Das Quintett auf der Bühne in Aktion Foto Fabrice Umiglia, Festival Strings Lucerne
Besetzung und Programm:
Festival Strings Lucerne Chamber Players
Daniel Dodds, Violine Erika Schutter, Violine Dominik Fischer, Viola Jonas Iten, Violoncello Alexander Kionke, Violoncello
Luigi Boccherini Quintett für zwei Violinen, Viola und zwei Violoncelli C-Dur G 273 op. 11/3
Franz Schubert Quintett für zwei Violinen, Viola und zwei Violoncelli C-Dur D 956 op. post. 163 Rezension:
Zeugheersaal im Schweizerhof
Es konnte ja niemand ahnen, dass eine Konzertreihe mit Kammermusik sich als optimales Format und, unverhofft, teilweise, etwas auch als befreiende Notlösung in der schwierigen Pandemiesituation erweisen würde. Aber ganz im Allgemeinen ist ein Konzert dieser Art, auch vom zeitlichen Rahmen her, Beginn um 17.ooUhr bis ca. 18.3o Uhr, äusserst gut geeignet, um Leute zu begeistern,, lässt es sich doch auch mit einem anschliessenden Diner gut verbinden, man kann also den akustischen mit dem kulinarischen Genuss bestens kumulieren.
So waren denn auch die, vom Schutzkonzept her möglichen, locker bestuhlten gut 200 Plätze besetzt.
Luigi BoccheriniQuintett in C-Dur G 273 op. 11/3
Grundsätzliches zum Komponisten und Werk
Daniel_Dodds Foto Fabrice Umiglia
Als virtuoser Cellist bevorzugte Boccherini die Quintett Besetzung mit zwei Celli anstelle der Wiener Besetzung mit zwei Bratschen, die man bei Mozart findet. Wohl deshalb „erfand“ Boccherini 1771 gleichzeitig mit dem in Madrid tätigen Gaetano Brunetti das Streichquintett mit zwei Violoncelli. Das Werk beginnt mit einem Amoroso, einem lieblichen Andantesatz aus lauter schmeichelnden Triolen in Terz- und Sext-Parallelen, die zwischen den Streicherpaaren hin- und herwandern. Eine Art Vogelstimmenduett sorgt im Mittelteil für klangliche Überraschungen. Das eigentlich zu Beginn erwartete Allegro wird im zweiten Satz nachgeholt, und zwar con spirito, mit italienischem Geist und Feuer. Hier konzertieren alle Instrumente, besonders aber die beiden Celli, die Boccherini oft in gefährlich hohe Lagen führt. Die Wirkung des Menuetts erklären zu wollen, wäre müßig: Seine Melodie ist schlicht ein Ohrwurm, getragen von einem raffinierten Klang aus gedämpften und gezupften Streichersaiten. Ein kapriziöses Rondo beschließt das Werk. Boccherini wurde zum ersten europäischen Komponisten, dem man Unsummen für Kammermusik bezahlte. So flossen 12.000 spanische Realos pro Jahr aus Madrid, wo er lebte, für ganze 18 Streichquintette, die er zu komponieren hatte, 1.000 Taler aus Berlin vom Preußenkönig Friedrich Wilhelm II. für zwölf Kammermusiken jährlich. Ein Mozart hätte von solchen Summen nur träumen können. Boccherini musizierte mit Casanova und stand mit Haydn im Briefverkehr. Virtuosen wie Viotti und Rode liebten seine Werke und die Verleger verkauften sie in Rekord-auflagen. Heute ist sein, damals europaweit guter Ruf, etwas in Vergessenheit geraten, seine Werke sind relativ selten programmiert.
Die Crème de la crème der Strings auf dem Podium
Das Quintett auf der Bühne in Aktion
Nebst altvertrauten Solisten der „Strings“, also Konzertmeister Daniel Dodds, dem Bratschisten Dominik Fischer und den Cellisten Jonas Iten und Alexander Kionke spielte Erika Schutter, welche die neue Schweizerhof-Reihe mit verschiedenen Quintett Formationen konzipiert hat, die zweite Geige,. Das gut harmonierende Quintett demonstrierte schon in Boccherinis Streichquintett die stilistische Flexibilität, hindeutend auf die künstlerische Handschrift Daniel Dodds. Der süffig elegante Klang, der die barocken Notenlinien volkstümlicher Souplesse entgegensetzt und das tempomässig accelerierende Finale war schlicht mitreissend, die pure Lebensfreude versprühend und hätte ebenso gut von einem übermütigen Mozart stammen können. Da waren die Celli nicht nur Mitläufer, sondern drückten zweistimmig, im Stile eines Kontrabasses, dem Stück auch ihren Stempel auf, ohne die andern Instrumente zu unterdrücken.
Franz Schubert Quintett in C-Dur D 956 op. post. 163
Die zwei mit den Violinen
Zu Beginn des ersten Satzes ist das Zeitgefühl aufgehoben. Es ist durch endlos gedehnte melodische Bögen außer Kraft gesetzt. Melodien, die kein Ende finden können, scheinen die Schönheit des Lebens wieder und wieder besingen zu wollen wie das zweite Thema der beiden Celli. Der Ausdruck ist der einer tiefen, romantischen Sehnsucht. Der Quintett Klang ist dabei von beispielloser Originalität: eine Übereinander Schichtung von Legato-Melodien, Staccato Figuren, rhythmischen Impulsen und Sforzati, die in jeder Phase des ausgedehnten Sonatensatzes neue überraschende Schönheiten, aber auch krasseste Härten offenbart.
Viola und die zwei Celli
Dominik Fischer an der Bratsche, agierte nicht nur optisch aus der Mitte heraus, sondern gestaltete das Spiel, analog einem Spielmacher beim Fussball, mal die Violinen und Celli verbindend, mal unterstreichend oder glänzte mit Solosequenzen und dem Ausmalen des Leitmotivs auf seiner Viola. Es war fast, als ob für einmal die Bratsche die erste Geige spielt, irgendwie ungewohnt, aber äusserst wirkungsvoll und passend.
Kontinuierlicher Steigerungslauf durch die vier Sätze
Das Quintett geniesst der verdienten Applaus
Die Gegensätze verschärfen sich im Adagio. Im Scherzo wiederholt sich der grundlegende Kontrast in wiederum anderer Form. Sein Hauptteil ist ein furioses, orchestrales Presto. Im dritten Satz mutiert Schubert vom Romantiker unversehens zum Dramatiker. Die Stärke der emotionalen Gegensätze führt zu Extremen in Klang und Dynamik, die alles sprengen, was man in der Kammermusik jener Zeit findet. Sie reichen vom zarten Pizzicato über Doppelgriffe und Tremoli bis zu scharf akzentuierten Synkopen, vom dreifachen Piano bis zum Fortissimo-Sforzato.
Als Gast in den Salons der Haute volée
Die fünf geniessen den stürmischen Schlussapplaus
Bei dieser Art von Konzerten fühlt man sich zurückversetzt in einen Salon der Haute volée, gar in den Prunksall eines Fürsten- oder Königshauses vor 200 Jahren. Als Zugabe für den langanhaltenden, stürmischen Applaus intonierten die fünf grossartigen Protagonisten noch das Menuetto „Bella Serenata“ von Luigi Boccherini, welches deutlich an Mozarts kleine Nachtmusik anlehnt. Diese Konzertreihe hat durchaus das Potential, auch nach einer vollen Wiedereröffnung der grösseren Konzertsäle, ihren festen Platz im Jahresprogramm zu finden und, dank genügend Publikumsresonanz und Zuspruch, auch zu behaupten
Kleine Fotodiashow des Kozertes von Fabrice Umiglia, Festival Strings Lucerne:
«Wir sind wieder da», diesen Satz hörte man mehr als einmal letzten Donnerstag an der Saisoneröffnung des Luzerner Theaters. «Wir», das ist das Luzerner Theater im Allgemeinen und, an diesem Abend, Kathleen McNurney und das Ensemble Tanz Luzerner Theater im Speziellen.
Die Vorfreude war zwar da, aber leicht gedämpft, eine Premiere mit Schutzmaske, ohne Bar, leeres Foyer – das Gesellschaftliche würde wie so oft in letzter Zeit auf der Strecke bleiben. Der Einlass erfolgte geordnet, den Besuchern wurde bereits im Kassen-Foyer erklärt, wie sie ihre Plätze finden. Dies aber vor allem, weil auch der «Globe» wieder da ist, das Rundtheater aus Shakespeares Zeiten.
Etwas Wildheit war gefragt
McNurney wollte für diesen «Globe» etwas von Shakespeare, etwas ein bisschen Wildes und mit Livemusik begleitet. Sie lud die die britische Choreografin Caroline Finn, den Starschlagzeuger Frey Studer und die Zürcher Sängerin Joana Aderi ein, dabei entstand der höchst unterhaltsame theatralische Tanzabend «Wie es euch gefällt». Studer und Aderi komponierten eigens die Musik dafür und begleiten Tänzerinnen und Tänzer jeweils live.
Reality Show im Globe
Szenenfoto von Gregory Batardon
Im Globe ist stellenweise grüner Teppich ausgelegt, in der Mitte der Bühne steht ein Brunnen, eine Gartenlaube auf der einen, ein paar Sitzblöcke auf der anderen Seite, grosse Ballone mit roten Liebesbriefen hängen von der Decke, Vögel zwitschern. Finn konzentriert sich in ihrer Choreografie auf die Szenen im Ardennen Wald und inszeniert sie als Reality-Show à la «Love Island». Zwei Moderatoren sind bereit, die Produzentin marschiert zackig über die Bühne, Monitor an, dann «ready, Fredy, go!» Mit Trommelwirbel werden die Protagonisten von den Moderatoren angekündigt und vorgestellt. Rosalind, ihr Angebeteter Orlando, Rosalinds Begleiterin Celia, der leidende Jacques mit seinem Toy Piano, Phoebe und ihr Silvius, der ihr nicht von der Seite weicht und Audrey.
The show must go on
Das Tanzensemble verkörpert die verschiedenen Charaktere aufs Schönste. Lisa Gareis ist eine anmutige, fast poetische Rosalind, Valeria Marangelli ihre treue Begleiterin, Mathew Prichard der stolze, verliebte Orlando, Mathilde Gilhet die leicht hochnäsige Phoebe, die sich grad so knapp von einem nervigen und unglaublich hartnäckigen Flavio Quisisana als Silvius umwerben lässt. Igli Mezini hängt mit leicht entrücktem Blick als melancholischer Jaques mit seinem Toy Piano ab, Andrea Thompson gibt die wunderbar wendige, verführerische Audrey. Terra Kell, welche erst später als Oliver ihren Auftritt hat, begeistert mit unglaublicher Mimik und Gestik. Wie ein Raubvogel, mit wendigem Hals und irrem, bedrohlichen Blick scheint sie Ausschau zu halten nach ihrer «Beute».
Fitness für gute Beziehung
Szenenfoto von Gregory Batardon
Phoebe Jewitt als Produzentin stelzt immer wieder mit durchgedrücktem Rücken über die Bühne, hält die Show am Laufen und weist die sich anbahnenden Liebespaare an und ein. Gleichzeitig ist sie Fitnesstrainerin und kommandiert die ganze Schar immer wieder ab in die Turnhalle, denn: «Schätzeli, guete Körper, gueti Beziehig»! Carlos Kerr Jr ist einer der beiden Moderatoren, begeistert aber vor allem auch in der Kampfszene mit Orlando. Sichtlich in seiner Rolle ebenfalls als Moderator aufgehend führt Dario Dinuzzi durch die Show und flirtet strahlend und gutgelaunt mit dem Publikum. Gerne hätte man zurückgestrahlt. Die Nähe war gegeben im Parkett, die Maskenpflicht verhinderte es leider.
Überzeugendes Ensemble
Ab und an wird die eine oder der andere in den «Diary Room» beordert, wo er oder sie dann Seelenstriptease betreibt, wie das üblich ist in solchen Shows. Grosse Momente, wo Finns Tanzsprache exzellent zur Geltung kommt. Tänzerinnen und Tänzer zeigen sich in Hochform, verwickeln sich in sich selbst, wirken manchmal wie schlecht geführte Marionetten, deren Glieder auseinanderzufallen drohen.
Virtuos-innovative Live-Begleitung
Last aber in keiner Weise least: Die live Musik des Luzerner Urgesteins Fredy Studer («Gestein» reiche, meinte er) am Schlagzeug und der Sängerin Aderi. Virtuos, innovativ, einzigartig. Mal sind es nur Geräusche, es knarzt, säuselt, zischt, dann wieder sphärisch-nordische Balladen, popartige Stücke, archaische Weisen. Die beiden ergänzen sich perfekt und begleiten die Tänzer mit einer unglaublichen Präzision, ohne sich dabei je in den Vordergrund zu stellen.
«Wie es euch gefällt» hat gefallen, sehr sogar, und ja, es ist wieder da, das Ensemble Tanz Luzerner Theater und erfreute das Premierenpublikum! Vorübergehend vergass man sogar die Masken! Ein toller Saisonstart, möge es so weitergehen!
Restaurant mit Licht und Schatten Foto W.R.Wagner pixelio.de
Früher galt: Der Mann betritt das Restaurant als Erster. Damit übernahm er die Aufgabe der Tischbegleitung des „zuständigen“ Empfangchefs“ des Lokals. Heutzutage kann in bestimmten Situationen auch die Frau das Restaurant zuerst betreten. Zum Beispiel wenn diese zum Essen einlädt und sie Gastgeberin ist. Im Restaurant geht es in dieser Folge weiter die/der Zuständige weist den Weg und platziert die Gäste. Wenn mehrere Paare eingeladen oder beim Essen dabei sind, werden die Damen in der Mitte platziert. Gibt es keinen “Zuständige” übernehmen die Herren diese Aufgabe.
Verhalten bezüglich der Garderobe
Schild vor Restaurant Nett sein Foto Alexander Hauk pixelio.de
Nach Betreten des Restaurants hilft der Herr zuerst der Dame aus der dem Mantel oder der Jacke, anschliessend legt er seine eigenen Sachen ab. Beim Verlassen des Restaurants ist dies genau anderes herum zu handhaben, also zieht sich der Mann die Jacke oder Mantel zuerst an, dann hilft er der Dame.
Am Tisch gelten folgende Verhaltensweisen
Es ist appetitlich angerichtet
Das Weinglas hält man immer am Stiel. Der Wein erwärmt sich ansonsten durch die Temperatur der Hand. Spricht der Gastgeber ein „Zum Wohl“ aus sagt man das auch. Wenn er „Prost“ sagt, sollte man ebenfalls „Prost“ erwidern. Anstossen ist typisch schweizerisch. Darf man tun, aber nicht im Gourmettempel. Den Mund sollte man fleissig mit der Serviette „reinigen“. Fettrückstände auf dem Glas wirken ungepflegt.
Wohin mit der Serviette?
Strahlefrau bedient Foto Kunstzirkus pixelio.de
Sie kommt auf den Schoß und zwar, sobald die Getränke oder das Essen anserviert werden. Auseinander gehen die Meinungen bei der Frage, ob sie als Lätzchen getragen werden darf. Wer besonders besorgt um seine Kleidung ist, trotzdem Spaghetti all’ Arrabbiata bestellt und es nicht schafft, aufrecht zu sitzen, dem bleibt wohl nichts anderes übrig. Verlässt man seinen Platz, um die Waschräume aufzusuchen, legt man die Serviette leicht gefaltet links neben den Teller, nie auf die Sitzfläche des Stuhls, das ist unhygienisch. Nach dem Essen gehört sie ebenfalls links neben den Teller und nicht auf denselben.
Früher war das immer Männersache. Die Regel ist, wer bestellt, kontrolliert Herkunft und Jahrgang und probiert. Meine Frau hat ein ausgeprägtes Sensorium für Weine, deshalb lasse ich sie degustieren.
Aufstehen wenn die Dame den Tisch verlässt
Hektik an der Theke Foto Stefan Bayer pixelio.de
Das war früher Pflicht. Heutzutage steht man auf, wenn eine Dame an den Tisch zurückkommt. Aber dann bitte richtig und den Stuhl bereitstellen.
Darauf ist beim Bezahlen zu achten
Die Rechnung bitte Foto Tim Reckmann_pixelio.de
Es gilt als Faustregel, wer zum Essen eingeladen hat, das kann auch die Dame sein, bezahlt. Für einige Herren der Schöpfung ist das noch immer gewöhnungsbedürftig, auf der anderen Seite fühlen einige Frauen bevormundet, wenn der Mann automatisch davon ausgeht, dass er zahlt.
Rufen Sie nicht „Herr Ober oder Fröilein“ zahlen bitte. Nenne Sie die Dame oder den Herrn beim Namen. In gepflegten Restaurants stellen sich die Mitarbeiter vor.
Köchin mit Möhren FotoTim Reckmann pixelio.de
Fazit: Über allem steht immer der gesunde Menschenverstand, Höflichkeit und Takt auch gegenüber den Mitarbeitenden. Der Gast ist König, wenn er sich als solcher aufführt.
Durch kreisförmige Bewegungen wird in dieser Maschine zur Textilprüfung u.a. die Scheuerfestigkeit geprüft. Bildquelle: Hohenstein
Recycling ist mehr als eine Mode. Doch zur Mode soll künftig verstärkt sinnvolles Recycling gehören: Die Menschen in Deutschland kaufen pro Jahr im Schnitt 26 kg Textilien pro Kopf, davon 12-15 kg Bekleidung. Ein hochwertiges Recycling ist angesichts dieser großen Mengen eine große Herausforderung. Zum verbesserten Recycling gehört Kreislaufwirtschaft, die schon beim Design von Produkten ans „Leben danach“, nämlich das nächste oder erneuerte Erzeugnis denkt. Wie das für Kleidung funktionieren kann, zeigen wir exemplarisch am Beispiel eines aktuellen Forschungsprojekts: Teil 2 unserer Serie zum Design für Recycling.
Getränkeflaschen aus dem Kunststoff PET eignen sich schon heute aufgrund ihrer Sortenreinheit ideal fürs Recycling, und zwar nicht nur für Verpackungen. Unter dem Motto „Von der Faser zur Faser“ nutzt das die angewandte Forschung im Verbundprojekt DiTex für Mietwäsche. Die eingesetzten Fasern stammen aus recycelten PET-Flaschen, die Mietwäsche selbst soll nach ihrem ersten Lebenszyklus wieder zu Wäsche recycelt werden. „Mietwäsche eignet sich auch deshalb gut fürs Konzept ‚Design for Recycling‘, weil sich ihre Nutzung genau nachvollziehen lässt, was optimale Voraussetzungen fürs Recycling bietet“, erläutert Projektleiterin Dr. Anja Gerhardts vom Forschungsinstitut Hohenstein. Das Institut aus Baden-Württemberg ist in dem vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) initiierten und koordinierten Vorhaben für Textilprüfungen und Produktspezifikationen zuständig. Fürs Nutzen statt Besitzen entwickeln die Verbundpartner je eine kreislauffähige Linie von Bettwäsche sowie von Polo- und Businesshemden. Die Hemden dienen als Dienstkleidung für Polizei und Rettungsdienst.
Intelligentes Etikett speichert Informationen Über den gesamten Nutzungskreislauf wird die Wäsche mit einer digitalen Tracking-ID ausgestattet. Dieses „intelligente“ Etikett speichert Informationen wie Faserherkunft, Materialkomposition und Beschaffenheit des Textils. Dadurch können Recyclingunternehmen die Produkte besser sortieren, den Recycling-Anteil erhöhen und aufwerten. In zahlreichen Waschversuchen wird in Hohenstein nun getestet, wie gut das Tracking-Tool sich bewährt, wie es um Reißfestigkeit, Weißgrad, Farbqualität, Haltbarkeit und Tragekomfort der Textilien bestellt ist, wenn sie im gewerblichen Textilservice bis zu 200 Mal gewaschen, geschleudert und getrocknet werden. „In DiTex bringen wir Nutzer, Beschaffer und Recycler von Textilien an einen Tisch, um kreislauffähiges Produktdesign Realität werden zu lassen“, erläutert Anja Gerhardts.
„Praxisnahe Forschung zu Fasern und Textilien gehört zu den Kernkompetenzen vieler unserer Institute, sei es für Industrieprodukte oder für verbrauchernahe Erzeugnisse. Projekte wie DiTex zeigen innovative Lösungen zum Design fürs Recycling. Durch den interdisziplinären Ansatz in unserem Verbund können auch andere Branchen von solchen Lösungen lernen“, erklärt die Geschäftsführerin der Zuse-Gemeinschaft, Dr. Annette Treffkorn.