen entfernen. Gleichzeitig
kommt es zu einer Volumenverkleinerung, wodurch die Kontaktfläche zwischen
Wundauflage und Haut verringert und ein Ablösen der entsprechenden
Wundauflage unterstützt wird.

Das bedeutet in der Anwendung, dass sich das Material durch Körperwärme
verändert und klebt dadurch. Durch Auflegen eines Kühlakkus kristallisiert
das Material wieder und haftet dadurch nicht mehr an der Haut. Das
Material tritt dabei nicht in die Wunde ein. Geeignet ist diese
Wundauflage daher vor allem bei Verbrennungen oder bei allergischer,
empfindlicher Haut bzw. infizierten Wunden, da Hautverletzungen oder
-ablösungen vermieden werden. Auch bei der stationären Wundbehandlung von
Patienten oder bei großen Wunden ist eine solche Wundauflage ideal, da
keine Haftmittel zurückbleiben und das Haftmittel zudem eine exzellente
Biokompatibilität aufweist.

Die Erfindung wurde zum Patent angemeldet (WO2023/134899A1). Die
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH unterstützt die Wissenschaftler der
Universität Freiburg und die Baden-Württemberg Stiftung bei der
Patentierung und Vermarktung der aktuellen Entwicklung. TLB ist mit der
Verwertung dieser zukunftsweisenden Technologie beauftragt und bietet
Herstellern von Wundmaterialien Möglichkeiten der Lizenzierung, Kauf des
Patents oder Kooperationen in der Weiterentwicklung.

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EHA 2024: Berichte der Expert:innen aus dem Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML) sind jetzt online!

Heute Mittag endete im sonnigen Madrid der diesjährige Kongress der
European Hematology Association (EHA 2024). Neun anerkannte Expertinnen
und Experten haben im Auftrag des KML die wichtigsten hämatologischen
Highlights dieses Kongresses zusammengestellt. Erstmals berichtet das KML
mit einem Leukämie SPECIAL auch über myeloische Leukämieerkrankungen. Die
Kongressberichte finden Sie im KML-Kongressportal unter
<https://lymphome.de/eha2024>.

In der Reihe "LymphomKompetenz KOMPAKT" berichten neun ausgewiesene
Expertinnen und Experten für das Kompetenznetz Maligne Lymphome e.V. (KML)
vom diesjährigen Jahreskongress der European Hematology Association
(EHA2024). Für dieses Meeting, das als hybride Veranstaltung in Madrid
stattgefunden hat, haben sich rund 20.000 Ärztinnen und Ärzte aus Europa
und aller Welt registriert. Im Mittelpunkt der prägnanten Videoberichte
stehen aktuelle Forschungsergebnisse und neue Standards der klinischen
Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Lymphom- und
Leukämieerkrankungen.

Diese Beiträge finden Sie im KML-Videoportal unter:
<https://lymphome.de/eha2024>

• Grußwort & Kongresshighlights | M. Hallek, Köln
• Chronische lymphatische Leukämie (CLL) | B. Eichhorst, Köln
• Morbus Waldenström (WM) & Marginalzonen-Lymphom (MZL) | C. Buske, Ulm
• Follikuläres Lymphom (FL) | K. Hübel, Köln
• Mantelzell-Lymphom (MCL) | M. Dreyling, München
• Diffuses großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL) | B. Chapuy, Berlin
• Hodgkin Lymphom (HL) | P. Borchmann, Köln
• Multiples Myelom (MM) | K. Weisel, Hamburg
• ZNS-Lymphome | E. Schorb, Freiburg
• Leukämie SPECIAL | L. Frenzel, Köln

Sie haben Fragen an unsere Experten? Schreiben Sie an:
<Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.>. Gern leiten wir Ihre Fragen weiter.

Sponsoren dieses Events: AbbVie Deutschland GmbH & Co. KG, Amgen GmbH,
AstraZeneca GmbH, Bristol-Myers Squibb GmbH & Co. KGaA, GlaxoSmithKline
GmbH & Co. KG, Hexal AG, MSD Sharp & Dohme GmbH. Die Firmen haben keinen
Einfluss auf die Inhalte. Die Höhe der Zuwendungen kann der Seite
Projektunterstützung entnommen werden.

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Cholesterinsenker Statine: Was tun bei Beschwerden?

Statine sind gut untersuchte Cholesterinsenker. Muskelbeschwerden bei
Statinen sind zwar selten, dennoch sorgen sich viele Patienten – zurecht?
Zum „Tag des Cholesterins“ klärt ein Herzspezialist im Podcast über
Cholesterinsenker und den richtigen Umgang mit Beschwerden auf

Ein hoher Cholesterinspiegel zählt zu den größten Risikofaktoren für Herz-
Kreislauf-Erkrankungen. Insbesondere hohe Werte des LDL (LDL=Low Density
Lipoprotein)-Cholesterins (LDL-C) sind kennzeichnend für dieses Risiko.
Statine sind Cholesterinsenker erster Wahl, wenn es darum geht, hohe
LDL-C-Werte zu normalisieren und dadurch das Risiko für Herzinfarkte und
Schlaganfälle zu senken – insbesondere bei Menschen, die bereits ein
kardiovaskuläres Ereignis hatten (sogenannte Sekundärprävention).
Doch Patienten sind oft unsicher bei der Einnahme, weil Berichte zu
Muskelbeschwerden mit Statinen verbreitet sind. „Nehmen Patienten
Cholesterinsenker ein und es kommt zu Beschwerden, sollten sie zeitnah mit
ihrem Arzt sprechen. Er kann klären, was genau die Ursache der Beschwerden
ist. Denn oft sind es gar nicht die Medikamente“, erläutert der Kardiologe
und Lipidspezialist Prof. Dr. med. Ulrich Laufs vom Wissenschaftlichen
Beirat der Deutschen Herzstiftung. Im aktuellen Herzstiftungs-Podcast der
Reihe imPULS unter https://www.herzstiftung.de/podcast-statine-schmerzen
rät er zudem: „Auf keinen Fall sollten Betroffene eigenhändig ihr Statin
absetzen oder die Dosierung reduzieren.“
Große Studien (1) haben gezeigt, dass nur ein sehr geringer Teil der
Personen, die Statine einnehmen und von solchen Beschwerden berichten,
diese tatsächlich nicht oder nicht in einer hohen Dosierung vertragen.
„Neun von zehn Personen, die im Rahmen dieser Studien über
Muskelbeschwerden berichten, können ein Statin einnehmen. Ihre Beschwerden
waren nicht durch Statine verursacht“, so Prof. Laufs, Direktor der Klinik
und Poliklinik für Kardiologie am Universitätsklinikum Leipzig.

„Wir nehmen die Beschwerden sehr ernst“
„Wenn ein Patient Beschwerden hat, nehmen wir das natürlich sehr ernst.
Die berichteten Beschwerden werden nicht in Frage gestellt“, betont der
Leipziger Kardiologe. Die Frage, die es gemeinsam mit Patientinnen und
Patienten zu klären gelte, sei jedoch, ob die Statine tatsächlich die
Beschwerden verursachen oder ob eine andere Ursache vorliege.
„Muskuloskelettale Beschwerden sind leider sehr häufig. Liegt es
tatsächlich am Statin oder handelt es sich vielleicht um altersbedingte
Beschwerden im Bewegungsapparat?“, so Prof. Laufs. „Es ist wichtig, sich
mit den Patienten die Zeit zu nehmen, um das Problem zu klären, damit
nicht die Einnahme der Lipid-senkenden Therapie gefährdet wird.“

Warum sind Statine bei erhöhtem LDL-C so wichtig?
Überschüssiges LDL-C im Blut lagert sich in den oberen Schichten der
Gefäßwand ein. Ein wesentlicher Mechanismus für das Entstehen einer
Gefäßverkalkung (Atherosklerose), der über Jahre hinweg – gemeinsam mit
anderen Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes mellitus oder Rauchen –
zum vollständigen Verschluss oder zum Aufplatzen von Kalkplaques mit
nachfolgender Thrombose führt: Herzinfarkt, Schlaganfall oder eine
periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) sind die Folge. Allein in
Deutschland werden pro Jahr fast 200.000 Herzinfarkt-Patienten stationär
in Kliniken versorgt.

Bei Muskelbeschwerden hilft meist Ausweichen auf anderes Statin
Wenn es zu Muskelbeschwerden aufgrund eines Statins kommt, sind meist
große Muskelgruppen wie Oberschenkel-, Schultergürtel- und
Oberarmmuskulatur beidseitig betroffen. Frauen berichten häufiger als
Männer von solchen Beschwerden. „Setzt man dann das Statin ab – dies
unbedingt in Absprache mit dem Arzt –, dann gehen die Beschwerden in der
Regel innerhalb kurzer Zeit zurück“, berichtet der Leiter der Lipid-
Ambulanz am Leipziger Uniklinikum. Bei Beschwerden könne man zum Beispiel
die medikamentöse cholesterinsenkende Therapie für zwei bis vier Wochen
pausieren, um zu prüfen, wie es dem Patienten dann geht. „Eventuell kann
man anschließend das Präparat wechseln, zum Beispiel von Simvastatin zu
Atorvastatin. Man beginnt zunächst niedrig dosiert und erhöht dann die
Dosis“, erklärt Prof. Laufs. Seine Erfahrung zeigt: Ärzte sollten sich
stets Zeit nehmen, um Patienten die Bedeutung der cholesterinsenkenden
Therapie zu erläutern. „Für die Behandlung der wichtigsten Risikofaktoren
von Herzinfarkt und Schlaganfall wie Bluthochdruck, Diabetes und eben
hohes LDL-C, brauchen wir langfristig ausgerichtete Therapien. Das
verlangt den Patienten auch Vertrauen in die medikamentöse Therapie ab,
denn der Erfolg ist ja nicht direkt erkennbar“, so Laufs. „Nur wenn wir
mit den Patienten quasi in einem Boot sitzen, ist eine Behandlung
erfolgreich“.

Kombinationstherapie als Alternative bei Statin-Unverträglichkeit
Reicht die Statin-Dosierung, die ein Patient beschwerdefrei verträgt, für
eine cholesterinsenkende Wirkung nicht aus, ist eine Kombinationstherapie
möglich. Zum Beispiel kann das Präparat Ezetimib zusätzlich zum Statin
gegeben werden, um bei geringerer Statindosis dennoch den LDL-C-Wert
ausreichend zu reduzieren. Alternativ zu einem Statin steht als
lipidsenkendes Therapeutikum auch Bempedoinsäure zur Verfügung, die
ebenfalls mit Ezitimib kombiniert werden kann. Schließlich sind noch die
PCSK9-Hemmer eine Option, insbesondere für Patienten, bei denen trotz
einer optimalen cholesterinsenkenden Therapie mit Tabletten der
LDL-C-Zielwert nicht zu erreichen ist. Infos unter
https://www.herzstiftung.de/cholesterinsenker

Erhöhtes LDL-Cholesterin: Risiko immer individuell abschätzen
Prof. Laufs, wie auch andere Kardiologen, betonen, dass für eine
Behandlung bei hohen LDL-C-Werten immer die individuelle Person, also auch
ihr Gesamtrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, zu betrachten ist. Ist
zum Beispiel nur das LDL-C leicht erhöht? Oder liegen noch zusätzlich
Risikofaktoren für Infarkte vor, die ebenfalls ein Handeln erfordern? Bei
hohen LDL-C-Werten ist mit Lebensstilmaßnahmen allein nur wenig zu
erreichen. Daher muss früher mit einer medikamentösen Therapie gestartet
werden. „Wissenschaftlich am besten gesichert sind hierfür Statine“,
unterstreicht Laufs. Dennoch sei ein gesunder Lebensstil generell für die
Gefäßgesundheit wichtig, um das Infarktrisiko zu verringern. Bei lediglich
leicht erhöhten LDL-C-Werten könne das Umstellen der Ernährungs- und
Bewegungsgewohnheiten reichen, um das kardiovaskuläre Risiko zu senken.

Lebensstil-Anpassung bei erhöhten Triglyzerid-Werten
Bei erhöhten Triglyzerid-Werten steht hingegen der Lebensstil an erster
Stelle. Wenn das nicht hilft, dann kommen erst Medikamente ins Spiel.
Herzexperten und die Deutsche Herzstiftung empfehlen für die tägliche
Bewegung 30 bis 45 Minuten Ausdaueraktivitäten wie Radfahren, Laufen,
flottes Spazierengehen, Joggen oder Schwimmen. Für eine ausgewogene
herzgesunde Ernährung raten manche Herzspezialisten zur Mittelmeerküche.
Dieser werden positive Effekte zugeschrieben, die sich aber nicht an einer
Senkung des Cholesterin-Spiegels ablesen lassen. Sie ist reich an frischem
Gemüse, Obst, Salaten, Hülsenfrüchten, Vollkornprodukten, Fisch, Nüssen,
Kräutern und pflanzlichen Ölen (z.B. Olivenöl), die mehrfach ungesättigte
Fettsäuren enthalten. Insgesamt werden zudem nur wenige tierische Produkte
genutzt. „Die Prävention durch eine Lebensstil-Anpassung – insbesondere
die körperliche Aktivität und das Nicht-Rauchen - sollte in das
Gesamtkonzept einer Fettstoffwechsel-Behandlung stets mit eingebunden
werden. Arzt und Patienten sollten das gemeinsam besprechen“, rät der
Herzstiftungs-Experte. Infos zur Mittelmeerküche, die fettarm und reich an
ungesättigten Fettsäuren ist, sind unter https://herzstiftung.de
/mediterrane-ernaehrung abrufbar.
(wi/ne)

(1)     Literatur:

Wood FA et al., NEJM 2020, 383(22):2182-4, doi: 10.1056/NEJMc2031173
Laufs & Isermann, EHJ 2020; 41(35):3343-5, doi: 10.1093/eurheartj/ehaa582
Bytyçi et al., European Heart Journal 2022;
https://doi.org/10.1093/eurheartj/ehac015 Reuth, Baigent, Collins et al.,
Lancet. 2022, doi:10.1016/S0140-6736(22)01545-8

Jetzt reinhören! Podcast „Muskelschmerzen durch Statine – echt oder
eingebildet?“
Der Podcast mit dem vollständigen Gespräch mit Prof. Dr. Ulrich Laufs ist
zu hören unter: https://www.herzstiftung.de/podcast-statine-schmerzen
Alle Podcasts können auf der Herzstiftungs-Website unter
https://www.herzstiftung.de/podcasts direkt gehört werden und sind ebenso
bei den einschlägigen Podcast-Anbietern wie Spotify und Apple iTunes zu
finden. Alle 14 Tage gibt es einen neuen „imPULS“-Podcast.

Informationen über Ursachen und Folgen hoher Cholesterinwerte sowie
Möglichkeiten der Therapie finden Betroffene und Interessierte unter
www.herzstiftung.de/cholesterin und
https://www.herzstiftung.de/cholesterinsenker sowie unter
https://www.herzstiftung.de/statine-irrtuemer

Den kostenfreien Ratgeber „Hohes Cholesterin: Was tun?“ kann man unter
www.herzstiftung.de/bestellung oder per Tel. unter 069 955128-400
anfordern.

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S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen Patient*innen aktualisiert

Das Leitlinienprogramm Onkologie hat die S3-Leitlinie Komplementärmedizin
aktualisiert. Dabei wurden insgesamt sechs Kapitel überarbeitet und vier
Themen neu aufgenommen. Mit der Leitlinie erhält das medizinische
Fachpersonal evidenzbasierte Empfehlungen zum Einsatz komplementärer
Verfahren in der Onkologie. Die Überarbeitung erfolgte unter Federführung
der Fachgesellschaften Deutsche Krebsgesellschaft e.V., vertreten durch
die Arbeitsgemeinschaft Prävention und Integrative Onkologie, Deutsche
Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V., Deutsche Gesellschaft
für Hämatologie und Medizinische Onkologie e.V. und Deutsche Gesellschaft
für Radioonkologie e.V.

Um den eigenen Körper während einer Krebstherapie zu unterstützen, greift
die Hälfte aller Betroffenen auf eine ergänzende Behandlung zurück.
Aufgrund der Dynamik im Bereich der komplementären und alternativen
Krebsmedizin und auch wegen der hohen Akzeptanz bei Krebsbetroffenen hat
das Leitlinienprogramm Onkologie die im Jahr 2021 erstmals veröffentlichte
S3-Leitlinie überarbeitet.

Wesentliche Neuerungen der Leitlinie
Folgende Kapitel sind neu in die Leitlinie aufgenommen worden: „Methadon“,
„Zeolithe (Vulkangestein)“, „Cannabinoide“ sowie die Heilpflanze
„Artemisia Annua (Beifuß)“. Der Bereich „Homöopathie“ und fünf Kapitel zu
Substanzen in der biologischen Therapie wurden nach einer
Aktualisierungsrecherche überarbeitet. „Die wissenschaftlich basierte
Datenlage zu komplementärer Krebsmedizin ist noch immer begrenzt. Wir
haben deshalb Themen mit besonderem Forschungsbedarf identifiziert und als
neues Kapitel in die überarbeitete Leitlinie aufgenommen. Mir persönlich
liegt außerdem eine adäquate Aus-, Fort- und Weiterbildung von Ärzt*innen
zu den in der Leitlinie adressierten Themen am Herzen“, sagt
Leitlinienkoordinatorin Prof. Dr. med. Jutta Hübner, Professorin für
Integrative Onkologie an der Friedrich-Schiller-Universität Jena und
Vorsitzende in der Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin
in der Onkologie der DKG.

Orientierung an neuen Erkenntnissen zu Methoden, Verfahren und Substanzen
Ziel der S3-Leitlinie Komplementärmedizin ist es, Ärzt*innen und weiterem
in der
Behandlung von Tumorpatient*innen einbezogenem Fachpersonal sowie den
Patient*innen
selbst evidenzbasierte Empfehlungen für anstehende Therapieentscheidungen
zu geben. Die aktualisierte Handlungsempfehlung betrifft Patient*innen
während und nach der akuten Therapie sowohl im ambulanten als auch
stationären Bereich.

„Mit dieser Leitlinie sollen Krebspatient*innen in Zukunft an jedem
Tumorzentrum und Behandlungsort zu Fragen zur komplementären und
alternativen Medizin durch die sie betreuenden Ärzt*innen und andere
Berufsgruppen fundierte Antworten erhalten und nicht mehr mit der Suche
nach seriöser Information allein gelassen werden. Auf diesem Weg soll die
Qualität der Versorgung verbessert und die Situation der Patient*innen
gestärkt werden“, so Hübner.

An der Prüfung und Weiterentwicklung der ausführlichen Handlungsempfehlung
arbeiteten Mitglieder aus insgesamt 44 beteiligten Fachgesellschaften und
Organisationen mit. Gefördert wurde die Leitlinie von der Deutschen
Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie.

Die neue S3-Leitlinie ist auf dieser Webseite abrufbar https://www
.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin.
Zudem sind die Inhalte in der kostenfreien Leitlinien-App integriert.
Weitere Informationen unter: https://www.leitlinienprogramm-
onkologie.de/app/

Das Leitlinienprogramm Onkologie
Leitlinien sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für
Leistungserbringer und Patient*innen zur angemessenen Vorgehensweise bei
speziellen Gesundheitsproblemen. Sie stellen ein wesentliches Instrument
zur Förderung von Qualität und Transparenz medizinischer Versorgung dar.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen
Fachgesellschaften (AWMF), die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die
Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem im Februar 2008 gestarteten
Leitlinienprogramm Onkologie das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung
und Fortschreibung sowie den Einsatz wissenschaftlich begründeter und
praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen.
Mittlerweile umfasst das Leitlinienprogramm 34 S3-Leitlinien, die zu einem
großen Teil auch als laienverständliche Patientenleitlinien vorliegen.
Mehr unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/home

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.
Die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. (DKG) – eine Nachfolgeorganisation
des 1900 gegründeten „Comité für Krebssammelforschung“ – ist die größte
wissenschaftlich-onkologische Fachgesellschaft im deutschsprachigen Raum.
Die über 8.300 Einzelmitglieder in 25 Arbeitsgemeinschaften, die 16
Landeskrebsgesellschaften und 36 Fördermitglieder sind in der Erforschung
und Behandlung von Krebserkrankungen tätig. Die DKG engagiert sich für
eine Krebsversorgung auf Basis von evidenzbasierter Medizin,
Interdisziplinarität und konsequenten Qualitätsstandards, ist
Mitinitiatorin des Nationalen Krebsplans und Partnerin der „Nationalen
Dekade gegen Krebs“. Mehr: https://www.krebsgesellschaft.de/

Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e.V.
Die Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe e. V. (DGGG)
ist eine der großen wissenschaftlichen Fachgesellschaften in Deutschland.
Sie hat sich der Stärkung der Fachgebiete der Frauenheilkunde und
Geburtshilfe verschrieben und fördert das gesamte Fach und seine
Subdisziplinen, um die Einheit des Faches Frauenheilkunde und Geburtshilfe
weiter zu entwickeln. Als medizinische Fachgesellschaft engagiert sich die
DGGG fortwährend für die Gesundheit von Frauen und vertritt die
gesundheitlichen Bedürfnisse der Frau auch in diversen politischen
Gremien.

Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.
(DGHO)
Die Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie e. V.
(DGHO) besteht seit über 80 Jahren und hat heute mehr als 4.000
Mitglieder, die in der Erforschung und Behandlung hämatologischer und
onkologischer Erkrankungen tätig sind. Mit ihrem Engagement in der Aus-,
Fort- und Weiterbildung, dem Onkopedia-Projekt, mit der Wissensdatenbank
und der Durchführung von Fachtagungen und Fortbildungsseminaren sowie mit
ihrem gesundheitspolitischen Engagement fördert die Fachgesellschaft die
hochwertige Versorgung von Patient*innen im Fachgebiet. In mehr als 30
Themen-zentrierten Arbeitskreisen engagieren sich die Mitglieder für die
Weiterentwicklung der Hämatologie und der Medizinischen Onkologie.
Informationen unter: https://www.dgho.de/

Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V. (DEGRO)
Die Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie e. V. (DEGRO) wurde als die
wissenschaftliche Gesellschaft der in der Radioonkologie tätigen Ärzte,
Medizinphysiker und Strahlenbiologen Deutschlands 1995 gegründet. Seitdem
fördert die Gesellschaft die wissenschaftlichen Bereiche der
Strahlenphysik, der Strahlenbiologie und der Klinischen Forschung
insbesondere im Bereich der Onkologie, um eine immer weiter verbesserte
und damit zukunftsfähige wissenschaftliche Grundlage der Radioonkologie
sicherstellen zu können. Die Regeln guter wissenschaftlicher Praxis, die
ethischen Normen sowie gesetzliche Regelungen bilden hierbei die Basis.
Mehr: https://www.degro.org/

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