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Lifestyle

Entdecken Sie den Erfolg von Modes, dem italienischen Mode-Einzelhändler Aldo Carpinteri

Modes
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MODES – eine Vision aus Sizilien
Aldo Carpinteri der Eigentümer von MODES kommt aus dem südlichsten Teil Italiens aus dem wunderschönen und ursprünglichen Sizilien. Von dort aus hat Aldo Carpinteri die Welt erobert und das mit einer ebenso außergewöhnlichen wie äußerst erfolgreichen Idee. Er hat mit der Modemarke MODES für seine anspruchsvolle Kundschaft ein Rundumsorglos-Paket geschnürt, so dass für niemanden ein Wunsch offenbleiben muss. Seine Kunden können wählen zwischen einem Einkaufserlebnis in einer seiner zahlreichen Boutiquen und der Bestellung online. Wenn sie sich für den Einkauf vor Ort entscheiden, haben sie hierbei verschiedene Möglichkeiten. Die Kleidungsstücke können in einem der Geschäfte ausgewählt und in Ruhe zu Hause anprobiert werden. VIP Kunden müssen dafür sogar nicht mal ins Geschäft fahren. Erst dann muss sich der Kunde für den finalen Kauf oder eben die Rückgabe entscheiden. Natürlich besteht auch die Möglichkeit, einen privaten Termin in einer der Boutiquen zu vereinbaren und das gut geschulte Fachpersonal steht bei der Anprobe beratend zur Seite. Zusätzlich ist es möglich, dass der Personal Shopper für einen einkauft und man nicht selbst vor Ort sein muss. In einigen Geschäften erfolgt dabei die Lieferung am selben Tag.

Das Sortiment von MODES
Das Modesortiment hält für jeden etwas vorrätig. Das Angebot besteht in:

• Mode für Damen
• Mode für Herren
• Mode für Kinder
• Schuhe
• Handtaschen
• Accessoires (Schals, Sonnenbrillen, Wäsche, etc.)
• Schmuck

Der Gründer Aldo Carpinteri setzt bei der Auswahl der Designer für eine ausgewogene Mischung aus etablierten bestehenden Luxusmarken wie Balenciaga, Prada, Jil Sander & Co. sowie auf neue begabte Talente, die jung und weltoffen ihre Mode kreieren und damit Mode schaffen, die neue Wege geht. Das Unternehmen wurde 1971 gegründet, dmals noch unter dem Namen Stefaniamode. Erst kürzlich wurde das von der Mutter von Carpinteri gegründete Unternehmen schlussendlich in MODES umbenannt und hat nunmehr 300 verschiedene Designer in seinem Sortiment.

MODES vor Ort

Modes
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Der äußerst erfolgreiche Unternehmer Aldo Carpinteri hat mittlerweile mehrere Boutiquen an verschiedenen Orten eröffnet und weitere sind in Sicht. Auch wenn die Wurzeln in Sizilien liegen, hat das Unternehmen seinen Hauptsitz in Mailand, wo sich auch der Haupt-Store befindet. In Forte dei Marmi konnte unlängst ein Balenciaga-Geschäft wiedereröffnet werden. Auf der italienischen Insel Sardinien hat MODES drei Filialen, zwei in der Hauptstadt Cagliari und eines in Porto Cervo. Außerhalb von Italien konnte sich MODES in dem Nobelskiort Sankt Moritz mit einer Boutique etablieren. MODES hat sich innerhalb weniger Jahre von einem lokalen Anbieter ausgesuchter Mode zu einem global aufgestellten Omni-Channel-Händler entwickelt.

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Rezital Valentine Michaud | Akvilė Šileikaitė, KKL Luzern, 20. August 2020, besucht von Léonard Wüst

Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival
Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival

Besetzung und Programm:

 
Sergej Prokofjew (1891–1953)
Sonate D-Dur op. 94
bearbeitet für Sopransaxophon von Valentine Michaud
 
Alexander Glasunow (1865–1936)
Chant du Ménestrel op. 71
bearbeitet für Altsaxophon von Valentine Michaud
 
Kevin Juillerat (*1987)
L’Etang du Patriarche

für Klavier und Altsaxophon
Francis Poulenc (1899–1963)
Sonate für Oboe und Klavier op. 185
bearbeitet für Sopransaxophon von Valentine Michaud
Edison Denissow (1929–1996)
Sonate für Altsaxophon und Klavier

Rezension:

Valentine Michaud  Saxophon und Akvilė Šileikaitė  Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival
Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival

Saxophone spielen erst in der neueren Aera der Klassik nicht mehr nur eine untergeordnete Rolle, dabei hatte dieses geniale, relativ junge Instrument ( wurde als „Saxophon“ vom Belgier Adolphe Sax (eigentlich Antoine Joseph Sax) im Jahr 1840 erfunden und am 21. März 1846 unter der Nummer 3226 in Frankreich patentiert), schon eine sehr tragende, tonangebende in der Symphonic Suite On the Waterfront“  von Leonard Bernstein aus dem gleichnamigen Film von Elia Kazaan aus dem Jahre 1954.

„Sonate D-Dur op. 94“ von Sergej Prokofjew

Valentine Michaud  Saxophon und Akvilė Šileikaitė  Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival
Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival

Wenn eine Prokofjew Komposition  einen Gershwin Touch versprüht, ist das gut aufeinander abgestimmte  AKMI Duo am Werk. Hier wusste die junge Französin die manchmal sehr obertönige, fast schmerzhafte Schrille, die das Sopransaxophon zuweilen vermitteln kann, gekonnt zu vermeiden. Geflüsterte Pianissimi standen furiosen Trillern im obersten Tonbereich gegenüber. Michaud interpretiert den Bläserpart ohne Änderungen auf dem Sopransaxophon Der Soundteppich, worauf sich Michaud teilweise mirakulös bewegte, wurde von ihrer langjährigen Begleiterin am Konzertflügel souverän gewoben und ausgebreitet.

Vielseitig aktive Künstlerinnen

Valentine Michaud  Saxophon und Akvilė Šileikaitė  Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival
Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier Foto Peter Fischli Lucerne Festival

Die beiden jungen Künstlerinnen, vielseitig unterwegs, sind nicht nur musikalisch, sondern auch in anderen Kunstbereichen aktiv, so z. B. die litauische Pianistin Akvilė Šileikaitė (*1992) u.a. in Malerei und Fotografie, die in Paris geborene Valentine Michaud (*1993) u.a. in Design und Mode und zusätzlich verfügt diese noch über abgeschlossene Studien der Musikwissenschaften und der Musikpädagogik.

Alexander Glasunow (1865–1936)  «Chant du Ménestrel op. 71 »

Valentine Michaud  Foto  Priska Ketterer
Valentine Michaud Foto Priska Ketterer

Das Werk, ein lyrischer und ausdrucksstarker, etwas melancholischer Satz, der von den melodischen Qualitäten des Komponisten zeugt. aber von der Saxophonistin eine jazzige Variation überstülpt bekommt Das in den lyrischen Passagen wunderbar gelöste, in den schnellen Sequenzen zuweilen stupend virtuose und immer spontan wirkende Spiel der beiden Protagonistinnen beruht auf einem ungekünstelten Sinn für rhythmische Verve einerseits und einem melodischen Phrasenbau andererseits. Das wehmütige Hauptthema dieses Stücks in dreiteiliger Liedform ist auf einer absteigenden Tonleiter aufgebaut und wechselt im Schlussabschnitt ins Klavier.

„L’Etang du Patriarche“ von Kevin Juillerat

Akvilė Sileikaitė Klavier
Akvilė Sileikaitė Klavier

Das eigens für das Duo komponierte Originalwerk «L’Etang du Patriarche» von Kevin Juillerat spielt, so erläuterte die Saxophonistin reflektiere geheimnisvoll die schaurige Szenerie eines Moskauer Stadtviertels, um zu bemerken: You wouldnt be there! Sogar der Leibhafte erscheine noch auf der Szenerie. Und erneut die Feststellung: You wouldnt really be there! Die Partitur beinhaltet Blas- und Klaviereffekte mit sehr viel Nachhall, angedeutete Töne des Alto und grosszügige Melodienbogen versinnbildlichen, besser versinntonlichen diese düstere Grossstadt Gegend. Ein Spiel zwischen Realität und aberwitzigem Abgrund.

Francis Poulenc (1899–1963) Sonate für Oboe und Klavier op. 185

Valentine Michaud links und Akvilė Sileikaitė rechts
Valentine Michaud links und Akvilė Sileikaitė rechts

Die Sonate beinhaltet romantische Anklänge ebenso wie impressionistische Farben. Der erste Satz ist eine ergreifend schöne Kantilene, und das Scherzo klingt wie eine Hommage an Prokofjew. Tatsächlich hat Poulenc die Sonate dem Andenken an seinen Freund Sergej Prokofjew gewidmet. Sie ist im Sommer 1962 entstanden, als eines der letzten Werke Poulencs. Die liedhafte Elégie ist ein wehmütiger und gefühlvoller Nachruf auf den neun Jahre zuvor gestorbenen Prokofjew, während im spielerischen Scherzo quirlige Rumba-Rhythmen und Staccato-Motive den russischen Komponisten porträtieren. Nachdenklich wehmütig bewegt sich die hervorragende Pianistin Akvilė Šileikaitė durch die Partitur kontrapunktiert von fast schrillen Zwischenrufen des Saxophons.

Denisov Edison 1929 1996 Sonate für Altsaxofon und Klavier

Vom Komponisten aufgrund seiner Begeisterung für das Saxophonspiel im Jazz geschrieben, ist  das Werk massgeschneidert für eine Avantgardistin wie Valentine Michaud. Nicht nur die prägnanten Bass-Ostinati und synkopierten Akkordeinwürfe des Klaviers tragen zum mitreissenden Drive des Schlusssatzes bei, sondern auch die wilden Läufe des Saxophons. Wirken wie improvisiert, sind aber genau kalkuliert. So stellt gleich der erste Einsatz des Blasinstruments mit seiner herabstürzenden, jäh abreissenden Skala eine der Zwölftonreihen vor, die das Finale strukturieren und mit synchron – parallelen Läufen von Saxophon und Piano ins furiose Finale führten. Für den langanhaltenden Applaus wurden wir noch mit den „Hungarian Dances“ from Transylvannia belohnt.

Fazit eines aussergewöhnlichen Lucerne Festival Konzertes:

Valentine Michaud  Saxophon und Akvilė Šileikaitė  Klavier geniessen den ApplausFoto Peter Fischli Lucerne Festival
Valentine Michaud Saxophon und Akvilė Šileikaitė Klavier geniessen den ApplausFoto Peter Fischli Lucerne Festival

Dieses quirlige Duo wäre auch auf der Bühne des „Willisau Jazz Festival“ absolut keine Fehlbesetzung und würde das Herz dessen Gründers Niklaus „Knox“ Troxler sicher höher schlagen lassen. Ob dieses Konzert ohne „Corona“ auch seinen Platz im „normalen“ Sommerfestival gefunden hätte, bin ich mir nicht so sicher und wenn doch, dann eher im Luzerner Saal, denn im grossen Konzertsaal.

Kleine Fotodiashow des Rezitals von Peter Fischli Lucerne Festival:

fotodiashows.wordpress.com/2020/08/22/rezital-valentine-michaud-akvile-sileikaite-kkl-luzern-20-august-2020-besucht-von-leonard-wuestrezital-valentine-michaud-akvile-sileikaite-kkl-luzern-20-august-2020-besucht-von-leonard-wue/

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: www.lucernefestival.ch  Peter Fischli

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Die Magie einer Nacht, ein Essay von Anna Rybinski

Der junge Mendelssohn bei Goethe akg-images
Der junge Mendelssohn bei Goethe akg-images

1816 Berlin «Fanny, Fanny, schau mal, was ich bekommen habe!» Der Siebenjährige macht Luftsprünge vor Freude und zieht die ältere Schwester stürmisch mit sich, um ihr das kostbarste Geschenk unter seinen Weihnachtsgaben zu zeigen: ein Puppentheater!«Weisst du, was wir alles spielen können?  Goethe und Shakespeare! Und alle Märchen, die ich liebe, … ist es nicht wunderbar?»

Das Wunderkind Felix Mendelssohn-Bartholdy
Das Wunderkind Felix Mendelssohn-Bartholdy

Das Kind, das derartig ins Schwärmen kam, ist selbst eine Märchenfigur: eine zierliche Gestalt mit langen Haaren, feinen Gesichtszügen und Augen, die offenherzig  in die Welt schauen. Gekleidet in kostbare Stoffe wie ein Prinz aus dem Orient, mit bauschender Pluderhose und samtenen Wams steht er da – graziös, stolz, glücklich. Seine geniale Kinderseele reisst ihn zu Höhenflügen, die sogar für manche Erwachsenen schwer zu bewältigen wären. Zugegeben: Es ist nur meine persönliche Vision vom siebenjährigen Felix Mendelssohn-Bartholdy. Was jetzt folgt, ist jedoch historische Wahrheit.

Das Wunderkind

Ansicht Luzern von Mendelssohn
Ansicht Luzern von Mendelssohn

Der Knabe im Alter von sieben Jahren liest und geniesst die grosse Literatur, Goethe und Shakespeare sind seine Leitsterne. Sobald die Eltern seine ausserordentliche musikalische Begabung bemerken, geniesst er Unterricht bei den besten Professoren von Berlin im Klavier-, Geige- und Orgelspiel. Er lernt natürlich auch schwimmen, fechten und malen, wie es für Sprösslinge aus vermögenden Häusern damals üblich ist. Die allgemeine schulische Ausbildung wird auch nicht vernachlässigt: Privatlehrer unterrichten ihn und seine Geschwister in Französisch, Italienisch, Englisch, Geschichte und Kunst. Bald kommt das Aquarellieren dazu, was der Junge auf höchstem Niveau erlernt und lebenslang ausübt, um seinen Reiseberichten kostbare Illustrationen beizufügen.

Es klingt wie ein Märchen – gar noch schöner. In der Tat, er bekam von den Göttern alles geschenkt: Talent, Intelligenz, Empfindsamkeit, gepaart mit einem noblen Charakter. Und die Eltern sind in der glücklichen Lage, mit ihrem Vermögen die optimalen Bedingungen für seine menschliche und musikalische Entwicklung schaffen zu können.

So entfaltet sich, umsorgt und behütet, ein kostbares Talent im Hause Mendelssohn. Sein Grossvater, Moses Mendelssohn ist der berühmte Philosoph und Humanist, seine Mutter hochmusikalisch und belesen, der Vater, ein Bankier, von allen schönen Künsten angetan. Felix ist buchstäblich ein Glücklicher: Im frühen Alter nicht aufs Geldverdienen angewiesen, muss mit seinem Vater nicht von einem Auftritt zum nächsten hetzen, oder untertänigst  bei adligen Herren um Aufträge betteln. Und doch ein Wunderkind, wie wir vor Mozart und nach Mozart seinesgleichen nicht finden.

Der Rheinfall Aquarell von Mendelssohn
Der Rheinfall Aquarell von Mendelssohn

Die beiden älteren Geschwister, Fanny und Felix, beginnen bald mit dem Kompositionsunterricht bei dem angesehensten Musiker Deutschlands: Professor Carl Friedrich Zelter. Felix ist schon zehn Jahre alt; reif für die schwierigen Lehrsätze der Musik und Bachs Polyphonie. Zelter versteht das Ausnahmetalent, liebt und fördert es nach bestem Wissen. Er nimmt den Knaben stolz zu seinem alten Freund, Geheimrat Goethe, nach Weimar mit, der diesen Besuch über alles geniesst. Der wache Geist und die liebenswürdige Natur des Jungen erfüllen ihn mit Freude. Er bewundert sein musikalisches Talent und kann sich an seiner Schönheit nicht sattsehen. «Jetzt hört alle, alle zu», schrieb Felix an die Eltern und die Schwester in Berlin. «… Jeden Morgen erhalte ich vom Autor des Faust und des Werther einen Kuss, und jeden Nachmittag vom Vater und Freund Goethe zwei Küsse. Bedenkt!!! … Nachmittag spielte ich Goethen über 2 Stunden vor, teils Fugen von Bach, teils phantasierte ich …»

Ein Leben auf der Sonnenseite?

Florenz von Felix Mendelssohn
Florenz von Felix Mendelssohn

Nicht nur, sie waren doch Juden. Obwohl die Familie 1816 zum Christentum konvertierte, überlegte der Vater ernsthaft, wegen der antisemitischen Ausschreitungen nach Paris auszuwandern. Auf der Strasse riefen die Rotzjungen hinter Felix: »Hep, hep!» Sogar der angebetete Professor Zelter schrieb verletzende Worte über ihn: «Es wäre wirklich eppes Rores, wenn aus einem Judensohne ein Künstler würde.» Und im selben Jahr gab es ein Schreiben im preussischen Ministerium: «Es wäre zu wünschen, wir hätten gar keine Juden im Lande. Die wir einmal haben, müssen wir dulden, aber unablässig bemüht sein, sie möglichst unschädlich zu machen.»  Aber genug von getrübter Harmonie, kehren wir zu Shakespeare zurück.

Der siebenjährige Felix kannte sein Lieblingsstück «Ein Sommernachtstraum» in- und auswendig, meist als Erzählung, aber sicherlich gewisse berühmte Passagen auch im Originaltext. Er hatte es manches Mal mit den Geschwistern durchgespielt, die Geschichte mit allen Handlungssträngen in sich aufgesogen und darüber am Klavier fantasiert. Im Jahre 1826 erlebt er eine besonders glückliche Zeit mit seinen Geschwistern und Freunden: Es wird gespielt, erzählt, musiziert und fantasiert, im Herrenhaus und im grossen Garten. Und dasselbe Jahr bringt ihm noch ein Geschenk!

 Eine Inspiration ohnegleichen

In Deutschland erscheinen die ersten drei Bände von Shakespeares dramatischen Werken, übersetzt von August Wilhelm Schlegel, ergänzt und erläutert von Ludwig Tieck. Eine Welle der Begeisterung erfasst das Land. Endlich können die grossen Dramen und Komödien in der eigenen Sprache gelesen und gespielt werden! Bei dem 17-jährigen Felix – nach beachtlichen kompositorischen Erfolgen – sind die schönsten Kindheitserinnerungen geweckt. Er greift zur Feder und schreibt die «Ouvertüre zum Sommernachtstraum». Shakespeares Zauberwelt entsteht diesmal als Musik.

Und was für eine Musik!

Mozart weckte schon als Siebenjähriger die allergrössten Hoffnungen – seine Kompositionen im Alter von 17 Jahren gehören indes nicht zum goldenen Repertoire der Konzertsäle, die unsterblichen Werke kommen erst später. Der junge Mendelssohn schrieb aber in seiner stürmischen Begeisterung ein Werk, das die Menschen seitdem entzückt und verzaubert; ein Werk, dessen Klänge Shakespeare würdig sind.

Es fängt mit vier wunderbaren Akkorden an: Der Vorhang geht auf, wie in seinem geliebten Puppentheater, das Spiel beginnt. Der Aufbau der Komposition ist perfekt, die harmonischen Fügungen einmalig: Das Handwerk sitzt. Aber es ist unendlich mehr – die Magie dieser Nacht im Wald von Athen hat der junge Komponist mit traumwandlerischer Sicherheit wiedergegeben. Die Elfen und Kobolde schwirren durch die Luft, das majestätische Königspaar zieht feierlich ein, die Verliebten streiten sich und die Handwerker trampeln schwerfällig herum. Sogar das I-A Geschrei des verwandelten Zettels ergötzt die Zuhörer mehrmals. Alles ist so vollkommen, wie es nur in einer Sternstunde entstehen konnte.

Die Menschen hatten bei der Uraufführung Tränen in Augen und staunten: Ist es möglich, kommt  alles wirklich von einem Halbwüchsigen?

Von wem sonst? Von den trockenen Stubengelehrten, die ihn unterrichteten? Spätestens da hatte Professor Zelter verstanden, dass der «Judensohn» ausgelernt hat und seinen Meister wie ein Komet überflog.

Das Werk des Siebzehnjährigen galt damals schon als Meisterstück, das seinesgleichen suchte, und trat einen Siegeszug um die Welt an. Kann der erwachsene Komponist je wieder diese Höhe der Popularität erreichen? Jawohl. Und noch mehr.

Es geht wieder um diese magische Nacht

Felix Mendelssohn Bartholdy 1845
Felix Mendelssohn Bartholdy 1845

1842 befasst sich Mendelssohn, inzwischen 34-jährig, mit einem neuen Auftrag. Der König von Preussen, Friedrich Wilhelm IV., bittet ihn, nach seinem berühmten Vorspiel eine komplette Bühnenmusik zu Shakespeares «Sommernachtstraum» zu schreiben. Es entsprach damals dem Zeitgeist, zu bekannten Theaterstücken Begleitmusik zu schreiben, das war die sogenannte Schauspielmusik, die auf der Bühne als Teil der Handlung gespielt wurde. Mendelssohn schreibt also 17 Jahre nach seiner weltbekannten Ouvertüre noch mehrere  Sätze und ein Finale zu dieser Märchengeschichte. Und wieder gelingt ihm ein Geniestreich!

Unter den Sätzen befindet sich nämlich das Stück, dem ein noch grösserer Erfolg zuteil wird. Sein «Hochzeitsmarsch» ist wahrscheinlich die meistgespielte Musik aller Zeiten, erklingt sie doch tagtäglich auf dem Globus unzählige Male, von den Fidji-Inseln bis nach Grönland. Menschen aller Nationen, die den Namen Felix Mendelssohn-Bartholdy nie gehört haben, feiern ihren schönsten Tag mit seiner Musik. Sie erkennen in ihr die eigene Lebensfreude und das jubilierende Glück aller Liebenden.

Während des Nationalsozialismus wurden auch Mendelssohns Werke als «entartete Kunst» verboten. Man hatte seine Büsten und Gedenktafeln entfernt und die Komponisten des Reiches aufgefordert, neue Bühnenmusik, und damit auch einen neuen Hochzeitsmarsch, zum «Sommernachtstraum» zu schreiben. Die Klugen unter ihnen wollten sich auf einen Wettstreit mit Mendelssohn nicht einlassen und winkten vornehm ab.

Die Organisten des Landes aber, in den erhabenen Domen und in den bescheidenen Dorfkirchen standen plötzlich vor einem unlösbaren Problem: Womit diese einmalige Musik ersetzen?

Aber das wäre eine andere Geschichte.

Text: www.annarybinski.ch

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Rezital Mauro Peter Mauro Peter | Helmut Deutsch, KKL Luzern, 18. August 2020, besucht von Léonard Wüst

Mauro Peter Foto Christian Felber
Mauro Peter Foto Christian Felber

Besetzung und Programm:

Mauro Peter  Tenor
Helmut Deutsch  Klavier
 
Robert Schumann (1810–1856)
Liederkreis op. 39 nach Joseph von Eichendorff
 
Dichterliebe op. 48
Liederkreis aus Heinrich Heines Buch der Lieder

 

Rezension:

Fast schon routinemässig greift man zur grünen Gesichtsmaske, die von Mitarbeiter*innen des Lucerne Festival beim Eingang kostenlos an die Besucher verteilt werden.

Im allerletzten Konzert, das am 12. März, unmittelbar vor dem Lockdown im KKL aufgeführt wurde, sang Mauro Peter den Evangelisten in Bachs Johannespassion. Nun war er, diesmal als Solist, zurück in seiner Heimatstadt Luzern.

Liederkreis op. 39 nach Joseph von Eichendorff

Helmut Deutsch Klavier
Helmut Deutsch Klavier

In seinem Liederjahr 1840 hat der Komponist zusammen mit seiner innig geliebten Clara Gedichte abgeschrieben und gesammelt. Zwölf Eichendorff-Texte bilden den „Liederkreis“op. 39. In Musik gesetzt wurden sie drei sehnsüchtige Monate bevor Robert seine Clara, die Tochter seines alten Klavierlehrers, per Gerichtsentscheid seine „Braut“ nennen durfte.  Sehnsucht ist das bestimmende Motiv dieser Eichendorff-Lieder. Sehnsucht nach der geliebten Clara, könnte man meinen. In der eigentlich lockeren Folge von 12 Liedern lässt sich ein innerer roter Faden verfolgen.

 

 

Töne eines sanften Riesen

Mauro Peter lyrischer Tenor Foto Christian Felber
Mauro Peter lyrischer Tenor Foto Christian Felber

Mauro Peter, ein stattlicher 1.90m Hüne und sein, im körperlichen Vergleich, eher klein wirkender Bühnenpartner Pianist Helmut Deutsch, wurden im „Corona mässig“ besetzten Konzertsaal mit viel Applaus willkommen geheissen.

Die Liederfolge: Waldesgespräch – In der Fremde („Aus der Heimat“) – Mondnacht – Intermezzo – Schöne Fremde – In der Fremde („Ich hör’“) – Wehmut – Frühlingsnacht – Die Stille – Zwielicht – Im Walde – Auf einer Burg.

Der Auftakt klang etwas verhalten, als ob Peter (zuviel) Respekt hätte bei seinem Debut am Lucerne Festival  im Konzertsaal des KLL.

Der junge Tenor artikuliert aber sehr gut, sodass die Texte gut verständlich sind. Dass dieser Baum von Mann auch sehr sanfte, gar liebliche Töne von sich geben kann, kam bei den Eichendorf Vertonungen besonders gut zur Geltung, sind diese doch etwas zurückhaltender gehalten als die Heinekompositionen.

Traumwandlerisch sicher, ohne jegliches Textblatt als Hilfe, singt sich Peter durch die Liederfolge, kongenial supportiert von Helmut Deutsch.

Dichterliebe op. 48 Liederkreis aus Heinrich Heines „Buch der Lieder“

Bei diesem Liederzyklus blühte Mauro Peter förmlich auf, wirkte engagierter und vor allem selbstbewusster.

Der Beginn von „Im wunderschönen Monat Mai“ macht es deutlich: Liebe und Schmerz, Hoffnung und Zweifel liegen eng beieinander, auch schon am Anfang von Schumanns Dichterliebe auf die Gedichte von Heinrich Heine. Ob die Harmonien in Moll oder Dur zuhause sind, lässt sich nicht entscheiden. Melancholisch klingen sie, denn Helmut Deutsch tastet sich zögernd, wie traumverloren, voran auf seinem Konzert Flügel.

Schumanns Harmonie schmeichelt Mauro Peters Stimme und umgekehrt

Mauro_Peter Foto Christian_Felber_
Mauro_Peter Foto Christian_Felber_

Schumann bindet die ersten beiden Lieder harmonisch eng aneinander; Deutsch und Peter tun es ihm nach. Von ihrem hoffnungsvollen Anfang her schildert das lyrische Ich die zurückliegende Liebes-Beziehung. Dass sie unglücklich ausgehen wird, verraten die ironischen Zwischentöne, die so typisch für ihren Verfasser sind. In Heines Gedichten aus dem Buch der Lieder wird die traurige Geschichte erzählt. Und ist auch Rückblick auf seine eigene nicht erhörte Dichter-Liebe zur Cousine Amalie.

 

 

Von Liebesglück und Hoffnung handelt das Lied Nummer 4 bei Schumann. Doch mischen sich auch bange und verzweifelte Töne hinein. Wenn etwa die Angebetete spricht „Ich liebe Dich“, führt das zu bitterlichen Tränen.

Mauro_Peter Foto Christian_Felber_
Mauro_Peter Foto Christian_Felber_

Peter modulierte ausdrucksstark, formidable Wechsel von fröhlich bis weinerlich, von betrübt zu übermütig. Trotz jung an Jahren, überzeugt Peter mit stimmlicher Reife, ausgewogenem, schön nuanciertem Ausdruck, im Timbre des Piano ebenso wie im jubilierenden Forte.

Das beeindruckte Auditorium applaudierte den, inzwischen weltweit gefragten lyrischen Tenor und ehemaligen Luzerner Sängerknaben und seinen genialen Begleiter am Piano, noch zu sagenhaften vier Zugaben.

Mauro Peter – Schumann’s Dichterliebe – About the Recording (EPK)

https://www.youtube.com/watch?v=d6v3IyKAPj0

Text: www.leonardwuest.ch Fotos: www.lucernefestival.ch und Christian Felber https://www.mauropeter.com/

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